Samstag, 19. September 2026

Werbung/Rezensionsexemplar: „Lady Grace Mysteries (3) – Verschwörung“ Grace Cavendish, Knesebeck Verlag

 

Werbung/Rezensionsexemplar: „Lady Grace Mysteries (3) – Verschwörung“ Grace Cavendish, Knesebeck Verlag

 

August 1569 England auf dem Land: Im Sommer verlässt der Hofstaat, natürlich einschließlich Elisabeth I, ihre Hofdamen und Hofjungfern London und bereist das englische Land. Somit kann der Palast wieder gründlich gereinigt und gekalkt werden, man entkommt der Pest, die im Sommer am schlimmsten in den Städten wütet und die Königin bleibt im Kontakt mit ihren Untertanen. Am Landsitz von Lord Robert Dudley, Earl of Leicester, dem klaren Favoriten der Königin verweilt der Hof mit seinem Reisetross mehrere Tage und soll dort auf die Abordnung des schwedischen Prinzen Sven treffen, der um die Hand der Königin werben will. Doch von Anfang an reiht sich ein Unglücksfall an den nächsten und meist ist es ihre jüngst Hofjungfer und Patentochter Grace, die die größten Katastrophen verhindern kann. Auch wenn Grace den Earl nicht leiden kann, wird sie misstrauisch, denn der Earl ist ausgesprochen gewissenhaft und würde seine Königin niemals gefährden. Natürlich beginnt die erste und bislang einzige Persevantin der Königin zu ermitteln, mit Hilfe ihrer Freunde, dem Wäschemädchen Ellie und dem Gaukler Masou.

 

Grace Cavendish, was natürlich nur ein Künstlername ist, da dies ja der Name der königlischen Persevantin (=Geheimermittlerin) ist, schafft es ganz wundervoll die sommerliche Atmosphäre des Hofes auf Reisen zu erwecken, in dem sie nebenbei schildert, wie dies alles organsiert ist und was das für ein wahnsinniger Aufwand war (es gab z.B. die königlichen Reisemöbel doppelt, damit immer ein Set aufgebaut wird bzw. in Benutzung ist, während das Doppel bereits unterwegs zum nächsten Ziel ist). Doch nicht nur für den Hofstaat ist die sommerliche Reise ein irrer Aufwand, auch für die Adligen, deren großen Landsitze mit dem königlichen Besuch beehrt werden. Es gilt nicht nur hunderte Leute einzuquartieren und zu bewirten und im Falle des engsten Hofstaates wie die Königin, ihre Hofdamen, Hofjungfern, Günstline und Kronrat ausgesprochen königlich, sondern auch zu unterhalten. Sie schafft es dabei auch uns einen guten Einblick in Elisabeth I Charakter zu vermitteln, die nicht nur außerordentlich schön, sondern auch sehr klug und gebildet war. Auch wenn es immer hieß, dass keine Frau England je regieren könne, war es doch seine erste Königin, die es zu wahrer Größe führte.

 

Lady Grace ist nicht die Schönste, aber das juckt sie nicht, weil sie sich mit ihren 13 Jahren eh nicht für die Liebe und so'n Quatsch interessiert, wie Lady Sarah und Lady Jane, die ständig nur mit ihren Pickeln, ihrer Schminke und ihren Verehrern beschäftigt sind. Sie ist neugierig und liebt es mit ihren Freunden Ellie und Masou ganz undamenhafte Dinge zu unternehmen. Zum Glück hat die Queen zugestimmt, dass Ellie sie auf dieser Reise begleiten darf und immer wieder im Gemach der Hofjungern aushelfen darf und so auch Spezialaufträge für Grace ausführen kann, ganz zum Missfallen der missmutigen Wäschemeisterin. Da das Unterhaltungsprogramm vor allem vom Earl of Leicester organisiert wird, kommt Masou dieses Mal weniger vor, als bisher, insbesondere zum letzten Band, aber natürlich ist er mit dabei. Dieses Mal ist es jedoch John Hull, ein junger Edelmann des Earl of Leicester, der stets Grace zu Diensten ist, der sie sichtlich aus der Fassung bringt. Grace errötet doch sonst nicht! Aber sie hat sich den Knöchel verstaucht und John soll ihr behilflich sein. Hoffentlich wird sie jetzt nicht so albern wie Sarah und Jane! Wenn es drauf ankommt, ist Grace aber voll bei der Sache.

 

Natürlich steht ihr kein Kriminallabor zur Verfügung und sie kann nur ihre Augen und Ohren offen halten und ihren scharfen Verstand nutzen, um das Rätsel hinter all diesen vermeintlichen Unglücksfällen zu lüften. Daher ist es ein klassisches Who-dunnit, bei dem man selbst gut miträtseln kann, wenn man nur aufmerksam genug mitliest und mitdenkt. Wer weiß, vielleicht kommt ihr ja auch auf den Übeltäter, genau wie Grace?

 

Auch dieser Band ist wieder wunderschön und hochwertig aufgemacht mit Goldprägung auf dem Cover und lila Farbschnitt.

Im Glossar werden für die heutige Zeit ungebräuchliche Begriffe erklärt und anschließend folgt die wahre Geschichte hinter der Geschichte, damit die Leserinnen auch wissen, wieviel von diesem Abenteuer wahr und wieviel Dichtung ist... Die Leseprobe zu „Lady Grace Mysteries (4) Täuschung“ hat mich schon wieder richtig neugierig auf die Fortsetzung gemacht!

 

Ich liebe ja diese Reihe ab 12 Jahren, die vom ZDF verfilmt wurde!

 

Ganz herzlichen Dank an den Knesebeck Verlag für mein Reziexemplar!

 

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Werbung/Reziexemplar: „Heute bin ich“ Mies van Hout, Aracari Verlag

 

Werbung/Reziexemplar: „Heute bin ich“ Mies van Hout, Aracari Verlag

 

Kindern fällt es oft nicht leicht, ihre eigene Gefühle der anderen zu erkennen, zu deuten oder zu benennen. Über diese zu reden, fällt mit diesem wirklich sehr ausdrucksstarken und künstlerisch überraschend klaren Fischen aus Pastell und Wachskreiden aus der Hand von Mies van Hout dann überraschend leicht!

Mit teilweise nur wenigen Strichen zaubert er z.B. einem kleinen Fisch einen richtig neugierigen Blick ins Gesicht. Mit überwiegend gelber Kreide auf schwarzem Grund, so dass die Farben richtig leuchten. Das entsprechende dazu gehörigen Gefühl steht dann auf gelben Strukturgrund in verschiedenen Farben und in Handschrift auf der gegenüberliegenden Seite. Ja, auch die Gefühlswelt von Fischen ist vielfältig: neugierig, nervös, mutig, verlegen, erstaunt, betrübt, zornig, stolz, neidisch, verliebt, böse, vergnügt, verwirrt, zufrieden, ängstlich, sorglos, erschrocken, verblüfft, gelangweilt, und letztendlich glücklich! Diese Fische sind einfach hinreißend! Auch wenn einige mehr zum Liebhaben sind als andere. Der Zornige ist ganz schön erschreckend und der mutige verblüffend klein... denn Mut kann ja auch schon schön unerwartet auftreten, so wie dieser kleine Fisch, am Rand versteckt...

 

Wer hätte das gedacht, was alles in so kleinen oder großen Fischen stecken kann? Genauso viele große und kleine Gefühle, wie in Dir und mir! Dabei wählt der Autor und Künstler Mies van Hout ganz viele verschiedene Fischarten, um auch die Vielfalt von uns, unserem Äußeren und Inneren zu zeigen. Eine schöne Anregung um mit Kindern über Gefühle ganz allgemein oder ausgegebenen Anlass zu reden. So kann man auch gut unangenehme Gefühle auf die Fische, die sich ja nicht wehren können, projizieren. Dieses Buch ist so wunderschön und liebevoll gestaltet, dass es auch gerne noch nach dem Kleinkindalter noch in die Hand genommen wird, einfach um es zu betrachten und sich ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu lassen.

 

Zurecht hat dieses Werk den Deutschen Jugendliteraturpreis in Silber 2013 gewonnen und erscheint inzwischen in der 30. Auflage. Ein moderner Klassiker!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Aracari Verlag für mein Rezensionsexemplar!

 

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