Dienstag, 7. Mai 2019

Nordlicht (3) – Die Magie der wilden Pferde, Karin Müller, Schneiderbuch Egmont Verlag



Nordlicht (3) – Die Magie der wilden Pferde, Karin Müller, Schneiderbuch Egmont Verlag

Nachdem die Eishöhle über Elin zusammengestürzt ist, hat sie eine ernsthafte Gehirnerschütterung und darf nicht nach Deutschland zurück reisen. Doch diese Verlängerung ihres Aufenthalts muß Elin bitter bezahlen. Sie muss das Bett hüten, darf nicht fernsehen, nicht lesen und hat Handyverbot! Es ist zum Verzweifeln! In ihren Träumen ist aber dennoch kein Halten, denn dort ist sie frei, wenn auch nicht von Kopfschmerzen, die quälen sich auch im Reich des unsichtbaren Volks der Huldu. Das Althing, der große Rat, der über die Zukunft der Menschen und Huldu entscheiden soll, steht bevor. Alle Geladenen werden gehört zu der Frage ob sich die zwei Welten endgültig von einander abspalten sollen, oder sie es weiterhin gemeinsam miteinander versuchen sollen. Zum Vollmond soll entschieden werden und bis dahin soll sich wohl auch die Prophezeiung erfüllen, von der Elin, Kari, Ljosadis und ihr Fohlen Lori ein Teil sind. Der Gode versammelt seine dunklen Mächte um sich. Gehört Karis Kindheitsfreundin Freya auch dazu? Sie spielt für Elin ein undurchsichtiges Spiel. Die Entscheidung steht unmittelbar bevor, werden Elin und Kari dann für immer getrennt?

Man ist sofort wieder mitten in Island, dem Land der ewigen Sommersonne und Elins Kopfschmerzen lassen die Erinnerungen an Elins Kampf mit den sich zusammenbrauenden Mächten des Bösen zurückkehren. Alle Zeichen stehen auf Gefahr, doch Elin wirkt so hilflos in ihrer Verletzlichkeit. Außerdem weicht Raik, der süße Neffe des neuen Freundes ihrer Mutter, nicht mehr von ihrer Seite. Er ist ja schon irgendwie süß, aber sie liebt ja Kari, auch wenn ihn fast niemand außer ihr sehen kann. Eine Liebe die vielleicht keine Zukunft hat? Romantisch und tragisch zugleich! Zerrissen wie dieses wunderschöne Land voller Kontraste und Widersprüche. Gemeinsam mit Kari aus dem unsichtbaren Volk, das sich selbst Huldu nennt, will Elin die Verbindung zwischen den Welten aufrecht erhalten. Dies ist wunderbar mystisch geschildert und entführt in das Reich der Fantasie und des nicht immer Begreifbaren, da nicht für jedermann sichtbar. In Island sind beide Welten fest miteinander verwoben, aber durch die Ansprüche dieser Zeit, lässt dies inzwischen auch nach und es ist nicht mehr selbstverständlich Straßen um Elfenkolonien herum zu bauen. Hier werden diese alten Überlieferungen aufgegriffen und auch für junge Mädchen emotional begreifbar gemacht. Spannend und voller Gefühl erzählt, dieser Abschlußband der Triologie, wie sich die Prophezeiung erfüllen wird. Aber Prophezeiungen sind tückisch, da meistens nicht eindeutig verständlich. Die Betroffenen wissen leider erst, wenn sie sich erfüllt hat, was genau gemeint war, bis dahin kämpft Elin nicht nur mit ihren elendigen Kopfschmerzen, sondern auch der Ungewissheit. Nur ihre Liebe zu Kari, den Pferden und der rauen Insel ist für sie unumstößlich.

Die Schilderungen von Island und dem Umgang mit den Pferden fand ich sehr bildhaft. Da zeigt sich, daß Autorin Karin Müller sich mit Pferden auskennt, seit Jahren. Man kann ihre Liebe zu den Vierbeinern zwischen den Zeilen spüren.

Meine Jüngste hat sich auf den ersten Blick in die Cover der Reihe verliebt und wollte sie unbedingt lesen, gegen jeden Widerstand der Mutter, da sie mit gerade 9 Jahren (bei Band 1) eindeutig zu jung für diese Reihe ab 12 Jahren ist. Jedoch hat sie sich nie gelangweilt, sondern stets darauf bestanden, daß ich ihr weiter vorlese! Es war ja doch sehr spannend, geheimnisvoll und Island klang so verlockend. Dennoch lautet ihr abschließendes Urteil: Ja, das war schön, mein Lieblingsband ist aber der erste, da kommt noch nicht so viel mit Liebe vor. Diese Bemerkung ist treffend, der Abschlußband ist nicht nur der dramatischste, er greift das Thema Liebe und ihre Irrungen und Wirrungen auch am stärksten auf. Für 12 Jährige ist das ja eigentlich auch angemessen, zumindest in der hier dargestellten Art und Weise, die sehr romantisch, unschuldig und süß ist, also wirklich entsprechend dem Sehnen der Zielgruppe und zur Freude der zum Vorlesen verpflichteten Mutter. Ein sehr salomonisches Ende für dieses romantische Abenteuer zwischen den Welten, mit viel Herz. Es ist mal eine andere Pferdegeschichte, eine voller Magie und Mythen, die in den Bann zieht und nicht so schnell wieder vergessen wird.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Schneiderbuch Egmont Verlag und Buchcontact für das Rezensionsexemplar zum Herzensbuch meiner Jüngsten, daß mir auch wirklich gut gefallen hat.

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