Samstag, 11. Juli 2020

Cassandra Carpers fabelhaftes Café (2) Zeitreise mit Zuckerguss, Mona Herbst, Boje Verlag



Cassandra Carpers fabelhaftes Café (2) Zeitreise mit Zuckerguss, Mona Herbst, Boje Verlag

In der Abbey Road steht „Cassandra Carpers fabelhaftes Café“ in dem die ebenso liebenswerte, wie schusselige Cassandra Carper, magische Cupcakes aller Art backt und stets den richtigen für ihre Gäste findet. Doch heute herrscht dort helle Aufregung, da die Walpurgisnacht bevorsteht. Das ist jedes Jahr ein besonderes Ereignis: Cassandra Carper ist die Hüterin der magischen Bibliothek und muss jedes Jahr dem Hexenrat zur Walpurgisnacht Rechenschaft ablegen und nachweisen, dass sie den magischen Schatz ein weiteres Jahr sicher verwahrt hat. Zu dumm nur, dass sie ihn nach dem gefährlichen Abenteuer mit der Mume, die das Glück der ganzen Welt bedrohte, so gut versteckt hat, dass sie sich nun nicht mehr so richtig erinnern kann, wo das eigentlich war. Ihre Freundin, Molly Parker, Inhaberin des Tierladens und Liebhaberin verbotener magischer Tiere, ist um diese Zeit immer sehr betrübt. Sie hat zur Walpurgisnacht Geburtstag, wurde jedoch vor 95 Jahren von den Feierlichkeiten verbannt, weil sie verbotene Tiere mitbrachte, die ihr entkamen... Die Menschenfreundinnen Emma und Paula helfen Cassandra den ersten Hinweis auf das Versteck zu finden: die Bücher befinden sich im Jahr 1983. Dafür dürfen sie auch bei den Vorbereitungen der Zeitreisewanne zusehen und landen, durch eine von Cassandras Schusseligkeiten, ohne diese, aber mit Missy, der verzauberten Mume, im Jahre 1983. Ihnen bleiben nur noch wenige Tage, um die versteckten magischen Bücher zu finden, ohne Hilfe von Molly und Cassandra, aber mit machthungrigen Hexen auf ihren Fersen!

Wunderbar ist der Prolog zu Beginn. Er fasst noch einmal quirlig, kurzweilig zusammen, was bisher geschah. Da wir Band 1 vor rund einem Jahr gelesen haben, war das ganz hilfreich. Doch es ist so trubelig, dass man das Gefühl hat, als hätte man die Abbey Road mit seinen eigenwilligen Bewohnerinnen und Cupcakes nie verlassen! Der Schreck des ersten Abenteuers sitzt ihnen noch etwas in den Gliedern, aber inzwischen haben sie sich gut an ihren Neuzugang Missy gewöhnt, die alte mächtige Hexe, die ihr Gedächtnis verlor und nun über die Seele und das Gemüt eines kleinen Mädchens verfügt. Das ist zwar manchmal etwas anstrengend, aber irgendwie kann man ihr nicht Böse sein, selbst wenn dies Emma und Paula ins Jahr 1983 verschlägt. Natürlich sind sie völlig falsch angezogen und staunen nicht schlecht über die damalige Mode! Aber das ist nicht die einzige Panne, denn sie sind nicht die einzigen Zeitreisenden die in der Küche der erstaunten Stone Schwestern landen, sondern treffen dort auf den zaghaften Zauberschüler Merlin auf seiner ersten Zeitreise.

Es ist wunderbar so viele vertraute Charaktere wiederzutreffen, die sich auch wieder absolut treu bleiben. Dieses mal liegt der besondere Witz sowohl an der Zeit, in der die Zeitreisenden ungeplant landen und auf die Emma und Paula nicht vorbereitet waren, als auch Merlin, dessen Klamotten noch viel unpassender zu sein scheinen als ihre. Dabei hat er sich doch extra auf diesen ersten Teil seiner Prüfung vorbereitet! Während Merlin sehr zögerlich ist, sind die Mädchen bisweilen sehr neugierig bis unbekümmert. Eine sehr witzige Mischung, die noch dadurch verstärkt wird, dass sie nicht lange zu Dritt bleiben und in für sie völlig unbekannte Gefilde Londons vordringen. Da ist es tatsächlich bisweilen von Vorteil, dass Missy sie begleitet. Die Ereignisse überschlagen sich. Sie sind sowohl abenteuerlich, als auch absurd, sowie ganz schön geheimnisvoll und bisweilen schon relativ zu Beginn recht bedrohlich. Denn immerhin sind böse Zaubermächte hinter der magischen Bibliothek her, die ungeheure Macht verleiht, die man nicht nur zum Guten verwenden kann. Daher ist es ja so wichtig, dass sie sorgsam von einer Hüterin mit reinem Herzen bewacht wird. Leider hat sich diese in den letzten Jahrhunderten als sehr schusselig und mäßig magisch begabt erwiesen. Wer nun befürchtet, dass Molly und Cassandra in dieser Fortsetzung außer zu Beginn nicht vorkommen, den kann ich beruhigen. Doch, sie greifen natürlich wieder ein, da ihnen ja klar ist, in welcher Gefahr sich die zwei Mädchen durch Cassandras Unachtsamkeit befinden! Das ist sowohl lustig, als auch voller neuer magischer Einfälle und Geheimnisse. Wir treffen auf neue, unbekannte magische Wesen, wobei vor allem die magischen Tiere wie die stetig wachsenden Pyramidenmäuse es meiner Tochter angetan haben. Sie geben diesem Abenteuer ihre Frische und Originalität.
Dabei ist das Buch zwar recht dick, durch die großen Zeilenabstände und die angenehme Schriftgröße werden aber auch junge Leser mit weniger Übung nicht so schnell ermüden. Dabei sind es nicht nur die schönen Vignetten von Dagmar Henze die zum Weiterlesen animieren, sondern auch die schier nicht enden wollende Aufeinanderfolge von magischen Pannen und mysteriösen Hinweisen, die den menschlichen und magischen Freunden, die die Freunde begleiten. Ob das Böse nun endgültig besiegt ist? Wer weiß?

Wir fanden auch diesen Band wieder richtig magisch turbulent und spannend! Für Kinder ab 10 Jahren mit Sinn für Magie, Abenteuer und mehr als nur einem Hauch Chaos!

Vielen lieben Dank an die Bloggerjury für unser heiß ersehntes Rezensionsexemplar!

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Freitag, 10. Juli 2020

Renate Bergmann: Ans Vorzelt kommen Geranien dran, gelesen von Carmen-Maja Antoni, Der Audio Verlag 4 Cds 4 h 54 min gekürzt



Renate Bergmann: Ans Vorzelt kommen Geranien dran, gelesen von Carmen-Maja Antoni, Der Audio Verlag 4 Cds 4 h 54 min gekürzt

Der Sommer naht und letztes Jahr war Renate Bergmann (82 Jahre alt, vierfache Eisenbahner- Witwe aus Spandau) mit ihrer Freundin Gertraut auf Kreuzfahrt. Eine wunderbare Erfahrung und so kommt sie zu dem Schluss, dass sie reisen sollte, solange sie es noch kann! Der Gerechtigkeit wegen soll es diesmal mit Ilse und Kurt losgehen. Aber wohin? Sie denken über ihre schönsten Urlaubserlebnisse nach und da war doch mal dieser schöne kleine Zeltplatz im Grünen.... Den gibt es aber nicht mehr und um auf der Erde im Zelt zu schlafen, sind sie nun wirklich zu alt. Aber so ein gemütlicher Campingbus, das könnte ihnen gefallen! Zu ihrer Überraschung finden auch der Neffe ihres verstorbenen Mannes Stefan und seine patente Frau Ariane den Vorschlag gut, unter der Voraussetzung, dass Stefan den Wagen auf den Platz fährt und nicht Kurt. Vor Ort finden sie gleich ein schönes Plätzchen für sich und stellen fest, dass Camper nicht gleich Camper ist. Es gibt Dauercamper, Wintercamper und Gelegenheitscamper und bei all denen stellt eine Renate Bergmann sich erst mal vor, man will ja wissen, mit wem man es zu tun hat!

Die drei rüstigen Rentner haben uns die Fahrt in den Urlaub verkürzt! Natürlich sind auch wieder einige ihrer Anekdoten in unseren Sprachgebrauch übergegangen. So cremen sich meine Töchter jetzt immer Ilse-mäßig ein, ehe sie an den Strand gehen, oder halten im Supermarkt nach rosa Toilettenpapier Ausschau, wie Kurt es gehortet hat.
So ein Campingplatz ist ja eine Welt für sich, mit ganz eigenen Regeln und bisweilen sehr eigenwilligen Charakteren, die eine Renate Bergmann natürlich schnell und mit der nötigen Portion Humor durchschaut! Diese kleinen, aber oft ausgesprochen zutreffenden Beobachtungen sind das Salz in der Suppe dieser Reihe. Dieses mal gibt es keine ausgesprochenen Haushaltstipps, nur kleine Ratschläge für die gelungene Campingküche, es konzentriert sich mehr um das Sozialleben im Urlaub. Natürlich bleiben Renate Bergmann und Ilse nicht unerkannt und treffen wieder einen Menschen aus der fast vergessenen Vergangenheit. Klar, er kam Ilse doch gleich so bekannt vor! Nicht nur dass, sie bekommen auch Besuch! So gibt es ein Wiedersehen auf dem Campingplatz, dass für die Kenner der Reihe ein vergnügliches Wiederhören mit der Familie ist! Dabei kann man feststellen, dass auf einen Campingplatz eigentlich jeder passt, jeder findet ihr sein Plätzchen und seine Nische und kann zeigen was er kann. Diesmal lernt man nichts Neues über die verblichenen Gatten der rüstigen Renate, dafür darf Tochter Kirsten endlich mal zeigen, dass sie durchaus auch Qualitäten hat! Fröhlich-humorige Familienunterhaltung, die bei uns inzwischen zu Familienreisen dazu gehört, ebenso wie bedeutende Renate-Bergmann-Zitate oder Rezepte. Renate Bergmann ist einfach Kult.

Carmen-Maja Antoni ist einfach die ideale Besetzung für Renate Bergmann. Sollte es mal eine Verfilmung der Reihe geben, wäre sie die perfekte Schauspielerin, auch wenn sie jünger als 82 Jahre alt ist. (Sie dürfte einem größeren Publikum gemeinsam mit Horst Krause, Polizeihauptmeister Krause, bekannt sein). Schön schnodderisch und mit Herz plaudert die Ost-Berlinerin aus dem fiktiven Nähkästchen, setzt dabei gekonnt die Pointen und spart nicht an verbalem Augenzwinkern. Sie trifft einfach genau den Ton, ohne zu übertreiben, als würde man ihr bei einem Gedeck Kaffee und Kuchen und einem Korn zur Verdauung, zuhören.

Urlaubsstimmung für die Ohren, ohne dass man einen Campingplatz mit Gemeinschaftsduschen betreten muss.

Wir bedanken und ganz herzlich bei Der Audio Verlag für unser Hörexemplar. Ganz besonders meine älteste Tochter, die ganz beglückt war, dass das Hörbuch pünktlich zu ihrem Geburtstag ankam und sie es daher schon sofort, noch vor dem Urlaub hören durfte!

Hier findet Ihr eine Hörprobe:

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