Samstag, 7. November 2026

Werbung/Rezensionsexemplar: „Geburtstag im Staubsauger“ Ulrich Hub, Illus. Jörg Mühle, Carlsen Verlag

 

Werbung/Rezensionsexemplar: „Geburtstag im Staubsauger“ Ulrich Hub, Illus. Jörg Mühle, Carlsen Verlag

 

Das blinde Huhn hat Geburstag und ist schon seit Tagen, nein eher Wochen, ganz aufgeregt deswegen und zählt wie oft sie noch schlafen muss. Nun ist es endlich so weit und natürlich kommt ihre beste Freundin, die lahme Ente zu ihr in den Hinterhof, um ihr zu gratulieren. Sie bringt ein riesiges Geschenk mit: einen Staubsauger! Das blinde Huhn ist echt enttäuscht, klar, es kann das Konfetti ja auch gar nicht sehen, dass die lahme Ente nun geschickt wegsaugt.... Es drückt auf den Knopf und nichts passiert! Nanu? Rasch nachgeschaut, während das Huhn den Stecker in die Steckdose steckt und schon ist die lahme Ente verschwunden! Einfach so! Aber das geht doch nicht, das blinde Huhn fand das Geschenk zwar doof, aber Geburtstag ohne die beste Freundin geht ja nun gar nicht. Also lässt sie sich auch einsaugen und begibt sich auf den Spuren der lahmen Ente auf eingeheimnisvolles Abenteuer ins Ungewissen und vielleicht ohne Wiederkehr. Wer weiß? Ich war ja noch nie in einem Staubsauger.....

 

Was habt Ihr schon mal alles in einem Staubsauger gefunden?

Dies ist das dritte und letzte Abenteuer von der lahmen Ente und dem blinden Huhn. Diese sind unabhängig von einander lesbar, wenn man sie aber alle lesen will, was man sich eigentlich nicht entgehen lassen sollte... ist es noch schöner, wenn man sie der Reihe nach liest, muss aber nicht sein.

 

Die Idee finde ich irre witzig, auch einem blinden Huhn ausgerechnet einen Staubsauger zu schenken. Ich wehre mich ja immer gegen Haushaltsgerätegeschenke, dabei bin ich ja nur ein schääles Huhn, könnte Staubmäuse aber schon noch sehen.... Ja, Staubmäuse sind auch so ganz geheime Bewohner nicht nur von Häusern, sondern auch von Staubsaugern, das war natürlich auch Ulrich Hub klar, dass ein Staubsauger ohne Staubmäuse natürlich eine reine Fiktion wäre und dies ist ja ein ernsthaftes Kinderbuch, oder so...  Nein tatsächlich ist es sehr einfallsreich und auch sehr lustig, wobei es auch einige nachdenkliche, besinnliche und wirklich verbindende tröstende Gedanken gibt. Es geht halt auch um wahre Freundschaft, von zweien, die gelernt haben, dass sie nicht perfekt sind, aber perfekt für einander! Wie perfekt können jung und alt auch wunderbar an den farbigen und unglaublich umwerfenden Illustrationen von Jörg Mühle erkennen. Die sind noch mal das Tüpfelchen auf dem „ü“ und runden, diesen vielschichtigen und witzigen Text noch mal besonders ab.

 

Es geht wirklich um die ganz großen Dinge im Leben, nicht nur Geburtstage, sondern auch Streiten und Versöhnen, Mut, Zusammenhalt und Abenteuer! Außerdem ist das Buch auch ein bißchen philosophisch, da es schon auch darum geht, was eigentlich passiert, wenn es kein Zurück mehr gibt... Leben die Zwei eigentlich noch? Gibt es ein Leben im Staubsauger? Solch elementare Fragen werden hier geklärt, aber naütrlich altersgerecht für alle ab 8 Jahren.

 

Die Schrift ist schön groß und fett, so daß es sich gut lesen lässt und zwischendurch ist es echt ganz schön chaotisch im Bauch des Staubsaugers, so purzeln die Gedanken auch schon mal in Blasen herum und es ist witzig, diese in Blasen gefassten Gedanken und Dialoge der Reihe nach zu ordnen und dabei die einzelnen Illustrationen beim Lesen grinsend zu bestaunen.

 

Es ist zwar schade, dass es nun heißt Abschied zu nehmen von Huhn und Ente, aber es ist ein schönes Ende, das Mut macht und dann fällt es ja auch gleich viel leichter!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Carlsen Verlag für mein Rezensionsexemplar!

 

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