Mittwoch, 4. Februar 2026

Abenteuer &Wissen: Kleopatra, Königin von Ägypten, Hörspielfeature von Berit Hempel, Head Room Productions, 74 Min.

 

Abenteuer &Wissen: Kleopatra, Königin von Ägypten, Hörspielfeature von Berit Hempel, Head Room Productions, 74 Min.

 

Wer kennt sie nicht, Kleopatra, die Herrscherin über das antike Äqytpen, ihr letzter Pharao (denn ich habe hier gelernt, dass es keine weibliche Form für das Wort gibt). Nicht nur Asterix und Obelix und Elisabeth Taylor haben sie unvergesslich gemacht, immerhin war sie schon über 2.000 Jahre tot, ehe diese ihr weiteren Ruhm einbrachten. Dieses Hörspielfeature lässt uns u.a. kurz an ihrer Kindheit teilnehme, nimmt uns mit an den ägyptischen Hof, wo Kinder jeden Alters gemeinsam unterrichtet wurden, wenn sie aus der herrschenden Klasse kamen... Wir lernen dass eine Frau nie alleine über das Land herrschen durfte, sondern immer einen Mann an ihrer Seite haben musste und sie im Zweifel zu diesem Zwecke ihren jüngeren Bruder heiraten musste... Heirat als Frage der Staatsräson und nicht der Liebe. Vielleicht mit ein Grund, warum die ebenso schöne, wie intelligente und machthungrige Kleopatra so unvergessen ist. Sie ist noch heute legendär für ihre Liebesbeziehungen zu Julius Cäsar und nach seinem Tod mit Marc Antonius bis zum gemeinsamen Tod, der das Ende der Eigenständigkeit Ägyptens markierte.

 

In szenischen Hörspielfrequenzen mit diversen Sprechern können wir die wichtigsten Stationen in Kleopatras Leben verfolgen. Ihre historische Bedeutung wird dann in kurzen Zwischensequenzen von Lars Böhmer, vom historischen Museum der Pfalz in Speyer kommentiert und eingeordnet. Gerade für Kinder, die noch nicht so ein reiches Geschichtswissen und Erfahrungsschatz haben, ist diese Einordnung für das Verständnis ganz wichtig, aber auch für Erwachsene ist es noch interessant und lehrreich (o.k. Meine Töchter wussten alles schon, was ich ihnen spannendes erzählen wollte, aber ich habe ja gefühlt in der Schulzeit nur die frz. Revolution, den 1. und den 2. Weltkrieg durchgenommen....). Lars Böhmer ist ganz klar kein Sprecher, sondern Experte, dabei klingt er nicht unsympathisch, sondern einfach wie ein normaler Erwachsener, der über wichtige Themen spricht. Dadurch lassen sich die deutlich lebendiger Hörspielfrequenzen klar akustisch von den bekannten Fakten und ihre Bedeutung trennen. Natürlich vermitteln auch die Klänge und Töne der Hörspielfrequenzen einen tollen unmittelbaren Eindruck von der damaligen Zeit.

 

Wie Lars Böhmer immer wieder betont, viel von dem was damals passierte ist eine historische Annahme. Das meiste kennen wir aus Überlieferung römischer Schriften und diese wurden zumeist von ihren Gegnern verfasst. Diese Berichte sind also durchaus mit angemessener Vorsicht zu genießen, so dass unser heutigen Annahmen und Erkenntnisse zu Kleopatras Leben, Lieben und Wirken auf einer Vielzahl antiker Quellen beruht.

 

Für ein besseres Gefühl für die damalige Zeit gibt es in der farbigen Hülle auch ein separates Booklet mit Bildern und Ausführungen zu den Themen: Ägypten die erste Hochkultur, Der Nil, Die Bibliothek von Alexandria, Die Kleidung von Kleopatra VII, Katzen im Alten Ägypten... und jeweils kurze Portraits der Autoren Berit Hempel und Simon Kamphans. Das Booklet schließt mit einem Zitat, das Kleopatra zugeschrieben wird: „Meine Ehre wurde nicht aufgegeben, sondern nur erobert.“

 

Eine kurzweilige und informative Art, sich der legendären Herrscherin vom Nil (deren mitregierenden kleinen Brüder aus heutiger Sicht unbedeutend waren) zu nähern und Interesse an der Antike und an Geschichte im Allgemeinen zu wecken. Geeignet ab 8 Jahren und solange man hören kann...

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Headroom Verlag.

 

Hier könnt Ihr reinhören:

https://www.usmaudio.de/genre/kinder/abenteuer-wissen-kleopatra/

 

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Dienstag, 27. Januar 2026

Kindesunterhalt für Dummies, Michelle Kluge, Tobias Böing, Wiley Verlag

 

Kindesunterhalt  für Dummies, Michelle Kluge, Tobias Böing, Wiley Verlag

 

In Deutschland ist man gerne gründlich und gerecht und das soll sich dann bitte auch in den gesetzlichen Noremn widerspiegeln, die komplexe Zusammenhänge regeln. Das wird dann oft ziemlich kompliziert und scheinbar undurchsichtig – einfach zum Haare raufen, besonders, wenn es um Themen geht, die viele betreffen und existentiell sind, wie Kindesunterhalt. Eigentlich wollte ich nie Familienrecht machen, sondern Arbeitsrecht, aber in Zeiten des Lockdowns, hat hier das Arbeitsgericht monatelang geschlossen, und es passierte nix, auch wenn die Leute keinen Lohn erhielten. In Familiensachen sah es anders aus, so bin ich ins Familienrecht reingerutscht und man sollte ja wissen, was man tut.

 

Einfach ist der Kindesunterhalt, wenn beide nix haben, dann regeln alles die Ämter. Theoretisch wird dann oft mit fiktivem Einkommen gearbeitet, mit Einkommen, dass das unterhaltspflicht

ige Elternteil zu erwirtschaften verpflichtet ist. Das wird aber leider nicht immer gemacht. Kompliziertes wird es, wenn beide was haben, aber nicht unbedingt genug, oder sehr unterschiedlich viel. Wie wird dann umverteilt. Worauf muss ich achten? Also erst einmal ist relevant, wo das unterhaltsberechtigte Kind lebt. Vorwiegend bei einem Elternteil oder bei beiden gleichermaßen?  Wie berechne ich das Einkommen, das für den Kindesunterhalt heran zu ziehen ist? Das Einkommen wechselt ja bei vielen Menschen und ist nicht immer gleich hoch? Sind alle Einkünfte gleichermaßen heranzuziehen? Kann ich das Einkommen auch durch besondere Ausgaben senken? Muss mir ein besonderer Vorteil als Einkommen angerechnet werden?  Ganz besonders schwierig wird es, wenn Selbstständige beteiligt sind.

 

Das alles zu verstehen ist nicht leicht und die Gesetze lesen sich leider recht sperrig. Daher gehen sich die beiden Autoren große Mühe diesen Themenkreis zu strukturieren, um den Überblick zu behalten und dann unter den jeweiligen Unterpunkten dies wirklich verständlich zu erklären Denn die große Kunst besteht ja immer darin, komplizierte Sachverhalte dennoch einfach und nachvollziehbar zu erklären. Beide kennen sich in dem Gebiet bestens aus, denn Michelle Kluge ist bei einem Jugendamt für die Berechnung des Kindesunterhaltes verantwortlich und macht den ganzen Tag nichts anderes als Kindesunterhalt zu berechnen bzw. die notwendigen Angaben aus den Eltern heraus zu kitzeln. Tobias Böing ist Fachanwalt für Familienrecht und auch wenn er Kindesunterhalt nicht titulieren kann, wie dies Jugendämter tun, kann er doch im Sinne der Mandanten, aufpassen, dass das jeweilige Jugendamt auch alle relevanten Daten hat. Viele Eltern wissen ja gar nicht, worauf es ankommt, und was hinzugerechnet und was abgezogen werden muss. Das Jugendamt kann ja nur mit den Zahlen arbeiten, die es geliefert bekommt, die Anwälte können dafür sorgen, dass die Sachbearbeiter die im Sinne der Mandanten für sie günstigen Angaben erhalten.

 

Man merkt, dass die beiden Autoren vom Fach sind und sie geübt darin sind, diese wirre Welt der Zahlen und Einkünfte die auf z.T. Völlig unrealistische elterliche Vorstellungen und Hoffnungen trifft zu entwirren und den jeweiligen Elternteilen es nachvollziehbar zu erklären. Sie haben offensichtlich einen Weg gefunden, das zu vermitteln, sondern die Elternteile bereit sind, es zu verstehen.

 

Die Struktur und das klare Inhaltsverzeichnis gefallen mir sehr gut. Das Schlagwortregister deutlich weniger, da dort z.B. Aufwandsentschädigungen fehlen. Gerade die Schlagworte die fehlen stellen oft die kompliziertesten Fälle dar, aber keine, die unbedingt selten sind. Aufwandsentschädigungen haben z.B. Ehrenamtliche Trainer oder auch Feuerwehrleute... Auch andere Schlagworte, die Laien vielleicht nicht sofort in den Sinn kommen, habe ich im Verzeichnis vermisst, die Erklärungen fand ich aber sehr anschaulich, gerade auch durch die Beispielsrechnungen. Die finde ich sehr hilfreich und verständlich, aber ich habe auch keine Dyskalkulie. Ein bisschen Bereitschaft sich in die Rechnungen reinzudenken sollte man haben.

Für Laien ist es auf jeden Fall sehr hilfreich, dass hier wirklich die gängigsten Fälle erklärt werden, aber auch dass ein Ausblick auf geplante Änderungen im Unterhaltsrecht gegeben wird, damit man weiß worauf man künftig achten muss, wie beim asymmetrischen Wechselmodell, das dem ehemaligen Justizminister Buschmann sehr am Herzen lag... Das ist deshalb wichtig, da es ja immer darauf ankommt, zu wissen, welche Daten und Zahlen ich dem Jugendamt oder den Anwälten gegeben muss. Kennen diese die richtigen Zahlen nicht, kann das Ergebnis niemals stimmen und entgegen landläufiger Meinung beschäftigen diese keine Detektive, um an die richtigen Fakten zu gelangen.

 

Dieses Buch ist daher hilfreich und verständlich.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Agentur Stefanie Schäfer PR und dem Wiley Verlag.

 

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