Samstag, 7. November 2026

Werbung/Reziexemplar: „Onkel Warfsmann und das Meer – Geschichten aus Ostfriesland“ Klaus-Peter Wolf, Autorenlesung ungekürzt, Goya Verlag

 

Werbung/Reziexemplar: „Onkel Warfsmann und das Meer – Geschichten aus Ostfriesland“ Klaus-Peter Wolf, Autorenlesung ungekürzt, Goya Verlag

 

In den letzten Jahren hat der Erfolgsautor Klaus-Peter Wolf immer wieder Kolumnen über seinen ostfriesischen Onkel Warfsmann, den es der Liebe wegen in den Ruhrpott (Gelsenkirchen) unter Tage verschlagen hat, veröffentlicht. Er war für Klaus-Peter Wolf mit seiner Liebe zum Leben, zu ihm und zum Geschichtenerzählen eine ganz prägende Figur. Wenn seine Eltern keine Zeit für ihn hatten, oder niemand an seine Autorenkarriere glaubte, seine Liebe zum Schreiben verstand, Onkel Warfsmann glaubte an ihn und stärkte ihm den Rücken. Hier sind all diese kurzen Texte erstmals vereint und sie spielen nicht ale in Ostfriesland, wie man meinen könnte, sondern eben auch in Gelsenkirchen, wohin der Onkel aus Liebe zu Tante Mia zog und ganz manchmal sogar in den Bergen, wohin Tante Mia manchmal wollte. Ich fragte mich bei seinen Ostfrieslandkrimis ja stets, was einen Westfalen denn an die Nordsee bringt und dazu darüber zu schreiben? Seine Geschichten sind schließlich stets von Liebe zu Land und Leuten, neben all den Verbrechen geprägt und man spürt seine tiefe Verbundenheit zu diesem Fleckchen Erde. Hier finden wir die Antwort!

 

Übrigens habe ich mich stets über den seltsamen Namen gewundert, gibt es den bei den Friesen wirklich? Ich hatte ja schon gelernt, dass es Vornamen gibt, die nur Friesen tragen dürfen (aber vielleicht ist das inzwischen auch hinfällig, wenn ich bedenke, welche Vornamen inzwischen zugelassen werden)? Ganz zum Schluss erfahren wir, dass Warfsmann der Nachname des Onkels ist und ihn offensichtlich alle nur bei seinem Nachnamen ansprechen.

 

Tante Mia hat Onkel Warfsmanns Geschichten stets als Seemannsgarn abgetan, aber sie enthielten meisten einen wahren Kern und waren gut erzählt. So haben sie den kleine Klaus-Peter, der über seinen Namen gar nicht glücklich war, sehr geprägt, wie so manch anderes auch. So haben sich Mia und Warfsmann zwar immer wieder aufgezogen, aber es war die einzige glückliche Ehe, die er in seiner Kindheit kannte und das ist für Kinder ein ganz wichtiges Vorbild, auch für das spätere Leben. Sie haben ihm den Glauben an glückliche Ehen, mit Höhen und Tiefen geschenkt, Ehen, die auch ein Ortswechsel und die Sehnsucht nach der Nordsee nicht erschüttern kann. Sie haben sich gegenseitig gelassen, wie sie waren, auch wenn sie bisweilen die Köpfe übereinander geschüttelt haben.

 

Die Geschichten sind sehr persönlich, sowohl aus Sicht des Onkels, der offensichtlich trotz der Liebe zu seiner Frau keine Kinder hatte, zum Glück für den kleinen Klaus-Peter, der stets bei ihnen unterkriechen konnte, wenn er es gerade brauchte, als auch aus Sicht des Autors. Wir erfahren, was ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist. Dazu gehören die guten, wie die schlechten Erfahrungen. Wichtig war es an sein Ziel zu glauben. Auch schlechte Schüler können später erfolgreich sein und Kunstlehrer waren offensichtlich schon immer Mangelware... ;)

 

Die Anekdoten sind kurz und knackig, liebevoll und pointiert, denn Onkel Warfsmann hatte Sinn für Humor und liebte das Leben, die Nordsee, seine Frau Mia, Klaus-Peter und gute Geschichten. Die Reihenfolge ist dabei willkürlich, wahrscheinlich hätte er selbst kein Ranking erstellen können.

 

Die Geschichten machen Mut, Lust auf die Küste und zeigen ganz deutlich, dass es gar nicht viel braucht um glücklich zu sein, aber Hoffnung und ein zufriedenes Gemüt, dass stets aus allem das Beste zu machen weiß hilft ganz sicher.

 

Geschichten die aufbauen, Mut machen, zum Schmunzeln bringen und unterhalten. Absolut persönlich gelesen vom Autor selbst, gibt er auch persönliche kleine Einblicke in sein Werk.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Goya Verlag für mein Rezi-Exemplar und Klaus-Peter Wolf für das nette Treffen beim Fischer Verlag auf der Frankfurter Buchmesse 26.


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Werbung/Rezensionsexemplar: „Geburtstag im Staubsauger“ Ulrich Hub, Illus. Jörg Mühle, Carlsen Verlag

 

Werbung/Rezensionsexemplar: „Geburtstag im Staubsauger“ Ulrich Hub, Illus. Jörg Mühle, Carlsen Verlag

 

Das blinde Huhn hat Geburstag und ist schon seit Tagen, nein eher Wochen, ganz aufgeregt deswegen und zählt wie oft sie noch schlafen muss. Nun ist es endlich so weit und natürlich kommt ihre beste Freundin, die lahme Ente zu ihr in den Hinterhof, um ihr zu gratulieren. Sie bringt ein riesiges Geschenk mit: einen Staubsauger! Das blinde Huhn ist echt enttäuscht, klar, es kann das Konfetti ja auch gar nicht sehen, dass die lahme Ente nun geschickt wegsaugt.... Es drückt auf den Knopf und nichts passiert! Nanu? Rasch nachgeschaut, während das Huhn den Stecker in die Steckdose steckt und schon ist die lahme Ente verschwunden! Einfach so! Aber das geht doch nicht, das blinde Huhn fand das Geschenk zwar doof, aber Geburtstag ohne die beste Freundin geht ja nun gar nicht. Also lässt sie sich auch einsaugen und begibt sich auf den Spuren der lahmen Ente auf eingeheimnisvolles Abenteuer ins Ungewissen und vielleicht ohne Wiederkehr. Wer weiß? Ich war ja noch nie in einem Staubsauger.....

 

Was habt Ihr schon mal alles in einem Staubsauger gefunden?

Dies ist das dritte und letzte Abenteuer von der lahmen Ente und dem blinden Huhn. Diese sind unabhängig von einander lesbar, wenn man sie aber alle lesen will, was man sich eigentlich nicht entgehen lassen sollte... ist es noch schöner, wenn man sie der Reihe nach liest, muss aber nicht sein.

 

Die Idee finde ich irre witzig, auch einem blinden Huhn ausgerechnet einen Staubsauger zu schenken. Ich wehre mich ja immer gegen Haushaltsgerätegeschenke, dabei bin ich ja nur ein schääles Huhn, könnte Staubmäuse aber schon noch sehen.... Ja, Staubmäuse sind auch so ganz geheime Bewohner nicht nur von Häusern, sondern auch von Staubsaugern, das war natürlich auch Ulrich Hub klar, dass ein Staubsauger ohne Staubmäuse natürlich eine reine Fiktion wäre und dies ist ja ein ernsthaftes Kinderbuch, oder so...  Nein tatsächlich ist es sehr einfallsreich und auch sehr lustig, wobei es auch einige nachdenkliche, besinnliche und wirklich verbindende tröstende Gedanken gibt. Es geht halt auch um wahre Freundschaft, von zweien, die gelernt haben, dass sie nicht perfekt sind, aber perfekt für einander! Wie perfekt können jung und alt auch wunderbar an den farbigen und unglaublich umwerfenden Illustrationen von Jörg Mühle erkennen. Die sind noch mal das Tüpfelchen auf dem „ü“ und runden, diesen vielschichtigen und witzigen Text noch mal besonders ab.

 

Es geht wirklich um die ganz großen Dinge im Leben, nicht nur Geburtstage, sondern auch Streiten und Versöhnen, Mut, Zusammenhalt und Abenteuer! Außerdem ist das Buch auch ein bißchen philosophisch, da es schon auch darum geht, was eigentlich passiert, wenn es kein Zurück mehr gibt... Leben die Zwei eigentlich noch? Gibt es ein Leben im Staubsauger? Solch elementare Fragen werden hier geklärt, aber naütrlich altersgerecht für alle ab 8 Jahren.

 

Die Schrift ist schön groß und fett, so daß es sich gut lesen lässt und zwischendurch ist es echt ganz schön chaotisch im Bauch des Staubsaugers, so purzeln die Gedanken auch schon mal in Blasen herum und es ist witzig, diese in Blasen gefassten Gedanken und Dialoge der Reihe nach zu ordnen und dabei die einzelnen Illustrationen beim Lesen grinsend zu bestaunen.

 

Es ist zwar schade, dass es nun heißt Abschied zu nehmen von Huhn und Ente, aber es ist ein schönes Ende, das Mut macht und dann fällt es ja auch gleich viel leichter!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Carlsen Verlag für mein Rezensionsexemplar!

 

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