Die wunderbare Weihnachtswunschmaschine, Barbara Rose, Illu. Barbara
Korthues, Kerle Verlag
Der siebenjährige Luis und seine fünfjährige Schwester Nele sind ganz
aufgeregt: mitten im Winter steht ein Umzugswagen vor dem seit Jahren verwaiste
Nachbarhaus, mit dem geheimnisvollen Türmchen und dem großen Garten. Noch ehe
ihre Mutter ausgeschlafen hat, beobachten sie, wie eine riesige, scheppernde,
ratternde und rumpelnde Maschine ins Haus gebracht wird. Dem müssen sie auf den
Grund gehen! Natürlich bleiben ihre Ermittlungen nicht unbemerkt und die neuen
Nachbarn stellen sich ihnen als Ole und Ida vor: ein Erfinder und eine
Backbuchautorin. Sie sind nicht nur unglaublich nett und werden so was wie
Ersatzgroßeltern, sie dürfen auch die Erfindungen testen, sogar die große
Weihnachtswunschmaschine, in die man nur wirklich wahre Wünsche sprechen darf,
die fast unmöglich erscheinen. Nun wird das Warten auf Weihnachten noch
spannender!
Dies ist ein Weihnachtsvorlesebuch in 17 Kapiteln, also kein
Adventskalenderbuch, für solche, die unbedingt eins suchen. Aber ganz ehrlich,
gerade in der Vorweihnachtszeit schaffen wir es meistens nicht, daß wir jeden
Tag gleich viel aus einem Adventskalenderbuch vorlesen, mal ist es mehr und mal
gar nichts, so daß wir wahrscheinlich tatsächlich nur an 17 von 24 Tagen unser
jährliches Weihnachtsbuch lesen. Bei 17 Kapiteln ist es allerdings entspannter.
Wie vieles im Leben ist auch dies eine Frage des persönlichen Geschmacks. Dafür
ist diese Geschichte, von den Geschwistern, die sich nichts sehnlicher
wünschen, als das Fest mit ihrem Opa zu feiern, wenn schon Papa dieses Jahr auf
Dschungelexpedition ist und nicht mitfeiern kann. Das gefällt mir und meinen
Mitlesern Jonathan (8) und Debbie (5,5) sehr gut. Der Vater ist nicht
gestorben, die Familie ist nicht zerrüttet und dennoch ist der Vater nicht
immer da und die Mutter viel mit den Kindern alleine, aus beruflichen Gründen.
Eine wahrscheinlich häufige Realität, die auch bei vielen Familien den
Schichtdiensten oder anderen beruflichen Gründen (z.B. LKW-Fahrer, Zugführer,
Piloten, Pflegepersonal, Ärzte, Rettungskräfte, Polizei...) geschuldet sein
kann. Doch gerade in diesem Alter sehen sich Kinder nach Familie, sie ist
besonders wichtig. Daher ist es klasse, daß die neuen Nachbarn so ein großes
Herz für Kinder haben. Mit der Weihnachtswunschmaschine, besinnen sich die
Kinder auf das was wirklich für sie wichtig ist. Spielzeug können sie sich noch
zum Geburtstag wünschen, das läuft nicht weg, doch was wünschen sie sich
wirklich für das Weihnachtsfest? Ein wundervoller Gedanke, über den man beim
Vorlesen mit den Kindern auch prima gemeinsam nachdenken und diesen Wunsch vielleicht
sogar erfüllen kann. Sicherlich können die Vorleser dabei noch einiges über
ihre Kinder lernen, da macht das gemeinsame Lesen noch mehr Spaß und schafft
Gemeinsamkeiten. Dadurch erfüllt einen das Vorlesen und Zuhören mit dem Geist
der wirklichen Weihnacht, auch wenn es draußen noch gar nicht winterlich ist.
Jedes Kapitel wird von farbigen Illustrationen und Vignetten von Barbara
Korthues geschmückt. Sie sind freundlich und fröhlich und kamen sowohl bei mir,
als auch bei den Kindern sehr gut an, wobei sich Debbie gerne noch mehr Bilder
gewünscht hätte, mindestens eins pro Doppelseite. Die Zuhörer sollten also auch
geübte Zuhörer sein, da zwischendurch auch Doppelseiten ohne Illustration
vorkommen.
Autorin Barabara Rose schreibt lebendige Geschichten für Kinder. Sie lebt
mit ihrer Familie und diversen Tieren in einem alten Häuschen, wahrscheinlich
gar nicht so unähnlich, dem aus dieser Geschichte und denkt sich mit einer
Tasse Tee am Schreibtisch Geschichten aus. Ihre Reihe über die Mädelsbande „Die
frechen Krabben“ haben meine Töchter sehr gerne gelesen.
Ein Vorweihnachtslesebuch, das die Vorfreude wachsen lässt wie
Plätzchenduft und Kerzenschein.
Wir bedanken uns ganz herzlich beim Kerle Verlag für gemütliche
Vorlesestunden mit und ohne Kamin.
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