Dienstag, 27. Februar 2018

Serafinas Geheimnis, 3 x schwarzer Kater, Sabine Ludwig, Dressler



Serafinas Geheimnis, 3 x schwarzer Kater, Sabine Ludwig, Dressler
Serafina ist eine junge elternlose Hexe, da ihre mächtigen Hexeneltern sich gegenseitig in eine Spinne bzw. einen Käfer verwandelt haben und sie nun keiner mehr zurück hexen kann. Daher lebt sie mit ihrem gefräßigen schwarzen Kater alleine in ihrem Hexenhaus im Hexenwald und Urgroßtante Alfonsine wacht über sie, vor allem darüber, daß sie nicht unnötig hext. Das passt Luzi überhaupt nicht, denn anders als Serafina, ernährt er sich am liebsten von Hühnchen und sammelt Mäuse für sein Sammelalbum. Eines Tages erhält sie einen Brief ihres eigenwilligen Urgroßonkels Alfons, der sich für ein Leben ohne Magie, in der Menschenwelt entschieden hat. Er ist überzeugt, daß im Städtchen Wurzberg sich etwas Schlimmes zusammenbraut, sie solle schnell kommen, um den Wurzbergern zu helfen. Gegen den Willen ihrer Urgroßtante macht sie sich auf den Weg, doch sie kommt zu spät. Der Urgroßonkel ist verstorben und sie muß mit ihrem Kater alleine dem Geheimnis auf den Grund gehen. Zum Glück wohnen im Haus nebenan die Geschwister Tom und Lisa, die ganz fasziniert von ihrer neuen Nachbarin, mit den merkwürdigen Kleidern sind.
Auch wenn das Cover einen anderen Eindruck vermitteln mag, ist kein zuckersüßer Hexenroman nach bewährtem Muster. Aufgrund der Vielschichtigkeit und Tiefgründigkeit wird dieses Buch zurecht ab 9 Jahren empfohlen. Die Stadt Wurzberg hat eine Suppenfabrik, die von einer Familiendynastie geleitet wird. Zum bevorstehenden Firmenjubiläum, sollte eigentlich ein Leitungswechsel stattfinden, doch der alte Chef, mag seine Position nicht räumen und führt übles im Schilde, das war es, was Serafinas Urgroßonkel zwickte und zwackte. Diese Profitmaximierung Quantität statt Qualität ist ein wichtiges Thema des Buches. Dabei gibt es mehr als nur die Lebensmittelqualität, die hier thematisiert wird, es geht auch um „Quality Time“, sich Zeit für seine Lieben zu nehmen, statt nur für den Ernst des Lebens. Aber natürlich geht es nicht nur um ernste Themen, allerdings hat Serafina nur 3 Wünsche frei und darf in der Menschenwelt nicht einfach drauflos hexen. Sind alle 3 Wünsche aufgebraucht, kommt sie vielleicht nie wieder in ihren Wald zurück, sie muß daher mit Bedacht handeln. Das fällt gerade Kindern besonders schwer. Doch Kinder brauchen auch Spaß und müssen spielen. Dafür sorgt allzu gerne Kater Luzifer, der von Serafina in einen Menschen verwandelt wird, es kann ja kein Kind alleine leben. Dennoch bleibt Luzifer tief in seinem Inneren ein Kater und benimmt sich oft genug auch so, was für allerlei witzige Situationen sorgt. Die Doppelnamen der Nachbarsfamilie Müller-Frohwinkel, ist für Kinder nicht so einfach, aber darüber können sie einfach hinweglesen, denn schon durch den Bindestrich, ist dieses Wort auf den ersten Blick erkennbar. Die Schrift ist sehr angenehm groß, zwischendrin sind vereinzelt ansprechende bunte Illustrationen, die zwar schön, sind, aber bei mir zu einem Punktabzug führen. Wie ich an der Reaktion in der Leserunde gemerkt habe, hat der Illustrationsstil falsche Erwartungen geweckt, einige wollten diese Geschichte viel jüngeren Kindern vorlesen. Dafür ist die Geschichte wirklich nicht gemacht. Allerdings gäbe es Situationen, die wirklich nach Illustrationen geschrien hätten, die alleine der Fantasie überlassen blieben und andere wirklich unspektakuläre wurden bebildert.  Das fanden wir etwas schade.
Das Ende dieses ersten Abenteuers von Serafinas hat meiner Tochter (noch 8 Jahre) sehr gut gefallen. Natürlich gibt es ein Happy End und Raum für eine Fortsetzung. Kein ganz einfaches Buch, aber eines das sich lohnt. Wir wollen auf jeden Fall wissen wie es weitergeht.

Montag, 26. Februar 2018

Interview mit Anja Janotta zu „Die Trabbel-Drillinge“




Interview mit Anja Janotta zu „Die Trabbel-Drillinge“

Liebe Anja, die Trabbel-Drillinge sind eineiig, ein Phänomen mit einer Chance von 1 zu 200 Millionen, und dennoch gibt es unter Ihnen eine Schöne, eine Schlaue und eine Nette ;) Witzige Idee, und ich mag die Nette natürlich am Liebsten, nicht nur wegen ihres Schoko-Faibles. Was ist Dein Seelen-Tröster?
Da haben Franka und ich wirklich was gemeinsam:  Schokolade, Schokolade, Schokolade. In allen Variationen. Am allerliebsten – auch das teile ich mit Franka – dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil.
Ich habe ja als Kind Hanni & Nanni geliebt und mir soo eine Zwillingsschwester gewünscht, hattest Du diese Sehnsucht als Kind auch? Eine Schwester, die genau weiß, wie Du tickst zu haben?
Deshalb habe ich die Drillinge auch so gern geschrieben, weil es mir damals bei Hanni & Nanni genauso ging.  Als Einzelkind wollte ich unbedingt eine Schwester, die denkt und fühlt wie ich, die schon vorausahnt, was man denkt, bevor man überhaupt den Gedanken fasst. Wenn’s gleich zwei davon gibt, muss es noch mal besser, noch mal intensiver sein. Davon bin ich voll überzeugt.
Hand aufs Herz, was magst Du lieber heiße Schokolade oder Kaffee?
Das Beste aus beiden Welten: Milchschaum und Kaffee, am liebsten in Form eines Cappuccinos.
Machst Du Dir manchmal die Mühe Gläser von innen mit geschmolzener Schokolade zu bestreichen? Ich fürchte ich werde das nun übernehmen, nach jedem Schokolade-im-Wasserbad-Gelage (meist nach Schoko-Zimt-Crossies).
Ja, und auch genau immer dann, wenn bei Glasuren oder Schoko-Crossies was übrig bleibt, machen wir uns heiße Schokolade (übrigens, ungelogen, ich trinke gerade welche aus dem Glas!).
Womit würzt Du Deine Schokolade?
In den Pralinen, die ich für die Premierenlesung vorbereitet habe, habe ich Spekulatius-Gewürz verwendet. Ich mag aber auch Kardamom, Zimt und ganz gern die scharfen Sachen: roter Pfeffer und Chilis. Bei der Premiere gibt’s neben den Mandelnougat-Spekulatius-Pralinen - Frankas Lieblingssorte- welche mit kandiertem Ingwer und Chili-Ganasche - die Vicky am liebsten mag-  und welche mit Marzipan-Himbeer-Füllung, so süß wie Bella.
Franka, Bella und Vicky sind von Berlin-Prenzlauer Berg nach Deininghofen gezogen und stehen nun unter „Provinzschock“. Du bist in Saudi-Arabien aufgewachsen und lebst nun an einem See in Oberbayern, kennst Du das Gefühl oder wolltest Du schon immer nach Oberbayern bzw. aufs Land?
Bis ich mit 14 zurück nach Deutschland kam, bin ich elf Mal umgezogen und habe acht Mal die Schule gewechselt. Das war wirklich ein Nomadenleben. Immer wenn man sich gerade heimisch gefühlt hat, gerade Freunde gefunden hat, dann ging es mit der Familie wieder woandershin. Auf dem Land wohne ich seit fast 15 Jahren und die oft eigenwilligen Leute, die komischen Gebräuche  und die Umgebung sind wirklich, wirklich ein Zuhause geworden. Das Schöne ist, dass ich noch ganz viele Freunde habe, die mir von den vielen Stationen geblieben sind und die mich ab und an hier besuchen kommen.
Ich habe ja ein bißchen den Eindruck, daß Franka, die Nette, hier etwas im Mittelpunkt steht. Wird das so bleiben, oder wird der Fokus mit den einzelnen Folgen sich verschieben?
Ja, das stimmt, die Geschichte wird ganz konsequent aus der Sicht von Franka geschrieben. Meine Lektorin und ich haben lange darüber nachgedacht, wie wir das lösen. Aber drei Erzählstränge wären für die Leserinnen dann doch zu verwirrend geworden. Auch in Band 2 (ups, hoffentlich verrate ich nicht zu viel) geht es viel um Franka. Aber so ganz kann ich mich von der Idee, auch mal nur Vickys oder Bellas Perspektive einzunehmen, nicht verabschieden. Auch die schrille Oma Eleonore wäre eine wunderbare Hauptfigur. Wer weiß, vielleicht bei Band 3 …
Wir haben den dreifachen Trabbel schon jetzt ins Schokoherz geschlossen und wünschen Euch viel Erfolg! Danke für’s Interview liebe Anja!
Gewinnchance:
Für diejenigen, die jetzt so richtig neugierig sind, verlose ich unter allen Einsendungen ein Exemplar von Band 1. Was Ihr dafür tun müsst? Verratet mir einfach, wie Ihr Eure Schokolade am liebsten mögt! Einsendeschluß ist der 3.3.18 um Mitternacht. Lasst mir eine Kontaktmöglichkeit da, Euren Facebooknamen, LB-Namen, oder email-Adresse, damit ich Euch über den Gewinn informieren kann. Versendet wird der Gewinn, der natürlich nicht ausgezahlt werden kann, unversichert als Büchersendung innerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Viel Glück!

Die Trabbel-Drillinge, Heimweh-Blues & heiße Schokolade, Anja Janotta, cbj



Die Trabbel-Drillinge, Heimweh-Blues & heiße Schokolade, Anja Janotta, cbj 
Bella, Vicky und Franka von Trablinburg sind quasi von Geburt an it-Girls, denn die Wahrscheinlichkeit als eineiiger Drilling geboren zu werden beträgt 1 : 200 000 000. Klar, daß das die Persönlichkeit der Zwölfjährigen prägt, vor allem, wenn die eigene Mutter Babs eine PR-Expertin ist. Dennoch hat jede der drei innerhalb des Kleeblatts eine besondere Position. Bella ist die Schöne und Sportliche, Vicky die Schlaue und das Technikgenie und Franka die Nette mit dem braunen Schokodaumen. Schokolade ist einfach ihr Element, egal ob heiße Trostschokolade oder Edelpralinen, bei Franka wird es zum kulinarischen Gedicht. Sie haben ihre Vereine, ihr Lieblingscafé und ihre Freundinnen. Als sie sich mal in ihrem Lieblingscafé gegenüber einer  Journalistin verplappern und ein Interview abgeben, in welchem sie als verwöhnte, eingebildete Zimtzicken dargestellt werden, können sie in Prenzelberg keinen Fuß mehr vor die Tür setzen. Da flieht Mutter Babs mit ihnen aufs Land und plant die Eröffnung eines Bio-Hotels in ihrem Geburtshaus, dem Stammsitz der von Trablinburgs. Die Dorfbewohner beäugen die chicen Städterinnen mit ihren Ökoallüren misstrauisch. Die Anführer der Dorfjungs erklären den Stadtmädels den Krieg. Hier wird ihre Einheit auf eine harte Probe gestellt.
Wie bei Hanni & Nanni, sind die Drillinge, die ja durch ihr identisches Aussehen zwangsläufig auffallen und stets eine Sonderrolle einnehmen, ganz schön arrogant. Da hat selbst die nette Franka es nicht leicht zu überzeugen. Doch als Drillinge hat man natürlich auch einen besonderen Zusammenhalt und da ist es gar nicht so einfach, als Außenstehender wirklich in diese eingeschworene Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Klar ist das Leben auf dem Land völlig anders, als im hippen Berlin. Aber bedeutet anders wirklich automatisch, daß es schlechter ist? Sowohl die Dorfjugend, als aus die Stadtgirls sind nicht bereit die „Andersartigkeit“ des jeweils anderen zu akzeptieren. Toleranz: Fehlanzeige! Doch leider zeigt sich Mutter Babs als unnachgiebig und will trotz des Protests hoch drei, bleiben, in der tiefsten Pampa!
Warmherzig und mit Humor schildert Anja Janotta die Nöte der Mädels in der für sie fremden Welt. Voller Einfallsreichtum lässt sie die Schwestern planen und scheitern. Denn eins ist klar: nur mit Schokolade und Nettigkeit kommt man weiter, Krieg bringt nur Verlierer hervor.
Während den jungen Leserinnen, auch die Nachteile der sozialen Netzwerke, der Instagramm-Accounts und der Influenzer vor Augen geführt werden, zeigt es auch, daß das Leben auch noch ganz anderes zu bieten hat und das es nicht nur aus Wettbewerb besteht. Denn mit zwölf Jahren ist man eigentlich alt genug auch mal was Sinnvolles zu tun, sich in der Küche auszutoben, oder den Eltern das Netzwerk einzurichten ;) Doch nichts ist wichtiger als Zusammenhalt und eigentlich auch Rücksichtnahme. Da können alle nur gewinnen!
Hier gewinnen aber auch die jungen Leserinnen und zwar ein tolles Geschmackserlebnis, wenn sie die geheimen Schokoladenrezepte (heiße Schokolade und Schokoladentarte ohne Mehl) von Franka, die als Leckerbissen zum Ende des Buches abgedruckt werden, nachmachen. Schokogenuss pur! Da braucht man kein In-Café, sondern einfach nur die heimische Küche und mit den besten Freundinnen schmeckt es noch mal so lecker!
Anja Janotta weiß übrigens wovon sie schreibt: sie hat selbst Tochter und Sohn ungefähr in dem Alter und Schokolade? Die ist doch immer gut, da sind wir uns einig!
Ich bedanke mich mit 5 Schokosternen und hoffe auf weitere Abenteuer und Schokorezepte!
Und wer nun neugierig ist, beachte bitte das Gewinnspiel unter dem Interview, welches bis zum 3.3.18 läuft!

Sonntag, 25. Februar 2018

Jan Weiler liest „Nicks Sammelsurium“ – Ein neues Pubertier wächst heran, der Hörverlag



Jan Weiler liest „Nicks Sammelsurium“ – Ein neues Pubertier wächst heran, der Hörverlag
Nicht nur Jan Weilers Tochter, nein auch der neun- bzw. zehnjährige Sohn Nick hält die Familie in Atem. So enthält diese CD nach der Ansage des Autors und Sprechers folgende bemerkenswerte Episoden:
Drakonische Strafen (jaaaa, nicht nur Sohn Nick findet Hausarrest eine coole Idee, aber auch Karla hat ihre eigenen Gedanken zu den väterlichen Versuchen sie zum Löschen des Badezimmerlichts zu animieren), der Osterdeal (ja, wenn man in Bayern lebt, ohne katholisch zu sein, kann das die Eltern schon in Schwierigkeiten bringen), Generation Laser (muss man sich Sorgen machen, wenn Sohnemann von Kriegsspielzeug fasziniert ist?), Mein Papagei (weiß das Kind eigentlich wo es wohnt?), die Käferkrise (schon früh kann eine Beziehung durch unterschiedliche Einstellungen zu elementaren Fragen des Lebens scheitern, schon mit 9), Unter Druck (Forschertag bei Nick in der Grundschule), Schwulitäten (alles ändert sich, sogar das Normalsein ist anders als früher), Ich Grindviech (hihi, ich habe als Kind auch davon geträumt ein Körperteil in Gips zu tragen, stolz verziert mit Bildchen und Namen der Freunde), Abenteuer Leben (schon eine S-Bahnfahrt kann zum Abenteuer werden), Irgendwas halt (mit Papas Geld macht Einkaufen besonders viel Spaß, da kauft man irgendwas halt), Pläne für später (wenn man nur noch einen Tag zu leben hat, was macht man dann?) , Partyhopping (schon 10-Jährige können im Partystress sein und es genießen)
Jan Weilers Kolumnen über sein Leben, seine Gespräche mit seinem treuen Kühlschrank, die große Liebe und das sich ankündigende erste Kind im SZ-Magazin habe ich früher mit Hingabe gelesen, aber irgendwann hatte ich das SZ-Magazin nicht mehr greifbar und Jan Weiler entschwand aus meinem Leben. Nun ist er dank eines Hörbuchpaketgewinns bei der Lovelybooks-Aktion „Der Sound der Bücher“ trat Jan Weiler nun wieder in mein Leben und sogar das meiner Familie. Denn kaum hatte ich die CD in meinem Auto eingelegt (lustige CD’s höre ich gerne im Auto) mußte ich loslachen. Nick ist bei diesen Geschichten ungefähr im Alter meiner Töchter und ich konnte mir seine Erlebnisse und Ideen nur zu gut vorstellen! Nach wenigen Tracks dachte ich, daß ja der Rest meiner Familie auch seinen Spaß haben sollte und schon bald kicherten und lachten mein Mann und meine Töchter mit. Wenn wir ins Auto stiegen, rief die Kleine sofort: „Wir wollen die verrückte CD hören!“ und nach nur 3 Wiederholungen verlangte sie nach „Nicks Sammelsurium“, die Große nahm die CD einfach am Ende der Fahrt mit in ihre Zimmer (sie ist halt auf dem besten Weg selbst ein Pubertier zu werden).
Während die Kinder über Nicks und Karlas Gedanken kicherten, fühlten wir natürlich mit den Eltern Weiler mit, wobei mein Mann immer wieder betonte, wie eloquent doch die Ausdrucksweise der Geschichten ist. Gut, dieser Humor ist schon ein wenig intellektueller und Vorkenntnisse wie z.B. über den Skandal um Dominik Strauss Kahn sind nett, aber wie man an der Reaktion der Kinder merkt, nicht erforderlich.
Lustige Situationskomik mitten aus dem Familienleben gegriffen, nicht brachial oder ordinär, absolut familintauglich! Meine Pubertiere in spe und mein Göttergatte wollen unbedingt wissen, wie es mit Nick weitergeht. Zum Glück ist Jan Weiler inzwischen nicht mehr Chefredakteur  des Süddeutsche Magazins, sondern Vollzeitautor, so daß es auch schon weitere Geschichten vom inzwischen Vollblutpubertier Nick gibt. Jan Weiler liest seinen Alltagswahnsinn voller Humor und mit Stil.
Ein herrlicher Familienspaß den wir alle vier absolut empfehlen!

Auf den ersten Blick verzaubert, Sonja Kaiblinger, ungekürzt gelesen von Jodie Ahlborn



Auf den ersten Blick verzaubert, Sonja Kaiblinger, ungekürzt gelesen von Jodie Ahlborn
Dies ist der erste Band der neuen „Plötzlich verwandelt Triologie“ der Autorin von „Verliebt in Serie“.
Ophelia hat nicht nur einen eigenwilligen Namen, sie hat auch eine schönere und beliebtere Zwillingsschwester namens Lora, mit der sie bei ihren noch merkwürdigeren Tanten Rose, Melli und Helli (Drillingen) in deren argwöhnisch beäugten Herrenhaus in Edingburgh. Jede bewohnt eine eigene Etage und dazwischen wuselt das pupsende Hausschwein herum. Obwohl sie die weibliche Hauptrolle Julia in der Schulaufführung spielen soll, traut sie sich nicht ihrem männlichen Co-Star Adrian eine Einladung zu ihrer 16. Geburtstagsparty zu geben. Als sie sich endlich einen Ruck gibt und ihm die Einladung heimlich zustecken will, verwickelt sie sich in eine Abfolge unzähliger Peinlichkeiten und ihr wächst ein Bart! Offensichtlich hat sie die geheime Verwandlungsfähigkeit von Mehrlingen in ihrem Clan geerbt. Doch niemand hat sie in deren Geheimnisse eingeweiht, da alle glaubten Ophelia bliebe verschont. Um nicht statt auf der ersehnten Party in den Highlands bei ihrem gefürchteten Großonkel zu laden, muß sie schleunigst lernen, diese Verwandlungen zu beherrschen. Dies soll sie beweisen, indem sie es lernt, sich bis zu ihrem Geburtstag in den perfekten und daher langweiligen Cliff zu verwandeln.
Welcher Teenie hat nicht das Gefühl von einer Peinlichkeit in die nächste zu stolpern? Alle scheinen zu wissen was zu tun ist, was angesagt ist und was nicht, nur man selbst stolpert ahnungslos durchs Schulleben. Während das einige junge Mädels schon an den Rande der Verzweiflung zu treiben scheint (warum sonst sollten sie wohl stundenlang mit ihren besten Freundinnen telefonieren/chatten/chillen?) muß Ophelia noch ein verzwicktes Familiengeheimnis ergründen und ihre magischen Fähigkeiten kontrollieren lernen. Das ist so viel auf einmal, da hat sie gar keine Zeit verrückt zu werden! Dass Jungen sie nun plötzlich auch wahrzunehmen beginnen und das nicht nur als guten Kumpel, macht die Situation nicht gerade einfacher. Jawoll, Jungen im Plural, da kommt wirklich einiges auf Ophelia zu, die gar nicht darauf vorbereitet ist und bislang doch lieber unauffällig blieb. Das ist wirklich lustig, spannend und romantisch zugleich. Dadurch, daß Ophelia und ihre Spontanverwandlungen immer unter Beobachtung stehen, ohne, daß sich Ophelia dessen bewußt ist oder das wann und wie spürt, ist es auch ein wenig unheimlich. Ach ja, dieser merkwürdige Geier, der sie oft aus der Luft beobachtet, trägt natürlich auch zur etwas gruseligen Spannung bei.Ich bin nun total neugierig, wie es weitergeht und fürchte, daß ich wieder ein Jahr auf die Fortsetzung warten muß, so wie bei den übrigen Reihen der Autorin.
Die Geschichte ist wirklich sehr kurzweilig und frisch geschrieben, man leidet mit Ophelia direkt mit, das Herz klopft, egal, ob gerade auf der Flucht vor den Gehilfen ihres unbekannten Onkels, des aktuellen Fettnapfes in welchem sie sich befindet oder ihres Liebeswirrwarrs. Erzählt wird ausschließlich aus Ophlias Perspektive in Ich-Form, so daß sämtliche Eindrücke und Gedanken sich unmittelbar aus Ophelias Kopf in das Ohr der Hörerin strömen. Jodie Ahlborn liest Ophelias unglaubliche Abenteuer mit ihrer unverkennbaren Stimme jung und lebendig. Die ungekürzte Lesung lässt nichts aus, man kommt in den vollen Genuss jedes Wortes auf rund 8 Stunden Hörspaß auf 1 mp3—CD. Erwähnen möchte ich die hervorragende Aufnahmequalität mit absolut ausbalancierter Lautstärke und ohne hörbare Atmer der Sprecherin. Diese ist in einem platzsparenden Klapp-Papp-Taschencover, gestaltet von Daniela Kohl, der Illustratorin der erfolgreichen Comicromanreihe „Mein Lotta-Leben“ unverkennbar und doch optisch an das höhere Alter dieser Zielgruppe angepasst. Kommentar meiner Tochter: darf ich das auch mal hören? Jodie Ahlborn und Sonja Kaiblinger finde ich ja auch toll! Ja, aber ein bißchen älter werden darf sie dann wohl doch noch. Wobei Band 1 bislang keine ausgesprochene „Knutschi“-Geschichte ist, in den Sommerferien hat sie dann genug Zeit um 8 h am Stück zu lauschen, denn bei dem mp3-Format wird sie noch schlechter Hörpausen einlegen können. Der Wiedereinstieg wird durch Tracks alle rund 5 Minuten erleichtert, es fehlt allerdings eine Trackliste, man sollte sie gut den Track merken, an dem man pausierte. Dafür gibt es eine Kurzbiografie mit Bild von Sonja Kaiblinger und Jodie Ahlborn. Die Geschichte ist toll und super vertont, ich bin nur nicht der größte Fan von mp3-Formaten, wobei ich den Platzspareffekt dieser Verpackung toll finde und da unsere Digital-Daten immer mal wieder verschwinden, bin ich sehr froh über den Tonträger.
Wem „Verliebt in Serie“ gefällt, der ist bei dieser neuen Triologie bestens aufgehoben. Wieder eine gelungene Kombination aus Magie, Liebe und dem ganz normalen Wahnsinn eines jeden Teenagers!
Tolle Reihe für Mädels ab 12 Jahren!
Ich bedanke mich ganz herzlich beim Bloggerteam der Oetinger-Gruppe, daß uns dieser Wunsch erfüllt wurde!

Freitag, 23. Februar 2018

Lila Winkelbaum und das Geheimnis der Zeituhr, Julian Wolf, epubli



Lila Winkelbaum und das Geheimnis der Zeituhr, Julian Wolf, epubli
Lila heißt eigentlich Johanna Evelyn Miranda Liliane Winkelbaum und hatte so gehofft, daß sie ihren vollen Namen vor ihrer neuen Klasse verheimlichen könnte, in der alten Schule ist sie deswegen gehänselt worden. Doch ihre neue Klassenlehrerin ist gnadenlos und liest sie alle vor. Zum Glück lächelt sie das Mädchen neben sich an, und fragt sie freundlich, ob sie sie Johanna nennen darf, sie sei Jane. Lila strahlt und die zwei Mädchen haben sich gesucht und gefunden, Freundschaft auf den ersten Blick. Da ist die Vorstellung auch nicht mehr so schlimm, sofort das Stadtmuseum zu besuchen, um dort die Ausstellung zum Thema „Zeit“ zu besichtigen. Doch kaum ist die Klasse dort angekommen, müssen sie feststellen, daß die Hauptattraktion eine ägyptische Sonnenuhr, mit der man angeblich in die Zeit reisen kann, gestohlen wurde. Lila, die Detektivgeschichten liebt, schärft sofort Augen und Ohren und sammelt Spuren. Als dann auch noch ein wichtiges Artefakt aus dem Rathaus gestohlen wird, sind die zwei jungen Hobbydetektivinnen sofort entflammt. Dieses Geheimnis wollen sie unbedingt lösen. Dabei bekommen sie eigenwillige Hilfe von einem kleinen Wesen aus der 5. Dimension, ein kleiner Freund, der ihr zur Seite stehen soll, namens Hugo und den nur sie hören und sehen kann.
Lila lebt in einer recht ungewöhnlichen Familie. Ihre Mutter ist Anwältin und kommt oft erst spät aus dem Büro, ihr Vater Bibliothekar, liebt Bücher und testet gerne Kochbücher. Nicht alle seine Experimente am Herd gelingen auch. Das und auch die Geschwisterkappeleien sind wie ein Running-Gag. Durch Hugo, den kleinen treuen Freund aus der fünften Dimension erhält dieser Krimi eine magische Note. Während der ganzen Lektüre bleibt die Frage spannend, ob sie wohl noch eine Zeitreise unternehmen werden. So viel soll aber klargestellt werden: Dies ist ein Kinderkrimi, wenn auch mit magischen und witzigen Momenten. Er ist gut lesbar ab 9 Jahren, sprachlich und auch von der Komplexität her können Kinder dieses Alters dem „Fall“ gut folgen. Das Thema des Neustarts an einer neuen Schule, mit Kindern, die man nicht kennt, noch einmal ganz von vorne anfangen zu müssen, brennt Kindern dieses Alters auch auf der Seele, da für sie selbst der Schulwechsel bald oder unmittelbar bevorsteht. Da ist es sehr beruhigend zu lesen, daß Lila gleich an ihrem Tag eine so gute Freundin in Jane findet, daß man ihr zwar keine Pferde stehlen, aber Kriminalfälle lösen kann. Schön fand ich auch, daß der Fall nicht zu platt und offensichtlich war. Es darf also geknobelt und gerätselt werden. Etwas erstaunt war ich allerdings über die Freiheiten, die Lila und Jane bei ihren Eltern genossen.
Allerdings sollte man auch bedenken, daß dieses Buch nicht illustriert ist. Die Kinder sollten also wirklich Spaß am Lesen haben. Auflockernde oder ablenkende Illustrationen fehlen.
Ein schöner kurzer Kinderkrimi, den man schnell lesen kann, weil man schon dem Ausgang entgegenfiebert und man wissen will, ob die Kinder tatsächlich den Fall schneller lösen, als die Polizei. Wir empfehlen diesen ungewöhnlichen Kinderkrimi gerne weiter.

Donnerstag, 22. Februar 2018

Julie Jewels (1) Perlenschein & Wahrheitszauber, Marion Meister, KJB



Julie Jewels (1) Perlenschein & Wahrheitszauber, Marion Meister, KJB
Julie fiebert ihrem 16. Geburtstag entgegen. Sie träumt von ihrer Sweet Sixteen Party, die ein rauschender Erfolg werden soll und sie endlich aus dem Schatten in die Aufmerksamkeit ihrer Mitschüler und vor allem des coolen Noah, dem Gitarristen der Drunken Seagulls, der Schulband bringen soll. Sie spürt, daß er ihr Seelenverwandter ist, doch bisher scheint er sie noch nicht einmal wahrzunehmen. Zu zurückhaltend ist sie wohl, trotz ihres selbst gestalteten Schmucks, der ihr den Spitznamen Jewels eingebracht hat und ohne den sie nicht das Haus verlässt. Als der große Tag kommt, überrascht sie ihre Eltern in einem Gespräch in der Küche. Ihre unbekannte Großmutter mütterlicherseits Daria, hat für Sie ein Geburtstagsgeschenk geschickt, daß ihre Mutter ihr nicht geben will, egal wie sehr der Vater auch auf sie einredet. Aber Julie sucht es und findet eine Schatulle mit geheimnisvollen Zeichen und wunderbaren Schmucksteinen. Als sie ihrer besten Freundin Merle ihre neueste Kreation zeigen will, reagiert diese ganz merkwürdig. Langsam wird Julie klar, daß dies kein gewöhnliches Geschenk war, mit Hilfe des Schmucks aus Darias Schatulle kann sie ihre Mitmenschen magisch beeinflussen. Das ist so unglaublich, daß sie es sogar vor ihrem besten Freund Ben verheimlicht. Fortan stolpert Julie dank des unberechenbaren Schmucks von einem Chaos ins nächste. Auch ihre Sweet Sixteen Party läuft anders als geplant!
Welche junge Leserin kennt das Gefühl nicht, daß ihr Potenzial von ihrer Umwelt nicht ganz wahrgenommen wird?  Julie fühlt sich stets als Mauerblümchen, dabei ist sie doch sooo kreativ. Aber eben nicht so forsch wie ihre ehemals beste Freundin Chrissy in ihren kurzen Röcken und der schwingenden Haarpracht, die kein Problem damit hat Jungs, die ihre gefallen anzusprechen. Durch diese heimlichen Wünsche und Sehnsüchte, die Träume und Erwartungen an den 16. Geburtstag ist Julie Jewels die Aufmerksamkeit ihrer Leserin gewiß. Dazu kommt das Geheimnisvolle. Wer ist ihre Großmutter und warum darf Julie sie nicht kennenlernen? Was ist so schlimm an Daria?
Die Geschichte hat mich gleich gepackt, allerdings hatte ich die Befürchtung, sie wäre vorhersehbar und könne wohl nicht für 350 Seiten, geschweige denn für eine Triologie reichen. Aber die  Geschichte ging stets weiter, ohne Längen, dafür mit jeder Menge ungeahnter Katastrophen, auch wenn man mit Julie dachte, daß ja eigentlich nichts schief gehen könnte. Ja, eigentlich, was soll da schon groß passieren? Aber bei Julie, Merle und Ben passiert immer was. Dabei sind Merle und Ben oft sowas wie Julies Stimmen der Vernunft. Auch wenn Merle wohl nicht minder romantisch ist und ebenso fasziniert von der Magie und ihren ungeahnten Möglichkeiten, so wird sie doch von einem ausgesprochenen Harmoniebedürfnis geprägt. Ben hingegen, ist etwas fassungslos, wozu verliebte Mädchen denn alles in der Lage sind. Dennoch gibt er seine Sandkastenfreundin nicht auf, sondern hält zu ihr. Mit Ben und Noah enthält die Geschichte zwei sympathische Protagonisten, während Merle eine super beste Freundin ist und Chrissy und Leonie, die Freundinnen, die dann doch eher Feindinnen sind, sobald sie ihr wahres Gesicht zeigen. So wird die Geschichte gefühlvoll und auch gleichzeitig spannend, denn Chrissy macht Julie das Leben nicht leicht, als ob die Schmuckmagie nicht schon für genug Komplikationen sorgen würde.
Der Stil ist angenehm und frisch, so wie das Klima bei Julie am Meer, leicht und unbeschwert, könnte doch Julies Leben nur ebenso sein. Denkt sie, nicht die Leserin, denn sonst wäre die Geschichte zu schnell zu Ende und wer will das schon?
Das Buch ist sehr liebevoll wie Julies Schmuckschatulle gestaltet und der Verschluß kann beim Lesen als Lesezeichen dienen. Da ich es so wunderschön finde, hatte ich beim Lesen aber ständig Angst, ich könnte es irgendwie häßlich zerknicken, während ich es zwischen die Seiten einklemme. Die Schatullenlasche erwies sich jedoch als erfreulich stabil. Das Rankendesign wird stets zu Kapitelanfang- und ende wieder aufgegriffen, ein echter Augenschmaus!
Die Geschichte endet sehr harmonisch, doch man ahnt, daß wo Magie im Spiel ist, es so harmonisch wohl kaum weitergehen kann. Sehr sympathische Hauptpersonen, die den Glauben an Magie wach halten und von denen wir noch einige romantische und katastrophale Krisen erwarten können.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Marion Meister für dieses Vorabexemplar.
Für diejenigen die eher lesefaul sind, wird es demnächst noch das Hörbuch mit der wunderbaren Nana Spier bei Der Audio Verlag.

Montag, 19. Februar 2018

Interview mit Marion Meister



Interview mit Marion Meister
Liebe Marion, vielen lieben Dank, dass Du noch mal neugierige Fragen zum Erscheinen Deiner neuen Jugendtrilogie um Julie Jewels beantwortest.
1.     Julie liebt Schmuck und stellt ihn selbst her. Hast Du ein Lieblingsschmuckstück, oder hast Du schon mal selbst welchen hergestellt?
Als Jugendliche habe ich tatsächlich selbst Schmuck hergestellt – allerdings mit wenig Talent. Und schon gar keinem magischen Talent. Aber ich hatte immer bestimmte Schmuckstücke, die mir Glück bringen sollten. Ob das funktioniert hat? Na – bei Schulnoten weniger … Aber auch jetzt noch trage ich, wenn ich auf Reisen gehe, Ohrringe mit dem Bild eines Kompasses. Und eines meiner Lieblingsstücke ist eine Kette, die die Farben eines Strandspaziergangs hat – Meeresblau mit Schaumkronenweiß und Muschel-Sand-Ocker.
2.     Julie trinkt am liebsten heiße Schokolade, was trinkst Du am liebsten?
Ohne Kaffee geht bei mir gar nichts. Aber am allerliebsten trinke ich Kaffee mit Schokolade. In meinem Heimatort gibt es ein Café (lustigerweise hat es auch so eine Art Wintergarten-Anbau. Was für ein Zufall …). Dort machen sie richtig gute Schokolade (wieder ein immenser Zufall) auch mit Kaffee – zum Dahinschmelzen!
3.     Julie fleht ihre Mutter fast schon an, sie in das Geheimnis der Schmuckmagie einzuweihen, vergeblich. Würdest Du Deinen Kindern so ein Familiengeheimnis verheimlichen? Ich grübele ja nun schon eine ganze Weile, warum sich die Mutter vehement weigert…
Ich glaube, Mütter haben immer gute Gründe, wenn sie ihren Kindern etwas verschweigen. Meist denken sie, sie könnten ihre Lieben dadurch schützen – aber leider geht das oft nach hinten los … Zum Glück hüte ich kein so dramatisches Geheimnis und habe deshalb meinen Jungs immer reinen Wein einschenken können.
4.     Glaubst Du an Magie?
Ich hoffe auf Magie. Als Kind habe ich es oft versucht – doch kein Zwinkern, Schnippen oder Beschwörung hat je funktioniert. (Also bin ich wohl ein Muggel.) Das bedeutet aber nicht, dass es sie nicht gibt … Und solange ich sie nicht finde, zaubere ich sie mir in den Geschichten herbei.
5.      Julies Verhältnis zu ihrem besten Freund ist nicht ganz unkompliziert. Offensichtlich kennst Du den Film „Harry & Sally“, wer hat Recht, Julie oder Noah, können Deiner Meinung nach Jungs und Mädels einfach nur Freunde sein?
*lach* Ich erinnere mich an einen Kinoabend – Ich hatte mir mit zwei meiner besten Studienkumpels „Harry & Sally“ angesehen und habe danach, auf dem gemeinsamen Heimweg, mit einer feurigen und leidenschaftlichen Rede die Meinung vertreten, dass Mädels und Jungs natürlich nur Freunde sein können! Die beiden haben daraufhin geschwiegen … Wie immer sehen wohl Mädchen die Dinge anders als die Jungs …
6.     Julies Geschichte ist als Trilogie angelegt, hast Du auch schon den 3. Teil geschrieben?
Teil 3 ist schon komplett in meinem Kopf – dh es steht für jedes Kapitel fest, was passiert. Und ich bin bereits dabei, ihn zu schreiben. Also – für alle Triologie-Fans: Teil 3 ist fertig noch bevor Teil 2 auf dem Markt ist. Der Halbjahresrhythmus sollte also eingehalten werden – es sei denn, jemand durchkreuzt meine Pläne mit dunkler Magie … 

7.     Ich finde es ja sehr schön, daß Julie hier zu Lande spielt, war es Dein Wunsch, oder der des Verlages?
Nein, dies war mein Wunsch – als die Geschichte Gestalt annahm, waren da unbedingt Dünen und Meer und dieses schönen Licht … Ich konnte mir Julie nicht in einer Großstadt vorstellen. Ich glaube, jeder erkennt in Julies Heimatort etwas aus seinen eigenen Meer-Orten wieder und kann sich dorthin träumen.
8.     Ich liebe Hörbücher und habe mich total gefreut, als ich sah, dass Julie sogar vertont wird. Hast Du das Hörbuch schon gehört? Wie ist es für Dich, Dein „Kind“ Julie von einer „Fremden“ gesprochen zu hören?
Leider habe ich Julie noch nicht gehört (Stand Ende Januar). Aber ich bin schon ganz hibbelig und neugierig wie Julie klingt.
9.     Du wechselst scheinbar mühelos zwischen allen Genres und Altersklassen von Cosy-Krimi über Weltraumabenteuer bis hin zur romantisch-magischen Jugendtriologie, hast Du ein Lieblingsgenre?
Mein Herz schlägt definitiv für Abenteuergeschichten, die irgendwie noch einen Kick Magie haben. Ich selbst lese am liebsten Bücher ab 12 oder 14 Jahren, die einen Fantasytouch haben. In meinen eigenen Geschichten steckt, glaube ich, immer der Abenteuer-Aspekt drin. Das ist einfach ein Teil von mir. Den haben meine Jungs inzwischen  übernommen und fragen nach jeden Ferien: wann gehen wir wieder auf Abenteuer?
10.  Du begleitest Derek auch auf Lesereise. Wer ist aufgeregter, Du oder Derek?
*lach* Ich fürchte, dass letztendlich ich aufgeregter bin als Derek. Zumindest, was die Reise an sich angeht. Wenn er dann Lesung hat, ist er derjenige, der nervös rumhibbelt. Egal, wie oft man schon gelesen hat, Lampenfieber ist immer da.
Vielen lieben Dank für Deine Geduld und viel Erfolg für Julie Jewels „Perlenschein & Wahrheitszauber“.
Danke! Ich bin wirklich gespannt, wie es den Lesern gefallen wird. 

Sonntag, 18. Februar 2018

Der Ducasse, Alain Ducasse Linda Dannenberg, Die besten Rezepte vom Meisterkoch der französischen Küche, Bassermann



Der Ducasse, Alain Ducasse Linda Dannenberg, Die besten Rezepte vom Meisterkoch der französischen Küche, Bassermann
Das Meisterwerk – vom 3-x-3 Sterne-Koch der Gegenwart

Das verspricht der Klappentext: Alain Ducasse, der renommierte, dreimal mit drei Sternen ausgezeichnete französische Koch, präsentiert in diesem großformatigen Kochbildband fantastische Rezepte der französischen Küche. Frische und Eigengeschmack der Zutaten stehen im Mittelpunkt seiner Kochkunst. Die Kombination bodenständiger provenzalischer und eleganter Pariser Küche garantiert exzellente Ergebnisse am eigenen Herd und unvergleichliche Geschmackserlebnisse.
Das habe ich beim Testen festgestellt:
Das Buch ist sehr hochwertig und geschmackvoll aufgemacht. Wunderbar atmosphärische Bilder auch von der französischen Landschaft, es verströmt französisches Flair und einige sehr interessante Rezepte.
In der Einleitung gibt es eine Einführung in Alain Ducasse Küchenphilosophie, so kocht er Kartoffeln zum Beispiel nicht, sondern backt sie stets im Ofen. Interessant, aber es bedarf hierbei auch einer gewissen Erfahrung. So entsprachen meine Kartoffeln nicht der von ihm angegebenen Größe und ich mußte schätzen, wie ich Temperatur und Backdauer der Größe anpassen sollte. Da es kein Foto einer Musterbackofenkartoffel gibt, habe ich den leisen Verdacht, daß ich sie stets zu lange buk….
Nach der Einleitung folgen
Amuses-Bouches, Appetithappen und Vorspeisen
Le Potager, Gemüsegerichte
Hier habe ich erst einmal die Gnocchi versucht. Als ich aber merkte, daß ich eines feinen Küchensiebes bedurfte, wurden es doch nur Backofenkartoffeln. Im zweiten Versuch, wurde die Außenhaut der Kartoffeln wieder so kross, daß ich beschloss, die gebackenen Kartoffeln, nicht durch die flotte Lotte zu drehen, da wohl das Meiste in dem Sieb hängen geblieben wäre. Also vom Rezept abgewichen und einen Kartoffelstampfer geschnappt! Die Zubereitung klang nach einem sinnlichen Erlebnis, aber ich hatte wenig Lust auf klebrige Finger. Als Kompromiss stampfte ich im Topf, statt das Nudelprogramm des Brotbackbackautomaten zu nehmen. Die Konsistenz ist etwas gewöhnungsbedürftig, wegen der knackigen Aussenhaut.
Wenn man dann seine Meisterwerke fertig hat, endet das Rezept wie folgt: “Die fertigen Gnocchi auf ein mit einem Geschirrtuch ausgelegtes Backblech setzen.“ Ja und nun? Trockne ich sie im Ofen? Schmeiße ich sie nach und nach in kochendes Salzwasser? Ein weiterer Bearbeitungshinweis, z.B. durch Verweisung auf ein weiteres Rezept wäre nun wirklich hilfreich gewesen. Übrigens habe ich drei Backbleche für all meine Gnocchis benötigt und alleine eine Stunde um diese kleinen Knilche zu formen, von der Teigzubereitung ganz zu schweigen. Dabei sind die Gnocchis eigentlich nur als Einlage für die getrüffelte Kartoffelsuppe mit Lauch, Entenleber-Confit und Gnocchi gedacht. Da ich 3 Stunden für die fertigen Gnocchi gebraucht habe, hatte ich dann keine Zeit mehr für eine getrüffelte Kartoffelsuppe, aber mit Kräuterbutter haben sie auch prima geschmeckt, sogar den Kindern!
La Mer, Meeresfrüchte und Fisch
La Ferme, Geflügel und Fleisch
Les Gourmandises, Desserts
Ich dachte, die Milchkaramellcreme wäre ganz idiotensicher, hat ja nur drei Zutaten. Pustekuchen, bei der dritten Zutat habe ich geraten, was es sein soll und einfach Dr. Oetkers Backnatron genommen. Daran ist die Zubereitung jedoch nicht gescheitert. Ich habe mich meines Erachtens ganz genau ans Rezept gehalten, es stand nicht im Rezept auf welcher Stufe die Mischung köcheln soll. Dort standen 45-60 Minuten, ich bekam nach 3,5h die Krise und durch meine Ungeduld eine völlig versaute Küche, weil dann die Milch-Zucker-Masse überkochte und durch die ganze Küche lief. Also entweder man engagiert einen Saucenkoch, oder man macht es im Thermomix, bei einer ausgeklügelten Temperatur. Aber so lange im Topf zu rühren bis die Masse zu rund 2/3 reduziert ist, ist wirklich ermüdend.
Die Schokoladentarte, für die es leider kein Foto gibt, ist aber wirklich gut gelungen. Meine Jüngste wünscht sie sich als Geburtstagstorte, aber bitte mit Vollmilchschokolade, statt zartbitter. Als ich las, daß ich Milch aufkochen sollte, bekam ich leichte Panik! Aber das Rezept ist wirklich gut erklärt und wirklich praktikabel (hier einen herzlichen Dank wieder an meine Nachbarin, in deren Vorratskammer sich noch abgelaufene dicke Bohnen befanden, die perfekt zum Blindbacken des Mürbeteigs waren).
Mangels Fotos, war ich nicht so sicher, ob meine gewählte Form auch wirklich eine Tarteform ist. Das Thermomix-Kochbuch half mir weiter (nein, ich koche nicht mit Thermomix).
Erstaunlicherweise dachte ich bei einigen Rezepten oft, daß da ein Thermomix praktisch wäre (ja ja, als Sternekoch, hat man ja seine Unterköche, die man durch die Küche scheuchen kann, ich aber nicht!).
Grundrezepte
Die fand ich super! Es gibt ganz verschieden Grundrezepte, von der Brühe bis zum Mürbeteig, alles was man mal immer mal wieder benötigt.
Anhang (Anmerkungen, Zutaten, Ducasse Vorratskammer, Küchentechniken, Restaurantadressen
Auch die Anmerkungen, die Zutaten, der „Blick“ in die Vorratskammer des Meisterkochs, sowie die Küchentechniken fand ich sehr hilfreich. Mit wenigstens ein paar Fotos wäre dieser Teil aber noch ansprechender geworden.
Danksagungen
Register
Interessante Rezepte, sehr ansprechend, aber nichts für Ungeduldige. Ich werde mich einfach Ostern nach diesem Buch bekochen lassen. Da bei uns nun wegen eines Wasserschadens die Küche rausgerissen wird, gibt es schon viele Essenseinladungen für uns arme Wichte. Dieses Buch bietet echte Handarbeitsküche mit hochwertigen Zutaten und somit hochwertige Nahrung zum Genießen. Toll für Verliebte mit großer Küche, nichts für den Alltag in einer Winzküche, wo für Helfer kein Platz ist. Aufgrund des hohen Aufwandes habe ich mich jeweils auf Rezeptbestandteile beschränkt, also Beilagen oder den Nachtisch. Ein Menü hätte mich wohl den ganzen Tag gekostet.
Fazit: Dieses Buch wird bei meinem kleinen Bruder einziehen. Der hat keine Kinder und mehr Geduld in der Küche, außerdem ist er von uns der Gourmet, der sich auch an die raffinierteren Rezepte herantraut. Kein Buch für Küchentrottel, sondern für Menschen, die das Kochen zelebrieren, darauf Zeit verwenden, bereits Erfahrung haben,  das Besondere lieben und schon wissen, wo man erlesene Zutaten herbekommt.
Meine Schwägerin und ich, bedanken uns ganz herzlich, daß wir uns nun dank dieses Rezensionsexemplares meisterlich bekochen lassen können, von einem, der es kann!

Samstag, 17. Februar 2018

Das große Mix-it Kochbuch, Daniela Gronau-Ratzeck, Tobias Gronau, Südwest Verlag



Das große Mix-it Kochbuch, Daniela Gronau-Ratzeck, Tobias Gronau, Südwest Verlag
Das verspricht der Klappentext: Jede Menge frische Ideen, praktisches Food-Wissen und durchdachte Anleitungen für den Thermomix TM31 und den TM5: Mit über 100 Rezepten von leckeren Häppchen, Salaten und Suppen über Fleisch-, Fisch- und vegetarische Gerichte bis hin zu Aufstrichen, Kuchen und Süßem zur Nachspeise werden mit diesem Allround-Kochbuch alle Wünsche der Thermomix-Fans erfüllt. Zahlreiche Rezept- und Kombinationsvarianten laden zum Immer-wieder-Nachkochen ein. Dazu gibt’s nützliche Tipps und Step-by-Step-Fotos zum schnellen, unkomplizierten und abwechslungsreichen Kochen mit der trendigen Küchenmaschine. Einfach lecker thermomixen!
Zuvor bereits Erschienen unter dem Titel „Das große Kochbuch für den Thermomix®".
Ich bin ja kein Thermomix-Fan und war bisher sehr kritisch, aber wir haben den Test gemacht, dieses Kochbuch im Vergleich zu einem eines Spitzenkochs.
Tja, für Kinder fand sich in dem Thermomix-Buch deutlich mehr Auswahl! Es gibt wirklich viele Rezepte aus allerlei Bereichen, auch für Nachtische und die Zutaten sind fast alle ganz einfach zu besorgen (bis auf den ungesalzenen Frischkäse, der bei uns zu wilden Diskussionen geführt hat, ich hätte ja Quark genommen, Mrs. Thermomix nahm Frischkäse mit Salz). Für Frauen war das größte Problem wohl die Qual der Wahl. Womit wollen wir anfangen, damit alle Kinder mitessen? Wir entschieden uns für den Pizzaring, Haferkekse und Mandarin-Schichtkäse-Torte im Glas.

Sehr gut, als produktkritische Nachbarin fand ich, daß es zu jedem Rezept ein Foto gibt, denn das Auge isst ja mit. Diese sind auch stets wirklich ansprechend gestaltet und man weiß daher auch schon, was einen erwartet. Prima fand ich auch, daß ich die Rezepte eigentlich auch mit meinen diversen Küchengeräten in meiner Küche nachmachen kann, denn besonders das Mandarin-Käse-Dessert kam gut an (wahrscheinlich in den nächsten Wochen ohne Küche, denn den Kühlschrank und den Mixer haben wir dann ja immer noch). Die Rezepte sind einfach, gut verständlich und wirklich alltagstauglich. Meine erfahrene Nachbarin meint, daß die Original Bücher noch idiotensicherer seien, aber ich fand es wirklich Schritt für Schritt gut erklärt (aufgrund des männlichen Missverständnisses der Einkaufsliste haben wir alle zusammen gekocht) und gerade im Vergleich zu meinem Gourmet-Kochbuch, daß mich immer wieder zum Grübeln brachte, war es wirklich sehr aufschlußreich. So wollte ich eine frz. Schokotarte backen. Der Gourmet-Koch hatte hierzu kein Foto abgebildet, forderte mich aber auch, eine Tarteform zu nehmen, Erklärung gab es nicht. Dieses Buch hier, bildet die Heidelbeer-Käse-Tarte in einer hübschen weißen Keramik-Tarteform ab und da weiß gleich jeder was gemeint ist! Solche kleinen Kniffe liebe ich, da fühle ich mich nicht blöd, weil ich unsicher bin, welche Form ich nehmen muß, und weiß auf einen Blick, was man von mir möchte.
Dieses Buch ist wirklich ein Allround-Buch für die Durchschnittsfamilie, es ist jetzt nicht unbedingt an Familien mit besonderen Ernährungsansprüchen gerichtet. Vegane oder glutenfreie Rezepte findet man nicht im Überfluss, aber diese Erwartung kann man ja nach dem Klappentext nun wirklich nicht haben.
Meine Kinder sind auch leider nach diesem Testkochen nicht zu besseren Essern geworden, aber mein Mann spielte schon mit dem Gedanken so eine Wundermaschine für unsere küchenlose Zeit (Wasserschaden) anzuschaffen. Wirklich gut verständlich und sehr familientaugliche Rezepte. Einige raffinierter als andere, damit es auch unterschiedlichen Ansprüchen gerecht wird.
Ein wirklich gelungenes Alltags- und Partykochbuch für leckere Rezepte zu jeder Gelegenheit. Gelingt wirklich und viele Rezepte funktionieren sogar ohne Thermomix. Ein Kochbuch, das bleiben darf, wenn auch nebenan, aus dem wir sicher noch während unseres Küchenasyls gefüttert werden.
Wir bedanken uns  ganz herzlich beim Südwest Verlag für diese Bereicherung unseres kulinarischen Horizonts.

Donnerstag, 15. Februar 2018

Luzifer Junior Teil 3: Einmal Hölle und zurück, Jochen Till, gelesen von Christoph Maria Herbst, DAV



Luzifer Junior Teil 3: Einmal Hölle und zurück, Jochen Till, gelesen von Christoph Maria Herbst, DAV
Meine Töchter lieben Luzifer Junior, den „missratenen“ viel zu netten Sohn des Höllenfürsten Luzifer. Dieser wurde in Band 1 auf die Erde in ein Internat geschickt, um dort von den Menschen zu lernen, wie man richtig fies wird. Stattdessen fand Luzie, getarnt als ungarischer Adelsspross, echte, wenn auch recht eigenwillige Freunde. Nachdem in Band 2 sämtliche wahre Identitäten aufflogen, sind nun seine Freunde Lilly, der ängstliche Gustav, der furchtlose Aaron und Krankenschwester Miriam mit auf den Weg in die Hölle, denn Luzifer senior wurde abgesetzt und ist seither verschwunden. Luzies Onkel soll die Macht an sich gerissen haben und die Hölle in einen furchtbar langweiligen und fantasielosen Ort umgewandelt haben. Doch in die Hölle zu gelangen, ist gerade für die zwei Menschen Gustav und Aaron ganz schön schwierig, denn Lebende finden in die Hölle eigentlich keinen Einlass, es sei denn sie schaffen es die äußerst kniffeligen Dämonenrätsel zu knacken. Damit fangen die Gefahren allerdings erst an!
Wir haben uns im Auto weggeworfen vor Lachen! Über die Dämonenrätsel konnten sich meine Töchter noch Tage später vor Lachen wegschmeißen!  Richtig toll fanden wir es, die wichtigsten Charaktere der vorherigen Bände wieder zu treffen (na gut, die Bewohner der Oberwelt werden hier meist vernachlässigt). Technik-Nerd Steven zum Beispiel, zeigt wieder, warum er freiwillig in der Hölle ist, hier kann er wirklich noch etwas bewirken und schalten und walten wie er will. Dabei sind einige Gags wirklich an modernes technisches Know-How angelehnt, bei dem ich erstaunt war, daß meine Töchter sie verstehen. Die Geschichte ist also auch durchaus vätergeeignet! Die Story von der Suche nach dem verschwundenen Oberteufel ist aber auch wirklich rasant und richtig originell. Ein Feuerwerk an überraschenden Einfällen und teuflischen Späßen garantieren, daß auch die Eltern bis zum Ende gebannt mithören.
Das Buch ist sicher toll, aber Christoph Maria Herbst liest göttlich! Anders als bei vielen anderen Sprechern, merkt man gar nicht, daß es eine one-man-show ist. Er klingt wie diverse bekannte Stimmen, die man bereits kennt und so tauchen immer wieder unterschiedliche Bilder vor dem geistigen Auge auf. Normalerweise klingen zumindest einige Stimmen der Sprecher einfach nur verstellt, man merkt, daß es sich nicht um die normale Tonlage handelt, das ist hier anders (nein, ich bin kein Stromberg-Fan, habe die Serie nie gesehen). Einige Kommentare gibt er so trocken ab, da kann man nicht anders als lachen, aber Vorsicht, nicht zu lange, sonst hört man ja nicht, wie es weiter geht!
Natürlich hat uns ganz besonders gut gefallen, daß es am Ende von CD 2 einen Ausblick auf die Fortsetzung gibt. Kein fieser Cliffhanger, dieser Band ist in sich abgeschlossen, aber man endet mit der Gewissheit, daß es weitergehen wird, mit Luzie und seinen irrsinnigen Abenteuern. Auch wenn die Geschichten inhaltlich abgeschlossen sind, lohnt es sich, sie der Reihe nach zu hören, weil sie inhaltlich aufeinander aufbauen und ansonsten einige Pointen schon vorweg genommen sind.
Empfohlen wird dieses Hörbuch ab 10 Jahren. Dennoch liebt sogar meine 8-jährige Tochter sie, trotz ihrer häufigen Empfindlichkeit bei Hörbüchern. Die Altersempfehlung dürfte sich auch auf die Kampfszenen beziehen. Diese sind allerdings unblutig, da Dämonen keinen Schmerz empfinden und natürlich nicht sterben können. Kinder sind auf Anweisung des CEO (Gott) nicht anzurühren und wieder nach oben auf die Erde zu schicken. Eine schöne Idee, hierdurch die selbst scheinbar ausweglosesten Szenen gleichzeitig spannend, aber nie furchteinflößend oder roh.
Die 2 Tonträger sind passend im Stil der Buchillustration gestaltet und garantieren 2 h 42 min. Hörspaß. Es handelt sich um eine autorisierte Lesefassung, die aber keine Kürzungen des Textes erkennen lässt.  Volle 5 von 5 Sternen.
Wir bedanken und ganz herzlich beim DAV, der meinen Töchtern einen Herzenswunsch zum Erscheinen erfüllt hat.

Mittwoch, 14. Februar 2018

Mein Herz in zwei Welten, Jojo Moyes, gelesen von Luise Helm, Argon Hörbuch



Mein Herz in zwei Welten, Jojo Moyes, gelesen von Luise Helm, Argon Hörbuch
Kaum ist Louisa Clark (Lou) mit dem sympathischen Rettungssanitäter zusammen und verarbeitet den Tod von Will, als sie einen Job in New York angeboten bekommt. Nate, der Physiotherapeut von Will hat ihr die Stelle als Gesellschafterin der melancholischen Millionärsgattin Agnes im Big Apple vermittelt. Sam meint, sie solle diese Chance nutzen, ihre Liebe hielte dies aus und sie solle herausfinden, wer sie wirklich ist. In New York ist alles anders und fremd und die Zeitverschiebung erschwert die Kommunikation zwischen den Liebenden. Als Lou ihre Chefin Agnes, als deren Freundin, zu einem Benefizball begleitet, setzt ihr Herz für einen Schlag aus. Einer der erfolgsgewöhnten Männer könnte ein Doppelgänger von Will sein. Auch er fühlt sich scheinbar zu der jungen, unkonventionellen Britin hingezogen. Doch Lou ist eine treue Seele, auch wenn das erste Wiedersehen mit Sam unter einem hohen Erwartungsdruck steht, dem es eigentlich gar nicht gerecht werden kann. Aber auch die Welt der Reichen und ganz schön Reichen hat es in sich. Selbst die Nachbarschaft und die übrigen Bediensteten stehen Lou erst einmal skeptisch gegenüber. Kann sie sich dort jemals wohlfühlen, oder muß sie diese 12 Monate einfach nur durchstehen?
Die Geschichte von Lou als Gesellschafterin einer Upper Class Dame erinnert mit etwas an eine Mischung aus den Nanny Diaries und der Park Avenue Princess. Aber auch wenn Agnes viel von Lou fordert, ist sie dennoch so traurig, daß man ihr, wie auch Lou, nicht wirklich böse sein kann. Auch sie auf die gesellschaftlichen Anlässe voller missbilligender Matronen, der durchtrainierten Sorte, sind wirklich kurzweilig. Traurig ist die problematische Kommunikation mit Sam und auch Nate steht Lou vorerst nicht bei der Eingewöhnung zur Seite. Dennoch beißt Lou die Zähne zusammen, sie kämpft sich durch und nimmt sich Wills Lebensweisheiten zu Herzen. Immer wieder sagt sie sie, wie ein Mantra auf.
Dieser Band aus der Reihe um Lou Clark ist zwar kurzweilig und unterhaltsam, doch nicht so stark emotional wie die Vorgänger. Auch wenn ich Will ziemlich arrogant und egozentrisch fand, so hat mich doch Lous Unglück zu Tränen gerührt. Auch Lillis Zerrissenheit und Sams bodenlose Trauer haben mich gepackt. Hier fand ich die Ereignisse zu vorhersehbar. Viele sympathische Charaktere, aber keiner, der mich richtig gefesselt hat. Doch durch die Ereignisse, die Lou vor harte Tatsachen stellt, kann sie zeigen, was in ihr steckt. Es sind wirklich einige Pointen angelegt, aber ich sah sie bereits kommen.
Luise Helm, die deutsche Stimme von Scarlett Johansson und Sienna Miller liest den neuen Bestseller von Jojo Moyes abwechslungsreich und frisch. Ihre Stimme ist jung und frisch. Mir fehlte es aber etwas an Höhen und Tiefen. Die Akustik ist sehr klar und ausbalanciert, ich hatte nie Verständnisprobleme, oder mußte den Lautstärkeregler traktieren.
Die Klapphülle ist liebevoll gestaltet, selbst die Tonträger. Es werden kurz die zwei Romane zuvor angerissen und abgebildet.
Ich habe Lou wirklich gerne auf ihrer Reise zu sich selbst begleitet. Sie war angenehm zu hören, schön, aber nicht wirklich bewegend. Etwas besser als Mittelmaß würde ich sagen, daher 3,5 Sterne von 5. Dennoch bin ich sehr froh, daß ich nun weiß, wie Lous Geschichte wohl endet, wie sie ihren Weg geht. Gelangweilt habe ich mich in den ca. 10 Stunden Hörzeit nie und auch nicht geärgert (von Will fühlte ich mich ja bisweilen provoziert). Als Einschlafhörbuch war es für mich optimal. Vielleicht hatte Lou es auch einfach nur so schwer bei mir, weil ich parallel dazu mein derzeitiges Lieblingsbuch las.
Ich bedanke mich ganz herzlich beim Argon Verlag, daß ich nun auch das Ende von Lou’s Saga mitbekam.

Dienstag, 13. Februar 2018

Mein Lotta-Leben (13), Wenn die Frösche zweimal quaken, Alice Pantermüller, Daniela Kohl, Jumbo



Mein Lotta-Leben (13), Wenn die Frösche zweimal quaken, Alice Pantermüller, Daniela Kohl, Jumbo
Diesmal steht an Lottas Schule der Vorlesewettbewerb an. Lotta bekommt schon Bammel, wenn sie nur daran denkt! Logo üben die „wilden Kaninchen“ ganz eifrig. Lottas beste Freundin Cheyenne, die ja eigentlich nicht die große Leseratte ist, ist erstaunlich gelassen. Na klar, erklärt sie locker, sie hat ja jede Menge Glücksbringer, sogar einen getrockneten Frosch, da kann ja gar nichts schief gehen. Um Lotta vor dem großen Tag auf andere Gedanken zu bringen, mogelt Cheyenne sie in einen Horror-Film frei ab 16 Jahren herein.  Hier schlottern Lotta aber nun endgültig die Knie vor Angst, wenn sie nur an dieses Geheimnis der 13 schwarzen Katzen denkt. Fortan sind Lotta und Cheyenne total auf Glücksbringer, böse Omen und ähnliches fixiert. Das wird nicht besser, als Oma auch noch eine schwarze Katze aus dem Tierheim holt und sich dort so ein Lederjackentyp, wie der Filmbösewicht, herumtreibt. Ob Cheyennes getrockneter Frosch da noch helfen kann?
Diesmal wird es nicht nur lustig, sondern auch spannend!
„Mein Lotta-Leben“ ist ja eher ein Comic-Roman im Kritzel-Tagebuch-Stil. Das als Hörbuch umzusetzen, ohne die Kritzeleien von Daniela Kohl, die sich hier auf das Cover, das Booklet und den Tonträger beschränkt, ist schon eine Herausforderung für einen Hörbuchverlag. Das wird hier gemeistert, in dem die vielen witzigen Illustrationen durch viele quirlige Stimmen ersetzt werden. Während die 11-jährige Lotta von der jungen Katinka Kultscher, die sie mal fröhlich, mal verzagt, ungläubig oder vor Angst schlotternd spricht. Auf jeden Fall klingt sie ebenso jung und frisch, wie ihre Freundin Cheyenne, deren geistiger Horizont, nicht nur auf Theorie beschränkt ist! Mit den vielen verschiedenen Sprechern und den untermalenden Geräuschen, ist auch dieser Band wieder ein HörErlebnis, ohne ein Hörspiel zu sein. Die Buchvorlage bleibt erhalten und wird nicht so radikal gekürzt wie bei einem Hörspiel.
Diesmal geht es nicht nur um den Vorlesewettbewerb und Cheyennes eigenwillige Interpretation der Teilnahmebedingungen, sondern auch um Glücksbringer und Aberglaube. Auch hier übertreibt Cheyenne mal wieder, solange bis Lotta und sie sich so reingesteigert haben, daß sie hinter jeder Ecke vielsagende Zeichen sehen.
Lotta wäre aber nicht Lotta, würden nicht noch der super schlaue Paul und der süße Franzose Rémi, der nun mit Glämmer-Girl Emma geht vorkommen. Allerdings haben die Jungs keine Ahnung in was sich Lotta und Cheyenne da so hineinsteigern. Das ist richtig witzig, wenn sie vor jeder schwarzen Katze und vermeintlichen Bösewichten zusammenzucken. Natürlich gehen die Mädels der Sache auf dem Grund und beschatten den Lederjackentyp, um ihn auf frischer Tat zu ertappen. Da schlägt das Herz junger Ermittlerinnen höher.
Sehr kurzweilig und unterhaltsam. Ziemlich abgedreht und turbulent. Für alle die die Bücher nicht kennen, gibt es einen kurzen Steckbrief von Lotta Petermann im Booklet (auch Lehrerskind Lotta ist mit 11 Jahren noch keine Rechtschreibexpertin) und ein Personenverzeichnis der Hauptfiguren, aus Lottas Sicht: z.B. „Jakob und Simon Petermann: meine Blödbrüder, Zwillinge nämlich“. Lotta nimmt halt kein Blatt vor den Mund und spricht ihre Meinung frei heraus.
Fast anderthalb Stunden turbulentes Hörvergnügen ab 8 Jahren.
Wir bedanken uns ganz herzlich beim Jumbo Verlag für diesen kurzweiligen Hörspaß!