Montag, 12. Januar 2026

Keltische Winternächte, Loireag Na Mara, Illustriert von Liga Klavina-Raiska, Wunderhaus Verlag

 

Keltische Winternächte, Loireag Na Mara, Illustriert von Liga Klavina-Raiska, Wunderhaus Verlag

 

Im Winter, wenn die Tage kurz und die Nächte lang und dunkel sind, ist die beste Zeit für Märchen, insbesondere mysthische Märchen.....

Dieser Band enthält 10 Wintergeschichten aus Schottland, Irland, Wales und Cornwall, jeweils ganz unterschiedlich und doch verbindet sie der Hang zum Unerklärlichen, zum Mystischen:

 

      Der Dunkle Bursche und die Silberflöte (ein mystisches Märchen aus Schottland)

      Donal im Feenland (ein witziges aus Schottland)

      Das Lied des Winters (ein Feenmärchen aus Schottland)

      Der Katzenkönig (ein Katzenmärchen aus Schottland)

      Der Schnee und die Krähe (ein abenteuerliches Märchen aus Irland)

      Das Quellwasser (ein lehrhaftes Märchen aus Irland)

      Die Frau in Weiss (Ein Geistermärchen aus Wales)

      Tom Bawcock und das wütende Meer (ein episches Märchen aus Cornwall)

      Das Feenlied (Ein Liebesmärchen aus Schottland)

      Ich selbst (ein schelmisches Märchen aus Schottland)

 

Wie man sieht sind die Märchen ganz unterschiedlich, aber auch ganz anders als die der Gebrüder Grimm. Weniger Adelshöfe und dafür mehr „normales Volk“ dass auf mystische Gestalten treffen die ihr Leben dauerhaft auf die eine oder andere Weise verändern und das mitten im Winter. Sprachlich werden sie schnörkellos und doch irgendwie atmosphärisch erzählt. Mit verständlichen Worten, die sowohl die Kälte des Winters, als auch die Außergewöhnlichkeit der erzählten Begegnungen widerspiegeln. Begriffe, die hier und heute nicht mehr so gebräuchlich sind, werden kleingedruckt in den Fußnoten erläutert. Kleingedruckt ist relativ. Da die Schrift wunderbar, komfortabel groß ist, so dass sie von jedem Alter gut gelesen werden kann, braucht man auch für die Fußnoten keine Lupe, was ich als sehr angenehm empfinde.

 

Die Auswahl gefällt mir sehr gut. Als Kind hatte ich ein Märchenbuch mit Märchen aus Irland und dennoch war mir keines, der hier erzählten bereits bekannt. Da ich dieses Märchenbuch allerdings geliebt habe, auch wenn es nicht illustriert war, war ich auf dieses hier besonders gespannt und wurde nicht enttäuscht.

 

Die Illustrationen von Liga Klavina-Raiska sind mehr Kunstwerke, als schmückendes Beiwerk. Sie sind ebenso mystisch angehaucht, die die Geschichten selbst, die sich nicht unbedingt an Kinder richten, sondern zeitlos schön sind. Nicht jede Seite ist illustriert, dafür sind die Illustrationen sehr großflächig und meist über eine Seite, z.T. Sogar eine Doppelseite. Die übrigen Seiten werden von einem keltisch anmutenden Schmuckband eingerahmt.

 

Für Liebhabende unbekannterer und mystischer Märchen ein echter Schatz, der gerade im Winter ganz wundervoll passt. Über den Inhalt mag ich nicht viel verraten, um den Zauber nicht vorweg zu nehmen.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Wunderhaus Verlag für mein märchenhaftes Rezensionsexemplar!

 

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Montmartre (2) Traum und Schicksal, Marie Lacrosse, gelesen von Katrin Fröhlich, der Hörverlag, digital

 

Montmartre (2) Traum und Schicksal, Marie Lacrosse, gelesen von Katrin Fröhlich, der Hörverlag, digital

 

Paris, Oktober 1889: Valéries Vater hat sich bei seinen Anlagen in den Panama Kanal und der Wahl der in seiner Galerie angebotenen Kunstwerke kräftig verspekuliert. Da auch seine Kurtisane sehr fordernd ist und seine Frau Amélie kräftig von seinem nicht mehr vorhandenen Vermögen für den Bau der neuen Basilika Sacré Coeur spendet, steht die Familie vor dem Ruin. Damit dies nicht publik wird und ihre Mutter nichts davon erfährt, soll Valérie den deutlich älteren Kunstmaler und Bankierssohn Baptiste heiraten, auch wenn er sie abstößt. Pascal hat inzwischen Frankreich verlassen, um dem Wehrdienst zu entkommen und sie und Henri Toulouse-Lautrec sind noch immer zerstritten. Leider ist Henri sehr nachtragend, trotz aller Versöhnungsversuche seitens Valéries.

 

Nach dem Verlust ihres Kindes während der Eröffnungsshow des Moulin Rouge, wird Elise klar, dass sie unbedingt Tänzerin bleiben will. Zu hart hat sie gearbeitet, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Lieben zu verdienen, als dass sie einfach nur Hausfrau und Mutter sein will. André wünscht sich jedoch nichts sehnlicher als ein Kind und ihre Beziehung zerbricht. Elise zieht wieder bei ihrer Mutter und Marianne ein und versucht stetig ihre Stellung als eine der Solotänzerinnen des Can Can zu sichern. Doch der Missgunst unter dem Ensemble ist bisweilen erschreckend und sie bemerkt, dass man nur mit Privatvorstellungen für sehr reiche Herren das große Geld machen kann. Bisher schreckt der Gedanke sie ab.

 

Zwei Frauenschicksale aus sehr unterschiedlichen Familien und doch kreuzen sich ihre Wege immer wieder. Es verbindet sie mehr als nur Sympathie für einander, es ist auch ihr Wunsch nach Freiheit, Unabhängigkeit und einem selbst bestimmten Leben ohne Armut. Ein Leben in Wohlstand war im damaligen Frankreich jedoch eigentlich nur verheirateten Frauen oder Kurtisanen vergönnt. Während die ersten völlig abhängig von ihren Ehemännern waren, da der Code Civile mit der Heirat den Frauen alle persönlichen Rechte nimmt, waren die Kurtisanen frei, aber auch frei von Ehre... Ich hatte mich immer gefragt, warum einige der Künsterlinnen in den Künstlerkolonien nicht heirateten, hier fand ich die Antwort (das französische Eherecht war auch in den 90ern noch deutlich rigider als das deutsche).

 

Die Geschichte finde sich sehr gut recherchiert und die Einblicke in die Künstlerwelt sowohl der Malerei, als auch der großen Pariser Shows fand ich wirklich faszinieren. Warum ausgerechnet Monet und auch Berthe Morisot nicht vorkommen, erklärt sich im Epilog. Einige Künstler wie Toulouse-Lautrec, Edgar Degas und Auguste Renoir sind mir noch mehr ans Herz gewachsen, auch wenn viel Fiktion in ihrer Darstellung steckt. Aber auch Vincent van Gogh und sein Bruder Théo kommen gerade zu Beginn dieses Finalbandes immer wieder vor. Auch wenn Vincent van Gogh zu Lebzeiten alles andere als wirtschaftlich erfolgreich war, übte er großen künstlerischen Einfluss mit seinem Malstil auf Freunde, Komilitonen und auch ältere Künstler aus.

 

Neben der Kunst sowohl der Malerei, als auch dem Tanz und den persönlichen Schicksalen vor allem von Elise und Valérie, sind die Rechte, bzw. mangelnden Rechte von Frauen ein ganz großes Thema. Gerade die gnadenlosen Schicksale von Valérie, die um jeden Preis die Konventionen, die ihr verhasst sind, wahren soll und der tragischen Simone, der kleinen Schwester von Elise, machen dies deutlich. Mit Simone lernen wir leider die dreckigsten, brutalsten und unerbittlichsten Orte dieser Männer dominierten Stadt kennen. Hinzu kommen dezente Einblicke in die politischen Entwicklungen der jungen Republik. Trotz all dieser Themen, hatte ich nie das Gefühl, dass es ein Sachbuch sei, so emotional und anschaulich schreibt Marie Lacrosse, dass ich mit ihren jungen Heldinnen, die ihrer Zeit voraus waren, wirklich mitgelitten habe.

 

Katrin Fröhlich leiht all diesen Frauen und ihren Schicksalen wieder ihre warme, wandelbare Stimme, die zwischen den gesellschaftenlichen Schichten, Glück und Tragödie hin und her wechseln. Das macht dieses Hörbuch trotz seiner Dauer unglaublich kurzweilig und bewegend.

 

Das Ende war mir etwas zu offen, da hätte ich gerne etwas mehr von den sich andeutenden Schicksalen erfahren. Dennoch ist es absolut lohnend!

 

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