Sonntag, 28. Januar 2018

Ein M.O.R.D.S.Team 19 – Der Preis der Macht, Andreas Suchanek



Ein M.O.R.D.S.Team 19 – Der Preis der Macht, Andreas Suchanek
Der zweite Teil der Halbzeit der 2. Staffel hat es in sich. Der Wahltag in Barrington Cove steht vor der Tür. Wer wird es in das Rathaus schaffen. Alice, die Tochter des ehemaligen Bürgermeisters Tyler, oder Masons Mutter Martha? Durch den Giftanschlag auf Alice fliegen dieser in dem bisherigen Kopf-an-Kopf-Rennen die Stimmen zu. Doch es ist fraglich ob Alice im Falle eines Wahlsieges das Amt überhaupt wird ausüben können. Mason und Sergeant Floss kämpfen auf der Baustelle um ihr Leben, während sich die Baugrube immer weiter mit Zement füllt. Olivia und Shannon schweben in der Konfrontation mit dem Grafen in höchster Gefahr, während Randy und Vince im alten Leuchtturm glücklich sind, daß ja alles noch mal gut gegangen ist. Ohne Handyverbindung untereinander ahnen sie nichts von der Gefahr, in der ihre Freunde stecken. Nach dem knappen Ausgang des Unfalls liegt Kenneth im Krankenhaus und Sonja darf bei ihm bleiben, so ist sie nah dran am Geschehen rund um Alice und sie hat auch schon einen Verdacht was hinter dem Giftanschlag steckt. Doch wie soll sie das beweisen?
Der Auftakt ist schon wieder hochdramatisch, wie es für die Staffelhalbzeiten üblich ist. Wie sollen die vier Freunde und die 84er aus dem Schlamassel wieder herauskommen? Der Graf ist nun enttarnt, doch würden sie seine Identität offenbaren, wäre der nächste Mordanschlag auf sie gewiss. Sie befinden sich in einer Zwickmühle, die sie sehr geschickt auflösen, um der Gefahr zu entkommen. Dabei bringen sie natürlich wieder einen Stein ins Rollen, dessen Folgen sie noch nicht absehen können. Insofern ist diese Folge auch intellektuell wieder der spannend. Zahlreiche Strategien und Gedankenspiele tun sich auf. Das gefällt mir an diesem zweiten Teil der Staffelhalbzeit so gut. Es ist nicht nur wahnsinnig spannend, es bleibt Raum für Entwicklung (und kochende Hormone), für Strategien und neue Rätsel. Die Action ist wirklich geschickt auf eine Vielzahl von Szene verteilt und immer wenn mal wieder den Eindruck hat nun wieder durchatmen zu können, kommt die nächste Katastrophe. Da fliegt man förmlich durch die Seiten und fiebert der Fortsetzung, die zum Glück bald schon wieder erscheinen wird entgegen.
Eine Serie, die ich ganz besonders Eltern ans Herz lege, die ihre Heranwachsenden zum Lesen bringen wollen. Liest sich quasi von selbst, kann einfach auf’s Smartphone geladen werden (auch wenn es Printausgaben gibt, wenn auch noch nicht von allen 19 Bänden) und ist dann immer mit dabei. Kurz, knackig, knifflig und mit hohem Suchtpotenzial!
Ich hoffe, doch sehr, daß es auch noch eine 3. Staffel geben wird.
Wow, heißt 5 von 5 Sternen.

Freitag, 26. Januar 2018

Liebe M. Du bringst mein Herz zum Überlaufen, Anna Paulsen



Liebe M. Du bringst mein Herz zum Überlaufen, Anna Paulsen

Matilda hatte eine sehr trostlose und einsame Kindheit, geprägt durch den ewigen Streit der Eltern. Zum Glück hatte sie die Mansarde und ihre Bücher als Rückzugsort. So glaubt sie auch heute mit 27 Jahren nicht an die Liebe, zumindest nicht außerhalb ihrer geliebten Bücher, oder großer Filmklassiker. Das macht aber nichts, denn sie ist durchaus zufrieden mit ihrem Leben, ihrer gemütlichen Dachgeschoßwohnung und liebt ihre Arbeit als Sachbearbeiterin im Amt für unzustellbare Briefe. Doch eines Tages verändert sich ihr geschätzter Alltag und alles kommt durcheinander, als sie hinter ihrem Büroschrank einen ergreifenden Liebesbrief findet, der dort 50 Jahre lang verschollen war. Die Tinte der Adresse wurde durch Feuchtigkeit unleserlich, doch Matilda möchte ihn unbedingt der darin gepriesenen Leni zustellen, wenn sie nur wüßte, wo sie sie finden kann. In ihrer Ratlosigkeit bittet sie ihren Nachbarn Knut, einen älteren Herren um Hilfe und dieser schafft es tatsächlich mit Hilfe von Technik neue Spuren für Matilda zu entdecken. Wagt sich Matilda soweit aus ihrer Routine heraus?
Matilda ist eine ungewöhnliche Heldin. Jung und doch sehr altmodisch, ein wandelnder Anachronismus, mit viel Herz und Gefühl und doch voller Angst, diese auf sich selbst zu richten. Da kümmert sie sich lieber um ihre Mitmenschen, besonders die Älteren, das erscheint ihr ungefährlicher, für ihr Herz. Dies ist ihr wohl nicht wirklich bewußt, ebenso wenig, daß sie aus Angst verletzt zu werden, ihre Gefühle auf Sparflamme hält, und sich lieber spannende Leben der Menschen, die sie in ihrer Umgebung beobachtet, zusammenfantasiert. Mich erinnert diese selbsterwählte Glücksbotin an die liebenswerte Amélie aus dem französischen Kinohit „Die fabelhafte Welt der Amélie“, ein Film der ihr wahrscheinlich auch gefällt, immerhin liebt sie Klassiker, wenn auch meist in schwarz-weiß.
Der Schreibstil passt zur Heldin. Er ist fließend und sanft, ruhig und entspannt. Gefühle können wachsen und sich entwickeln, dennoch ist es nicht langweilig, denn Matilda hat eine überschießende Fantasie und trifft allerhand Menschen, die vielleicht auf den ersten Blick langweilig erscheinen mögen, aber bei genauerer Betrachtung interessanter sind, als ihre angepassten Kollegen, die mitten im Leben zu stehen scheinen, aber aus Angst etwas zu verpassen, wohl die kleinen Freuden des Lebens schon mal gerne übersehen, ebenso wie kleine feine Zwischentöne.
Bei Matilda stellt sich oft die Frage: Was wäre wenn? Wenn z.B. die unzustellbaren Briefe ihr Ziel erreicht hätten, wäre dann das Leben von Absender und Adressat anders verlaufen? Bei einigen Briefen ist sie so ergriffen, daß sie sich selbst aus ihrer Komfortzone herauswagt, um als Glücksbotin das Schicksal in die Hand zu nehmen, denn „Schicksal ist das was wir aus den Zufällen machen, die uns das Leben schenkt“. Diese Zufälle zu einem Happy End zu führen, hat sich Matilda zur Aufgabe gemacht, so daß es auch einen Happy Mittelteil gibt, für diejenigen, denen Matilda helfen kann. Aber auch hier ist viel der Fantasie der Leser überlassen. Man erhascht einen Blick auf das zarte Glück, daß sich entwickelt, daß aufknospt, aber die erblühte Liebe oder auch nicht, wird wohl erst nach Matildas Verschwinden sich zeigen. So geht es um zweite Chancen und darum, daß man auch mal ungewohnte Wege gehen muß, die erst einmal unbequem erscheinen.  Daran kann man wachsen und reifen, bis man selbst bereit ist, für das Glück, das einem das Leben bietet. Dabei ist das Glück ein Auf und Ab, dessen Summe zählt. Die Schattenseiten, lassen die glücklichen Tage umso heller erscheinen. Matilda war zufrieden, aber nicht richtig glücklich, dafür muß man Risiken eingehen, die es aber wert sind. Vor allem zeigt dieser ungewöhnliche Liebesroman, daß man nie zu alt ist für ein Happy End und das ein solches für jeden Menschen ganz unterschiedlich aussehen kann. So ist das Ende wunderschön und auch wirklich humorvoll, aber nicht kitschig, sondern zart und verheißungsvoll.  Neben all dem Glück gibt es auch Zeiten der Trauer und des Verlusts, die wirklich Emotionen und Tränen hervorruft. Doch die Trauer ist auch schön, denn sie vollendet eine große Geschichte, aber keine Sorge, natürlich nicht Matildas, denn die beginnt ja eigentlich erst.
Ein Buch voller Hoffnung und Gefühl, mit einer außergewöhnlichen Heldin, die sich nie als solche betrachten würde, da sie dafür zu zurückhaltend ist. Ein großes Glück aus leisen und humorvollen Momenten, die das Herz erwärmen, zart und ohne Kitsch.
Wunderschöne 5 von 5 Sternen.
Matilda hatte eine sehr trostlose und einsame Kindheit, geprägt durch den ewigen Streit der Eltern. Zum Glück hatte sie die Mansarde und ihre Bücher als Rückzugsort. So glaubt sie auch heute mit 27 Jahren nicht an die Liebe, zumindest nicht außerhalb ihrer geliebten Bücher, oder großer Filmklassiker. Das macht aber nichts, denn sie ist durchaus zufrieden mit ihrem Leben, ihrer gemütlichen Dachgeschoßwohnung und liebt ihre Arbeit als Sachbearbeiterin im Amt für unzustellbare Briefe. Doch eines Tages verändert sich ihr geschätzter Alltag und alles kommt durcheinander, als sie hinter ihrem Büroschrank einen ergreifenden Liebesbrief findet, der dort 50 Jahre lang verschollen war. Die Tinte der Adresse wurde durch Feuchtigkeit unleserlich, doch Matilda möchte ihn unbedingt der darin gepriesenen Leni zustellen, wenn sie nur wüßte, wo sie sie finden kann. In ihrer Ratlosigkeit bittet sie ihren Nachbarn Knut, einen älteren Herren um Hilfe und dieser schafft es tatsächlich mit Hilfe von Technik neue Spuren für Matilda zu entdecken. Wagt sich Matilda soweit aus ihrer Routine heraus?
Matilda ist eine ungewöhnliche Heldin. Jung und doch sehr altmodisch, ein wandelnder Anachronismus, mit viel Herz und Gefühl und doch voller Angst, diese auf sich selbst zu richten. Da kümmert sie sich lieber um ihre Mitmenschen, besonders die Älteren, das erscheint ihr ungefährlicher, für ihr Herz. Dies ist ihr wohl nicht wirklich bewußt, ebenso wenig, daß sie aus Angst verletzt zu werden, ihre Gefühle auf Sparflamme hält, und sich lieber spannende Leben der Menschen, die sie in ihrer Umgebung beobachtet, zusammenfantasiert. Mich erinnert diese selbsterwählte Glücksbotin an die liebenswerte Amélie aus dem französischen Kinohit „Die fabelhafte Welt der Amélie“, ein Film der ihr wahrscheinlich auch gefällt, immerhin liebt sie Klassiker, wenn auch meist in schwarz-weiß.
Der Schreibstil passt zur Heldin. Er ist fließend und sanft, ruhig und entspannt. Gefühle können wachsen und sich entwickeln, dennoch ist es nicht langweilig, denn Matilda hat eine überschießende Fantasie und trifft allerhand Menschen, die vielleicht auf den ersten Blick langweilig erscheinen mögen, aber bei genauerer Betrachtung interessanter sind, als ihre angepassten Kollegen, die mitten im Leben zu stehen scheinen, aber aus Angst etwas zu verpassen, wohl die kleinen Freuden des Lebens schon mal gerne übersehen, ebenso wie kleine feine Zwischentöne.
Bei Matilda stellt sich oft die Frage: Was wäre wenn? Wenn z.B. die unzustellbaren Briefe ihr Ziel erreicht hätten, wäre dann das Leben von Absender und Adressat anders verlaufen? Bei einigen Briefen ist sie so ergriffen, daß sie sich selbst aus ihrer Komfortzone herauswagt, um als Glücksbotin das Schicksal in die Hand zu nehmen, denn „Schicksal ist das was wir aus den Zufällen machen, die uns das Leben schenkt“. Diese Zufälle zu einem Happy End zu führen, hat sich Matilda zur Aufgabe gemacht, so daß es auch einen Happy Mittelteil gibt, für diejenigen, denen Matilda helfen kann. Aber auch hier ist viel der Fantasie der Leser überlassen. Man erhascht einen Blick auf das zarte Glück, daß sich entwickelt, daß aufknospt, aber die erblühte Liebe oder auch nicht, wird wohl erst nach Matildas Verschwinden sich zeigen. So geht es um zweite Chancen und darum, daß man auch mal ungewohnte Wege gehen muß, die erst einmal unbequem erscheinen.  Daran kann man wachsen und reifen, bis man selbst bereit ist, für das Glück, das einem das Leben bietet. Dabei ist das Glück ein Auf und Ab, dessen Summe zählt. Die Schattenseiten, lassen die glücklichen Tage umso heller erscheinen. Matilda war zufrieden, aber nicht richtig glücklich, dafür muß man Risiken eingehen, die es aber wert sind. Vor allem zeigt dieser ungewöhnliche Liebesroman, daß man nie zu alt ist für ein Happy End und das ein solches für jeden Menschen ganz unterschiedlich aussehen kann. So ist das Ende wunderschön und auch wirklich humorvoll, aber nicht kitschig, sondern zart und verheißungsvoll.  Neben all dem Glück gibt es auch Zeiten der Trauer und des Verlusts, die wirklich Emotionen und Tränen hervorruft. Doch die Trauer ist auch schön, denn sie vollendet eine große Geschichte, aber keine Sorge, natürlich nicht Matildas, denn die beginnt ja eigentlich erst.
Ein Buch voller Hoffnung und Gefühl, mit einer außergewöhnlichen Heldin, die sich nie als solche betrachten würde, da sie dafür zu zurückhaltend ist. Ein großes Glück aus leisen und humorvollen Momenten, die das Herz erwärmen, zart und ohne Kitsch.
Wunderschöne 5 von 5 Sternen.