Sonntag, 5. August 2018

Bim, die Zauselmaus (2) Das Freundschaftsfest, Stefan Gemmel, Ill. Elli Bruder, Carlsen Verlag



Bim, die Zauselmaus (2) Das Freundschaftsfest, Stefan Gemmel, Ill. Elli Bruder, Carlsen Verlag

Bim die Zauselmaus ist ein Ableger der Abenteuerreihe „Im Zeichen der Zauberkugel“ in der Bim sich zum heimlichen Liebling der Kinder entwickelt hat. Daher eine eigene Reihe mit Bim für jüngere Kinder, um mit viel Spaß Lesen zu lernen. In Band 1 hat Bim sich aus dem Haus von Alex, in welchem er wohnt gewagt und seine neuen tierischen Freunde, die er in allerlei misslichen Situationen getroffen hat, kennengelernt. Auf dem Dachboden haben es sich der witzige Hamster Lutz, der starke Degu Arnie, der verschlafene Siebenschläfer Schnarchibald, das dichtende Frettchen Sonnett bei Bim gemütlich gemacht. Sie planen und bauen gemeinsam ein kuscheliges Nest für alle. Als sie gerade fertig sind und stolz ihr Werk bewundern, geht plötzlich ein Nusshagel auf sie nieder. Mutig gehen die Freunde der Quelle des Nussregens nach und entdecken ein fremdes Eichhörnchen, das sie mürrisch und herausfordernd ansieht. Während Arnie den Eindringling fortjagen will, setzt Bim auf Freundlichkeit. Geduldig erfährt er den Namen des abweisenden Neulings und lädt ihn zum Essen ein. Das gefällt den anderen gar nicht, aber Eichhörnchen Brutus ist völlig überrascht, so viel Freundlichkeit kennt es nicht und kann auch nicht wirklich damit umgehen. Eine Geschichte über eines Widerspenstigen Zähmung und wahre Freundschaft.

Freundschaftsgeschichten für Kinder gibt es viele. Hier geht es aber mal um einen wirklich wichtigen Aspekt, den Kinder auch erst lernen müssen. Teilen. Zur Freundschaft gehört das Teilen dazu, denn wie Sonnett schon meint: „ Ein Essen schmeckt besonders dann, wenn man es mit Freunden teilen kann, und auch mit Glück ist's ebenso: Geteiltes Glück macht doppelt froh!“. Aber Freundschaft und Teilen sind kein Kommunismus. Nur weil Freunde untereinander teilen, heißt das nicht, daß sich jeder nehmen kann was er möchte. Dein und Mein bleiben bestehen, doch wer freundlich fragt, der erhält gerne von den Freunden etwas ab. Dies sollte sich aber auf Gegenseitigkeit beziehen und niemals dem Gebenden alles nehmen. Anders als beim Sterntaler wird hier schon in gewisser Weise auf Nachhaltigkeit geachtet. So regnet es keine Goldtaler vom Himmel, aber es wird eine solide Basis für echte Freundschaft und ein glückliches geregeltes Miteinander gesetzt. Denn funktionierende Gemeinschaften brauchen allgemeinverbindliche Regeln, die alle zu respektieren haben. Das klingt nun furchtbar trocken und für Kinder viel zu theoretisch, aber wenn es in Form von Nüsse werfenden diebischen Eichhörnchen erzählt wird, ist es für Kinder sehr gut nachvollziehbar und gar nicht langweilig. Wenn alle einander helfen, bleibt am Ende auch Zeit und Energie für eine tolle Party, ein Freundschaftsfest eben!

Wie schon Sonnetts Reim zeigt, geht es nicht nur um Regeln in der Gemeinschaft, sondern auch daran Spaß zu haben und jedes Tier hat seine eigenen Stärken und Schwächen. Sonnett ist zum Beispiel furchtbar vergesslich, sobald der Gedanke jedoch in Reimform verfasst ist, kann sie ihn sich prima merken, weshalb sie meist in Reimen spricht. Das kommt bei Kinder sehr gut an und bleibt nicht nur besser im Gedächtnis, sondern weckt auch die Freude am Spiel mit Sprache.

Als Buch, welches sich gezielt an Leseanfänger ab 6 Jahren richtet, ist die Geschichte von kurzen und einfachen Sätzen geprägt und bei Antolin zum Erwerb von Punkten gelistet. Gedruckt ist sie in großer Fibelschrift (die Schriftart der Lesebücher der 1. Klasse) mit einem hohen Anteil an farbigen Illustrationen. Hierbei wurde absichtlich eine andere Illustratorin als für die Hauptreihe engagiert, da diese Bilder spannend und geheimnisvoll wirken sollen, während für Leseanfänger fröhliche, farbenfrohe Bilder ansprechender sind. Elli Bruder lebt mit ihrem Mann und einem Stall voller Tiere in Norddeutschland und liebt es ganz besonders Tiere zu zeichnen.

Stefan Gemmel 1970 in Morbach geboren schreibt schon seit einiger Zeit erfolgreich Kinder- und Jugendbücher, die in 18 Sprachen übersetzt wurden. Neben Literaturprojekten und Schreibwerkstätten für Kinder, wagt er sich immer wieder an neue Weltrekordversuche auf dem Gebiet der Literatur Lesungen. Für seine ungewöhnlichen Lesungen, Lesenächten und Workshops, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter „Lesekünstler des Jahres 2012“ - zu recht, wie wir finden, seine Erklärungen zu den unterschiedlichen Arten von Büchern, einschließlich Taschenbüchern, haben meine Töchter nachhaltig beeindruckt.

Eine wirklich schöne Reihe, von der nun auch gerade der 3. Band „Bim die Zauselmaus: Der gemeine Kuchendieb“ erschienen ist.

5 von 5 Sternen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen