Dienstag, 27. Januar 2026

Kindesunterhalt für Dummies, Michelle Kluge, Tobias Böing, Wiley Verlag

 

Kindesunterhalt  für Dummies, Michelle Kluge, Tobias Böing, Wiley Verlag

 

In Deutschland ist man gerne gründlich und gerecht und das soll sich dann bitte auch in den gesetzlichen Noremn widerspiegeln, die komplexe Zusammenhänge regeln. Das wird dann oft ziemlich kompliziert und scheinbar undurchsichtig – einfach zum Haare raufen, besonders, wenn es um Themen geht, die viele betreffen und existentiell sind, wie Kindesunterhalt. Eigentlich wollte ich nie Familienrecht machen, sondern Arbeitsrecht, aber in Zeiten des Lockdowns, hat hier das Arbeitsgericht monatelang geschlossen, und es passierte nix, auch wenn die Leute keinen Lohn erhielten. In Familiensachen sah es anders aus, so bin ich ins Familienrecht reingerutscht und man sollte ja wissen, was man tut.

 

Einfach ist der Kindesunterhalt, wenn beide nix haben, dann regeln alles die Ämter. Theoretisch wird dann oft mit fiktivem Einkommen gearbeitet, mit Einkommen, dass das unterhaltspflicht

ige Elternteil zu erwirtschaften verpflichtet ist. Das wird aber leider nicht immer gemacht. Kompliziertes wird es, wenn beide was haben, aber nicht unbedingt genug, oder sehr unterschiedlich viel. Wie wird dann umverteilt. Worauf muss ich achten? Also erst einmal ist relevant, wo das unterhaltsberechtigte Kind lebt. Vorwiegend bei einem Elternteil oder bei beiden gleichermaßen?  Wie berechne ich das Einkommen, das für den Kindesunterhalt heran zu ziehen ist? Das Einkommen wechselt ja bei vielen Menschen und ist nicht immer gleich hoch? Sind alle Einkünfte gleichermaßen heranzuziehen? Kann ich das Einkommen auch durch besondere Ausgaben senken? Muss mir ein besonderer Vorteil als Einkommen angerechnet werden?  Ganz besonders schwierig wird es, wenn Selbstständige beteiligt sind.

 

Das alles zu verstehen ist nicht leicht und die Gesetze lesen sich leider recht sperrig. Daher gehen sich die beiden Autoren große Mühe diesen Themenkreis zu strukturieren, um den Überblick zu behalten und dann unter den jeweiligen Unterpunkten dies wirklich verständlich zu erklären Denn die große Kunst besteht ja immer darin, komplizierte Sachverhalte dennoch einfach und nachvollziehbar zu erklären. Beide kennen sich in dem Gebiet bestens aus, denn Michelle Kluge ist bei einem Jugendamt für die Berechnung des Kindesunterhaltes verantwortlich und macht den ganzen Tag nichts anderes als Kindesunterhalt zu berechnen bzw. die notwendigen Angaben aus den Eltern heraus zu kitzeln. Tobias Böing ist Fachanwalt für Familienrecht und auch wenn er Kindesunterhalt nicht titulieren kann, wie dies Jugendämter tun, kann er doch im Sinne der Mandanten, aufpassen, dass das jeweilige Jugendamt auch alle relevanten Daten hat. Viele Eltern wissen ja gar nicht, worauf es ankommt, und was hinzugerechnet und was abgezogen werden muss. Das Jugendamt kann ja nur mit den Zahlen arbeiten, die es geliefert bekommt, die Anwälte können dafür sorgen, dass die Sachbearbeiter die im Sinne der Mandanten für sie günstigen Angaben erhalten.

 

Man merkt, dass die beiden Autoren vom Fach sind und sie geübt darin sind, diese wirre Welt der Zahlen und Einkünfte die auf z.T. Völlig unrealistische elterliche Vorstellungen und Hoffnungen trifft zu entwirren und den jeweiligen Elternteilen es nachvollziehbar zu erklären. Sie haben offensichtlich einen Weg gefunden, das zu vermitteln, sondern die Elternteile bereit sind, es zu verstehen.

 

Die Struktur und das klare Inhaltsverzeichnis gefallen mir sehr gut. Das Schlagwortregister deutlich weniger, da dort z.B. Aufwandsentschädigungen fehlen. Gerade die Schlagworte die fehlen stellen oft die kompliziertesten Fälle dar, aber keine, die unbedingt selten sind. Aufwandsentschädigungen haben z.B. Ehrenamtliche Trainer oder auch Feuerwehrleute... Auch andere Schlagworte, die Laien vielleicht nicht sofort in den Sinn kommen, habe ich im Verzeichnis vermisst, die Erklärungen fand ich aber sehr anschaulich, gerade auch durch die Beispielsrechnungen. Die finde ich sehr hilfreich und verständlich, aber ich habe auch keine Dyskalkulie. Ein bisschen Bereitschaft sich in die Rechnungen reinzudenken sollte man haben.

Für Laien ist es auf jeden Fall sehr hilfreich, dass hier wirklich die gängigsten Fälle erklärt werden, aber auch dass ein Ausblick auf geplante Änderungen im Unterhaltsrecht gegeben wird, damit man weiß worauf man künftig achten muss, wie beim asymmetrischen Wechselmodell, das dem ehemaligen Justizminister Buschmann sehr am Herzen lag... Das ist deshalb wichtig, da es ja immer darauf ankommt, zu wissen, welche Daten und Zahlen ich dem Jugendamt oder den Anwälten gegeben muss. Kennen diese die richtigen Zahlen nicht, kann das Ergebnis niemals stimmen und entgegen landläufiger Meinung beschäftigen diese keine Detektive, um an die richtigen Fakten zu gelangen.

 

Dieses Buch ist daher hilfreich und verständlich.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Agentur Stefanie Schäfer PR und dem Wiley Verlag.

 

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