Montag, 14. Februar 2022

Bald ist alles wieder gut, Katja Reider, Antje Flad, Loewe Verlag

Bald ist alles wieder gut, Katja Reider, Antje Flad, Loewe Verlag

 

Nicht nur Kinder haben Kummer, auch den Tierkindern geht es nicht besser! So ist der kleine Fuchs beim Spielen hingefallen und hat sich wehgetan. Die Tränchen kullern sofort und von seinem Weinen werden alle seine Freunde alarmiert. Zum Glück eilen sie herbei, um ihn zu trösten. Jedes Tierkind tut, was es kann, um dem kleinen Fuchs zu helfen. Das große Bärenkind nimmt den kleinen Fuchs auf den Arm und streichelt beruhigend über den Rücken und wiegt ihn dabei sanft hin und her. Der kleine Igel streichelt ihn und summt eine tröstende Melodie, während der Dachs die Tränen abtupft und ein Zauberwort spricht und alle pusten vorsichtig auf die Wunde. Zu guter Letzt hat die kleine Maus noch ein Pflaster parat und bei so viel Hilfe von echten Freunden geht es den kleinen Fuchs gleich viel besser!

Dieses Pappbilderbuch stammt aus der Reihe „Loewe von Anfang an“ richtet sich also an die Allerkleinsten ab 18 Monaten und hat daher richtig stabile Pappseiten und nur sehr wenig Text. Dieser reimt sich dafür aber richtig süß und schult somit das Sprachgefühl, noch ehe sie wirklich sprechen können. Da Bilder oft mehr als 1.000 Worte sagen, stehen diese auch richtig im Vordergrund und sind einfach zuckersüß. Schon das Cover ist von Antje Flad liebevoll gestaltet mit glänzenden Tierkindern auf mattem Grund. Allein die tröstliche Geste des kleinen Igels auf dem Cover zeigt klar und deutlich, dass dies ein Buch über das Trösten ist und so finden sich auf jeder Doppelseite in kleinen blassen Blattblasen Vorschläge für Trostrituale. Damit können sich durch die häufige Wiederholung auch beim kleinen Leser/Anschauer Wiedererkennungseffekte im Kummerfall einstellen. Natürlich wünscht man seinem Kind nur das Beste, doch kein Kind kann ohne Tränen aufwachsen. Das gehört einfach dazu, genauso wie das Trösten und Getröstet werden. So können Kinder auch selbst lernen, wie sie anderen Kindern Trost spenden, auch wenn sie gerade kein Pflaster zur Hand haben. Sicherlich wird so manches Kind nun traurige Freunde fragen, so wie das kleine Reh: „„Ach herrje, wo tut's denn weh?“ - fragt besorgt das kleine Reh.“. Die Reime sind schön einfach und kurz und gleichzeitig einprägsam. Das verstehen die Kleinen schon sehr früh. Auch die Tiere, die hier vorkommen sind schon den Kleinsten bekannt, zumindest von ihren Kuscheltieren, so dass sie der Geschichte auch schon folgen können. Die wunderbare Kombination aus herzigen Bildern und fröhlichen Reimen machen dieses kleine Buch sicherlich sehr schnell zu einem Buch, dass sie kleinen Racker bei Bedarf nach Kuscheleinheiten oder bei Kummer heraussuchen werden, um es zusammengekuschelt gemeinsam zu „lesen“.

 

Da es sich um ein Pappbilderbuch handelt, das gerne mal nicht nur in Kinderhänden, sondern auch im Kindermund landet, ist es zwar schön, dass es stabile Pappe aus verantwortungsvollen Quellen ist, aber Printed in the EU ist mir dann als Herkunftsangabe etwas wenig. Es macht hinsichtlich der Qualität der verwendeten Farben und der anzuwendenden Qualitätskrontrollen schon einen Unterschied, ob es in Deutschland oder Rumänien gedruckt wird. Hier hätte ich mir mehr Sensibilität gewünscht, denn printed in the EU bedeutet für mich, dass es sich um ein EU-Billiglohnland handelt, sonst wäre der Druckort angegeben.

 

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Samstag, 12. Februar 2022

Die Pferde von Eldenau (1) – Mähnen im Wind, Theresa Czerny, Magellan Verlag


Die Pferde von Eldenau (1) – Mähnen im Wind, Theresa Czerny, Magellan Verlag

 

Eldenau, ein malerischer Ort mit Naturschutzgebiet und Wildpferden an der Ostsee gelegen ist die Heimat von Frida (fast 14) und sie könnte sich keinen schöneren Ort vorstellen. Auf Gut Eldenau ihrer Eltern werden Pferde und Ponys geliebt, achtsamer Unterricht erteilt, Therapiereiten angeboten und Frida widmet sich voller Hingabe traumatisierten Pferden. Am liebsten aber reitet sie mit ihrem Pony Liv aus und genießt die gemeinsame Verbindung und das Gefühl von Freiheit. Ihr Paradies bekommt einen Riss, als der benachbarte Carlshof von einer Alleinerziehenden gekauft wird und dort ein Reitverein gegründet werden soll, um an Springturnieren teilzunehmen. Für Frida ist das reine Tierquälerei. Doch Nachbar Jannis nimmt nicht nur mit ihr den Bus, er geht künftig sogar auch in ihre Klasse. Ihre Eltern erwarten, dass Frida sich Mühe gibt und nett zu den neuen Nachbarn ist, aber alles in Frida sträubt sich – solange bis sie Jannis auf seiner Stute Dari springen sieht. Irgendetwas scheint sie auf ihrem ersten Turnier völlig verstört zu haben. Dari ist wie verwandelt und in seiner Verzweiflung wendet sich der eingebildete Jannis ausgerechnet an Frida. Zu einem Tier in Not kann Frida nicht „nein“ sagen....

 

Frida und Jannis, zwei die gegensätzlicher nicht sein könnten und niemals hätte Frida sich träumen lassen, eines Tages mal freiwillig ein Springturnier zu besuchen, doch was tut man nicht alles für seine beste Freundin Lingh. Diese findet Jannis echt süß, bis sie seinen besten Freund Max kennenlernt... Frida hat einfach keine Chance Jannis zu entkommen. Nein, keine Sorge, es ist kein kitschiger Liebesroman, tatsächlich ist es ein richtig fundiertes Pferdeabenteuer, denn auch wenn Frida und Jannis nicht miteinander können, verbindet sie die Liebe zu Pferden. Jannis junge Stute Darina, genannt Dari ist eine vielversprechende Springhoffnung, von der alle Großes erwarten, bis sie auf ihrem ersten Turnier austickt. Zu Frida fasst sie Vertrauen und ihre gemeinsame Arbeit scheint ihr wirklich zu helfen. Doch Frida spürt ganz genau, dass etwas nicht stimmt und letztendlich beschließen die vier Teenager der Wesensveränderung der Stute auf den Grund zu gehen. Dabei gehen sie nicht nur sehr raffiniert vor, es ist auch richtig spannend! Bis es aber zu den dramatischen Ereignissen kommt, ist es keineswegs langweilig. Die Liebe der Autorin zu Pferden spürt man auf jeder Seite und sie hat ganz offensichtlich Ahnung, so viel, dass meine Tochter und ich auch nach der Lektüre zahlreicher Pferdebücher noch so einiges googeln mussten. Wir haben also auch noch eine Menge gelernt! Zudem geht es um echte Freundschaft, ja denn einfach so wäre Frida nie zu dem Turnier gegangen und zarte erste Liebe. Aber keine Sorge, es ist wirklich gut gemacht und gut dosiert, meine 12 – jährige Tochter hat sich nicht daran gestört, obwohl sie auf Liebesszenen sehr gerne verzichtet. Der Stil ist sehr angenehm und so macht das Lesen einfach Spaß, egal ob nur beschrieben wird, wie Frida und Liv ausreiten, Frida und Dari zusammen arbeiten, oder ein ganz normaler Schultag, mit viel zu viele Hausaufgabenüberprüfungen und ähnlichem. Die Zielgruppe findet sich hier absolut wieder. Durch die Erzählweise aus den konträren Sichtweisen von Frida und Jannis, die auch immer entsprechend überschrieben werden, dringt man ganz tief in ihre Gedanken ein und wird richtig Teil dieses Pferdeabenteuers. Wie schade, dass es Eldenau gar nicht gibt und somit Ferien dort leider nicht möglich sind... Immerhin gibt es schon einige Fortsetzungen....

 

Ein richtig aufregendes Pferdeabenteuer ab 12 Jahren!

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Theresa Czerny und dem Magellan Verlag für unser Leseexemplar!

 

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