Sonntag, 17. Februar 2019

Dönerröschen, Jaromir Konecny, digital publishers



Dönerröschen, Jaromir Konecny, digital publishers

Der 16 jährige Jonas zieht wegen des neuen Nachtwächterjobs seines Vaters Dok, mit ihm, Mutter Anne und dem schokosüchtigen Schoßhund Napoleon von Haching ins „Ghetto“ nach Neuperlach. Doch sind die Wohnungen günstig. Jonas hat Schulferien und als er am Bolzplatz ein Fußballspiel beobachtet, hat er den Eindruck, in einer anderen Welt gelandet zu sein, die allerdings auch tief in den Abgründen seines Gedächtnisses etwas zu erwecken scheint, irgendeine unbestimmte Erinnerung, die dort seit Jahren vergraben ist. Bis ihm einfällt was es ist, freundet er sich mit Schnauze, dem einzigen anderen Blonden dort an. Ein blonder Türke? Kann das sein? Nein, Schnauze hat sich nur so assimiliert, daß er schon selbst in den Neuperlacher Türkenslang verfallen ist. Vor lauter Staunen über die neue Welt in welcher er gelandet ist, tritt Jonas von einem Fettnapf in den nächsten und wird dabei ausgerechnet von einer hübschen Türkin ausgelacht. Diese tut fast so, als müsse er sie kennen, aber er hat keinen blassen Schimmer – findet sich aber gegen seinen Willen immer anziehender! Als ihn ein anderer Fußballkumpel nach Hause, auf die besten Burger der Stadt einlädt, brechen seine Vorurteile zusammen und der Clash der Kulturen spielt zum Liebesreigen!

Nein, nicht alle Männer sind Schweine! Ich kann ja diese Bad Boy turns Mr. Right-Bücher nicht leiden, aber zum Glück kann ich mich da bei Jaromir Konecny verlassen, daß er mir so einen Quatsch nicht präsentiert. Seine Helden sind ganz normale Jungs. Mit Hirn, Hang zum Fettnapf und ganz viel Herz. Liebe Mädchen lest mehr solche Bücher und merkt, nette, witzige Jungs sind der Hit und nicht irgendwelche verwegenen, ach so geheimnisvollen Brutalos, die sich nur für Dich in Schmusebären verwandeln. Quatsch, man ist, wer man ist, und das bei anderen zu entdecken ist spannend! Jonas taucht in einen für ihn völlig fremden Kosmos ein, obwohl, da war doch mal was, warum kann er sich nicht erinnern? Die gesammelten Peinlichkeiten seines Vaters würde aber sehr gerne vergessen, doch auch hier gilt. Ein anderer Blickwinkel kann manchmal Wunder wirken.

Übrigens, auch wenn Jonas mal nackt durchs Bild rennt, ob er ein Six-pack hat, wird nicht verraten, ist ja auch völlig unerheblich. Jeder Leser darf sich Jonas so vorstellen wie er mag, allerdings steht fest: er ist blond und blauäugig. Jaromir Konecny ist für mich der König der gefühlvollen Screwballkomödien. Seine männlichen Helden sind eigentlich die totalen Romantiker, aber ohne Kitsch, aber einer Menge Unsicherheiten. Auch wenn sie blank ziehen, oder anfangs im Neuperlacher-Jugendslang daherreden, kennt der Autor immer gut die Grenze der Leserbelastbarkeit. So empfinde ich die Nacktheitspannen in der Geschichte durchaus als sehr lustig und nie vulgär. Sprachlich ist der Einstieg von Jonas der auf die geballte Neuperlacher-Sprachschule trifft etwas prollig, aber auch hier gilt, ehe es anfing mich zu nerven, musste Schnauze Jonas versprechen normales Deutsch mit ihm zu sprechen und die Türken in ihrem Freundeskreis, sprechen ohnehin ganz normal. So liebt er es mit Vorurteilen zu spielen. Er übertreibt die Klischees, bauscht sie auf, um sie dann zu zerstören und neu wieder zusammen zusetzen. Das ist sowohl witzig, als auch entlarvend, denn bei der einen oder anderen Platitüde mag man sich fragen: „Na, wäre ich da wirklich besser?“. Der Autor als ehemaliger Flüchtling kennt sich sicher bestens mit Vorurteilen aus. Wer weiß, wie viele Bananen man ihm anfangs in Bayern wohl angeboten haben mag? Gabs doch im Osten nicht, oder? Dabei treffen die Klischees alle, auch den semmelblonden Schnauze, den deutschen Mittelschüler, der stets Geld in der Tasche hat. Ein 16 jähriger der nie pleite ist? Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen.... Immer wieder wird mit Erwartungen gespielt... Und nein, für dieses Buch mußten keine Tiere leiden, dem Autor ist bewußt, daß Hunde keinen Schokokuchen essen sollten und in diesen Mengen, wie sie im Buch vorkommen auch sicherlich nicht überleben würden. In dieser Geschichte entwickeln sich alle fort, von Jonas, über seinen Vater über den Hund bis zur gefürchteten anatolischen Oma. Es ist nie zu spät um sich zu verändern und weiterzuentwickeln!

Drum Mädels, gebt den Jungs, der Liebe, Euren peinlichen Eltern und dem Leben ein Chance und lacht, was das Zeug hält!

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Jaromir Konecny und den DigitalPublishers für die lebhafte Leserunde und diese herrliche Liebeskomödie!

Samstag, 16. Februar 2019

Deutsche Heldensagen I, Willi Fährmann, gelesen von Peter Kaempfe, audiolino Verlag



Deutsche Heldensagen I, Willi Fährmann, gelesen von Peter Kaempfe, audiolino Verlag

Dieser erste Teil enthält die Sagen von Siegfried dem Drachentöter, seiner rachsüchtigen Ehefrau Kriemhild, die den Mord an ihrem Ehemann nicht verwinden kann und eine Blutsfehde anzettelt und des tapferen, loyalen und zugleich weisen Dietrich von Bern, der stets erst nachdachte, ehe er handelte und der seinen Waffenbrüdern zuliebe sogar sein Königreich bis auf die Stadt Bern aufgab.

Meine 11 jährige Tochter ist ein großer Niebelungenfan, doch so genau war uns die Geschichte von Siegfried, dem Königssohn aus Xanten, der es vorzog in die Welt hinaus zu ziehen und Abenteuer zu erleben, statt sich auf die Nachfolge im Reich der Burgunder vorzubereiten nicht bewußt. Dass die Burgunder überhaupt irgendwas mit Siegfried zu schaffen hatten, war uns überhaupt neu. Das war umso erstaunlicher, als meine Tochter mal eine Klassenfahrt nach Xanten machte und seine Drachenhöhle quasi bei uns vor der Haustür liegt.

Die Sagen sind eigentlich recht verständlich erzählt, allerdings so komplex und gespickt mit Personen mit heutzutage völlig ungebräuchlichen Namen, das es echt schwierig ist, den Überblick zu behalten. Dabei ist das dringend erforderlich, da alle drei Sagen miteinander verknüpft sind und die Hauptfiguren immer wieder vorkommen. Aber die Waffenmeister, Berater und Brüder, Schwäger, Söhne, Neffen.... auch wenn man aus einer weitverzweigten Familie stammt wie ich, wären hier Stammbäume der Familien von Siegfried, Kriemhild, Etzel und Dietrich Booklet ausgesprochen hilfreich gewesen. Sie waren alle weit davon entfernt Einzelkinder zu sein, wobei Könige damals wohl hauptsächlich Söhne hatten und Töchter echte Raritäten, die die es aber gab, waren von atemberaubender Schönheit, Mut, Intriganz, Rachsucht und Loyalität (vielleicht waren Frauen ohne diese Eigenschaften für die Erzähler auch ohne Interesse, wer weiß). Die Söhne hatten aber leider oft Namen, die dem des Vaters ähnelten Dietrich, Dietmar, Diet.... In Seifenopern den Überblick zu behalten ist dagegen ein Kinderspiel. Denn ehrlich, bei der Intriganz, die die edlen Damen und Herren hier an den Tag legen, sind Fernsehdynastien Kasperltheater dagegen. Daher auch der Kommentar meiner Tochter: Ja, es interessant, aber so blutrünstig, daß ich es nicht zum Einschlafen hören kann. Das kann ich verstehen, das ging mir genauso, dabei höre ich bisweilen Thriller zum Einschlafen, die aber weit weniger komplex sind. Man muß ganz genau zu hören und das am Besten mehrfach. Mit jeder Wiederholung entdeckt man mehr und merkt sich mehr Zusammenhänge. Sehr beeindruckt hat mich Dietrich von Bern, den ich nun als den Ur-Schweizer-Diplomaten betrachte, stets um Neutralität bemüht.
Das Booklet bildet die Ritterrüstung des 13. Jahrhunderts ab und erklärt sie. Warum ist mir allerdings nicht ganz klar, da die hier wiedergegebenen Sagen alle grob um 500 n Chr. spielen. Da hätte ich mir auch einen genaueren zeitlichen Überblick gewünscht. Ganz stark tritt hier immer wieder König Etzel auf, ein Kerl von dem ich noch nie gehört habe und doch muß er wohl der mächtigste Mann seiner Zeit gewesen sein und über ein riesiges Reich geherrscht haben. Wie kann es sein, das wir so jemanden denn nicht kennen? Ganz einfach, im Booklet wird erklärt, daß es sich bei König Etzel wohl um den legendären Hunnenkönig Attila handeln dürfte. Zu diesem gibt es ebenso weitere Informationen im Booklet, wie zu Dietrich von Bern bei dessen Eintrag sogar Auszüge aus dem mittelhochdeutschen Niebelungenlied stehen. Für Kinder sicherlich sehr interessant, daß das heutzutage kaum verständlich ist, so sehr hat sich die Sprache im Laufe der Zeit verändert. Sprachlich gibt es trotz der Schilderungen der Morde und Schlachten Zugeständnisse an das Alter der potenziellen Zuhörer wenn es um Sex bzw. Vergewaltigung geht. Auch wenn auf dem Schlachtfeld die Köpfe rollen, ist hier die Schilderung sehr zurückhaltend. Im Übrigen klingt in der Wortwahl bisweilen der Charme vergangener Zeiten an, was für Kinder zwar etwas gewöhnungsbedürftig ist, aber zum Thema sehr passend.
Peter Kaempfe hat meiner Tochter als Sprecher nicht zugesagt. Ihre Freundin Rebecca (11) fand ihn aber gut. Ich persönlich finde ihn eine sehr passende Wahl zum Thema, da es sich um Sagen handelt und er durchaus eine warme, wohlklingende Märchenonkel mit klarer Aussprache und sehr passender Betonung hat. Bei Sagen erwarte ich keine stimmliche Schauspielerei. Leider empfinde ich die Tonaufnahme als sehr leise. Wenn ich von CD-Spieler auf Radio wechsle, brüllt es mir entgegen! Die Aufnahme selbst hat aber keine Lautstärkeschwankungen und ist gut verständlich.

Ein Hörbuch, daß man wirklich genau und am Besten mehrmals hören sollte. Aufgrund seines Anspruchs ist es nicht zum nebenbei Hören oder sich berieseln lassen geeignet. Ab 10 Jahren nur sehr bedingt, für Kinder, die sich für Schlachten interessieren. Es bedarf unbedingt der Bereitschaft zum mehrmaligen und genauen Hinhören, es lohnt sich aber.

Ein besonderes Hörbuch, für das ich mich ganz herzlich bei audiolino bedanke, wir sind nun wieder schlauer!

Mittwoch, 13. Februar 2019

Venuswalzer – Eine Ruhrpott-Krimödie mit Stella Albrecht, Lotte Minck, Droste Verlag



Venuswalzer – Eine Ruhrpott-Krimödie mit Stella Albrecht, Lotte Minck, Droste Verlag

Die junge Astrologin Stella Albrecht lebt in Bochum mit ihrer Großmutter Maria Schmidt auch bekannt als Wahrsagerin Madame Pythia und ihrer Mutter der ehrenwerten Lehrerin Felicitas Albrecht in einer herrschaftlichen Villa im Grünen. Nach ihrem Ausflug in das Ermittlerleben ist nun wieder Alltag einkehrt, bis ihr bester Freund Ben, der Lokalreporter sie aufgeregt um Hilfe bittet. Seine IT-Expertin Andrea „Ruby“ Rubikon steckt in echten Schwierigkeiten. Nachdem die Maler, die auf dem Fassadengerüst vor ihrem Arbeitszimmerfenster rumturnten, sie Wochenlang schickaniert und massivst belästigt haben, ist nun der Schlimmste von ihnen vor ihrem Fenster abgestürzt. Kurz nachdem sie zuvor drohte, dass sie ihn umbringen werde. Stella eilt herbei um sie zu beruhigen und entdeckt dabei, daß der Absturzschutz angesägt war. Das macht die Situation für Ruby nicht besser. Dennoch sind Ben und Stella fest von ihrer Unschuld überzeugt und beginnen mit den Ermittlungen dort, wo Kommissar Arno Tillikowski niemals legal ermitteln darf... Natürlich ist Oma Maria und deren alter Freund Otto bald mit von der Partie, sehr zum Leidwesen des Kommissars, der Stella ja sehr anziehend fände, wenn da nur ihr komischer Beruf nicht wäre....

Jaaa, Stellas Beruf mag befremdlich wirken, insbesondere wenn sie ihren Glauben an Rubys Unschuld mit irgendwelchen interstellaren Konstellationen erklärt. Für mich fast wie Chinesisch, aber unterhaltsam. Das ist der ganz große Trumpf dieser Reihe: sehr unterhaltsam und sympathisch. Die Helden dieser Reihe sind etwas exzentrisch und das sind sie gerne und von ganzem Herzen. Nur der eigentlich ganz normale Kommissar, kann nicht so recht fassen, daß sein Herz immer für ein paar Schläge aus dem Takt gerät, wenn er die junge Astrologin trifft, die natürlich überall ihre neugierige Nase hineinstecken muss! Das Katz und Maus Spiel zwischen Stella und Arno zieht sich wie ein roter Faden durch die Reihe, ebenso wie die Extravaganzen von Oma Maria, die früher ihr Geld auf dem Rummel verdiente und das nicht zu knapp. Auch wenn es der zweite Band der Reihe ist, kann man ihn ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes lesen, schöner ist es dennoch mit Band 1 Planetenpolka zu beginnen. In dieser Krimödie stehen die Menschen und ihre Schicksale im Vordergrund, noch vor dem Fall. Da Kevin, der gestürzte Maler abgrundtief unsympathisch war, gibt es auch mehr als einen Verdächtigen, der ihm den Tod wünschen könnte, doch wer hatte außer einem Motiv auch die Gelegenheit? Gar nicht so einfach, wenn sich der Malertrupp vorher verschworen hat, damit niemand ihre üblen Machenschaften aufdecken kann. Aber so leicht lassen sich Ben und Stella nicht abwimmeln und so ist es diesmal Oma Maria die einen Plan hat, wie sie verdeckt ermitteln können und dabei nach Herzenslaune schauspielern können. Das ist schon sehr amüsant, wie Maria und Stella in ihren Tarnidentitäten alle Register der Arroganz ziehen. Der leichte, lockere Erzählstil von Lotte Minck macht einfach Spaß. Schon bald hat man das Gefühl sich unter Freunden zu befinden und man hegt mit Stella einen Verdacht. Ob der wohl stimmt? Die Spannung ist neben dem Wohlfühlcharakter der Geschichte eher Nebensache, auch wenn man sich schon fragt, ob und wie Stella und Co. Ruby vor einer Inhaftierung schützen können. Da Stella und Oma ausgesprochen unkonventionell sind, stecken sie auch ihre Mitmenschen nicht sofort in Schubladen, sondern schauen lieber mal hinter die Fassade, oder über Rubys schroffe Art und ihren stacheligen Iro hinweg. Wahrscheinlich ist es die emotionale Offenheit der zwei Frauen das, was ich an diesen Krimödien so gerne mag. Ruhrpott-Feeling kommt in der Loretta Luchs Serie mehr auf, aber Stella und Maria verbreiten einfach mehr Wohlgefühl, das einen diese Reihe auf seine eigene Art genießen lässt. Eine Reihe, so unterhaltsam und entspannend, wie ein Abend beim Lieblingsitaliener, denn den Suchen die Romanhelden hier nur allzu gerne auf! Lustige Unterhaltung, die ich gerne weiterempfehle!

Vielen lieben Dank an den Droste Verlag und Lotte Minck für die engagierte Teilnahme in der Leserunde!

Dienstag, 12. Februar 2019

KamiKATZE – ein tierisches Krimi-Hörspiel, Kerstin Fielstedde, emons Verlag



KamiKATZE – ein tierisches Krimi-Hörspiel, Kerstin Fielstedde, emons Verlag

Katzenagentin Indy wird mitten in Berlin entführt. Das motiviert dann auch ihren Bruder Ian seine gemütlichen Stubentigerwände zu verlassen. Leider hat er sich in der letzten Zeit etwas gehen lassen, er ist bei weitem nicht so durchtrainiert wie Indy, doch dafür hat er nun ein Spezialistenteam auf die Pfoten gestellt. Zu seinem iCats-Team gehören: der norwegische Waldkater Maxim, ein heimlicher Bewunderer von Indy), Schoßhund Honeyball, Spatz Kilo Foxtrott, der halbe Regenwurm Dreipunkteins und die Sprengstoffexpertenratte Xplode. Die Witterung, die sie aufnehmen führt sie in die Abgründe der Stadt, denn Maulwurf Professor Sumo hat hier seine zwielichtigen Gefolgsleute um sich herum versammelt. Die Befreiung von Indy gestaltet sich viel schwieriger, als gedacht.

Klingt ja ganz süß und anfangs dachte ich noch, daß ich es ja mal mit der ganzen Familie im Auto hören könnte, aber von dieser Idee bin ich dann relativ schnell wieder abgekommen. Lizenz zum Schnurren hin oder her, hier geht es ganz schön zur Sache. Auch wenn es eine tierische Agentenparodie ist, geht es um organisierte Kriminalität, Bestechung und Drogenküchen. Keine Kinderthemen finde ich. Daher fängt es witzig und schnurrend an, doch schon bald spitzt sich der Plot zu recht aktuellen und drängenden Themen zu. Diese sind so ungemütlich und teilweise abstoßend, dass ich entschied, daß dieser Krimi wohl eher ein Thriller ist und doch mehr für Autofahrten, als als Gute-Nacht-Geschichte geeignet ist. Dabei verliert sich die Geschichte für meinen Geschmack ein wenig in der Vielzahl der Verbrechen. Durch die Masse an Verbrechen fehlt das spezielle Augenmerk. Es beginnt mit  Korruption innerhalb der Behörden, der Vergabe von Ämtern und Grundstücken, was im Laufe der Zeit ziemlich aus dem Focus gerät und erst am Ende wieder recht am Rande erwähnt wird. Im spannendsten Mittelteil stehen dann illegale Tierversuche auch und mit der Drogenküche, aber nicht nur. Auch hier finde ich, daß die Vielzahl der ekelhaften Tierversuche ein wenig den Fokus nimmt und sich verfranst.

Die Namen der Super-Agenten sind sehr gewöhnungsbedürftig und die ihrer Widersacher nicht weniger. Da hilft es sehr, daß dem Hörspiel ein Booklet beiliegt, daß alle Tiere mit Bild und Namen zeigt. Einige Tiere werden von demselben Sprecher gesprochen, dabei weiß man jedoch immer genau, wer gerade spricht, da das Hörspiel den ungekürzten Buchtext verwendet. So bestehen durch die Namensnennungen keine Unsicherheiten, wer gerade handelt oder spricht. Ein weiteres übliches Problem, das ich mit Hörspielen oft habe, daß ich vor lauter Kürzung den Faden der Geschichte verliere (nein, ich bin oft ein großer Fan von Kürzungen bei Hörbüchern, da einige Bücher durchaus eine gewisse Straffung vertragen können, bei Hörspielen wird für meinen Geschmack aber oft bis zur Verwirrungsgrenze übertrieben), ist hier kein Problem, trotz der zwei Handlungsebenen. Die Geschichte wird aus der Sicht der verschwundenen Indy und ihrem Neuzuwachs Schneuzi geschildert, sowie aus der ihres Suchtrupps, die immer wieder auf Hindernisse und Bösewichte stoßen. Die Sprecher sind wirklich gut gewählt und echte Profis, was man deutlich hört. Auch die Kindersprecherin Mina Lou Fincke ist richtig überzeugend und ist gemeinsam mit dem ultralangsamen halben Regenwurm mein Liebling. Die übrigen Ensemblemitglieder fauchen, schnurren und knurren allerdings auch, was die Stimmbänder hergeben. Kein Teammitglied enttäuscht oder schwächelt.

Die Aufnahmequalität ist sehr hochwertig und die Aufnahme schön laut. D.h. Wenn man den Tonträger im Auto einlegt und auf das Radio umschaltet, bedarf es keiner Lautstärkeanpassung, wie es bei den Hörbüchern zuvor der Fall war. Als echtes Hörspiel fehlen natürlich auch nicht und untermalen die Handlung, ohne sie zu erschlagen. Die Gestaltung der Tonträger und ihrer platzsparenden Hülle finde ich ausgesprochen ansprechend und sehr ästhetisch.

Die Charaktere sind sehr überspitzt gezeichnet. Mit Bruder Ian habe ich so meine Schwierigkeiten. Ein Schmusekater, der leistungssteigernde Amphetamine aus Weltkriegszeiten nimmt, um sein mangelndes Training auszugleichen, ist nicht nach meinem Geschmack, in einem Krimi, der gerade die illegalen Machenschaften der Drogenmafia anprangert.

Zum Schluss gibt es für den Zuhörer Jazz zur Abrundung. Das hat mich irritiert, da ich immer noch etwas an Handlung erhoffte, da die Bösen von den Agenten enttarnt, dies aber noch nicht öffentlich gemacht wurde. Daher habe ich die letzten Tracks 4 mal gehört, in der Annahme, daß mein Autosoundsystem mir wieder eigenwillige Sprünge beschert hätte, aber das Ende war tatsächlich der letzte Satze vor dem ersten Jazz-Ton.

Eine tolle Produktion, die leider ein paar Schwächen in der Story aufweist. Diese ist durchaus spannend und dramatisch und mit einem herrlich überzogenen Humor, für mich aber nicht völlig überzeugend, da etwas überfrachtet. Die Idee ist klasse, aber für das nächste iCats Abenteuer noch steigerungsfähig, wobei ich da keine Zweifel hege, daß dies der Autorin Kerstin Fielstedde gelingen wird.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei dem emons Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Sonntag, 10. Februar 2019

Luzifer Junior (5) Ein höllischer Tausch, Jochen Till, Illustration Raimund Frey, Sprecher Christoph Maria Herbst Hörbuch: Der Audio Verlag Buch: Loewe Verlag



Luzifer Junior (5) Ein höllischer Tausch, Jochen Till, Illustration Raimund Frey, Sprecher Christoph Maria Herbst Hörbuch: Der Audio Verlag Buch: Loewe Verlag

Zurück in der Schule geht es so drunter und drüber, daß die Jungs Lilly kaum sehen. Doch als sie sie wiedersehen, ist diese auf 180! Chiara, eine Mitschülerin mobbt Lilly aufs übelste, indem sie Fotos mit Lügen über sie verbreitet. Lilly will das Luzie ihr auf dämonische Weise hilft, doch ausgerechnet der Sohn des Teufels hat Gewissensbisse! Er findet, daß sie sich abregen soll und sie noch mal gemeinsam in aller Ruhe darüber nachdenken sollte. Das kommt gar nicht gut bei Lilly an und so kommt es zu dem ersten handfesten Geschwisterstreit. Während sie sich um Luzies dämonisches Handbuch streiten, werden ihre Körper vertauscht und kein Zauberspruch lässt den Tausch wieder rückgängig machen. Da bleibt nur eins, sie müssen da durch! Der ahnungslose Luzie geht als Lilly an deren Schule, während Lilly in Luzies Körper dessen Lehrer ins Staunen versetzt. Ein Reigen an Peinlichkeiten folgt für Lilly, der für die Leser allerdings sehr lustig ist!

Es ist gar nicht so leicht ein Mensch zu sein. Wahrscheinlich sollte es dafür am besten sogar eine Gebrauchsanweisung geben, so wie man an dem unbedarften Luzie sieht, der sich mit den Gepflogenheiten auf Erden noch immer nicht richtig auskennt, obwohl er doch schon in der Hölle fehl am Platz war! Macht nichts, für die Leser ist es umso lustiger, welche Alltagssituationen der ahnungslose Luzie mal wieder in eine Vollkatastrophe verwandelt. Dabei geht es ihm wie Michel aus Lönneberga, das ist nicht geplant, Unfug wird es ganz von alleine!
Luzie toppt sich allerdings in Lillys Körper noch einmal selbst. Obwohl man weiß, daß Luzie gleich mal wieder die absolute Peinlichkeit fabrizieren wird, ist das Ergebnis doch immer wieder überraschend. Da man als Leser natürlich genau weiß, was man als Kind in der Schule zu tun und zu lassen hat, ist es urkomisch, wie Luzie in seiner Überforderung Lilly mal wieder bis auf die Knochen blamiert.
Das Buch: Meine Tochter hat das Buch in Rekordgeschwindigkeit gelesen und wurde nur noch kichern gehört! Es war das erste Luzie Buch das wir gelesen haben und es hat nicht viel länger gedauert es zu lesen, als es sonst zu hören. Dafür gab es diesmal die ungekürzte Geschichte, in der kein Gag weggelassen wurde und mit den Illustrationen. Diese gefielen mir allerdings deutlich besser als ihr. Meine Große bemängelte immer wieder, daß die Illustrationen gerade was das Styling betrifft, nicht genau zum Text passt. Das dürfte männliche Leser vielleicht weniger stören. Gerade was die peinlichen Handyaufnahmen von Lilly/Luzie = Lully betrifft, waren sie aber wirklich noch einmal einen Extra-Lacher wert. Diese Peinlichkeit noch mal deutlich zu sehen, hat dann doch noch mal eine andere Qualität. Fazit:Diese Gags bieten eine Kichergarantie, die die Leser durch die Seiten fliegen lässt, selbst Lesemuffel.

Das Hörbuch: Christoph Maria Herbst liest es so herrlich ironisch, daß sogar der Vater im Arbeitszimmer die Ohren spitzte und die Töchter vor Lachen fast vom Sofa gekugelt sind. Ich durfte feststellen, daß ich weder zum Lachen in den Keller gehen, noch ins Auto steigen muss, die Gags zünden bei mir auch entspannt auf dem Sofa. Die Große hat das Buch allerdings zuvor gelesen und war dann traurig, wenn ein Gag herausgekürzt worden war. Dennoch will sie die Vertonung nicht missen, weil der Sprecher zum einen unschlagbar ist und man über die Gags auch gut und gerne mehr als einmal lachen kann. Da lohnt sich das Hörbuch, denn Bücher werden eher nicht zweimal oder öfters gelesen. Wir sind uns noch nicht ganz einig wer denn nun unsere Lieblingspersönlichkeit in der Christoph Maria Herbst Intonation ist, aber der kleine Dämon Cornibus mit seinen Buchstabendrehern, dürfte doch noch Aaron oder Aribus, Steven oder oder oder vorgehen. Er spricht sie einfach alle teuflisch gut.
Die Jüngere war glücklich, daß sie das Hörbuch endlich einmal vor der großen Schwester hören durfte und schnappte es sich sofort und nahm es nach CD 1 mit in ihr Zimmer. Fazit: Mama, das war total cool! (ja wenn auch nicht unbedingt schlaffördernd, wer kichert sich schon in den Schlaf?). Ein absolut familientaugliches Hörvergnügen, daß nicht nur öde Autofahrten gefühlt verkürzt.
Sowohl Hörbuch, als auch Buch sind beide auf ihre Art unschlagbar.

Band 6 ist inzwischen fertig geschrieben, bis dann Buch und Hörbuch dann wieder fertig sind, dauert es wieder soooo lange.

Ein höllischer Spaß für Klein und Groß, Jungs und Mädels!

Beim Loewe-Verlag bedanken wir uns herzlich für die engagierte Leserunde, die meine Tochter zur Dauerleserin machte.

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Der Audio Verlag für das Rezensionsexemplar! Wir lieben es!

Donnerstag, 7. Februar 2019

Zauberhafte Winter-Wunsch-Zeit -Wärmende Geschichten für die Seele, Hrsg. Christine Jakob, Gütersloher Verlagshaus



Zauberhafte Winter-Wunsch-Zeit -Wärmende Geschichten für die Seele, Hrsg. Christine Jakob, Gütersloher Verlagshaus

Diese Anthologie mit Kurzgeschichten und Gedichten richtet sich speziell an alte Leserinnen und Leser. Mit extra großer Schrift und Geschichten die oft nach oder vor dem Krieg spielten, wecken sie Gefühle und Erinnerungen, die oft vergessen glaubten. Diese Geschichten eignen sich zum Lesen und Vorlesen, gerade auch für Menschen, die sich nicht mehr lange Konzentrieren können oder schnell ermüden. Sie sind daher ein tolles Mitbringsel ins Krankenhaus (meine Mutter schildert mir oft das Problem, daß Freunde krank sind und keine Romane mehr lesen können, weil sie zu schnell ermüden), oder eben auch in der Demenzbetreuung oder für grüne Damen im Krankenhaus oder in der Pflege zu Hause.

Da ich immer wieder höre, „Ich lese ja gerne, aber die Augen ermüden so schnell“ oder „Was soll ich mitbringen? Lange lesen kann sie nicht mehr“ fand ich es optimal und bat meine Mutter (76) um ihre Meinung. Meine Mutter fand die Schriftgröße sehr angenehm, sich selbst jedoch zu jung für die Geschichten (daher die Angabe alte Leser und nicht Senioren). Die Geschichten sind sehr durchmischt. Einige fand sie schön und mit einem Nachhall, über den man noch länger nachdenkt oder sich erinnert. Andere fand sie etwas seicht, aber nett. Die intellektuellen Fähigkeiten, dieser breitgefächerten Zielgruppe sind ja auch sehr unterschiedlich, so daß diese Mischung durchaus Sinn macht, aber auch dazu führt, daß nicht jede Geschichte gleich gut gefällt.

Meiner kürzlich mit 93 verstorbenen Schwiegermutter hätten diese Geschichten sicherlich besser gefallen, weil sie zum einen sehr viel schlechter sah, als auch, weil ihr die Art einiger Erzählungen, als Erinnerungen an eine lange zurückliegende Zeit, sie direkt angesprochen hätte. Wer nicht mehr mobil ist und auch vom Sehvermögen eingeschränkt, lebt vermehrt in der Erinnerung. Doch dreht sich nicht alles nur um Erinnerungen. Einige Geschichte hinterlassen vor allem ein Gefühl, mal der Verwunderung, mal ein weihnachtliches oder ein märchenhaftes. Gerade diese Gefühle werden auch nachdem die Geschichten verklungen sind, immer wieder im Gedächtnis aufblitzen. Die Geschichten haben stets gemein, daß sie auf einer positiven Note enden und somit Zuversicht und Hoffnung ausstrahlen.

Nach dem Vorwort, ist diese Anthologie in 4 Kapitel ein geteilt, die jeweils mit einem wunderschönen Zitat eingeleitet werden. Kapitel 1, das Leben ist bunt, Kapitel 2 Gedanken an vergangene Zeiten, Kapitel 3, wenn die Einsamkeit mich berührt und Kapitel 4 Zauberhafte Weihnachtszeit. Zum Schluss gibt es ein Verzeichnis der Autoren und Quellen. Die Autoren reichen von Dietrich Bonhoeffer, über Hans-Christian Andersen, Rainer Maria Rilke, Marie von Ebner-Eschenbach zu Prem Rawat, dessen Geschichte vom Papagei, der alles wusste und nichts konnte, mir besonders gut gefiel. Um diese und andere Geschichten zu mögen, muß man nicht unbedingt alt sein, denn wie schon Franz Kafka vor Kapitel 1 zitiert wird: „Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden“. So geht es hier vor allem um schöne Geschichten, die die Seele wärmen, frei von Jugendslang und umgangssprachlichen Abnutzungserscheinungen. Formulierungen, an denen meine Mutter oder Schwiegermutter Anstoß nehmen würden, oder genommen hätten, findet man nicht. Thematisch sind die Geschichten breit gefächert, von Haustieren, über Jugenderinnerungen und Reisegeschichten der besonderen Art. Da findet sich sicher für jeden Geschmack etwas. Besonders die Zitate zu Kapitelbeginn haben es mir angetan.

Das Buch ist liebevoll gestaltet mit einem passenden Lesezeichen und immer wieder auf die Seiten gestreuten, gedruckten Eiskristallen. Diese vermitteln zugleich eine winterliche als auch anheimelnde Atmosphäre. Für mich vermittelt diese Liebe, mit der das Buch gestaltet wurde, aber auch den Eindruck von selbstverständlichem Respekt vor der Zielgruppe. Herausgeberin Christine Jakob, wurde 1958 in Dortmund geboren. Sie ist Journalistin und Redakteurin und seit vielen Jahren in der Verlagsbranche tätig und zudem ehrenamtliche Seniorenbegleiterin. „Geschichten sind Schokolade für die Seele....“ meint sie, da im Alter Diabetes nicht selten ist, sind Geschichten auch sicher als Mitbringsel die bessere Wahl.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei dem Gütersloher Verlagshaus für dieses wunderschön gemachte Rezensionsexemplar.

Mittwoch, 6. Februar 2019

Auslosung des Gewinnspiels zu „Tiefe Stille“ von Susanne Rößner



Auslosung des Gewinnspiels zu „Tiefe Stille“ von Susanne Rößner

Unsere Jüngste hat gezogen und das Los fiel auf „Ulrikes-buchrezensionen“ von den Instagram-Bewerbern. Herzlichen Glückwunsch, sie wurde auf Instagram (ursuladanielamaria) informiert und ich hoffe, daß sie mir bis zum Ende der Woche ihre Anschrift mitteilt, andernfalls lose ich neu aus. Demnächst wird es dann ein neues Gewinnspiel geben.

Dienstag, 5. Februar 2019

Lilly, die Lesemaus, Asja Bonitz, Illustration Mele Brink, Edition Pastorplatz



Lilly, die Lesemaus, Asja Bonitz, Illustration Mele Brink, Edition Pastorplatz

In Lillys Familie wird Lesen sehr geschätzt. Wer Lesen kann ist schon groß und kann Verantwortung übernehmen, z. B. für ein Haustier. Als Lillys große Schwester Nele eines Tages schon so flüssig liest, dass die Eltern gebannt lauschen, fahren sie alle zusammen in die Tierhandlung und Nele darf sich ein Tier aussuchen. Lilly findet das total unfair. Sie kann doch nichts dafür, daß sie jünger ist und man ihr im Kindergarten das Lesen nicht beibringt. Sie könnte sicher ebenso gut auf dieses süße kleine Meerschweinchen aufpassen, wie Nele auf die von ihr gewählte Ratte. Das ist so ungerecht! Dabei hat sie sich doch so dafür eingesetzt, daß Nele sich eine Ratte als Haustier aussuchen darf, obwohl Mama sie ekelig fand. Aber Nele setzt sich nie für sie ein und immer kann sie alles besser und wird gelobt! Das ist richtig unfair und so beschließt sie ihrem Haustierglück mit einer Mogelei auf die Sprünge zu helfen.

Als jüngere Schwester einer großen Schwester, die auch immer fast alles besser konnte, hat Lilly sofort mein Herz erweicht. Allerdings erhielten wir damals ein Haustier, um Verantwortung zu lernen, unabhängig von unseren übrigen Talenten. Besonders tierliebe Kinder können sich auch als Vorschulkinder verantwortungsvoll um ein eigenes Tier kümmern, während es andere selbst als Erwachsene nicht wirklich auf die Reihe zu bekommen scheinen oder wollen. Daher empfinden wir diese Ungerechtigkeit für Lilly doppelt hart. Kinder haben schon in jungen Jahren einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und so werden sich viele jüngere Geschwisterkinder sofort mit Lilly identifizieren können. In ihrer Verzweiflung greift sie zu einer List, die natürlich ans Licht kommt und auf wenig Verständnis stößt. Doch hier kommt es zu einer Wendung, Nele fühlt sich schuldig und beschließt Lilly zu helfen Lesen zu lernen, denn das ist ja eigentlich gar nicht so schwer und gemeinsam macht es auch noch Spaß. So findet die Geschichte auch in der Hinsicht ein gutes Ende, als die Schwestern sich endlich besser verstehen und enger zusammenrücken.

Eine sehr kindgerechte Geschichte, die dem kindlichen Erfahrungshorizont entspricht und Mut macht nicht aufzugeben, sondern einfach zu üben, üben, üben! Damit Leseanfänger motiviert werden, ist die Geschichte von rund 70 Seiten in mehrere Kapitel aufgeteilt und auf jeder Seite (nicht nur Doppelseite) farbig illustriert. Die Illustrationen von Mele Brink, selbst eine jüngere Schwester, sind witzig frech und passen genau zum Text (an dem Punkt sind wir nämlich echt pingelig). Die Schrift ist groß und kontrastreich, könnte unserer Meinung nach für 6 Jährige gerne noch etwas größer sein. Je größer die Schrift, desto einfacher fällt es den Kindern. Die Sprache ist frei von komplizierten fremden Wörtern und vor allem ohne Fremdwörter. Dadurch können Kinder ohne Frustration das selbst entzifferte auch wirklich verstehen.

Asja Bonitz hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation studiert und in neuerer deutscher Literatur promoviert. Seit 2010 hat sie sich als Autorin und Werbetexterin selbstständig gemacht. Bei der Edition Pastorplatz sind bereits Myka und die Versteckschule, Ballula Kugelfee und das Staubmaushaus erschienen.

Die Ausstattung dieses Erstlesebuches für Kinder ab 6 Jahren, ist besonders hübsch. Neben dem Lesebändchen gibt es noch eine weitere Besonderheit. Die Dialoge sind farbig abgesetzt, wobei jeder Sprecher eine eigene Farbe erhält. Dadurch kann man es auch besonders gut vorlesen oder wenn man es mit einem Leseanfänger gemeinsam liest, kann man z.B. das Kind ausschließlich die Dialoge, die ja besonders viel Spaß machen, alleine lesen lassen, während der Erwachsene den Erzähler übernimmt.

Ein liebevoll geschriebenes und gestaltetes Kinderbuch zum Vor- und Selbstlesen ab 6 Jahren, das wir sehr gerne weiterempfehlen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Autorin für dieses schöne Rezensionsexemplar.

Sonntag, 3. Februar 2019

Die Nachtflüsterer – Das Erwachen, Ali Sparkes, gelesen von Oliver Rohrbeck, Der Hörverlag



Die Nachtflüsterer – Das Erwachen, Ali Sparkes, gelesen von Oliver Rohrbeck, Der Hörverlag

Jede Nacht um Punkt 1.34h wachen Elena (15), Matt (15) und Tima (10) auf, wissen nicht wovon sie wach wurden und können nicht mehr einschlafen. Schlaflos irren sie durchs Haus und beginnen ihre Umgebung zu erkunden. Sie kennen sich bislang nicht, sie sind völlig unterschiedlich, doch die Schlaflosigkeit verbindet. Als die Freunde des wilden Matts die vernünftige Elena mit ihrem Cornet anfangen in der Schule zu ärgern, erkennt Matt an ihren Augenringen, daß sich doch etwas verbindet und unterbindet das üble Treiben. Bei ihren Versuchen Erklärungen für das nächtliche Erwachen treffen sie auf die wohlbehütete Privatschülerin aus wohlhabenden Hause, Tima. Auch für sie endet die Nacht stets um 1.34 h, doch außer ihnen scheinen alle zu schlafen. Doch noch weitere Merkwürdigkeiten fallen ihnen auf, nun da sie sich getroffen haben. Tima scheint Insekten befehligen zu können und Matt scheint in Vögeln Verbündete gefunden zu haben. Hat Elena auch eine befreundete tierische Schar? Auf der Suche nach der Ursache für die Auffälligkeiten scheinen alle Zeichen zu einem ziemlich heruntergekommenen Industriegelände zu führen. Als sie sich dort mit einer List Zutritt verschaffen, bemerken sie eine Vielzahl toter Tiere mit unnatürlichen roten Augen und damit hat das Grauen noch kein Ende. Können sie gemeinsam herausfinden, was dort vor sich geht?

Tierfantasy ist gerade sehr angesagt und es gibt sehr verschiedene. Diese hier ist nicht süß und niedlich, sie ist spannend mit einer unterschwelligen Spur des Grauens und des Grusels. Die Altersempfehlung ab 10 Jahren ist daher durchaus zutreffend und es ist auch wirklich sowohl für Jungen als auch Mädchen, denn nur auf den ersten Blick scheinen die Jungs in der Unterzahl zu sein. Aber es gibt ja nicht nur die Guten, das Böse begegnet diesen Verbündeten, die trotz ihrer ganz unterschiedlichen Herkunft, als Schicksalsgemeinschaft zusammenwächst, nein es gibt auch die Bösen. Ja, das Böse hat hier mehr als ein Gesicht, es arbeitet nicht zusammen und droht in sofern aus verschiedenen Richtungen. Die 3 Kinder müssen nicht nur herausfinden, was mit ihnen eigentlich los ist und ob das gefährlich für sie ist, sie müssen auch das Böse erkennen und begreifen. Denn nur was man begreift, kann man auch besiegen. Dabei müssen sie ganz tief in die Welt der Mythen und der Urgeschichte Englands eindringen. Ja, es gibt auch englische Mythen, die ohne König Arthur, die Ritter der Tafelrunde oder Avalon auskommen. Es ist düsterer und finsterer.

Was mir sehr gut gefällt, ist der unterschiedliche familiäre Hintergrund der Kinder. Tima kommt aus gutem Hause, ist allerdings neu an der Privatschule und muß sich erst noch ihren Platz in der Schulgemeinschaft erkämpfen. Ihr Talent als Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin macht ihr dabei nicht nur Freunde. Ihre Eltern sind sehr besorgt und lassen sie sofort genauestens untersuchen. Bei Elena ist es genau anders herum. Ihre Mutter ist im Griff von Ängsten und Zwängen und so hat Elena schon früh die Verantwortung für ihre Mutter übernommen. Sie musste schon früh selbstständig werden. Matt hingegen hat einen prügelnden Vater, der ihn zur Mitarbeit in der väterlichen Autoreinigung zwingt. Die Spuren der väterlichen Gewalt kaschiert er gerne mit Raufereien auf dem Schulhof. Die Hörer werden wohl eher die Welt Timas kennen, doch gibt es genauso selbstverständlich den Alltag von Kindern wie Matt und Elena. Das sollten sie nie vergessen, wenn sie mal wieder über irgendein imaginär hartes Schicksal klagen. Die Herausforderungen sind für alle 3 enorm und es gelingt ihnen daher auch nicht immer unbemerkt zu den gemeinsamen Treffen zu gelangen. Doch Not macht erfinderisch und ihre Einfälle und ihre höflichen Hilfsanfragen, an die Tiere, die sie verstehen, lassen sie erkennen, wozu sie alles fähig sind, wenn es sein muss. Dabei üben sie sich nicht nur im rücksichtsvollen und achtsamen Umgang mit den Tieren, sondern auch untereinander, was besonders für Rüpel Matt, eine positive Erfahrung ist.
Ein Teil des Mysteriums wird in diesem Auftaktband geklärt, aber noch bleibt einiges im Dunkeln. Eine Kraft des Bösen wird auch zurück in die Dunkelheit verbannt, doch wird sie dort auch bleiben? Noch ist der zweite Widersacher nachts unterwegs und hat seinen Rivalen schon erkannt, werden sie sich in der Fortsetzung verbünden oder werden die drei Nachtflüsterer ihn gemeinsam ebenso unschädlich machen müssen?

Oliver Rohrbeck ist eine deutsche Sprecherlegende, bereits seit seiner Kindheit, als er die Rolle des Justus Jonas in den ??? übernahm. Seither ist er auch als Synchronsprecher im steten Einsatz egal ob als Richard Fish bei Ally McBeal oder als feste Stimme von Ben Stiller. Die Stimme ist einfach prägnant, mit einem hohen Wiedererkennungswert. Das irritiert meine Älteste immer, weil er für sie die Stimme von „Kater Konrad“ ist. Die Jüngere (9) war sofort ab den ersten Sätzen gebannt und hat dann immer morgens mit mir gemeinsam in der Küche gelauscht. Da fiel das Aufstehen gleich viel leichter. Als Gute-Nacht-Geschichte wäre es für sie aber noch zu gruselig.

Wir sind sehr gespannt wie es mit dem verbliebenen Gegner der Nachtflüsterer weitergeht und ob sie noch weitere unbekannte Fähigkeiten an sich entdecken. Die Geschichte ist zwar in sich geschlossen, doch bleibt ein Cliffhänger, weil nur die schlimmste Gefahr besiegt worden zu sein.

Wirklich spannende Tierfantasy für Jungs und Mädchen, die wir sehr gerne weiterempfehlen.

Ganz herzlichen Dank an Der Hörverlag für dieses packende Hörvergnügen.

Samstag, 2. Februar 2019

Gewinnspiel zu: Tiefe Stille, Susanne Rößner, Edition M



Gewinnspiel zu: Tiefe Stille, Susanne Rößner, Edition M

Maria, Anfang/Mitte Fünfzig, ist nach dem Tod ihres despotischen Mannes nun recht wohlhabend und erfolgreiches Mitglied eines Krimiclubs. Als Landesmeisterin hat sie mit zwei ihr unbekannten Männern die Teilnahme an einer dreiwöchigen Krimirallye in Oberbayern gewonnen. Am Flughafen München trifft sie bereits den 17 jährigen Leon, mit dem sie zu ihrer Hütte auf dem Land fahren soll. Leon stellt sich als Abiturient und Hacker auf Bewährung heraus und ihre Hütte als Ruine, so daß sie behelfsmäßig in einem Stall schlafen. Auf der Suche nach Kaffee, finden sie morgens eine Leiche in einem Heuschober, sichern die Spuren und kurze Zeit später brennt der Schuppen und die Leiche ist weg. Ihr drittes Teammitglied, daß erst einen Tag später zu ihnen stößt, ist Maria sehr suspekt, sie misstraut ihm zutiefst. Dennoch suchen sie gemeinsam eine andere Unterkunft, in der über die Pfingstferien, völlig ausgebuchten Gegend.
Kommissar Lukas Zierlinger, war ein aufstrebender Stern bei der Kripo München, bis er bei einem Einsatz so stark traumatisiert wurde, daß Kollegen, mit seinem Ausscheiden aus dem Dienst rechneten. Nach einem Jahr Pause, versucht er den Wiedereinstieg auf dem oberbayrischen Land. Sein Vorgänger hat ihm riesigen Aktenstapel hinterlassen, da er sich in die Aufklärung eines Drogenrings verbissen hat, deren Sitz er in einer heruntergekommenen Saftfabrik vermutet. Noch ehe er alle Akten durchgelesen hat, wird eine unidentifizierte Leiche gefunden. Die verschwundene Leiche aus dem Heuschober, die Laien, finden sich mitten in einem echten Fall wieder.

Zu Beginn dreht sich alles um die sympathische Maria, die entschlossen ist, nach dem Tod ihres tyrannischen Ehemannes, ihr Leben zu genießen. Die Akribie mit der sie die vermeintlichen Spuren noch vor dem Frühstück sichert, lässt schmunzeln, die Offenheit, mit der sie auf den sehr viel jüngeren Leon zu geht, erobert sofort das Leserherz, ebenso wie Leon selbst. Eigentlich ein tolles Team, bis der dritte im Bunde, Christoph dazu stößt, der irgendwie nicht so recht dazu passen mag und die traute Runde stört.
Lukas Zierlinger wird immer noch von Flashbacks geplagt und versucht so gut es geht sich erst mal auf der neuen Dienststelle, mit den neuen Kollegen (mit einem vorbildlich hohen Frauenanteil) zurecht zu finden. Da er als einziger Erfahrung mit Mordfällen hat, ist das gemütliche Kennenlernen bald vorbei und der Fokus der Handlung verschiebt sich nun von den Hobbydetektiven zu den Profis. Obwohl die Spannung relativ früh beginnt, mit dem Auffinden der Leiche in dem windschiefen Schuppen, werden die Personen dennoch plastisch ausgearbeitet. Dieser Fund ist erst einmal ein Grund sich zu wundern, doch dann geht es eigentlich Schlag auf Schlag. Die scheinbar so friedliche Gegend, hatte in den letzten Jahren einige vermisste Frauen aufzuweisen und schon bald fehlt auch von Maria und Leon jede Spur. Auf diese Art und Weise gelingt es der Autorin immer wieder Höhepunkte und Spannungsbögen zu setzen, die eigentlich gar nicht mehr abebben wollen. Die Ermittlungen führen in die Tiefen eines vor Jahrzehnten stillgelegten Bergwerkes, dessen Enge geradezu klaustrophobisch die Spannung schürt. Susanne Rößner beschreibt die Sitution unter Tage so plastisch, das der Atem automatisch flacher geht, um das Einatmen des Kohlenstaubes zu vermeiden.
Nachdem gerade spektakuläre Rettungsaktionen in Schachten, Höhlen und nach Mineneinstürzen durch die Medien gingen, ist dieser Fall unglaublich aktuell und die Bilder von den unterirdischen Gängen aus den Nachrichten sofort vor dem inneren Auge präsent. Sehr gut gefällt mir, mit wie viel Respekt die Autorin die Dorfbewohner und insbesondere auch die Alten beschreibt, die ohne den Stress und die Hektik der Jugend, aufmerksam ihre Umwelt beobachten. Sie gibt nicht der leichten Versuchung nach, die Provinzler der Lächerlichkeit preis zu geben, auch nicht bei den Ermittlern, die ja normalerweise nur Einbrecher und Versicherungsbetrüger stellen. Eindrücklich schildert sie die Sehnsüchte der alten Bergmänner, nach Jahrzehnten noch einmal in ihre Grube ein zu fahren und sich dem Berg zu stellen, der den täglichen Kampf um Leben und Tod bedeutete. Eine Hassliebe, die für den Leser, dem schon die Schilderung der Suche in der beklemmenden Enge der Stollen, in der absoluten Schwärze einen Schauer über den Rücken zu jagen mag, fremd aber fesselnd ist.
Ein außergewöhnlich spannender Krimi, den man auch auf als Thriller bezeichnen könnte, dessen Liebe zu den Persönlichkeiten, das Grauen jedoch etwas abzumildern vermag. Eine wirkliche Stärke dieses geschickt aufgebauten Falles.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Susanne Rößler für die aktive Teilnahme in der Leserunde, für die ich dieses Rezensionsexemplar gewonnen habe.

Weil ich so begeistert von diesem Krimi/Thriller bin, verlose ich ab heute ein Taschenbuchexemplar unter allen die mir bis zum 5.2.19. um 23.59 h folgende Frage beantworten und mir folgen: Was ist bislang Dein Lieblingskrimi?

Am 6.2.19 wird das Los entscheiden. Bitte beachtet, daß ich auf eigene Kosten versende, daher kann es nur an eine Adresse innerhalb Deutschlands verschickt werden. Es gibt nur ein Buch, wer es gerne gewinnen möchte ist herzlich willkommen. Ausgezahlt wird der Gewinn nicht und sollte das Buch auf dem Postwege verloren gehen, täte es mir herzlich leid, dafür würde ich aber keine Haftung übernehmen. Bitte hinterlasst mir eine Kontaktmöglichkeit, oder einen Nickname, den ich identifizieren kann z.B. von Lovelybooks, FB oder Instagram.

Freitag, 1. Februar 2019

Jungs sind Idioten. Mädchen auch. Yvonne Struck, Illus. Carolin Dendorfer, Boje Verlag




Jungs sind Idioten. Mädchen auch. Yvonne Struck, Illus. Carolin Dendorfer, Boje Verlag
Finn (16) Sohn einer alleinerziehenden Biolehrerin, ist mal wieder wegen Ruhestörung aus der Klasse geflogen und langweilt sich auf dem Schulflur. Während er so über die dummen Sprüche seines Freundes Niklas gegenüber den Mädels aus der 9. nachdenkt, blickt er auf und in die blauen Augen von Lara (15) aus eben dieser 9. Klasse. Um beide ist es geschehen und so hilft Finn ihr, die Karte von 1998 aus dem Kartenraum in Keller zu holen. Beide sind total unsicher und wissen nicht genau, wie sie sich verhalten und was sie sagen sollen. Doch jeder von beiden findet den anderen umwerfend, sie sind hin und weg. Das merken auch ihre Freunde. Während seine Jungs dumme Sprüche machen, kichern sich ihre Freundinnen weg, oder geben Flirttipps von der Lieblingsbloggerin. Dabei wollen sie das beide nicht hören, denn sie wollen nur eins. Doch wie soll das klappen, wenn man so schüchtern, unsicher und unerfahren ist?
Ein total klasse Buch über die erste Liebe! Dieser Roman ist in Gedankenfetzenform geschrieben. Mit Tag und Zeitangabe blickt man Lara und Finn in die Köpfe und liest ihre Gedanken. Und die sind manchmal ganz schön kurz oder ganz schön leer, je nachdem wie es um sie gerade steht. In ihnen tobt ein Gefühls- und Hormonchaos, doch sie wollen so gerne zueinander finden, aber wie? Carolin Dendorfer hat dieses Gedankenpotpourri mit kleinen Zeichnungen, wie aus Schulheften garniert, die wirklich toll zu dem jeweiligen Gedankenthema passen. Manchmal denken die Zwei natürlich auch mal länger am Stück und es ist nicht immer sehr charmant den Eltern oder Lehrern gegenüber, die natürlich überhaupt keine Ahnung haben, wie peinlich oder störend sie gerade sind!
Die Gedankenfetzen wirken auf mich unglaublich authentisch und dieses hin- und herswitchen zwischen ihren Köpfen und Perspektiven ist toll. Man leidet umso mehr mit ihnen und durchlebt ihre Höhen und Tiefen, weil man als Leser ja immer weiß, was gerade im Kopf des anderen vorgeht. Diese erste Liebe ist so jung, so aufregend, so neu, so alles in den Hintergrund stellend – und dann kommen diese blöden Eltern (die in dieser Situation ebenso unsicher und überfordert sind, wie ihre Kinder) und fangen mit Verhütung an und anderen peinlichen Dingen, dabei wollen sie nur den Augenblick und ihr Glück genießen. Durch die Eltern und ihre Ängste und Unsicherheiten, aber auch die Fragen der Freunde, wird ganz toll das Thema erste Liebe erster Sex angesprochen, ohne Wertung, aber viel irritiertes Nachdenken und Anregung für die Leser, was ich toll finde. Hier wird kein Druck aufgebaut, im Gegenteil, denn es stellt sich heraus, daß alle Freunde, männlich und weiblich, eigentlich auch keine Ahnung haben und unerfahren sind. Das macht sie ja so furchtbar neugierig!

Lara und Finn finden sich unheimlich toll, dabei kennen sie sich gar nicht und wissen nichts voneinander, aber sie werden magisch angezogen und es sich ein Abenteuer, sich zwischen all den Küssen auch kennen zu lernen. Da sind Missverständnisse vorprogrammiert.
Die Geschichte von Lara und Finn umspannt nur einen sehr kurzen Zeitraum und endet wunderschön, aber offen. Klar, sie sind 16 und 15, wer weiß was das Leben für sie bringt. Da zählt der Augenblick und der ist wunderbar.
Yvonne Struck trifft den Ton der atemlosen Gedanken wunderbar. Sie öffnet die Tür in die unmittelbare Gedankenwelt verliebter Teenager und auf Wolke 7 und den Absturz in die Hölle, wenn… ja wann eigentlich? Eigentlich kann es jederzeit passieren und das macht es so unglaublich spannend, auch wenn gar nicht so viel passieren kann in den wenigen Tagen. Na ja, bis auf…. Unglaublich fesselnd und unmittelbar geschrieben. Ich habe es geliebt und weiß nun: Tja, mit dem 1. Freund wird dann auch mal wieder das Zimmer aufgeräumt, es hat auch gute Seiten 😉
Ein Buch voller emotionaler Momente, in denen man mit den jugendlichen Helden fliegt und auch aus höchster Höhe abstürzt, man sich mit ihnen schämt, das Blut in den Kopf steigt. Es lässt einen nicht kalt und man fliegt durch die Zeilen. Ein Buch so rasant wie die Gedanken durch den Kopf schwirren. Wunderbar!
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Yvonne Struck, daß ich ihr Buch im Rahmen einer Leserunde lesen durfte.