Samstag, 19. September 2026

Werbung/Reziexemplar: „Heute bin ich“ Mies van Hout, Aracari Verlag

 

Werbung/Reziexemplar: „Heute bin ich“ Mies van Hout, Aracari Verlag

 

Kindern fällt es oft nicht leicht, ihre eigene Gefühle der anderen zu erkennen, zu deuten oder zu benennen. Über diese zu reden, fällt mit diesem wirklich sehr ausdrucksstarken und künstlerisch überraschend klaren Fischen aus Pastell und Wachskreiden aus der Hand von Mies van Hout dann überraschend leicht!

Mit teilweise nur wenigen Strichen zaubert er z.B. einem kleinen Fisch einen richtig neugierigen Blick ins Gesicht. Mit überwiegend gelber Kreide auf schwarzem Grund, so dass die Farben richtig leuchten. Das entsprechende dazu gehörigen Gefühl steht dann auf gelben Strukturgrund in verschiedenen Farben und in Handschrift auf der gegenüberliegenden Seite. Ja, auch die Gefühlswelt von Fischen ist vielfältig: neugierig, nervös, mutig, verlegen, erstaunt, betrübt, zornig, stolz, neidisch, verliebt, böse, vergnügt, verwirrt, zufrieden, ängstlich, sorglos, erschrocken, verblüfft, gelangweilt, und letztendlich glücklich! Diese Fische sind einfach hinreißend! Auch wenn einige mehr zum Liebhaben sind als andere. Der Zornige ist ganz schön erschreckend und der mutige verblüffend klein... denn Mut kann ja auch schon schön unerwartet auftreten, so wie dieser kleine Fisch, am Rand versteckt...

 

Wer hätte das gedacht, was alles in so kleinen oder großen Fischen stecken kann? Genauso viele große und kleine Gefühle, wie in Dir und mir! Dabei wählt der Autor und Künstler Mies van Hout ganz viele verschiedene Fischarten, um auch die Vielfalt von uns, unserem Äußeren und Inneren zu zeigen. Eine schöne Anregung um mit Kindern über Gefühle ganz allgemein oder ausgegebenen Anlass zu reden. So kann man auch gut unangenehme Gefühle auf die Fische, die sich ja nicht wehren können, projizieren. Dieses Buch ist so wunderschön und liebevoll gestaltet, dass es auch gerne noch nach dem Kleinkindalter noch in die Hand genommen wird, einfach um es zu betrachten und sich ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu lassen.

 

Zurecht hat dieses Werk den Deutschen Jugendliteraturpreis in Silber 2013 gewonnen und erscheint inzwischen in der 30. Auflage. Ein moderner Klassiker!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Aracari Verlag für mein Rezensionsexemplar!

 

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Montag, 14. September 2026

 

Werbung/Reziexemplar: „Manno Monster, Karacho und ich!“ Katja Reider, Illus. Daniela Kohl, Hanser Verlag

 

Jussi ist nach wie vor auf seine Gruselaktion mit seinem ungruseligem Monsterfreund Manno stolz, mit der sie den angeberischen Nachbarsjungen in die Flucht geschlagen haben, aber in letzter Zeit, ist Manno nicht mehr aufgetaucht. Er vermisst seinen Freund sehr und hofft jeden Abend, wenn er das Licht ausmacht, dass er ihn endlich wieder unter seinem Bett entdeckt.... Heute hat er extra früh das Licht ausgemacht, weil er ihn vermisst, aber statt Manno sitzt plötzlich dessen finsterer großer Bruder Karacho auf seinem Bett! Er erklärt ihm, dass Manno in der Schule Ärger hat, weil er nicht zum Fürchten sei und er bald ins Monsterinternat Schloss Schreckenstein müsse, wenn er nicht langsam monstermäßig auf Spur käme. Dann verplappert er sich und verrät, dass Manno nun ein anderes Übungsobjekt namens Silas habe, der in seinem Sportverein sein. Jussi ist wild entschlossen, diesen Silas zu finden, um mit ihm gemeinsam Manno zu helfen. Dafür ist er sogar bereit zum Tischtennistraining zu gehen!

 

Neben dem Thema, das jeder Angst hat, auch die coolsten Fußballer, wie Silas, oder Jussis stets überragende Schwester Leo, geht es auch um Freundschaft, Verrat, Loyalität und natürlich auch wieder um Familie. Eigentlich wünschen sich ja ganz viele, dass die eigene Familie doch bitte ein bisschen mehr, wie die der Freunde sein solle... Denn natürlich hat Jussi nicht nur Manno als Freund, sondern auch den stets entspannten Adam, dessen Wünsche oft in den Hintergrund treten, bei zwei kleinen Zwillingen und einer Hausrenovierung... Jussi wäre hingegen oft schon froh, wenn Papa sich mal etwas weniger für seinen Kram, insbesondere Hausaufgaben und Klassenarbeiten kümmern würde und Leo nicht immer so perfekt wäre. Wobei, Leo gerade sehr komisch ist und ausgerecht Adam checkt, was mit ihr los ist: Leo ist verliebt! Oh Mann, ist das anstrengend! Jussi ist also ganz schön gefordert, da er Silas erst mal finden und ihn erstmal ansprechen muss, nebenbei Leo helfen, zum Training gehen, eigene Ängste überwinden und bloß niemandem, außer Silas von Manno erzählen...

 

Eigentlich ist Jussi völlig uncool, glaubt er, aber er muss über sich hinaus wachsen, um seinem Freund zu helfen. Dabei stellt er fest, dass er mit seinen Ängsten nicht allein ist, anderen geht es auch nicht besser, da sind es nur andere Ängste, oder Sorgen – selbst die wirklich coolen und angesagten Typen.... wobei einige davon ja auch nur hohle Blender sind. Da lernen Jussi und Leo genau hinzuschauen....

 

Sehr sensible, aber auch witzig erzählt Katja Reider Jussis Geschichte, die vielen Jungs aus dem Herzen sprechen wird. Wann dürfen Jungs schon mal Angst haben? Sehr schön ist hier gerade der Kontrast mit der Super-Schwester, der scheinbar alles gelingt. Natürlich kommen auch noch Charaktere vom ersten Band vor, wie der stets gut gelaunte Adam.. aber es sollte gut ohne Vorkenntnisse lesbar sein, den ersten Band aber vorher noch mal schnell zu lesen, ist aber doppelter Spaß!

 

Daniela Kohl (die legendäre Illustratorin der „Lotta-Leben“-Reihe) peppt die Handlung dabei optisch mit farbigen Illustrationen, die mehr als Worte sagen aus. Die verliebte Leo finde ich den Hit! Aber nicht nur.... Sehr schön baut sie wieder Comic-Elemente in den Text ein und sobald es dunkel wird..wird auch die Seite dunkel und die Schrift hell, nicht nur, als Jussi Karacho unter seinem Bett findet, sondern auch bei dem Abenteuer, auf das er sich einlässt, um seinen Freunden zu helfen. Das sieht richtig stark aus!

 

Eine absolut gelungene Comic-Roman Fortsetzung, über einen Jungen, der zwar nicht der mutigste, aber der beste Freund ist! Kurzweilig, witzig und mutmachend, ab 7 Jahren.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Katja Reider und dem Hanser Verlag für mein Rezensionsexemplar!

 

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