Samstag, 23. Mai 2026

Soffi von Seenadel sucht ihre Geschwister, Dagmar de Mendieta, Irwan Burger, Baeschlin Verlag

 

Soffi von Seenadel sucht ihre Geschwister, Dagmar de Mendieta, Irwan Burger, Baeschlin Verlag

 

Soffi von Seenadel ist ein kleines Seepferdchen, das ganz alleine im großen Meer lebt. Natürlich hat sie Freunde, sehr gute sogar, aber sie vermisst ihre Geschwister, von denen sie kurz nach der Geburt getrennt wurde. Da Seepferdchen niemals Einzelkinder sind, sondern stets Tausende auf einmal aus dem Bauch ihrer Väter geschleudert werden, ist sie traurig, dass nicht ein einziger Bruder oder Schwester in der Nähe ist. Mutig entschließt sie sich, nach ihnen zu suchen und ihr bester Freund Fezi, der Fetzenfisch will ihr dabei helfen. Sie bitten die freundliche Meeresschildkröte Oma Molli um Hilfe, da Seepferdchen und Fetzenfische keine schnellen Schwimmer sind und Oma Molli nicht nur weise und hilfsbereit ist, sondern auch schneller schwimmen kann. Sie ahnt, dass es die kleine Seepferdchen in die Tiefsee verschlagen haben könnte und bringt die Freunde zum Tiefsee-Fahrstuhl.

 

Eine wirklich süße und informative Geschichte über Tiere, die nicht so oft im Mittelpunkt stehen und über die wir hier auch echt noch viel Interessantes lernen. So sind Seepferdchen die einzigen Lebewesen, bei denen die Männchen die Tiere austragen. Allerdings müssen sie sie nicht mühsam auf die Welt pressen, sondern sie werden zu tausenden aus dem Bauch geschleudert. Ob das schmerzt ist wohl nicht bekannt, es klingt aber zumindest sehr schnell ;) Die Meeresbewohner gehen sehr liebevoll und behutsam miteinander um. Allerdings finde ich es nicht so ganz logisch. Seepferdchen sind eigentlich keine Tiefsee-Wesen. Wenn Soffi und Fetzi ganz einfach mit dem Tiefsee-Fahrstuhl zu ihnen gelangten, hätten ihre Geschwister ebenso einfach diesem dunklen, kalten und für Seepferdchen sehr unwirtlichen Ort verlassen können. So ist aber Oma Molli auf die schlaue Idee gekommen und natürlich sind am Ende alle glücklich über das Wiederfinden!

 

Die Illustrationen von Irwan Burger finde ich wunderschön und die Farbgestaltung richtig ansprechend. Das Meer ist beruhigend grün-blau und die kleinen Tiere scheinen darin zu leuchten. Die Tiefsee ist so tief, dass man für die Abbildung des Fahrstuhls, das Buch drehen und Hochkant nehmen muss, damit man sich die ganze Pracht anschauen kann. Das finde ich eine wirklich anschauliche Umsetzung, die Kinder lieben werden. Die Bilder sind herrlich detailreich und es gibt jede Menge zu entdecken und bestaunen!.

 

Sprachlich sind die Texte etwas länger und somit interessant vor allem für Kinder, die gerne auch länger zuhören und schon Vorlese-Erfahren sind. Empfohlen wir die Geschichte ab 3 Jahren, aufgrund des Textumfangs finde ich das noch etwas zu früh, ich würde eher 4-5 Jahre empfehlen. Allerdings fördert das länger Zuhören mit gleichzeitigem Betrachten die detailreichen Bilder auch die Konzentration. 

 

Richtig gut gefallen mir die Info-Kästchen mit weiterem vertiefenden Wissen über die Seepferdchen, die Tiefsee, Korallen, Plastikverschmutzung der Meere und ihre Gefahren und ähnliches in der vorderen und hinteren Buchklappe. Diese können die Vorlesenden selbst lesen und die Kinder erzählen, oder ihnen auch einfach vorlesen. Natürlich sind auch immer wieder kleine erstaunliche Infos in die Geschichte eingestreut, da es allerdings ein Bilderbuch über Familie, Freundschaft und Sehnsucht nach Gemeinschaft ist, wird es nicht vertieft. Um diese Möglichkeit dennoch zu bieten, finde ich die Info-Kästchen auf dem harmonisch gestalteten Ton-In-Ton Meereshintergrund eine super Idee!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Baeschlin Verlag für mein Rezensionsexemplar!

 

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