Werbung/Rezensionsexemplar: „Das tödliche Artefakt – Der Siegelwahrer von London (2)“ Andreas Suchanek, gelesen von Julian Horysek, Der Audio Verlag, 9 h 52 min. ungekürzt, digital
Seit der Zerstörung des geheimen Artefakt Museums in Berlin lernen Liam und Julian eifrig beim verblichenen Kurartor Mr. Bradford des Londoner Museums. Doch ihre Ausbildung muss pausieren, als ihnen aus Paris gemeldet wird, dass in den Louvre eingebrochen wurde und augenscheinlich nichts gestohlen wurde, aber eine kopflose Leiche im Ausstellungssaal liegt. Julia und Liam suchen dort sofort den aktuellen Kurator Pierre auf, der bislang noch keinen Nachfolger hat. Gemeinsam erhalten sie Zutritt zum Tatort. Anders als die ermittelnden Polizisten vor Ort, kann Liam mithilfe der 2. Sicht erkennen, dass an der Wand lediglich ein magisches Abbild von Eugène Delacroix „Die Freiheit führt das Volk“ hängt. (Es ist das berühmte Historiengemälde, bei der die barbusige „Marianne“ auf den Barrikaden die Revolutionäre der französischen Revolution anführt, mit hochgestreckter Trikolore in der rechten Hand). Offensichtlich handelt es sich bei dem Original um ein mörderisches Artefakt, das sie unbedingt wieder finden müssen, um ein Abschlachten der Pariser Bevölkerung zu verhindern. Aber steckt da wirklich die Loge hinter?
Natürlich reist Liams bester Freund und Mitbewohner Harry ihnen nach Paris hinterher. So wie Pierre als hervorragender Koch erweist, stellt Harry unter Beweis, dass neben ihm Q eigentlich einpacken kann! Auch wenn sich das Gebäude des Londoner Museums hartnäckig gegen moderste Technik sträubt, schafft Harry es immer wieder ausgesprochen nützliche Gimmicks zu entwickeln und das Museum halbswegs auf Vordermann zu bringen. Doch Anschläge mit einer Guillutine lassen ihn auch ratlos zurück. Auch wenn er natürlich nicht über die Fähigkeiten von Pierre als voll ausgebildetem Kurator und Liam und Julia, die noch lernen, verfügt, so hat er so einiges auf dem Kasten und bringt mich immer wieder zum Schmunzeln, auch wenn hier nicht nur die Köpfe rollen. Es geht absolut fantastisch und richtig rasant zu, wobei auf die Vorgeschichte Bezug genommen wird und Liam und Julia nach und nach auch immer mehr über ihre eigene Vergangenheit erfahren.
Der Showdown am Ende ist absolut dramatisch und ausgebufft, aber damit ist die Geschichte noch nicht vorbei. Liam überwindet nicht nur sein Trauma gegenüber Polizisten, dank Eva, der netten französischen Kommissarin. Das ist dann auch schon eine Crux: die Kommissarin heißt Eva, frz. Ausgesprochen und die verschwundene Berliner Akolytin Ava, englisch ausgesprochen, was extrem ähnlich klingt. Das hat mich trotz der unterschiedlichen Nachnamen beim Zuhören immer mal wieder verwirrt.
Julian Horysek habe ich wieder sehr gerne zugehört, wobei ich mir einen Französisch-Coach für ihn gewünscht habe. Im Englischen ist es bei ihm kein Problem, auch im letzten Band in Berlin nicht. Meistens ist seine frz. Aussprache auch korrekt, bei einem Wort nuschelt er aber immer wieder so, dass ich echt nicht weiß ob es nur Mord oder Mörder auf Deutsch heißt.... das lenkt mich dann immer unnötig ab, obwohl ich ja gut aufpassen sollte, um bloß keine der kniffligen, ausgeklügelten Hinweise zu verpassen. Er klingt auch dieses Mal super sympathisch und
Die Kombination aus Verschwörung, Geheimbünden und Museumsnetzwerken und hier der Kunstszene gefällt mir sehr gut, auch dass Liam, der sich zuvor als Fahrradkurier in London gerade so über Wasser halten konnte, sein Fahrrad vermisst, mag ich. Der Autor lockert selbst in den aufregendsten Momenten die Story mit humorvollen Randbemerkungen auf. Auch seine Charaktere sind wunderbar eigen und dabei liebenswert. Niemand ist aalglatt, aber auch ebenso wenig völlig verkorkst. Jeder trägt sein Päckchen mit sich herum, aber gemeinsam sind sie trotz ihres jungen Alters und der unvollständigen Ausbildung echt stark! Getoppt werden sie aber natürlich von Hund Shakespeare und dem Geist des verstorbenen Kurator Mr. Bradford und natürlich dem obersten Kurator, der ähnlich wie Charly von den drei Engeln stets nur zu hören, aber nie zu sehen ist....
Gerade nach dem rätselhaften Ende voller Andeutungen bin ich gespannt, wie es weiter geht!
Ich bedanke mich ganz herzlich für kurzweilig-fantastische Unterhaltung beim Der Audio Verlag!
Hier könnt Ihr reinhören:
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