Mittwoch, 24. Mai 2017

Luna und der Katzenbär, Ein magischer Ausflug (Band 3), Luna und der Katzenbär gehen in den Kindergarten (Band 4) Udo Weigelt, ungekürzte inszenierte Lesung mit Musik von Cathlen Gawlich, cbj audio



Luna und der Katzenbär, Ein magischer Ausflug (Band 3), Luna und der Katzenbär gehen in den Kindergarten (Band 4) Udo Weigelt, ungekürzte inszenierte Lesung mit Musik von Cathlen Gawlich, cbj audio
Es ist immer schwierig Bilderbücher zu vertonen, gerade wenn diese so liebevoll illustriert sind von Joelle Tourlonias, doch mit dieser szenischen Lesung mit Musik ist es wirklich wunderbar gelungen.
Luna, ein Einzelkind im Kindergartenalter, soll zum ersten Mal ganz kurz alleine zu Hause bleiben, während die Mutter mal gerade eben ein paar Besorgungen macht (und sich dabei natürlich verquatscht!). Sie hat ja auch wirklich vor ganz brav zu Hause auf Mama zu warten, aber während sie nach etwas zu Essen suchen, stellt sich heraus, daß Katzenbär Karlo Teppiche zum Fliegen bringen kann! Man muß es ihnen einfach nur befehlen! Zuerst probieren sie dieses Katzenbären Kunststück nur zu Hause, doch als doch zu viele Dinge im Weg rumstehen und Mama nicht wieder kommt, geht es ab, über die Stadt!
Luna ist ganz aufgeregt, weil ihr erster Tag im neuen Kindergarten ansteht. Karlo schmollt, denn es sollte Luna doch reichen, mit ihm zu Hause zu spielen, was braucht sie da noch andere Kinder? Aber Lunas Mutter will wieder arbeiten und da muß jemand (jemand anderes als Karlo!) auf Luna aufpassen. Schnell freundet sich Luna im Kindergarten mit Carola an und Karlo muß mit Vater-Mutter-Kind spielen. Er wird immer grummeliger!
Der Verlag hat es wunderbar verstanden auf der CD und der Hülle 7 der wunderbaren Illustrationen von Joelle Tourlonias farbig abzudrucken. Da können sich auch diejenigen, die die Bücher nicht kennen Luna und ihren Katzenbären Karlo bestens vorstellen!
Die wirklich warme und wandelbare Stimme von Cathlen Gawlich trägt ihr übrigens dazu bei, die Geschichte zu Leben zu erwecken. Egal ob Luna, Karlo, Carola oder Lunas Mutter, alle haben ihre eigene unverkennbare Stimme. Die Musik und die Geräusche unterstreichen die Geschehnisse dezent, ohne die Stimme zu überdecken.
Auch wenn ich es vom Autor nicht so passend finde, in einem Bilderbuch ein Kindergartenkind alleine zu Hause zu lassen, hat das Abenteuer von Luna, Karlo und dem fliegenden Teppich und alle vier hellauf begeistert (sogar mein Mann hat bereitwillig im Auto mitgehört und gelacht!). Die Geschichte ist lustig, gerade weil Karlo ziemlich von sich überzeugt ist und auch verrückte Einfälle hat, aber auch kindgerecht spannend. Mit Karlo wird es einfach niemals langweilig und Luna ist bei ihm stets gut aufgehoben.
Als Luna in den Kindergarten geht, ist die kindliche Eifersucht von Karlo für Kinder wunderbar nachvollziehbar, ebenso wie Karlos Empörung, als er Puppenkleider tragen soll! Hier entsteht die Spannung aus der Frage, ob die Freundschaft zwischen Luna und ihrem Katzenbären diese harte Probe übersteht. Aber echte Freunde wie Luna und Karlo bringt so schnell nichts auseinander. Als Karlo dann noch feststellt, daß Carolas Teddy ein guter alter Freund von ihm ist, ist die Sache geritzt. Nur Luna wundert sich, ob Karlo ihr einen Bären aufbindet, bei all den verschiedenen Geschichten, die er über seine Herkunft erzählt? Wunderbar fantasievoll und aufregend und dennoch direkt dem kindlichen Denkkosmos entsprungen!
Wunderschön und sehr empfehlenswert. Für alle ab 4 Jahren (sogar die fast 10 Jährige hatte ihren Spaß!).
Wir bedanken uns ganz herzlich für dieses wunderbare Rezensions-Hörbuch bei cbj audio.

Dienstag, 23. Mai 2017

Penelop und der funkenrote Zauber, Valija Zinck, ungekürzt gelesen von Sascha Maria Icks, Argon Verlag



Penelop und der funkenrote Zauber, Valija Zinck, ungekürzt gelesen von Sascha Maria Icks, Argon Verlag
Penelop geht in die 7. Klasse und lebt mit ihrer Mutter, ihrer Großmutter und der Katze ihres Vaters in einem etwas windschiefen Häuschen in der Nähe des Waldes. Doch sie ist nicht wie andere Mädchen, sie hat eine graue Wallemähne und riecht stets nach Feuer und weiß meist schon vorher, was ihre Mitmenschen sagen werden. Als ihre Mutter verunglückt und längere Zeit im Krankenhaus bleiben muß, wacht Penelop eines Tages mit einem Kopf voller feuerroter Locken auf, der Feuergeruch an ihr, ist nun jedoch verschwunden. Sie fühlt sich zudem energiegeladen wie noch nie und stellt noch andere magische Fähigkeiten an sich fest. Diese müßte sie nur noch zu beherrschen wissen! Als ihre Mutter aus dem Krankenhaus entlassen wird, erfährt sie, daß ihr Vater wohl ebensolche Haare hatte und sie wohl auch dessen magischen Fähigkeiten geerbt hat, etwas was ihre Mutter immer versucht hat, ihr zu verheimlichen. Denn Penelops Vater ist nicht tot, wie sie immer dachte, er ist vielmehr eines Tages einfach abgehauen. Penelop ist ratlos, was soll sie nun von ihrem Vater denken? Sie muß ihn suchen, aber vorher gibt es noch eine paar rätselhafte Dinge zu klären.
Die Geschichte für Mädchen ab 9 Jahren hat mich sofort angesprochen! Das Cover hat meiner noch 9-jährigen Tochter auch super gefallen, aber die Geschichte hat weder sie, noch mich richtig gepackt.
Ich konnte dies zuerst nicht in Worte fassen, daher habe ich das Buch inzwischen 7-mal gehört, vielleicht lag es ja nur an der Tagesform, oder? Als ich meine Tochter fragte, was sie störte, konnte ich sie verstehen. Sie fand es komisch, daß Penelop so graue Haare hat und nach Feuer stinkt und alle in der Klasse das gar nicht stört. Denn auch wenn Penelop etwas seltsam aussieht und riecht, ist sie durchaus beliebt. Mit der feuerroten Wallemähne noch viel mehr, dann ist sie plötzlich der absolute Mittelpunkt.  
Ich glaube, wir konnten einfach einige Wendungen einfach nicht emotional nachvollziehen. Kinder werden fies, wenn jemand komisch aussieht oder riecht. Kinder verzeihen Müttern auch nicht so einfach, wenn sie jahrelang über ihren Vater getäuscht wurden.
Penelop bekommt von ihrem Klassenkameraden Peach Hinweise, die zur Klärung beitragen würden, doch sie ignoriert sie. Peach kann zwar nicht wie Penelop voraushören, aber er hört Stimmen, die ihm Nachrichten für Penelop übermitteln. Wieso, weshalb, warum dies möglich ist, ohne daß man ihn für verrückt hält, wird nicht geklärt. Auch das Schicksal seines Vaters und dessen Firma bleibt offen, ohne daß ich herausfinden konnte, ob von der Geschichte eine Fortsetzung geplant ist, die unsere offenen Fragen klären könnte. Der Verbleib von Penelops Vater wird aber schon geklärt, es ist also kein völlig offenes Ende. Es ist für mich einfach eine emotional und auch inhaltlich etwas unrunde Geschichte. Sie ist nicht schlecht, aber auch nicht gut. Einfach o.k. denn Sascha Icks liest sie wirklich lebendig mit ihrer wirklich angenehmen Stimme, die mir sofort irgendwie bekannt vorkam… Ihre Stimme ist nicht nur angenehm warm, sie klingt auch jung und frisch genug, ohne in kindisches Quietschen zu verfallen.
Neben einer Trackliste mit Titeln, gibt es für unseren Geschmack ausreichend Tracks, da wir immer wieder kurz mal anhalten während des Hörens und dann ist es leichter wieder in die Geschichte einzusteigen.
Auch die Balance, also die Lautstärkeregelung ist wirklich ausgewogen, ich mußte mich nicht ärgern irgendetwas nicht verstehen zu können. Dennoch hat uns irgendetwas an der Geschichte gefehlt und das liegt einfach an der Geschichte. Die Lesung ist ungekürzt, das habe ich mehrfach überprüft, um sicherzustellen, daß der Argon Verlag nicht vielleicht wichtige Passage gekürzt hat, nein das ist nicht erfolgt.
Ich fürchte, wir sind einfach zu kritisch und trauen Kindern zu viel Ablehnung, Wut und Unverständnis zu, um diese Geschichte rational und emotional nachvollziehbar zu finden. Gelangweilt haben wir uns aber durchaus nicht, es fehlte aber der Wunsch einfach etwas länger wach zu bleiben, um noch etwas weiter zu hören, nur so ein kleines bißchen….
Ein wirklich sehr gut produziertes Hörbuch, dessen Geschichte uns aber leider nicht in seinen Bann zog, daher leider nur mittelmäßige 3 von 5 Sternen.
Wir bedanken uns ganz herzlich beim Argon Verlag der uns dieses Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.