Werbung/Rezension: „Emma und der traurige Hund“ Sabine Rufener, Kunstanstifter Verlag
Die quirlige, stets gut gelaunte Emma trifft im Regen auf der Wiese einen großen struppigen Hund. Der ist ganz traurig und möchte nicht mehr leben, alles macht keinen Sinn mehr für ihn. Das erstaunt Emma, die es liebt zu leben und die ständigen Wunder der Welt. Wie kann man denn nicht leben wollen, wenn es so herrlich ist in Gummistiefeln mit Regenschirm über die Wiese zu laufen? Also gibt sie sich Mühe, ihm viele gute Gründe zu nennen, warum das Leben schön ist. Doch alle Gründe, die ihr spontan einfallen, überzeugen ihn nicht, aber er willigt ein, weil sie sich so viel Mühe gegeben hat, ihr noch eine Chance zu geben, sich morgen neue tolle Gründe zu leben für ihn auszudenken, so lange will er noch warten. Emma ist echt motiviert und zählt immer wieder neue tolle Momente auf! Alles überzeugt den struppigen, traurigen Hund nicht, aber er verrät, dass er Erdbeereis mag und Emma verspricht ihm für den folgenden Tag ein Erdbeereis! Das ist auch ganz großartig, reicht dem Hund aber nicht und so denkt Emma weiter nach, von Tag zu Tag verlängert der Hund die Frist, um ihn zu überzeugen...
Wie schön! Für ein normales, gesundes Kind, sollte das Leben ein einziges großes, herrliches Abenteuer sein, selbst bei Regen! So ist es auch für Emma! Die trägt zwar eine Brille, weil sie nicht so gut sieht, aber was soll's? Es gibt ja Brillen und manchmal ist die Welt ja unscharf auch besonders schön! Es ist wirklich herzerweichend, wie Emma sich immer neue Gründe ausdenkt, das Leben zu lieben. Ihre Gründe sind meistens ganz schlicht und simple, weil die einfachsten Dinge oft die Schönsten sind.
Der Hund hat keinen wirklichen Grund, traurig zu sein, außer vielleicht, dass er Flöhe hat, aber das kommt bei Hunden schon mal vor... Aber manche brauchen nicht wirklich einen Grund traurig zu sein, sie sind es einfach. Doch das Bemühen und die Anstrengungen von Emma, die gehen ans Herz, auch von dem Hund, der ihr deswegen jeden Tag eine neue Chance gibt (und ich bin fest davon überzeugt, dass er jeden Tag Emma auch ein kleines bisschen lieber mag).
Es ist eine herzerwärmende Geschichte, über Hoffnung, Freundschaft, die Liebe zum Leben und die Überzeugungskraft von Erdbeereis. Es zeigt, dass auch die Liebe eines Kindes oder überhaupt einer Person, schon echt was bewirken kann und die Welt ein bisschen schöner macht. Es ist aber auch eine ganz behutsame Annäherung an Depressionen. Hier wird ohne anzuklagen oder zu urteilen auch für Kinder verständlich erklärt, was Depressionen sind. Diese unsägliche Traurigekit und Hoffnungslosigkeit ist einfach da, sie braucht keinen Grund, sie kommt einfach, um zu bleiben, aber das muss sie nicht. Sie aber wieder loszuwerden, ist auch nicht ganz einfach... man darf aber nicht aufgeben, sondern man braucht Hilfe und wird sie angeboten, sollte man sie unbedingt annehmen und natürlich ein Erdbeereis!
Die Illustrationen finde ich in ihrer Schlichtheit betörend und sehr passend. Es geht ja um die einfachen Dinge des Lebens. Dabei gefällt mir sehr gut, dass Emma optisch mit kurzen Haaren und Brille dargestellt wird. Sie ist nicht der verträumte Prinzessinnentyp, sondern ein Naturkind, das das Leben nimmt wie es kommt, genau wie das Wetter. Die Welt ist schön, sogar unscharf! Das kann ich übrigens bestätigen, da ich manchmal selbst im Kino über die Brille linse ;)
Diese Buch ist eine Liebeserklärung an das Leben! Ab 3 Jahren, 4/5 Jahre halte ich für passender.
Ich bedanke mich ganz herzlich beim Kunstanstifter Verlag und der Agentur Buchcontact für mein Rezensionsexemplar!
#EmmaUndDerTraurigeHund #SabineRufener #KunstanstifterVerlag #DasLebenIstSchön #GründeDasLebenZuLieben #Lebensmüde #Depression #Liebenswert #Bilderbuchliebe #Bilderbuchtipp #Kinderbuch #InstaBook
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen