Sonntag, 10. März 2024

Blogtour zu „Fräulein Liebe und das Glück der Bücher“ von Susanne Esser, Autorinneninterview:

 

Blogtour zu „Fräulein Liebe und das Glück der Bücher“ von Susanne Esser, Autorinneninterview:

 

Liebe Susanne, ganz herzlichen Dank, dass Du Dir Zeit für meine Fragen und Fotos an Originalschauplätzen genommen hast!

 

Du selbst bist offensichtlich keine Zeitzeugin der letzten Kriegstage, wie bist Du auf die Idee gekommen, ausgerechnet über diese Zeit zu schreiben?

Die Großmutter meines Mannes (meine „Schwiegeroma“) war ein waschechtes „Annenacher Mädsche“. Sie hat das Kriegsende mit elf Jahren erlebt und erzählte oft davon. Daher kam mir die Idee, einen Roman zu schreiben, der zu dieser Zeit in Andernach spielt. Ich habe sie dann auch gefragt, ob es in Ordnung ist, wenn ich einiges aus ihren Erzählungen darin verwebe, und da hat sie meine Hände genommen und gesagt: „Susi, da dät ich mich freue!“
Leider konnte ich ihr nicht mehr mitteilen, dass der Roman dieses Jahr bei Knaur erscheinen wird.
 

 

Wie hast Du Dich auf die Details, wie die historischen Straßennamen und ähnliches vorbereitet?

Ich habe einige Bücher aus der Reihe „Archivbilder“, die sich mit Andernach befassten, gelesen (oder eher durchgearbeitet) und habe auch das Andernacher Stadtmuseum besucht und dort eine Führung durch die komplette Geschichte der Stadt erhalten. Zudem habe ich mir das Buch mit den Aufzeichnungen des Andernacher Chronisten Karl Wind zugelegt, der akribisch Tag für Tag aufgeschrieben hatte, was sich in Andernach und Umgebung zugetragen hat.

 

Gibt es neben der über sich selbst hinauswachsenden Eva Liebe einen weiteren Charakter, der Dir besonders ans Herz gewachsen ist?

Ich mag natürlich alle meine handelnden Charaktere. Jeden auf seine Art. Tante Maria, die damit zu kämpfen hat, stark sein zu müssen, obwohl sie sich lieber anlehnen würde. Ilse, die als Kind ihren Platz in der Welt finden muss, und nichts anderes als den Krieg kennt. Georg, der äußerlich so stark erscheint, aber in ständiger Angst lebt.
Von den Nebenfiguren ist mir besonders Friedel Faßbender ans Herz gewachsen.

 

Wann dürfen wir uns über eine Fortsetzung freuen und wie viele Bände sind geplant?

 Teil 2 erscheint schon Anfang Juli, Teil 3 plane ich gerade.

 

Wann erfahren wir denn von welchen Dämonen Georg geplagt wird?

 

Das ist ein großes Thema in Teil 2. Da erfahren wir zusammen mit Eva die ganze Wahrheit. Und das erschüttert Eva sehr.

 

Du bist selbst gelernte Buchhändlerin, wann hat Dich das Bücherfieber gepackt?

Ich war schon als Kind ein richtiger Bücherwurm, habe jedes Buch gelesen, dass ich zwischen die Finger bekommen habe. Die Entscheidung, eine Ausbildung zur Buchhändlerin zu machen, ist durch eine Freundin gekommen. Sie hatte ein Praktikum in einer Buchhandlung absolviert und mir davon so begeistert erzählt, dass für mich klar war: Das will ich machen!

 

Der Buchhandel war im 3. Reich extrem reglementiert, endete das sofort mit Kriegsende?

Nein. Nachdem die Siegermächte Deutschland besetzt hatten, hat es noch ein wenig gedauert, bis Verlage und Buchhandlungen wieder die Erlaubnis erhielten, Bücher zu drucken bzw. zu verkaufen. In Koblenz z.B. war es im Sommer 1945 die Buchhändlerin Anita Reuffel, die als erste eine Konzession zum Verkauf von Büchern erhielt.

 

Ich danke Dir ganz herzlich für Deine Zeit und freue mich schon auf die Fortsetzung!

 

Danke für das Interview und den kleinen Andernach-Spaziergang.

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