Ostfriesenerbe, Klaus-Peter Wolf, ungekürzte Autorenlesung, 3 MP3, ca. 17 h, Goya Verlag
Der 20. Fall für Ann Kathrin Klaasen und ihre loyale Truppe von der ostfriesischen Ermittlern.
Trotz der kühlen Brise der #Nordsee wird es heiß und brenzlig für Ann Kathrin Klaasen und das höchst persönlich. Helga Bornemann vom BKA oder aka Miss Moneypenny dringt auf ein persönliches Treffen mit Ann Kathrin. Diese ahnt nicht, was deren Eile und Geheimniskrämerei soll, bis diese ihr ihren ganz persönlichen Zugang zu gesammeltem, unzulässigem Wissen via einer geheimen Datenbank zukommen lässt und sie somit zu ihrer Nachfolgerin als Hüterin einer illegalen Datenbank über Infos über potentielle und bekannte Straftäter, Strafverfolger und ihre Methoden und überhaupt Infos jeglicher Art zukommen lässt. Ihre Rechtschaffenheit bringt sie nun in einen Gewissenskonflikt. Dieser Zugriff ist für Ermittler natürlich verlockend, aber nicht nur unmoralisch, sondern auch verboten und vor allem höchst gefährlich! Offiziell gibt es dieses Wissen aber natürlich nicht.
Kurz darauf wird die Leiche von Helga Bornemann auf den Stufen vom Tee-Museum gegenüber ihrer Wache gefunden und eine andere Leiche in den Kulissen des frisch eröffneten Krimimuseums. Sofort spricht man von den „Museums-Morden“ doch Ann und Weller ahnen, das da zumindest hinter dem einen Mord, etwas ganz anderes steckt....
Uff, da kommt was auf Ann Kathrin zu. Kein Wunder, dass Miss Moneypenny diese Bürde loswerden wollte, auch wenn sie sich nicht lange daran erfreuen konnte. Eigentlich hat sie keine Zeit für sowas, weil sie die Morde vor Ort aufklären muss, doch dann kommt alles wieder anders... und neben allen alten Bekannten taucht natürlich wieder der Gentleman Killer Sommerfeld auf. Der lehnt ja bekanntlich Schusswaffen, Drogen und den Mord an Frauen und Kindern ab. Was ich mich die ganze Zeit fragte, wovon ich aber erwartet hätte, dass Ann Kathrin sich diese Frage stellt: Warum sie? Warum hat Miss Moneypenny den Zugang zu diesem unbegrenzten Wissen ausgerechnet ihr und keinem ihrer damaligen Mitsteitern oder der Justiz vermacht?
Das ethische Thema, dass eben auch ein kriminalistisches ist, über eine geheime Datenbank, die entgegen geltenden Datenschutzbestimmungen weiter geht, als jede Diskussion über die Vorratsdatenspeicherung, finde ich sehr interessant. Es geht um Macht, Machtmissbrauch und ungeahnte Möglichkeiten, die dieses illegale Ausspähen unbescholtener, ebenso wie krimineller Bürger den Administratoren dieser Datenschätze einräumt. Sowohl den Guten, also auch den Schlechten verleiht dies Macht und ungeahnte Möglichkeiten und korrumpiert eventuell durch diese selbst die Guten. Sicherlich ist es kein Zufall, dass immer wieder ganz entscheidende Hinweise auf bevorstehende Anschläge oder Verbrechen aus den USA kommen, die ihren Bürgern keinen derartigen Schutz ihrer Privatsphäre garantieren. Hier verkörpern Ann Kathrin und Rupert die beiden jeweiligen Gegenpole hinsichtlich ihrer Haltung zu dem was technisch möglich ist. Mir gefällt, dass der Autor und Sprecher neben all der Werbung für alles was er liebt, immer wieder auch einen Anstoß zum Nachdenken gibt.
Man muss nicht alle 19 Bände zuvor kennen, um der Handlung gut folgen zu können. Die wichtigsten Details werden kurz rekapituliert und vielleicht bringt man ja auch die ein oder anderen Vorkenntnisse aus den ZDF-Verfilmungen mit. Vorkenntnisse lassen einen allerdings die zwischenmenschliche Dynamit besser verstehen und schätzen und klärt auch Fragen wie: wie halten sie Rupert nur immer wieder aus?! Locker flockig nimmt der Autor und Sprecher ihn immer wieder aufs Korn, wird aber ernst, wenn es drauf ankommt und manipuliert geschickt unsere Erwartungen.
Ein bisschen schade finde ich, dass wir am Ende nicht an Ann Kathrins Triumph über Frau Dr. Döse und Polizeiinspektorin Schwarz teil haben können, aber ich habe den Verdacht, dass einige lose Enden im 21. Fall Ostfriesenlüge wieder aufgegriffen werden. Den kann ich mir natürlich nun erst recht nicht entgehen lassen. Auch weil Rupi noch eine ganz besondere Überraschung für seine Kollegen im Gepäck hat. Ich erwarte auch, dass Klaus-Peter Wolf die Frage nach Miss Moneypennys Vermächtnis wieder aufgreifen wird.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Goya für mein Hörexemplar! Es war wieder ein echtes Hörvergnügen!
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