Sonntag, 4. Oktober 2026

Werbung/Rezensionsexemplar: „Worst Hero ever! (1) Füsse voraus“ Eva Amores & Matt Cosgrove, Fischer Sauerländer Verlag

 

Werbung/Rezensionsexemplar: „Worst Hero ever! (1) Füsse voraus“ Eva Amores & Matt Cosgrove, Fischer Sauerländer Verlag

 

Ein neues Spin Off zu Worst Week Ever mit Justins Chase Cousin Ricardo Dodo (ärgh!) Dela-Cruz, oder besser Schlecki-Ricky, wie er lieber genannt wird. Denn ganz ehrlich, wer will schon Dodo, wie ein seit Ewigkeiten ausgestorbener Vogel heißen, vor allem, wenn die Geschwister so coole Zweite Vornamen wie Adler (Barry) oder Falke (Baby Tabby) abbekommen haben. Eigentlich fand sich Ricky nur normal merkwürdig mit extrem langer Zunge, doch dann kam DER VORFALL im Feriencamp und seither ist alles anders. Nun hat er Superkräfte: er kann mit seinen Füßen schmecken. Wer braucht denn sowas, das ist ja wohl nur peinlich und nutzlos und mega-seltsam... Wie soll man denn da bitte schön, auch ein cooles Superhelden Outfit kreieren und wie soll man denn da auch noch als Held heißen? Es ist schon schwer genug, wenn der eigene große Bruder plötzlich so seltsam wird und nicht mehr mit einem abhängen und Superhelden Stories lesen oder Zocken will, sondern nur noch im Bad mit dem eigenen Styling beschäftigt, mit Muckis trainieren oder Jobben beschäftigt ist... muss man dann auch noch so eine abturnende Superkraft bekommen und dafür seine extra lange Zunge verlieren?

 

Ehrlich, es kommt alles anders als gedacht und diese Füße haben es nicht nur in sich, die Geschichte mit ihren Zeichnungen dazu, ist auch irre witzig (dabei bin ich als Vielleser-/Vielhörerin ja auch echt anspruchsvoll und lache nicht über jeden ausgenudelten Klamauk!).

 

Ich fühle wirklich mit Ricky, ich bin ja auch die Mittlere und habe einen sehr viel jüngeren, kleinen Bruder, wie er und eine ältere Schwester, die mich dann auch irgendwann nicht mehr im gemeinsamen Zimmer haben wollte (schnief!). Die kleine Schwester hat ihm in der Familie echt den Rang abgelaufen, aber das ist doch kein Grund ihn in so ein horrormäßiges Feriencamp zu schicken! Solltet Ihr jemals eine Ferienfreizeit ätzend gefunden haben, dann habt Ihr noch keine Ahnung, was Ricky alles mitmachen musste, statt entspannt zu chillen in den Ferien.

 

Dies ist ein Comicroman ab 10 Jahren, aber unser Patenkind in der 3. Klasse und mit zwei großen Brüdern gesegnet, hat die Pleiten, Pech und Pannen dieses Superpannenhelden in den Herbstferien mit großer Begeisterung gelesen! Leider passen die Socken zum Buch nur dem mittleren Bruder...

 

Die Seiten sind durchgehend im Comicstyle illustriert, in schwarz-weiß, aber so abgedreht, dass da keine Farbe vermisst wird. Allerdings fehlen mir Gerüche in dem Buch noch viel weniger ;) Die Regieanweisungen an die Lesenden, finde ich dafür richtig klasse!

 

Man kann diese Spin-Off Reihe ohne Vorkenntnisse von Justins Horror Woche starten... aber ich fürchte, der Genuss könnte dazu führen, dass Ihr nachher Eure Eltern um Nachschub aus dem Worst Week Ever Universum anbettelt... und was tun Eure Eltern nicht alles, damit das Kind endlich ein Buch liest?

 

Hey, wer nun meint, dass sowas ja nicht zählt, weil es nur aussieht, wie ein Buch, aber keines wirklich ist, der hat sich getäuscht, auch von Ricky lernen wir eine Menge. Jawoll! Die Autoren versorgen uns auch mit jeder Menge Zungen-Fun-Facts, die uns alles mögliche Wissenswerte über dieses Organ, mitten in unserem Gesicht verraten, nur nicht, dass die Zungenzellen die sind, die sich am schnellsten regnerieren, weshalb man ein Zungenpiercing besser nicht aus der Zungen nehmen sollte, sofern man es behalten will, so schnell heilt bei der Zunge alles wieder aber... Ist ja auch eigentlich logo, wenn man bedenkt, wie oft man sich die Zunge verbrennt...

 

Ich bin ja nicht so der Comic-Typ, aber dieses Buch fand ich richtig witzig und habe es auch wirklich schnell durchgesuchtet. Wenn ihr also noch ein Geschenk sucht, oder ein wenig Lesemotivation für die Ferien...

 

Ach so, die Autoren/Illustratoren sind Australier, das macht sich bisweilen bemerkbar, aber sie sind ein Superteam mit Sinn für Unfug!

 

Ganz herzlichen Dank an Fischer Sauerländer für mein Reziexemplar!

 

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Werbung/Reziexemplar: „Front“ Rüdiger Bertram, Illustratiom Heribert Schulmeyer, Fischer Sauerländer

 

Werbung/Reziexemplar: „Front“ Rüdiger Bertram, Illustratiom Heribert Schulmeyer, Fischer Sauerländer

 

Dieser #ComicRoman ab 12 Jahren erzählen die Geschichte von Adam und Zero. Sie beide sind aus ihrer Heimat geflohen und gehen jetzt in Deutschland zur Schule. Sie leben mit ihren Familien ist großen Wohnblöcken, die einander gegenüberstehen, wie Feinde an der Front. Denn das sind sie, ihre Länder sind verfeindet, sie führen gegeneinander #Krieg und daher sind auch sie verfeindet. So wie Adams große Schwester Yella, die als Tänzerin gerade Geschütze auf die Gegenseite richtet, statt zu kämpfen und Zeros großer Bruder Micha, der einen Panzer kommandiert, sich aber seit Wochen nicht mehr meldet. Ihre Eltern haben keine Arbeit in Deutschland und Adam und Zero ahnen nicht, wie ähnlich sie sich sind, mit ihren Träumen von der Heimat, der #Front und ihren großen Geschwistern. Als Adams Onkel Jovis einen Hilfstransport an die Front organisiert, stiehlt Adam ihn den Schlüssel zum Transporter und klettert nachts heimlich mit Rucksack, Schlafsack und Kissen hinein und versteckt sich hinter den Kisten. Jetzt, da der Krieg schon so lange dauert, ist der Laster nicht mehr so voll, die Spendenbereitschaft lässt nach. Doch plötzlich öffnet sich die Klappe und auch Zero klettert hinein und stößt auf Adam seinen Feind! Notgedrungen, um nicht beide rausgeschmissen zu werden schließen sie einen Waffenstillstand für diese gefährliche Reise an die Front!

 

Auch wenn die zwei Jungs heldenhafte Träume von ihrem Auftauchen an der Front hatten, verherrlicht dieses #Jugendbuch den Krieg keineswegs. Schonungslos wird den Jungs unterwegs klar, dass sie aufeinander angewiesen sind, weil dies kein Abenteuer sondern Ernst ist. Krieg ist schonungslos, brutal und allzuviele versuchen skrupellos sich an diesem zu bereichern. Die Brutalität des Krieges macht vor nichts und niemandem Halt, auf verschiedene, aber stets unbarmherzig. Es zeigt aber auch, wie ähnlich sich die Kriegsparteien oft sind. So lernen die zwei erklärten Feinde auf diesem Roadtrip nicht nur sich selbst, sondern auch den jeweils anderen immer besser kennen, bis sie gar nicht anders können, als sich gegenseitig zu mögen. Das Ende der Reise fällt sowieso ganz anders aus als gedacht.... dabei ist es fast ein Happy End, worauf man ja heimlich immer hofft.

 

Der Stil ist knapp und sachlich. Auf das Nötigste reduziert. Wo Adam und Zero herkommen wird nicht erwähnt, denn sie stehen für sämtliche Konflikte, zu jeder Zeit. Krieg ist barbarisch... Doch auch wenn dies hier deutlich wird, ist es dennoch nicht so brutal, dass man es mit 12 nicht verkraften könnte. Zwischendrin lockern Comic-Seiten die Erzählung auf, denn oft genug sagen Bilder mehr als Worte und bisweilen fehlen den Jungs auch die passenden Worte. Sie reden knapp miteinander, aber angenehmerweise nicht in Jugendsprache, denn das wirkt oft peinlich anbiedernd und würde ich eh nicht verstehen, wie das seltsame „frubar“ dass Adam stets verwendet und mich stets verwunderte, bis zum Schluss... Da wird es erklärt, es ist tatsächlich historisch und wurde im 2. Weltkrieg von den Amis geprägt....

 

Auch die Optik des Buches ist außergewöhnlich. Es erinnert mit seinen zwei abgeschnittenen Pappdeckeln, an eine alte Kladde, wie Soldaten in den zwei Weltkriegen oft als Tagebuch an der Front nutzten. Und so schildert es ja auch ihre Erlebnisse. Nicht ausgeschmückt, aber auf den Punkt. Die Sätze sind kurz und schnörkellos.

 

Dieser Comicroman eignet sich sicherlich auch als Schullektüre, nicht nur an Gymnasien. Das Thema dürfte leider nur allzu vielen Schülern vertraut sein, aber vielleicht bringt es sie auch zum Nachdenken. Das wäre wünschenwert. Der Verlag stellt auch extra Unterrichtsmaterial für diesen Einsatz zur Verfügung. Das Buch „Der Pfad“ des Autors, war übrigens die einzige Lektüre der Unter- und Mittelstufe, die meine Tochter mochte... (in der Oberstufe kam noch ein weiteres Buch dazu ;))

 

Aufrüttelnd und doch versöhnlich, nicht nur als Schullektüre zu empfehlen!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Fischer Sauerländer Verlag für mein Reziexemplar!

 

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