Samstag, 19. August 2017

Lilo auf Löwenstein 2: Ponyzähmen leicht gemacht, Mara Andeck, Illustrationen von Eleni Livanio, Boje



Lilo auf Löwenstein 2: Ponyzähmen leicht gemacht, Mara Andeck, Illustrationen von Eleni Livanio, Boje
Lilo und Anni kennen sich nun schon 2 Wochen und ihre Feundschaft wächst immer weiter zusammen. Klar so ein Geheimnis verbindet! Entgegen all ihrer Vorsätze, können sie den geheimen Raum auf dem Speicher nicht vergessen. Sie wollen dem Geheimnis auf dem Grund gehen, aber auf jeden Fall ohne die anderen, die dürfen nichts davon mitbekommen, damit nicht nachher noch dem Grafen ein Schatz in die Hand fällt und der sie nun alle aus den tollen Schlosswohnungen wirft. Doch wie das so ist, wenn man ganz in eine Sache vertieft ist, man nimmt seine Umwelt nicht wahr und so verplappern sie sich ausgerechnet in Gegenwart von Golo, dem Enkel des Grafen! Der folgt ihnen fortan überall hin. Damit er sie endlich in Ruhe lässt, schließen sie einen Packt: Lilo und Anni helfen ihm beim Ausmisten und Golo lässt sie fortan in Ruhe. Doch ausgerechnet Abenteurerin Lilo hat Angst vor Pferden. Anni liebt sie, hat aber wenig Ahnung, Golo weiß Bescheid, hat aber Angst. So kommen sich die drei doch noch näher, ganz zum Erstaunen von Lilos und Annis Geschwistern.
Der Untertitel des zweiten Bandes ist an die erfolgreiche Reihe „Drachenzähmen leicht gemacht“ angelehnt. Da besteht durchaus ein gewisser Bezug, aber der Untertitel ist wirklich das einzige, was uns an diesem Buch nicht voll und ganz überzeugt hat. Denn dies ist kein Pferdebuch! Es geht um Abenteuer, Geheimnisse, Freundschaft, Streit und Versöhnung. Es geht um Freundschaft auf den zweiten Blick und darum, daß man wenn man sich besser kennt, man auch mal frotzeln kann und sagen kann, wenn man etwas doof findet.
Das Pony von Golo ist aber durchaus wichtig. Für Lilo die aus Freundschaft lernt sich ihren Ängsten zu stellen, für die Leser um zu sehen, daß Wünsche durchaus unterschiedlich sein können. Anni wünscht sich so sehr ein Pony, von Golo wird es aus Standesdünkel erwartet zu reiten, obwohl er es schrecklich findet. So wird aus der Not des einen und den geheimen Wünschen der anderen echte Freundschaft. Weil sie hinter die Fassade blicken. Ja, auch wenn wir es nach Band 1 nicht erwartet hätten, ist Annis große Schwester Helli nicht nur ein Biest! Aber immer noch eine Diva, selbst beim Übernachten im Freien. Denn das Tolle an Schloss Löwenstein sind die ungeahnten Möglichkeiten im Schloss und um das Schloss herum! Lager bauen, Floßfahrten auf dem Fluß, Schatzsuchen im Schloss und natürlich wie bei Asterix und Obelix endet die Geschichte mit einem obligatorischen Feuer im Schlosspark und einer großen Babybeschwörungsfeier. Wenn man in einem Schloss wohnt, ist schließlich alles möglich. Ach ja, das Ende ist wieder ein Cliffhanger! Ein Teil des Rätsels wird gelöst, aber es bleibt spannend für den 3. Band.
Während meine Töchter sich über Annis kleine Schwester Anni kaputt gelacht haben, gefiel mir als Mutter besonders gut, wie die Kinder, die sich fast schon anfingen zu bekriegen wieder zusammenraufen und das Kriegsbeil begraben. Nicht nur um eine Familienkonferenz zu vermeiden, gehen sie aufeinander zu, sondern weil es gemeinsam einfach schöner ist.
Die Illustrationen von Eleni Livranios sind wieder sehr schön, aber leider viel zu wenige. Immer wieder schauten meine Töchter nach, ob nicht doch noch ein Bild zu finden wäre. Diese Reih soll an Bullerbü erinnern. Aber wir finden, auf Schloss Löwenstein ist mehr los! Die Abenteuer sind viel gruseliger und witziger. Diese Reihe richtet sich an Mädchen ab 9 Jahren, da der Satzbau auch einfach schon komplexer ist (merkt man besonders, wenn man das Buch laut vorliest). Inhaltlich können es aber Achtjährige auch schon richtig genießen und mitfiebern. Ach ja, Golo bringt den anderen eine Geheimsprache bei, die ist schon etwas kniffelig, meine Töchter versuchen es nun auch. Um die zu erlernen, braucht es Zeit, Geduld und man muß ziemlich schnell buchstabieren können (möglichst fehlerfrei). Sollte das nicht klappen, gibt es zum Trost noch ein Stockbrotrezept, damit sich auch die Leser am Lagerfeuer fühlen können wie auf Löwenstein. Das heißt aber auch, runter von der Couch, ab in die Natur und Schnitzmesser gezückt!
Mara Andrack schreibt so nah an der Kinderrealität, weil sie durch ihre Töchter inspiriert wird und diese natürlich die ultimativen Kritiker sind. Wer mehr über Mara Andrack ihrer Inspiration zu Lilo auf Löwenstein wissen möchte, der erfährt mehr über sie im Verlagsinterview.

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