Dienstag, 21. April 2026

Krawall im Klassenzimmer (2) Schüleraustausch mit Hindernissen, Anja Janotta, Julia Weinmann, Gulliver Ready

 

Krawall im Klassenzimmer (2) Schüleraustausch mit Hindernissen, Anja Janotta, Julia Weinmann, Gulliver Ready

 

Nach den Ferien ist vor den Ferien und immer vor den Ferien verleiht „das Blaue Auge“ der inoffizielle Schulblog eine Trophäe für „die beste Hammeraktion“, also eine Aktion, die Schwung in den öden #Schulalltag der Lindenberg Schule bringt! Klar das Fritzi und Nils nun richtig heiß sind, die begehrte Trophäe für ihre jeweiligen Klassen zu gewinnen. Allerdings nehmen beide auch #Austauschschüler aus Italien auf und das sorgt schon für allerlei Trubel. Nils Austauschpartner Enzo sieht nicht nur gut aus und ist super sportlich, sondern hat offensichtlich auf ein Auge auf Fritzi geworfen. Sandra, auf die Fritzi sich so gefreut hatte, ist eher still und zurückhaltend und gar nicht so, wie sie sich eine temperamentvolle Italienerin vorgestellt hatte! Und dann ist da ja noch Mirko Novak, dessen Angebot vom Schulkiosk man den Gästen aus Italien ja nun wirklich nicht vorsetzen kann. Da muss sich doch etwas machen lassen!

 

Witzige #Schulabenteuer mitten aus dem Leben, mit vielen Dialogen und Vignetten und Illustrationen von Julia Weinmann, die den Lesespaß erhöhen. Die Geschichten richten sich gezielt an 8-11 jährige-Nicht-Leseratten und bieten gezielt Geschichten, die die Zielgruppe interessieren, ohne die #Lesemotivation zu erschöpfen. So sind die Geschichten nicht nur altersgerecht und kurzweilig, sondern haben auch ein ganz klares, gut lesbares Schriftbild in augenfreundlicher Größe  und einem großen Zeilenabstand, bei dem man nicht so leicht in der Zeile verrutscht. Die Kapitel sind schön kurz und auch der Umfang des Buches schreckt nicht ab. Aber, es ist ein richtiges Buch und kein Comic-Roman, worauf sicherlich einige Eltern oder Lehrer Wert legen werden. Dieses Buch meidet also ganz bewusst viele Punkte, die bei üblichen Büchern für diese Altersklasse jene Kinder abschrecken, die sich mit dem Lesen schwer tun oder das Lesen noch nicht für sich entdeckt haben. Ja, wenn ich schon an die kleine Schrift der meisten Bücher und die engen Zeilen denke, vergeht mir oft die Lust... Das Problem hatte ich hier überhaupt nicht.

 

Und die Themen? #Streiche in der Schule lieben alle Schüler, aber es ist gar nicht so leicht a) sich was Gutes auszudenken und b) nicht dabei erwischt zu werden! Insbesondere wenn Mirko Novak und die Direktorin nur so auf der Lauer liegen! Es ist schön, alle quirligen Schüler der 6 a und 6 d wieder zutreffen in ihrem ewigen Kampf um die begehrte Trophäe, der ja nicht so bierernst, sondern eher kameradschaftlich ist. So musste sich die Autorin ja auch pädagogisch vertretbare Streiche ausdenken, die cool und beeindruckend sind, aber nicht die Eltern der Leser entsetzen, sollten diese sie nachmachen wollen (und immer schön hinterher aufräumen, nicht wahr?!). Die kurzen Zwischenkapitel mit den frechen und ironischen Kommentaren und Berichten von @Das-blaue-Auge im Schulblog lockern die Geschichte auf und spornen den Ehrgeiz der rivalisierenden Klassen an. Natürlich wird die Identität hinter dem geheimnisvollen Blog auch dieses Mal nicht verraten.

 

Am Ende stellen alle fest, dass so ein Schulaustausch eine aufregende Sache ist, allerdings der erste Anschein auch ganz schön trügen kann und man sich nicht so feste Vorstellungen von seinen Austauschpartnern machen sollte sondern sie lieber so nehmen wie sie sind! Gemeinsam kann man die größte Party aller Zeiten auf die Beine stellen! Anja Janotta hält sich nicht mit langen Beschreibungen oder Erklärungen auf, das meiste ergibt sich aus den Dialogen. Dadurch erhält die Story Schwung, ohne Längen, in einfacher kindgerechter Sprache – mitten aus dem Schülerleben eben! Ob das Essen an der Lindenberg Schule besser wird? Abwarten!

 

Kurzweiliger Schulspaß von 8 – 11 Jahren, besonders für Lesemuffel geeignet.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Anja Janotta und dem Gulliver Verlag für mein Rezensionsexemplar!

 

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Samstag, 18. April 2026

 

Der andere Arthur, Liz Moore, gelesen von Uve Teschner & Timmo Nisner, Der Audio Verlag, 10 h 27 Min. ungekürzt Der Audio Verlag, Download

 

Arthur Opp war schon als Kind pummelig und wurde daher von seinem berühmten Vater einem Stararchitekten ebenso abgelehnt, wie seine übergewichtige, aber liebevolle Mutter, die viel zu früh, wahrscheinlich an einem gebrochenen Herzen starb. Seither hat Arthur das Gefühl, von allen die ihm etwas bedeuten über kurz oder lang verlassen zu werden. Einst war er Literaturprofessor, doch seit 18 Jahren auch dies nicht mehr, doch ist er bestens versorgt. Mit einer ehemaligen Studentin, die sich nicht mehr als ein Semester am College leisten konnte, begann er einen jahrelangen Briefwechsel. Mit ihr Charlene Turner, deren Einsamkeit für ihn so greifbar war, wie seine eigene, fühlte er sich verbunden, wie mit niemand anderem. Seit 9/11, als niemand bei ihm anrief, um sich zu erkundigen, wie es ihm ging und er ebenfalls niemanden anrufen wollte, um sich zu erkundigen, verlässt er das Haus nicht mehr. Wozu? Niemand da draußen wartet auf ihn und er kann sich alles liefern lassen. Seither wird er immer dicker.... Doch eines Tages kommt Bewegung in seinen Trott. Charlene ruft plötzlich an, nachdem sie über ein Jahr nicht geschrieben hat und kündigt einen weiteren Brief an. Sie bittet ihn, ihrem Sohn bei seinen College-Bewerbungen zu helfen und er lädt sie ein. Doch so kann er sie nicht ins Haus lassen und mit Yolanda engagiert er eine junge, quirlige Haushaltshilfe, die sein Haus und ihn in Schwung bringt während er auf Charlene und ihren Sohn wartet.

 

Uve Teschner und Timmo Nisner interpretieren diese zwei Arthurs, die kaum unterschiedlicher sein könnten, die jedoch ihre tiefe Einsamkeit und die Liebe zu Charlene Turner Keller verbindet ganz wunderbar. So gut, dass es einem beim Hören ein wenig aufs Gemüt schlägt, denn die Geschichte ist sehr sensibel und feinfühlig, aber nicht gerade ein Stimmungsaufheller. Da hat der Klappentext etwas falsche Erwartungen geweckt, denn Spoiler, anders als der Klappentext vermuten lässt, begegnen sich die beiden bis zum Schluss nicht. Was letztendlich aus ihnen wird und ob sie ihre Einsamkeit erfolgreich überwinden statt nur neue Perspektiven zu erhalten, das muss man für sich selbst entscheiden, dass lässt die Autorin bewusst offen. Das mag poetisch sein, lässt einen jedoch auch etwas ratlos zurück. Mir fehlte hier so der Optimismuskick zum Schluß. Der Roman wird aus der Perspektive von Arthur Opp (Uve Teschner, der viel älter und müder klingt als sonst) und dem jugendlich, orientierungslosen Kel (Timmo Nisner) erzählt, die uns an dem jeweiligen, tief vergrabenen Schmerz und der Einsamkeit der Protagonisten teilhaben lässt.

 

Liz Keller versteht es auf jeden Fall Geschichten zu erzählen, über ganz eigene Charaktere, die im Gedächtnis bleiben. Kel ist an jeder Schule, an die er kommt erst mal ein Star. Er ist zwar kein überragender Schüler, aber ein großer, athletischer Kerl, der in fast jedem Sport glänzt und in Baseball außergewöhnlich ist. So außergewöhnlich, dass sich sogar die Scouts von Profi Vereinen und mehreren College-Mannschaften für ihn interessieren. So könnte er doch noch den größten Traum seiner Mutter erfüllen und auf's College gehen! Doch alles in ihm sträubt sich. So sehr er das eigene Heim meidet, da er niemanden mit nehmen kann, in ein Haus in der seine Mutter stets betrunken auf dem Sofa liegt und noch dazu zu viel isst... so sehr fühlt er sich auch für sie verantwortlich, denn sie hatten auch gute Zeiten. Jedes College würde ihn zu weit von ihr fortbringen und sie würde vor die Hunde gehen, wenn er nicht auf sie aufpassen würde. Je schlechter der Zustand seiner Mutter wird, desto mehr schottet er sich innerlich von der Außenwelt ab. Er zeigt seinen Kumpels und auch den Mädels mit denen er rummacht nur seine Fassade, ganz besonders auf der neuen Edelschule.... nur Lindsey ist da anders und sie wüsste gerne mehr von ihm... Ich wüsste so gerne, ob er es noch schafft, sein Leben in den Griff zu bekommen...

 

Eine Geschichte über Einsamkeit, Perspektiven und die Bedeutung sich anderen gegenüber zu öffnen.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Der Audio Verlag für mein Rezensionsexemplar.

 

https://der-audio-verlag.de/hoerbuecher/der-andere-arthur-moore-liz-978-3-7424-3689-4/

 

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