Sonntag, 4. Oktober 2026

Werbung/Reziexemplar: „Front“ Rüdiger Bertram, Illustratiom Heribert Schulmeyer, Fischer Sauerländer

 

Werbung/Reziexemplar: „Front“ Rüdiger Bertram, Illustratiom Heribert Schulmeyer, Fischer Sauerländer

 

Dieser #ComicRoman ab 12 Jahren erzählen die Geschichte von Adam und Zero. Sie beide sind aus ihrer Heimat geflohen und gehen jetzt in Deutschland zur Schule. Sie leben mit ihren Familien ist großen Wohnblöcken, die einander gegenüberstehen, wie Feinde an der Front. Denn das sind sie, ihre Länder sind verfeindet, sie führen gegeneinander #Krieg und daher sind auch sie verfeindet. So wie Adams große Schwester Yella, die als Tänzerin gerade Geschütze auf die Gegenseite richtet, statt zu kämpfen und Zeros großer Bruder Micha, der einen Panzer kommandiert, sich aber seit Wochen nicht mehr meldet. Ihre Eltern haben keine Arbeit in Deutschland und Adam und Zero ahnen nicht, wie ähnlich sie sich sind, mit ihren Träumen von der Heimat, der #Front und ihren großen Geschwistern. Als Adams Onkel Jovis einen Hilfstransport an die Front organisiert, stiehlt Adam ihn den Schlüssel zum Transporter und klettert nachts heimlich mit Rucksack, Schlafsack und Kissen hinein und versteckt sich hinter den Kisten. Jetzt, da der Krieg schon so lange dauert, ist der Laster nicht mehr so voll, die Spendenbereitschaft lässt nach. Doch plötzlich öffnet sich die Klappe und auch Zero klettert hinein und stößt auf Adam seinen Feind! Notgedrungen, um nicht beide rausgeschmissen zu werden schließen sie einen Waffenstillstand für diese gefährliche Reise an die Front!

 

Auch wenn die zwei Jungs heldenhafte Träume von ihrem Auftauchen an der Front hatten, verherrlicht dieses #Jugendbuch den Krieg keineswegs. Schonungslos wird den Jungs unterwegs klar, dass sie aufeinander angewiesen sind, weil dies kein Abenteuer sondern Ernst ist. Krieg ist schonungslos, brutal und allzuviele versuchen skrupellos sich an diesem zu bereichern. Die Brutalität des Krieges macht vor nichts und niemandem Halt, auf verschiedene, aber stets unbarmherzig. Es zeigt aber auch, wie ähnlich sich die Kriegsparteien oft sind. So lernen die zwei erklärten Feinde auf diesem Roadtrip nicht nur sich selbst, sondern auch den jeweils anderen immer besser kennen, bis sie gar nicht anders können, als sich gegenseitig zu mögen. Das Ende der Reise fällt sowieso ganz anders aus als gedacht.... dabei ist es fast ein Happy End, worauf man ja heimlich immer hofft.

 

Der Stil ist knapp und sachlich. Auf das Nötigste reduziert. Wo Adam und Zero herkommen wird nicht erwähnt, denn sie stehen für sämtliche Konflikte, zu jeder Zeit. Krieg ist barbarisch... Doch auch wenn dies hier deutlich wird, ist es dennoch nicht so brutal, dass man es mit 12 nicht verkraften könnte. Zwischendrin lockern Comic-Seiten die Erzählung auf, denn oft genug sagen Bilder mehr als Worte und bisweilen fehlen den Jungs auch die passenden Worte. Sie reden knapp miteinander, aber angenehmerweise nicht in Jugendsprache, denn das wirkt oft peinlich anbiedernd und würde ich eh nicht verstehen, wie das seltsame „frubar“ dass Adam stets verwendet und mich stets verwunderte, bis zum Schluss... Da wird es erklärt, es ist tatsächlich historisch und wurde im 2. Weltkrieg von den Amis geprägt....

 

Auch die Optik des Buches ist außergewöhnlich. Es erinnert mit seinen zwei abgeschnittenen Pappdeckeln, an eine alte Kladde, wie Soldaten in den zwei Weltkriegen oft als Tagebuch an der Front nutzten. Und so schildert es ja auch ihre Erlebnisse. Nicht ausgeschmückt, aber auf den Punkt. Die Sätze sind kurz und schnörkellos.

 

Dieser Comicroman eignet sich sicherlich auch als Schullektüre, nicht nur an Gymnasien. Das Thema dürfte leider nur allzu vielen Schülern vertraut sein, aber vielleicht bringt es sie auch zum Nachdenken. Das wäre wünschenwert. Der Verlag stellt auch extra Unterrichtsmaterial für diesen Einsatz zur Verfügung. Das Buch „Der Pfad“ des Autors, war übrigens die einzige Lektüre der Unter- und Mittelstufe, die meine Tochter mochte... (in der Oberstufe kam noch ein weiteres Buch dazu ;))

 

Aufrüttelnd und doch versöhnlich, nicht nur als Schullektüre zu empfehlen!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Fischer Sauerländer Verlag für mein Reziexemplar!

 

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