Sonntag, 9. März 2025

Das große Gemüse- und Obstgartenbuch, Joachim Meyer, Stiftung Warentest

Das große Gemüse- und Obstgartenbuch, Joachim Meyer, Stiftung Warentest


Untertitel: Planen, anbauen, pflegen und erfolgreich ernten für Selbstversorger. Mit Sortenempfehlungen für jeden Garten.


Die Sonne scheint und es wird milder, der Garten ruft! Und wer sich bewusst gesund ernähren will und einen eigenen Garten hat, baut Gemüse, Obst und Beeren selbst an. Dabei kann man intuitiv vorgehen, auf die Anleitungen der neu gekauften Produkte vertrauen, oder planvoll vorgehen. Tatsächlich bin ich ja eine SchönWetterGärtnerin und lasse meinen Garten im Winter ruhen, aber auch dieses Buch weist mich schon mittels des Arbeitskalenders in der Buchklappe, der aufzählt welche Arbeiten in welchen Monaten zu erledigen sind, dass die Arbeit nicht erst mit dem Sonnenschein beginnt, sondern im Januar und Februar wegen der Schonzeit der brütenden Vögel noch schnell der Baum- und Heckenrückschnitt zu erfolgen hat, führt Allgemeines auf, was nun gesät und gepflanzt werden sollte, welche Pflege- und Versorgungsmaßnahmen nun anstehen und was man nun ernten und genießen kann (dieser Punkt fällt erwartungsgemäß übersichtlich aus). So werden stets 2 Monate zusammengefasst und ein Plan für den richtigen Zeitpunkt für erforderliche und begehrte Arbeiten erstellt, denn beim Gärtnern kommt es nicht nur auf die richtigen Pflanzen für das richtige Klima, sondern auch die Bodenbeschaffenheit, den Standort und natürlich den richtigen Zeitpunkt an....


Im übrigen gliedert sich das Buch grob wie folgt:

-Inhaltsverzeichnis

-Planung, Einrichtung, Zubehör

-Vorbereiten und Anlegen

-Gemüse und Kräuterpraxis

-Obstgartenpraxis

-Pflanzenschutz im Nutzgarten

-Gemüse- und Kräuterporträts

-Obstporträts

-Register


Da das Buch mit 336 Seiten sehr umfangreich ist, habe ich mich auf die Grobgliederung beschränkt, wobei das Inhaltsverzeichnis natürlich auch mit der deutlich feineren Unterteilung einen besseren Überblick gewährt, wenn man einen speziellen Punkt sucht. Ganz spezielle Begriffe kann man natürlich im Register nachschlagen.


Neben den Gemüse-, Kräuter- und Obstporträts finde ich den Pflanzenschutz im Nutzgarten sehr praxisnah und hilfreich. Wirklich umfassend und sorgfältig werden hier die jeweiligen Pflanzen bzw. Früchte mit Bild vorgestellt. Wobei ich erstaunt war, Feigen bei Beerenobst statt bei Früchten zu finden. Darüber habe ich bislang tatsächlich nicht nachgedacht. Wenn man guten Gewissens genießen will, was man selbst angebaut hat, dann sollte man Schädlingen so sanft wie möglich zu Leibe rücken, wobei natürlich auch die heimischen Nützlinge gepflegt werden sollten. Das Kapitel zu den Schädlingen und Krankheiten ist sehr umfangreich und wirklich hilfreich in der Bestimmung des Schädlings oder der Art des Schadens. Neben dem Hinweis auf resistente Sorten und die negativen Folgen des Klimawandels hätte ich mir hier allerdings auch ein paar mehr alte Hausmittelrezepte gewünscht. Hier finde ich die Abhilfehinweise doch sehr allgemein gefasst.


Auch wusste ich nicht, dass es für einigen Befall tatsächlich eine Meldepflicht gibt, vor allem in Österreich und der Schweiz. Mangels Kenntnis hätte ich dieser gar nicht nachkommen können.


Joachim Mayer schreibt gut verständlich und sachkundig. Seine jahrelange Erfahrung von rund 50 Jahren merkt man diesem neuen Standardwerk des Gartenjournalisten und Gärtners deutlich an.


Mit zahlreichen Fotos, Illustrationen und Übersichten ist dieses Buch wirklich ein hilfreicher und unentbehrlicher Begleiter durchs Gartenjahr, nicht nur wenn man seinen Garten gerade neu anlegt.


Das Buch ist prall gefüllt mit nützlichen Tipps, Übersichten, Infos, Planungskalendern und alles was das Gärtnerherz begehrt. Ich bin schon sehr gespannt, ob meine Ernte dieses Jahr reicher ausfällt. Das Gemüse wird zumindest schon mal an einem sonnigen Ort vorgezogen.


Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Stiftung Warentest und der Agentur Literaturtest für mein Rezensionsexemplar!


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Freitag, 7. März 2025

Wer mit den Wölfen heult, Die Canterbury Fälle, Tessa Duncan, gelesen von Heike Warmuth, Der Audio Verlag, 2. MP3 ca. 12 h ungekürzt

Wer mit den Wölfen heult, Die Canterbury Fälle, Tessa Duncan, gelesen von Heike Warmuth, Der Audio Verlag, 2. MP3 ca. 12 h ungekürzt


Lillys Kollege Matt hat gerade einen neuen Krankheitsschub und gibt ihr einen lukrativen Auftrag als beratende Pschotherapeutin ab: Sie soll in maximal 10 Sitzungen ein Gutachten über die mögliche Diensttauglichkeit des PS Martin Gordon erstellen, der im Einsatz einen Kollegen angeschossen hat. Da er nicht zum ersten Mal innerhalb der letzten 6 Monate auffiel, steht für ihn nun alles auf dem Spiel. Während ihrer Sitzungen, wird er ihr immer sympathischer, dort sie spürt auch, dass er etwas verheimlicht, vielmehr als seine extremen Konflikte mit Jeff Clark, den er anschoss. Doch ehe sie ihren Auftrag erfüllen kann, nimmt Martin sich das Leben und fordert in seinem Abschliedsbrief auf, Lilly Brown die Umstände seines Todes zu ermitteln. Ein Auftrag, dem Lilly nur allzu gerne nachkommt und dabei auf eine entsetzliche Entdeckung stößt. Doch auch Sozialarbeiterin Mabel hat ihr einen neue Fall verschafft. Sie soll sich der 22 jährigen Gerry annehmen, die kurz nach dem Verlust ihres ersten Babys durch plötzlichen Kindstod, erneut schwanger ist und von Sorgen geplagt wird, dass es sich wiederholen könnte. Diese Therapie fällt ihr sehr schwer, gerade jetzt wo Jocelyn, die Noch-Ehefreund ihres Partners, des Profilers Dan schwanger ist und ihre Spielchen mit ihm treibt.


Da kommt wieder einiges auf die junge Psychotherapeutin und forensische Fallanalytikerin Lilly Brown zu, sowohl privat, als auch beruflich. Denn Lilly war ja einst selbst Teil der MET und kennt den dortigen Corps-Geist und die Schikanen weiblicher Polizistinnen, die von viel zu vielen ihrer männlichen Kollegen nur verächtlich Flintenweiber genannt werden, nur zu gut. Da kommen wirklich unangenehme Erinnerungen hoch, die Lilly mit ihren neuen Patienten nicht so recht in Einklang bringen kann. Je näher sie den Hintergründen zu Martin Gordons Schüssen auf seinen Kollegen kommt, desto überzeugter ist Lilly, dass da eine ganz große Schweinerei vertuscht wurde und Martins das nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren konnte. Die Einblicke in die Strukturen innerhalb der Polizeibelegschaft sind ebenso erschütternd wie erschreckend. Wer allerdings Presseberichte über den Zustand der MET und anderer Dienststellen in England verfolgt hat (und ich will damit nicht sagen, dass bei uns immer alles perfekt ist), der weiß, dass die Autorin dies nicht an den Haaren herbei gezogen hat, sondern es sich leider an realen Vorfällen orientiert. Das macht diese Thematik aber vielleicht nur umso interessanter!


Ihr Partner Dan ist da ganz anders und sehr viel respektvoller und einfühlsamer. Ehrlich, Lilly? Es gibt einies, woran sie zu knabbern hat, aber irgendwie scheint es sie nie zu stören, dass Dans Ehefrau, von der er sich angeblich getrennt hat, 2 mal von ihm schwanger wird, obwohl er behauptet, da sei nichts mehr und er habe sich nur für sie entschieden.... Also, unter uns... ich wurde nicht durch Windbestäubung schwanger, ich war daran durchaus beteiligt. Ich finde die Charaktere wirklich gut ausgearbeitet (kein Wunder, immerhin ist die Autorin ja selbst Psychologin), aber dass sich Lilly daran nicht stört, ist mir unbegreiflich. Natürlich ist niemand perfekt, aber Dan ist nicht nur deswegen weit davon entfernt, ein akzeptabler Partner zu sein.


Ansonsten gefällt mir diese Reihe allerdings ausgesprochen gut, gerade wegen der psychologischen Komplexität. Gerade das Thema des plötzlichen Kindstods finde ich interessant, weil ich in meiner Zeit im Jugendamt von Brighton & Hove einen recht ähnlichen Fall hatte. Aber da möchte ich nicht spoilern, ich finde es aber auch jenseits der Schwangerschaft interessant. Dans familiäre Situation ist heftig und ich kann mich wirklich nicht daran erinnern, dass das Familienrecht in England auch im Sorgerecht so völlig anders ist, als bei uns: bei uns ist es für einen ehelichen Vater schier unmöglich, kein gemeinsames Sorgerecht zu haben. Das muss ihm schon gerichtlich entzogen werden, aufgrund ganz gravierender Umstände zugunsten des Kindeswohls (nee nee, Haft und Sucht reichen da nicht aus, selbst Gewalt nicht zwangsläufig). Die Familienrichter können dort aber wirklich ziemlich frei über Hab und Gut der Eheleute entscheiden.


Nach und nach kommt Lilly einer teuflischen Verbrüderung, die sogar Kapitalverbrechen vertuscht auf die Spur. Dabei geht sie gründlich und detailliert vor, so dass man nie den Faden ihrer Gedanken verliert und alles logisch ist, selbst ganz am Schluss, als Lilly Martins letzten Willen mehr als nur erfüllt.


Sehr geschickt finde ich den perspektivischen Einstieg in Tessa Duncans Erzählweise gewählt, da sie mit den Erwartungen und Vorurteilen der Zuhörenden spielt... Ich bin da echt aufs Glatteis gefhrt worden.


Heike Warmuth übernimmt Lillys Ermittlungen wieder voller Wärme und Entschlossenheit. Man hört ihr aber auch bisweilen ihre Entschlossenheit und ihre Sorge, auch um ihre Katze an. Insgesamt finde ich ihre Interpretation sehr lebendig und absolut überzeugend.


Für Fans anspruchsvoller Krimiunterhaltung mit Brit-Flair und psychologischen Einblicken sehr zu empfehlen.


Ich bedanke mich ganz herzlich beim Der Audio Verlag für mein Hörexemplar!


Hier findet Ihr eine Hörprobe:

https://www.der-audio-verlag.de/hoerbuecher/wer-mit-den-woelfen-heult-die-canterbury-faelle-duncan-tessa-978-3-7424-2696-3/


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