Samstag, 6. Juni 2026

Die Reisenden der Hankyu-Bahn Hiro Arikawa, gelesen von Rubina Nath, Goya Digital, 4 h 41 min ungekürzt

 

Die Reisenden der Hankyu-Bahn Hiro Arikawa, gelesen von Rubina Nath, Goya Digital, 4 h 41 min ungekürzt

 

Zwischen Kyoto und Osaka in Japan bringt die nostalgische Hankyu-Bahn mit ihren dunkelroten Regionalzügen ihre Passagiere regelmäßig und zuverlässig ans Ziel, auch wenn sie bisweilen stark überfüllt ist. Hier ereignen sich Schicksale und es kreuzen sich die Wege der Reisenden, wodurch sie erstaunliche Wendungen nehmen können. Ein Reisender entdeckt die junge Frau, die eigentlich voll sein Typ ist, ihm aber immer seine Lieblingsbücher in der Bibliothek vor der Nase weg schnappt, wieder und sie schafft es, ihn in ein Gespräch zu verwickeln. Eine sitzen gelassene, wunder schöne Braut, kommt gerade von der Hochzeitsfeier ihres Ex mit ihrer Ex-Freundin zurück, in einem eleganten weißen Kleid und einer edlen Hochsteckfrisur... War es diesen Aufwand wert, um sich zu rächen? Eine junge Studentin wagt es ihrem ebenfalls studierenden Freund zu belehren, was ihn wütend und aggressiv macht. Eine ältere Mitreisende ist entsetzt und tituliert ihn als Nichtsnutz... ein Denkanstoß für das Selbstwertgefühl der jungen Studentin. Eine Witwe beschließt ihrer Enkelin und sich eine Freude zu machen, die ihr Mann ihr nicht gewährt hätte und auch ihr Sohn und seine Frau ihrer Tochter nicht erlauben würden, doch sie, sie hat als verwitwete Rentnerin doch alle Freiheiten, was hindert sie daran, sich noch mal einen Wunsch zu erfüllen. Kleine scheinbar flüchtige Momente, die jedoch lange nachhallen, wie ihre gemeinsame Rückfahrt 6 Monate später zeigt....

Der Roman ist in Japan bereits vor 20 Jahren erschienen und seither ein Bestseller, kein Wunder, denn er verströmt absolute Wohlfühl-Vibes, Alle Menschen steigen eigentlich nur für eine Fahrt in diese Bahn. Es wird in der ersten Hälfte ihre Hinreise beschrieben, was die Leute dazu bringt, hier und jetzt diese Bahn zu nehmen. Wir lernen ihr aktuellen Sorgen und Nöte kennen und in welcher Verfassung sie einsteigen. Doch diese Fahrt wird keine der geschilderten Personen beenden, wie er oder sie sie begann. Diese Fahrt ist für sie wie der Aufbruch in ein neues besseres Leben oder eine neue, bessere Version ihrer selbst. In der Mitte der Geschichte sind dann 6 Monate vergangen und wir erfahren, wie sich das Leben dieser Zufallsbekanntschafen, in deren Seelen wir für kurze Augenblicke schauen konnten, und die uns für einen kurzen Moment an ihre Leben teilhaben ließen, verändert hat. Für sie war die Hinfahrt ein wichtiger Impuls und auf der Rückfahrt dürfen wir erleben, wie sehr sie ihn genutzt haben und was sie aus sich und ihrer Situation gemacht haben. Unsere Alltagsheldinnen und -helden von der Hinfahrt sind nun deutlich glücklicher und blicken zuversichtlich in die Zukunft.

Diese Geschichte hat mich wegen all der japanischen Namen und Orte anfangs etwas überfordert, denn ich hatte null Chance, sie mir wirklich zu merken. Aber ihre Geschichten waren so prägnant und von Hiro Arikawa so geschickt erzählt, dass sobald ich mich darauf einließ, es für mich kein Problem mehr den einzelnen Schicksalssträngen zu folgen. Sie bei der Rückfahrt alle wieder korrekt zu identifizieren war das etwas schwieriger, weil sie sich ja auch verändert hatten, aber auch das klappte beim genauen Zuhören, weil die Autorin auch immer wieder auf die Schlüsselerlebnisse zu sprechen kam. Sie fängt kleine feine Momente ein, die auch Denkanstöße für uns unsere Ziele, aber auch unser Benehmen in der Öffentlichkeit (im Zug) gibt und uns auch zeigt, wie Kleinigkeiten, wie die Rücksichtnahme sowohl auf Reisende, als auch auf Schwalben, einen Unterschied machen können. Kein Detail ist zu unwichtig, alles ist irgendwie von Bedeutung.

Diese kleinen Episoden sind einfach schön und machen sowohl glücklich, als auch Hoffnung und die eine oder andere, besonders die der jungen Frauen, die Kraft und Mut haben ihr Schicksal zu wenden, haben mich zum Schmunzeln gebracht.

Rubina Nath liest diese Geschichten mit viel Einfühlungsvermögen und schafft damit beim Hören ein noch stärkeres Wohlgefühl, als es wohl beim Lesen aufkäme. Ihre Aussprache all dieser japanischen Namen und Worte gelingt ihr sehr flüssig und für mich klingt es einfach super japanisch ;) aber was heißt das schon. Auf jeden Fall, klingen sie weich und angenehm, als würde man über dämpfende Kirschblütenblätter laufen.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Goya Verlag für meinen Rezi-Download!

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Montag, 1. Juni 2026

Erstes Lernen: Fühl Leporello – Bauernhof & Fahrzeuge, DK Verlag

 

Erstes Lernen: Fühl Leporello – Bauernhof & Fahrzeuge, DK Verlag

 

Nach und nach entwickelt sich bei Babys die Sehkraft und auch Farben werden wahrgenommen, der Tastsinn wird entdeckt während Babys ihre Umwelt zu entdecken versuchen.

 

Diese Leporellos sollen Farben und neue Erfahrungen in Babys Welt bringen. Man kann sie schön auffalten und hinstellen. Sowohl seitlich auf den Wickeltisch, an die Seite des Bettes oder auf die Krabbeldecke. Sie sind extra handlich, so dass man sie gut in die Wickeltasche oder den Koffer stecken kann, oder Babys sie eventuell schon greifen können, wenn sie etwas älter als 3 Monate als sind. Dafür ist das Leporello besonders praktisch, da Babys nicht umblättern müssen. Sie können die feste, stabile Pappe anpatschen, und ansabbern. Da Babys alles in den Mund stecken, sind sie extra geprüfte Qualität für Babys also unterliegen sie einem besonders hohem Sicherheitsstandard.

 

Auch wenn kleine Kinder Fahrzeuge aller Art faszinierend finden, dürften sie noch keine Kenner der Szene sein. Noch ist ihr Kosmos mit 3 bis 6 Monaten sehr begrenzt. Dennoch lohnt es sich ihnen immer wieder neue Anreize auf Sinnesebene zu bieten. Die Fahrzeuge, die hier abgebildet werden: Müllauto, der LKW, der Betonmischer, der Traktor, der Zug, die Walze, das Auto, der Bus, der Bagger, die Feuerwehr, das Segelboot haben alle sehr besondere Formen und sind schön farbig. Jeweils an einer Stelle der Darstellung ist die glatte Oberfläche unterbrochen und ein anderes Material ist verarbeitet z.B. orangene Wellpappe beim Müllauto, oder raues Papier, etwas sanfter als Schmirgelpapier beim Bagger, Glanzfolie für den Kühlergrill des LKW oder Klebefolie als Bodenbelag bei der Walze. Die Seite des Feuerwehrfahrzeugs, an welcher sich sonst immer eine Art Jalousie befindet, wird durch eine Art Gitterfolie, die sich deutlich unter den zarten Babyfingerkuppen spüren lässt.

 

Auch Bauernhöfe sind Babys von 3 bis 6 Monaten nicht unbedingt schon bekannt, aber es kann ihre Neugierde wecken. Sie sehen hier niedliche Fotos von einem Ferkel, einen Huhn und dem dazu gehörigem Ei, der Hund, das Stroh, die Gans, der Traktor, die Milch, die Kuh, die Schafe, die Katze und der Eimer. Bei diesen Motiven ist es offensichtlich sehr viel einfacher deutlich fühlbare Strukturen statt nur glatter Flächen zu verwenden. Die Tierfelle sind schön kuschelig und Katze, Lamm und Ei definitiv ganz unterschiedlich anzufassen sind. Die flauschigen Tierfelle haben auch je nach Tierart unterschiedliche Farben, so ist die Kuh gescheckt, aber nicht so flauschig wie der Hund und das Schaf ist wollig d.h. Mit kleinen „Löckchen“.

 

Die vielen bunten Bilder auf den jeweiligen Leporelloseiten, sind so ansprechend, dass es auch Babys motiviert den Kopf zu heben oder nach ihnen zu greifen. „Lesen“ bilden somit absolut vielseitig!

 

Hier werden die ganz Kleinen nicht nur wunderbar gefördert, sondern durch die vielfältigen Sinneseindrücke auch gefordert!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim DK Verlag für diese süßen ersten Leporellos!

 

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