Unbezahlte Werbung/Rezension: „Henri Matisse – Art Pops“ Susie Hodge, Teresa Bellon, Fischer Sauerländer
Aus der Art Pops Pop-up-Bilderbuchreihe die bei Kindern die Neugier auf Kunst wecken soll, ist nu auch ein wunderschöner Band über den vielseitigen Henri Matisse erschienen.
Dabei werden nicht zu seine Entwicklungen und Epochen in Wort und Bild vorgestellt, sondern diese auch besonders plastisch durch die Pop up-Elemente. Ich finde sie sehr schön und die Neugierde weckend, aber nicht so gut inhaltlich und optisch in das Buch integriert, wie bei Hilma af Klint. Ich hätte es schön gefunden, eine seiner Skulpturen aufklappen zu können, statt seiner zwei- dimensionalen Gemälde. Dabei kritisiere ich keineswegs die Auswahl des Künstlers, eher die der Werke zum Ausklappen, der mehr als nur Gemälde geschaffen hat. Er selbst hielt ein Kirchenfenster für sein Meisterwerk.
Henri Matisse ist einerseits sehr geeignet als Beispiel für Kinder, weil seine Epochen so unterschiedlich waren und hier auch gezeigt wird, wieviel seiner Stilveränderungen eben auf Krankheiten zurückzuführen sind. Ja, einige Künstler kamen zur Kunst, als sie ans Bett gefesselt waren, aber bei Matisse waren es verschiedene Krankheiten in verschiedenen Altersabschnitten. Zum Teil hat ihm die Kunst Mut und Kraft geschenkt und als die Kunst aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken war, aber sein Körper nicht mehr mitmachte, wurde aus dem einst jungen Wilden ein sitzender Scherenkünstler. Das finde ich für Kinder richtig ermutigend, da er sich anscheinend nicht unterkriegen ließ, obwohl er sicherlich oft verzweifelt war.
Die Texte richten sich an Kinder ab 5 Jahren und so wird nur erwähnt, dass er jung heiratet und seine Frau, seine Tochter aus einer früheren Beziehung adoptierte (und sie wohl auch zu lieben schien), genauer woher dieses Kind kam wird nicht erläutert, auch nicht im Zeitstrahl, der am Ende des Buches das ganze Leben dieses noch immer populären Künstlers im Überblick darstellt. Vielleicht macht da ja noch andere Eltern neugierig, so dass auch sie weiter nachforschen...für sich, nicht die Kinder ;)
Henri Matisse ist aufgrund seiner strahlend leuchtenden Farben und seiner oft sehr klaren Strukturen für Kinder besonders interessant. Auch so Lebensabschnitte, wie seine Monate auf Tahiti sind gerade für seine damalige Zeit sensationell und auch heute nicht alltäglich. Ein spannender Mann, mit wirklich oft zugänglichen Werken, die sicherlich so manchem Kind einen Museumsbesuch schmackhaft machen kann.
Durch die Pop-up-Klappen gibt es ganz viel zu entdecken und staunen und das Umblättern wird zum Abenteuer, denn nicht nur Henri Matisse war ein Künstler mit der Schere, sondern auch Teresa Bellon.
Susie Hodge fasst hier ein ganzes Künstlerleben und Matisse ist keiner von denen, die früh starben, klar und gut verständlich für Kinder zusammen. Mit einer großen klaren thematischen Überschrift pro Doppelseite und einem kurzen Text über die jeweilige Epoche. Zu den abgebildeten Werken, die nicht originalgetreu sind, gibt es immer einen kleinen Erklärtext, über das, was zu sehen ist und was es so besonders macht. Allerdings ist dieser Text immer sehr klein und ich kann ihn nur bei hellem Sonnenschein ohne Weiteres lesen, also nichts für Leseanfänger und Großeltern.
Insgesamt ein sehr schönes Buch, um Kinder neugierig auf Kunst zu machen, auch wenn ich mir hier eine Ausklappskulptur und eine größer oder wenigstens fettere Schrift gewünscht hätte.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Fischer Sauerländer für dieses wunderschöne, farbenfrohe Pop-Up-“Kunstwerk“!
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