Freitag, 11. September 2026

Werbung/ selbst gekauft: „Das letzte Aufgebot“ von Moritz Seibert, Rezension von Johannes

 

Werbung/ selbst gekauft: „Das letzte Aufgebot“ von Moritz Seibert, Rezension von Johannes

 

Ich habe dieses Buch von Moritz Seibert in den Sommerferien gelesen, als Vorbereitung für unseren Demokratietag in Solingen und war sehr begeistert.

 

Es ist Juli/August 1944 im fiktiven Ort Steinbach in der Eifel. Der 2. Weltkrieg zeigt deutliche Auswirkungen in diesem kleinen Dorf. Dennoch schaffen es Jakob, seine Familie und seine Freunde das Beste aus diesem Sommer zu machen. Vor allem Jakobs erste große Liebe Maria spielt eine wesentliche Rolle in diesem Sommer.

Doch dann endet dieser hoffungsvolle Sommer plötzlich durch eine folgenschwere Nachricht. Alle jungen Männer ab 16 Jahren werden eingezogen. Obwohl Jakob selbst nicht betroffen ist, er ist erst 15 Jahre alt, haftet ein enormer Druck auf ihm. Er fühlt sich seinem Vaterland verpflichtet und meldet sich freiwillig. Das finden seine Mutter und seine große Liebe Maria gar nicht gut. Doch Jakob will vor seinen Freunden keinesfalls als Feigling dastehen.

 

Die jugendliche Vorfreude, mit der Jakob und seine Freunde ihrem bevorstehenden Fronteinsatz und der Ausbildung im Reichsausbildungslager entgegenblicken, weicht schnell der harten Realität des 2. Weltkrieges, aus der Jakob mit Martin – einem wirklichen Freund - flieht, um seine große Liebe zu schützen.

Maria, seine große Liebe, heißt nämlich nicht Maria, sondern Hannah und Hannah ist Jüdin. Sie hat sich unter falschem Namen in Steinbach versteckt. Jakob hat es - kurz bevor er eingezogen wurde - erfahren, aber nicht nur Jakob weiß davon, Franz sein bester Freund hat ihn belauscht und im Reichsausbildungslage den Ausbildern davon erzählt.

Für Jakob ist zunächst eine Welt zusammengebrochen, doch die Liebe zu Maria/Hannah ist größer. Jakob flieht mit Martin nach Hause, um seine große Liebe zu retten.

 

Jakob’s anfängliche Begeisterung für den Nationalsozialismus und seine schrittweise Entfremdung und Abkehr werden in diesem Buch sehr authentisch erzählt. Die Leserin bzw. der Leser wird mitgenommen, wie unmenschlich und irrational dieses Regime ist. Besonders deutlich wird diese Irrationalität, als Jakob erfährt, dass Maria (Hannah) – seine große Liebe - Jüdin ist. Gleichwohl schafft Moritz Seibert es, die Leserin bzw. den Leser sehr nah in das Geschehen eintauchen zu lassen und aus der Ich-Erzähler Perspektive die Gedanken des Protagonisten ‚Jakob‘ hautnah miterleben zu dürfen.

 

Das Letzte Aufgebot von Moritz Seibert ist ein Buch, dass zum Nachdenken anregt - im Besonderen in diesen Tagen - und Jugendlichen wie Erwachsenen vor Augen führt, wie unmenschlich und absurd dieses nationalsozialistische System ist.

 

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass dieses Buch auch als Theaterstück in Bonn aufgeführt wurde.


Werbung/Rezensionsexemplar: „Das tödliche Artefakt – Der Siegelwahrer von London (2)“ Andreas Suchanek, gelesen von Julian Horysek, Der Audio Verlag, 9 h 52 min. ungekürzt, digital

 

Werbung/Rezensionsexemplar: „Das tödliche Artefakt – Der Siegelwahrer von London (2)“ Andreas Suchanek, gelesen von Julian Horysek, Der Audio Verlag, 9 h 52 min. ungekürzt, digital

 

Seit der Zerstörung des geheimen Artefakt Museums in Berlin lernen Liam und Julian eifrig beim verblichenen Kurartor Mr. Bradford des Londoner Museums. Doch ihre Ausbildung muss pausieren, als ihnen aus Paris gemeldet wird, dass in den Louvre eingebrochen wurde und augenscheinlich nichts gestohlen wurde, aber eine kopflose Leiche im Ausstellungssaal liegt. Julia und Liam suchen dort sofort den aktuellen Kurator Pierre auf, der bislang noch keinen Nachfolger hat. Gemeinsam erhalten sie Zutritt zum Tatort. Anders als die ermittelnden Polizisten vor Ort, kann Liam mithilfe der 2. Sicht erkennen, dass an der Wand lediglich ein magisches Abbild von Eugène Delacroix „Die Freiheit führt das Volk“ hängt. (Es ist das berühmte Historiengemälde, bei der die barbusige „Marianne“ auf den Barrikaden die Revolutionäre der französischen Revolution anführt, mit hochgestreckter Trikolore in der rechten Hand). Offensichtlich handelt es sich bei dem Original um ein mörderisches Artefakt, das sie unbedingt wieder finden müssen, um ein Abschlachten der Pariser Bevölkerung zu verhindern. Aber steckt da wirklich die Loge hinter?

 

Natürlich reist Liams bester Freund und Mitbewohner Harry ihnen nach Paris hinterher. So wie Pierre als hervorragender Koch erweist, stellt Harry unter Beweis, dass neben ihm Q eigentlich einpacken kann! Auch wenn sich das Gebäude des Londoner Museums hartnäckig gegen moderste Technik sträubt, schafft Harry es immer wieder ausgesprochen nützliche Gimmicks zu entwickeln und das Museum halbswegs auf Vordermann zu bringen. Doch Anschläge mit einer Guillutine lassen ihn auch ratlos zurück. Auch wenn er natürlich nicht über die Fähigkeiten von Pierre als voll ausgebildetem Kurator und Liam und Julia, die noch lernen, verfügt, so hat er so einiges auf dem Kasten und bringt mich immer wieder zum Schmunzeln, auch wenn hier nicht nur die Köpfe rollen. Es geht absolut fantastisch und richtig rasant zu, wobei auf die Vorgeschichte Bezug genommen wird und Liam und Julia nach und nach auch immer mehr über ihre eigene Vergangenheit erfahren.

 

Der Showdown am Ende ist absolut dramatisch und ausgebufft, aber damit ist die Geschichte noch nicht vorbei. Liam überwindet nicht nur sein Trauma gegenüber Polizisten, dank Eva, der netten französischen Kommissarin. Das ist dann auch schon eine Crux: die Kommissarin heißt Eva, frz. Ausgesprochen und die verschwundene Berliner Akolytin Ava, englisch ausgesprochen, was extrem ähnlich klingt. Das hat mich trotz der unterschiedlichen Nachnamen beim Zuhören immer mal wieder verwirrt.

 

Julian Horysek habe ich wieder sehr gerne zugehört, wobei ich mir einen Französisch-Coach für ihn gewünscht habe. Im Englischen ist es bei ihm kein Problem, auch im letzten Band in Berlin nicht. Meistens ist seine frz. Aussprache auch korrekt, bei einem Wort nuschelt er aber immer wieder so, dass ich echt nicht weiß ob es nur Mord oder Mörder auf Deutsch heißt.... das lenkt mich dann immer unnötig ab, obwohl ich ja gut aufpassen sollte, um bloß keine der kniffligen, ausgeklügelten Hinweise zu verpassen. Er klingt auch dieses Mal super sympathisch und

Die Kombination aus Verschwörung, Geheimbünden und Museumsnetzwerken und hier der Kunstszene gefällt mir sehr gut, auch dass Liam, der sich zuvor als Fahrradkurier in London gerade so über Wasser halten konnte, sein Fahrrad vermisst, mag ich. Der Autor lockert selbst in den aufregendsten Momenten die Story mit humorvollen Randbemerkungen auf. Auch seine Charaktere sind wunderbar eigen und dabei liebenswert. Niemand ist aalglatt, aber auch ebenso wenig völlig verkorkst. Jeder trägt sein Päckchen mit sich herum, aber gemeinsam sind sie trotz ihres jungen Alters und der unvollständigen Ausbildung echt stark! Getoppt werden sie aber natürlich von Hund Shakespeare und dem Geist des verstorbenen Kurator Mr. Bradford und natürlich dem obersten Kurator, der ähnlich wie Charly von den drei Engeln stets nur zu hören, aber nie zu sehen ist....

Gerade nach dem rätselhaften Ende voller Andeutungen bin ich gespannt, wie es weiter geht!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich für kurzweilig-fantastische Unterhaltung beim Der Audio Verlag!

 

Hier könnt Ihr reinhören:

https://der-audio-verlag.de/hoerbuecher/das-toedliche-artefakt-der-siegelwahrer-von-london-suchanek-andreas-978-3-7424-4094-5/

 

#DerSiegelwahrerVonLondon #DasTödlicheArtefakt #Andreas Suchanek #JulianHoreysek #Geheimbünde #LouvresEinbruch #MagischeArtefakte #Hörbuchliebe #Hörbuchtipp #Fantasy