Freitag, 17. Juli 2026

Werbung/Rezensionsexemplar: The Girls Ghostbusting Agency (1) – Crazy Spooky Love, Josie Silver gelesen von Mélanie Fouché, Argon digital, 10 h 49 min.

 

Werbung/Rezensionsexemplar: The Girls Ghostbusting Agency (1) – Crazy Spooky Love, Josie Silver gelesen von Mélanie Fouché, Argon digital, 10 h 49 min.

 

Melody Bittersweet kriegt die Krise, da sie 27 geworden ist und die 27 für die Frauen in ihrer Familie kein gutes Alter ist. Denn Melody kommt aus keiner normalen Familie und war daher immer eine Außenseiterin, wenn auch eine attraktive: alle Frauen ihrer Familie können Geister sehen, sie hören und mit ihnen sprechen. Ihre Mutter, die sie ständig verkuppeln will und ihre ebenso exzentrische Großmutter nutzen dieses Talent um als Medium gegen gute Bezahlung Kontakt zu den Verstorbenen aufzunehmen. Doch Melody möchte auf eigenen Beinen stehen und gründet mit ihrer besten Freundin Marina, aus einer Sizilianischen Großfamilie, die allen vor Ort ebenso suspekt ist, wie die Bittersweets, eine weibliche Ghostbusting Agentur. Noch ehe sie den ersten Auftrag haben, bequatsch ein Frischverstorbener Melodie seinen Sohn Art, ebenfalls ein Außenseiter, als Azubi einzustellen. Stellt sich nur noch die Frage, wo sie nun ihren ersten Auftrag hernehmen sollen. Da läuft gerade die Sendung von Melodys Ex Leo Dark im Fernsehen. Er soll in der Nähe ein Herrenhaus von unerwünschten Geistern befreien! Was Leo kann, kann Melody besser und so tritt sie in einen erbitterten Konkurrenzkampf mit ihrem hotten Ex. Auch Journalist Fletcher Gunn hat Leos Auftritt gesehen. Als sein und Melodys erbitterter Gegner, der Spuk für Scharlatanerie hält taucht er vor Ort auf, um zu beweisen, dass Leo und Melody Betrüger sind. Dabei sieht er leider unglaublich scharf aus und bringt Melody immer wieder auf andere, unzüchtige Gedanken....

 

Das klang nach Cosy Fantasy und RomCom, wobei Melody ganz klar ein Action-Girl ist und mit RomComs nichts anfangen kann. Dafür werden allerdings viele Klassiker des Genres zitiert....

 

Leider konnte mich die Romance nicht so ganz überzeugen, Ich habe das viel zitierte Knistern nicht gespürt, dafür hat die zwei einfach zu wenig verbunden, bzw. haben sie gar nicht erst versucht herauszufinden, ob sie etwas verbindet. Sie fühlen sich magnetisch von einander angezogen, obwohl Sie sich gar nicht leiden können. Dass es nur auf der gegenseitigen Optik beruht, reicht mir nicht.

 

Dafür fand ich sowohl den etwas linkischen und verhuschten Azubi Art, der langsam richtig aus sich herauskommt und für so manchen Überraschung gut ist, als auch den einohrigen Mops Lestat richtig sympathisch.

 

Das Verbrechen das die Geisterjäger aufklären mussten gefiel mir auch. Die Geister mit deren komplizierten Bruderzwist sie sich auseinandersetzen müssen sind lebendig und sehr konträr beschrieben. Dabei entwickeln sie sich so, dass sich durchaus im Laufe dieses Auftrages die Sympathien verschieben. Einige ihrer Eigenheiten sind herrlich verschroben, andere einfach erschreckend oder sie laden zum Schmunzeln ein. Ganz anders der Erbe des Anwesens, der ist tatsächlich zum davon laufen.

 

Es wird als Love Triangle beworben, wobei ich Leo Dark eigentlich nicht wirklich als Love Interest sehen kann, dafür hat er sich selbst zu sehr ins Aus geschossen. Was an Marinas sizilianischer Familie allerdings so Angst einflößend ist, wüsste ich aber schon genauer. Nonnas Backkünste sind es garantiert nicht!

 

Der Ton ist flockig und humorvoll spritzig, eher nicht gruselig. Das liegt sicherlich auch an der quirligen Stimme von Mélanie Fouché, die wirklich jung und unternehmungslustig klingt. Man kann sich sehr gut vorstellen, dass jemand der so quirlig ist, die ganzen Mengen Süßkram, die Melody ständig in sich hineinstopft, locker wegsteckt, schließlich ist sie ständig in Action. Ich kannte sie noch nicht, habe ihrer lebendigen Stimme aber sehr gerne zugehört.

 

Ein kurzweiliges Hörvergnügen, wobei es mich nicht ganz überzeugen konnte, aber ich mag ja auch tatsächlich all die RomComs, mit denen Melody nichts anfangen kann ;)

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Argon Verlag für mein ersehntes Hörexemplar.

 

Hier könnt ihr Reinhören:

https://www.argon-verlag.de/hoerbuch/josie-silver-the-girls-ghostbusting-agency-crazy-spooky-love-9783732484874

 

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Mittwoch, 15. Juli 2026

Werbung/Rezension: „Hilma af Klint, Ein Pop-Up-Buch“ Susie Hodge, Teresa Bellon, Fischer Sauerländer

 

Werbung/Rezension: „Hilma af Klint, Ein Pop-Up-Buch“ Susie Hodge, Teresa Bellon, Fischer Sauerländer

 

Diese Pop-Up-Buch-Reihe Reihe für Kinder ab 5 Jahre, die Kinder auf richtig plastische Art und Weise Kunst nahe bringen soll, finde ich ja total klasse! Bei diesem habe ich allerdings gestutzt, da ich die Künstlerin überhaupt nicht kannte. Na sowas! Wie konnte das nur sein?

 

Na ja, der Zeitstrahl am Ende des Buches und die Texte legen es nahe: Hilma af Klint war ihrer Zeit so weit voraus, dass sie sich dessen bewusst war, dass ihre Zeitgenossen ihre Werke nicht verstehen würden, nicht nur weil sie recht abstrakt sind und nicht naturgetreut, auch die Thematik wird viele überfordert haben.

 

Zwischen den Zeilen habe ich herausgelesen, als hätten nicht wenige ihrer Mitmenschen sie für verrückt gehalten. Auch kann man erahnen, dass sie, die sie kein klassisches Rollenbild lebte und sich stets unter Frauen aufhielt, Männer nicht reizvoll fand. Bei Frauen wurde des damals ja noch geduldet, wenn man es nicht zu offen zur Schau stellte, aber zum Star wurde man so nicht. Sie gab ihre Bilder daher ihrem Neffen zur Aufbewahrung, der sie erst veröffentlichen sollte, wenn die Gesellschaft reif dafür sei... das war erst nach ihrem Tod durch einen Autounfall im Jahre 1944 der Fall und auch damals waren die Menschen noch nicht so weit, um die spirituelle Kunst, dieser Frau, die aus dem gängigen Denkschema fiel zu schätzen. 1970 wurde die Welt erstmals auf sie wirklich aufmerksam, aber noch setzte sie sich nicht durch. Erst eine Ausstellung 2013 in Schweden ließ die Kunstwelt aufmerken und erst eine Ausstellung im Guggenheim Museum 2018 in New York brachte den Durchbruch. Wahrscheinlich war selbst ihr Neffe damals schon verstorben.

 

Da ich noch nie in New York war und deutlich vor 2013 in Schweden ist es also kein Wunder, dass sie mir bislang kein Begriff war.

 

Die Texte sind wirklich für Kinder verständlich und lassen Erwachsene erahnen, welch ungewöhnlicher Mensch sie für ihre Zeit (1862 – 1944) war. Sie liebte die Natur und das Spirituelle, jenseits der offiziellen Kirche. Dadurch dürfte ihre Popularität ganz schön gelitten haben.

 

Die Pop-Up-Elemente sind nicht nur wirklich ausgeklügelt, sondern teilweise richtig spektakulär! In das Solomon R. Guggenheim Museum, dass beim Aufklappen seine typische Fassadenwölbung zeigt, war ich sofort schockverliebt, aber auch ihre Kofferausstellungen sind sensationell wiedergeben, in dem man einen kleinen Koffer aufklappen und die Bilder herausnehmen und betrachten kann, ohne dass etwas verloren gehen kann.

 

Die Illustrationen sind aus Kosten- und Urheberrechtsgründen vereinfachte Darstellungen und keine Kopien, aber sie vermitteln einen sehr guten Eindruck von den Werken dieser wiederentdeckten Künstlerin. Sie verdeutlichen auch das besondere an ihnen.

 

Also eigentlich finde ich dieses Buch total super. Aber da die Künstlerin keine ist, die jeder kennt, sind die Texte wirklich inhaltlich und etwas umfangreicher, ohne Kinder zu überfordern. Es ist aber dennoch ein Bilderbuch und bei Bilderbüchern erwarte ich eine gewisse Schriftgröße. Bis auf die Überschriften mit ihren fettgedruckten Zusammenfassungen konnte ich das Buch tatsächlich nur auf der Terrasse bei Sonnenschein lesen, sprich: die Schrift ist viel zu klein. Das werden Leseanfänger nicht lesen können und auch Vorlesende ab einsetzender Alterssichtigkeit haben keine Chance (ich habe es selbst mit Gleitsichtlinsen nicht lesen können, ohne volles Sonnenlicht). Meine Jüngste als Teenagerin würde sich nun schlapp lachen, für Teenager ist das echt kein Problem, aber die lesen selten vor.... junge Eltern mit Adleraugen haben da wohl auch eher kein Problem.

 

Ich habe es daher erst im Sommer auf der Terrasse gelesen und bestaunt! Ich habe wirklich viel gelernt und die wirklich komplexen Pop-Up-Elemente, die die Kunstwerke ganz toll ergänzen haben mich wirklich aus den nicht getragenen Socken (ist ja Sommer) gehauen! Ganz große Buchmacherkunst!

 

Ein echter Hingucker, der neugierig auf Kunst macht und zum Entdecken einlädt! Aufgrund ihrer freundlichen Farben und Motive ist sie auch wirklich gut für diese Reihe geeignet.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bem Fischer Sauerländer Verlag für dieses wunderschöne Bilderbuch über eine mir unbekannte Künstlerin!

 

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