Montag, 7. Dezember 2020

Aleja und die Piratinnen, Das Schattenschiff, Maria Kuzniar, gelesen von Madiha Kelling Bergner, Jumbo Verlag, 4 CDs 326 min.

 

Aleja und die Piratinnen, Das Schattenschiff, Maria Kuzniar, gelesen von Madiha Kelling Bergner, Jumbo Verlag, 4 CDs 326 min.

 

 Aleja (12) ist die Jüngste im väterlichen Haushalt, denn ihre Mutter ist verstorben. So wachsen sie und ihre zwei älteren Brüder in der Familienschenke in Sevilla auf, in der neben ihrem Vater auch ihre Großmutter mithilft und wohnt. Doch Aleja kann sich mit der Arbeit dort überhaupt nicht anfreunden, sie steckt ihre Nase immerzu in Bücher, lernt Fremdsprachen und liebt Abenteuer und Expeditionen. Doch ihr als Mädchen scheint dies alles verwehrt zu sein und ständig bekommt sie den Eindruck nirgendwo hinzupassen. Als sie die Verladung von Falschgeld beobachtet und sie dabei auffliegt, wird sie von den Fälschern gejagt und findet unerwartete Hilfe und Unterschlupf auf dem sagenumwobenen Schattenschiff. Hier segeln unter der Flagge der Athene nur Piratinnen, auf der Suche nach einer verschollenen magischen Karte. Diese zu finden ist nicht das einzige Problem: der berüchtigte Piratenjäger hat es auf Kapitänin Quinn und ihre erste Offizierin Malika abgesehen. Ehe sie es sich versieht, segelt Aleja als jüngstes Crew-Mitglied Richtung Marokko und findet dabei viel mehr als nur Abenteuer!

 

Die Hörbuchfassung ist gekürzt, aber dennoch bekommt man immer wieder mit, dass sich Aleja Sorgen und Gedanken um ihre Familie macht, die keine Ahnung hat, wo sie steckt und wie es ihr geht. Dass sie einfach so mitgesegelt ist, war aber auch nur eine Panne! Und was für eine, eine die sie ihr ganzes Leben lang nicht vergessen wird. Aleja und die Hörerinnen kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Nicht nur, dass einige Crewmitglieder kaum älter sind als sie und sie so in Francis endlich zum ersten mal in ihrem Leben eine Gleichgesinnte, eine richtige Freundin findet, nein, dieses Piratenschiff heißt nicht umsonst Schattenschiff. Tatsächlich birgt dieses Schiff seine ganz eigenen, unvorhersehbaren Geheimnisse, die verblüffen können. Wann die Geschichte genau spielt ist nicht ganz klar, aber sicherlich vor der Erfindung des Automobils und dem Siegeszuges der Elektrik, von Smartphones ganz zu schweigen. So ist Aleja gut auf das raue Leben an Board vorbereitet und ist glücklich, dass hier ihr Sprachtalent und ihre Liebe fürs Rätsel knacken geschätzt werden. Hier werden Abenteuer und Magie, eine steife Prise und die Ungeheuer der Meere mit Freundschaft und dem Grauen dunkler verfluchter Höhlen in der Wüste verknüpft. Diese Piratinnen entführen nicht nur in eine fremde Zeit, sondern auch an ganz ungewöhnliche, fremde Orte, die Träumen lassen, von Abenteuer, Meer und Verbundenheit. Diese Crew zeigt ganz klar, dass Mädchen und Frauen alles können, wenn sie nur wollen und sich und ihre Talente für eine Sache einsetzen.

 

Die englische Autorin hat sechs Jahre in Spanien als Englischlehrerin gearbeitet und lässt ihre Liebe zu Sprache und Land in dieses Abenteuer mit einfließen. Den spanischen Begriff für Oma kannte ich nicht, aber ich konnte mir die Bedeutung schon denken, ehe er erklärt wurde. Einfach mal von den fremden, spanischen Begriffen verzaubern lassen.

 

Die Hörbuchbox ist sehr geschmackvoll gestaltet. Jeder Tonträger ist anders, passend zur Geschichte bedruckt und das Booklet mit den Trackangaben und Auszug aus dem Text ist im Schatzkartenlook gehalten.

 

Dieses Hörbuch ist auf jeden Fall richtig abenteuerlich spannend und auch bisweilen absolut gruselig! Absolut nichts für schwache Nerven! Dabei schont Schauspielerin und Sprecherin Madiha Kelling Bergner weder ihre Stimmbänder, noch unsere Neugier. Sie betont geschickt und spielt mit unseren Erwartungen, dabei klingt sie so jung, dass man ihr die Rolle der Aleja zu 100 % abnimmt. In den gruseligen Szenen, habe ich tatsächlich den Atem angehalten, so sehr ist es ihr gelungen, mich in das Geschehen hineinzuziehen. Aber es ist schon von Anfang an klar, dass sich hinter dieser Stimme kein Püppchen, sondern ein mutiger Forschergeist auf der Suche nach Abenteuern verbirgt. Dies ist Band 1 von 2 und ich bin schon sehr gespannt wie es weitergehen wird!

 

Für furchtlose Piratinnen ab 10 Jahren.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich für unser Hörexemplar beim Jumbo Verlag.

 

Hier findet Ihr eine Hörprobe:

https://www.jumboverlag.de/data/media/me2673.mp3

 

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Sonntag, 6. Dezember 2020

Robert räumt auf, Anna Schindler & Katrin Dageför, Edition Pastorplatz


Robert räumt auf, Anna Schindler & Katrin Dageför, Edition Pastorplatz

 

Mama und Papa sind ganz schön genervt, ständig Tisch decken, Spülen, Staubsaugen, Putzen, Wäsche waschen und aufräumen. Es nimmt kein Ende, geht ständig von vorne los und die Kinder Kira und Niko lassen alles liegen! Die zwei stört das aber auch gar nicht, sie haben wichtigeres zu tun, sie müssen spielen. Papa ist sich sicher, dass sie Hilfe brauchen. Das sehen die Kinder genauso, sie brauchen Hilfe beim Spielen! Am nächsten Morgen als Kira zu Schule gehen will, erblickt Kira etwas zwischen den gelben Säcken neben der Mülltonne: eine kleine Blechtonne mit rotem Regenschirm und freundlichen Gesicht: Robert, er ist gekommen, um zu helfen! Da fackelt er auch nicht lange und fängt gleich alles aufzuräumen. Die Familie ist begeistert, aber so mit der Zeit...

 

Ach, wäre das nicht schön, wenn einem die ganzen lästigen Pflichten abgenommen würden und man einfach mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben hätte? Anfangs ist die Familie auch ganz glücklich, aber die Schattenseiten nehmen leider immer weiter zu, dabei lässt Robert in seinem Eifer nicht nach! Doch schafft Robert etwas, was Mama und Papa nie für möglich gehalten hätten: die Kinder fangen an mitzuhelfen! Jeder seinen Fähigkeiten entsprechend. Das Schöne am Aufräumen ist ja eigentlich nicht, dass es anschließend schöner aussieht, sondern dass man weiß wo alles liegt! Aufräumen ist ja kein Selbstzweck das hat ja durchaus seine Berechtigung auch wenn es nervt!

 

Meine jungen Mitleser von 4 bis 10 Jahren, haben zuerst gerufen, dass sie auch einen Robert haben wollen und die lauschenden Mütter auch. Aber ganz schnell waren wir uns einig, dass wir dann doch lieber verzichten. Dabei ist Robert ein süßer Kerl, den wir gleich ins Herz geschlossen haben! Er sieht so freundlich aus, mit seinem kleinen roten Regen-/Sonnenschirm und er ist es eigentlich auch. Stets bemüht zu helfen. Aber gut gemeint ist halt noch nicht gut gemacht. Das ist ziemlich lustig, denn wir hätten gar nicht damit gerechnet, dass so viel schief geht. So hatten wir beim Lesen richtig viel Spaß, sind aber auch in uns gegangen und selbst die Kleinste hat überlegt, dass es doch gar nicht sooo schlimm ist, sich selbst um seinen Krempel zu kümmern!

 

Die Illustrationen von Katrin Dageför sind freundlich und fröhlich, genau wie Robert, Kira und Niko. Kinder ab 3 Jahren können viele bekannte Gegenstände auf den Bildern entdecken und beim Lesen auch benennen, wenn man sie fragt. Die Bilder sind klar gegliedert und überfordern daher auch die Kleinen nicht, regen aber durchaus zum Entdecken an. Gerade weil es um Alltagssituationen wie in der Küche oder auf dem Spielplatz geht, fühlen sie sich angesprochen und wissen, dass es eigentlich auch um sie selbst geht. Sprachlich richtig sich die Geschichte an Kindergartenkinder und ist für diese auch gut zu verstehen, aber nicht so simpel, dass ältere Geschwister sich dabei langweilen würden...

 

Ein alltägliches Ärgerthema kurzweilig, kritisch, aber vor allem witzig und schön verpackt! Ganz ohne Tadel, aber mit Selbsteinsicht. So soll es sein.

 

Wir können dieses wunderschöne Bilderbuch für kleine und große Aufräummuffel nur empfehlen!

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Edition Pastorplatz für unser Rezensionsexemplar.

 

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