Rezension: Ever After High, Die Schule der Herzenswünsche von Shannon Hale
Das Buch „Ever After High; Die Schule der Herzenswünsche“ von Shannon Hale ist der erste Band einer Triologie, auf dessen Grundlage Matel, zwischen 2013 und 2018, eine Serie über vier Staffeln und mehrere Filme veröffentlichte. 2013 erschien zudem der erste Band der Ever After Higt Serie in Deutschland bei Arena. Neben der Triologie gibt es zudem noch verschiedene Sidestories, welche auch von Arena verlegt wurden.
Ein jedes Märchen beginnt mit einem „Es war einmal“ und endet in den meisten Fällen mit einem “glücklich bis ans Lebensende“. Doch all das gilt nur für die Helden der Geschichte, die Bösen werden am Ende ein jedes Märchens bestraft und bekommen kein glückliches Ende.
An der Ever After Higt, der Schule an welcher zukünftige Märchengenerationen auf ihr Schicksal vorbereite werden, wird die Teilnahme am Märchen der Eltern durch eine Unterschrift im Buch der Märchen und Sagen besiegelt.
Doch genau das Versucht nun die Tochter der Bösen Königin, Raven Queen, zu vermeiden. Sie will nicht böse sein wie ihre Mutter und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Genau diese gefährlichen Gedanken beunruhigen nun aber ihre Mitbewohnerin Apple White, der Tochter von Schneewittchen, da im Ever After Land der Glaube vorherrscht, dass ein Jeder verpufft, der nicht in die Fußstapfen seiner Eltern tritt. Die Angst, dass sowohl sie als auch Raven und die restlichen Charaktere des Schneewittchenmärchen einfach verpuffen könnten, wenn Raven nicht im Buch der Märchen und Sagen unterschreibt, beunruhigt Apple so sehr, dass sie alles daran setzt Raven von diesen Gedanken abzubringen und sie zu überzeugen, dass ein solches Vorhaben viel zu gefährlich sei.
Gemeinsam begeben sich die beiden also auf die Suche nach einer Antwort auf die Frage was passiert wenn Raven nicht im Buch der Märchen und Sagen unterschreibt, nachdem Raven eine nicht unterschriebene Seite im Buch der Märchen und Sagen gefunden hat. Ist das Märchen hinter dieser nicht unterschriebenen Seite einfach in Vergessenheit geraten, oder sind wirklich alle Charaktere des Märchens verpufft, wie es behauptet wird?
Als jemand der die Bücher im Teenager Alter gelesen hat, nachdem sie die Serie als Kind geguckt hat, muss ich sagen, dass mir das Buch, bzw. die gesamte Triologie tatsächlich sogar noch besser gefallen hat, als die Serie.
Nicht nur weil im Buch Fragen beantwortet werden, die die Serie offen lässt, zum Beispiel Apples Drang, Raven unbedingt davon zu überzeugen im Buch der Märchen und Sagen zu unterschreiben, sondern auch, weil die Geschichte im Allgemeinen viel Tiefer geht, da sich im Buch für die einzelnen Arcs viel mehr Zeit gelassen wird. Meiner Meinung nach wirken die Handlungsstänge in der Serie, zugegebenermaßen erst nachdem man die Bücher gelesen hat, an manchen Stellen doch sehr gerusht. Besonders der Schicksalstag sticht hier heraus, welcher ein ganzes Buch umfasst, in der Serie aber nur eine Folge a. 22 Minuten, was ich persönlich für den Einstieg in die Serie, welche sich mit einer solch komplexen Frage wie: Soll ich im Buch der Märchen und Sagen unterschreiben, oder nicht?, einer Lebensendscheidung für Raven, doch deutlich zu kurz finde, besonders im Vergleich zum Buch.
Positiv sind mir besonders die Unterhaltungen zwischen Madie, Ravens bester Freundin, und dem Erzähler aufgefallen, da sie nicht nur einen angenehme Abwechslung ist, die ich in dieser Form noch nie zuvor gelesen habe, sondern mich auch noch nach dem zweiten und dritten Mal lesen zum Schmunzeln bringen. Die lockere Art, wie sich Madie mit dem Erzähler unterhält und immer wieder Informationen aus dem Erzähler heraus bekommt, obwohl dieser doch einfach nur seinen Job machen will, finde ich einfach zu komisch.
Zudem finde ich die eigentliche Botschaft der Geschichte, Regeln in Frage zu stellen, wenn sie für einen selbst keinen Sinn ergeben und nicht alles hinzunehmen, sehr wichtig, besonders da sich das Buch an eine junge weibliche Zielgruppe richtet.
Besonders in einer Welt, die immer noch von Geschlechter Klischees geprägt ist, brauchen junge Mädchen Vorbilder wie Raven um zu verstehen, dass es vollkommen in Ordnung ist sich gegen das zu wehren was man selbst nicht möchte und genau das vermitteln sowohl das Buch als auch die Serie.
Meine einzige Kritik an der allgemeine Storyline wären mache Logikfehler, welch aber auch zum Teil selbst von den Charakteren aufgezeigt werden, zum Beispiel die Frage, wie Raven bitte Apples Stiefmutter werden soll, oder das so ziemlich alle ihr Schicksal kennen und die Bösewichte doch unabhängig von ihrem Schicksal versuchen müssten ihre bösen Vorstellungen auf andere Art und Weise zu erreichen.
Ich meine warum sollte Raven als Böse Königin den Jäger damit beauftragen Apple als Schneewittchen im Wald zu töten, wenn sie doch weiß, dass dieser Plan doch sowieso nicht funktioniert. Zumindest in meinen Augen ergibt das keinen Sinn.
Trotz dieser kleinen Kritik finde ich persönlich Ever After High eine wirklich einzigartige Geschichte, da sie wichtige Werte vermittelt und Kinder zum nachdenken anregen kann und das auf eine Art und Weise, wie ich sie von der Grundidee davor noch nie gelesen habe.
Als jemand, die nur durch Zufall nach Jahren des Konsums der Serie auf die Bücher gestoßen ist, muss ich sagen, dass sich für mich diese Bücher mehr als nur gelohnt haben. Sie waren für mich eine Möglichkeit noch tiefer und in gewisser Weise ganz neu in eine Geschichte einzutauchen, die ich schon seit Jahren liebe.
Besonders für Fans der Serie sind die Bücher in jedem Fall eine Bereicherung und ich finde es wirklich schade, dass sie im Moment nur noch second Hand zu kaufen sind, da es sich bei Ever After High um eine wirklich interessante und fesselnde Geschichte handelt.