Dienstag, 1. Dezember 2020

Hurra, wir spielen ein Konzert, Marie-Luise Dingler, Jessica Marquardt

Hurra, wir spielen ein Konzert, Marie-Luise Dingler, Jessica Marquardt

 

Das Eichhörnchen und der Igel sind beste Freunde und wohnen auch zusammen. Sie verbindet die Liebe zur Musik. Das Eichhörnchen spielt Mandoline und der Igel die Geige. Das mag zwar eine ungewöhnliche Kombination sein, aber sie entlocken ihren Instrumenten gemeinsam die schönsten Klänge und Melodien. Weil sie so viel Freude an der Musik haben, möchten sie diese Freunde gerne mit anderen teilen und beschließen, dass sie gerne mal vor Publikum auftreten würden. So ein richtiges Konzert wäre doch aufregend, doch wie macht man das? In der Zeitung finden sie die Ankündigung eines Konzertes in der örtlichen Halle. Begeistert rufen sie dort an, doch der Bär, der dafür zuständig ist, wimmelt sie grob ab, da er sie nicht kenne und von einem Konzert mit Violine und Mandoline habe er ja noch nie gehört! Das macht die zwei Freunde sehr traurig. Ihre Freude an der Musik, kann es ihnen aber nicht nehmen. Also beschließen sie zusammen im Wald zu spielen und ein paar anderen Tieren Ort, Datum und Zeit zu nennen, damit sie zuhören können.

 

Musik ist nicht nur wunderschön, sie verbindet auch, besonders wenn man sie sich gemeinsam anhört oder musiziert. Dann ist es ein Fest für Ohren und Seele. Dabei müssen es nicht unbedingt die berühmtesten Musiker der Welt sein. Die Freude an der Musik überträgt sich auch so von leidenschaftlichen Musikern, seien es Profis oder nur Liebhaber, auf ihr Publikum. Es ist für die Musiker ebenso schön, die Freude an der Musik an den Gesichtern ihrer Zuhörer abzulesen, wie es für diese ist, ihnen zu lauschen. Dabei kann man überall musizieren. Es muss kein Konzerthaus sein, auch in der Natur macht es Freude, besonders, wenn man sehen kann, wie sehr die Zuhörer dem Ereignis entgegen fiebern.

 

Tatsächlich, das Konzert der Freunde wird ein voller Erfolg! Es wird ein Fest für die Musik und ein Ort der Begegnung, bei dem Tiere miteinander sprechen, die bislang noch nie miteinander zu tun hatten! Es braucht also gar nicht unbedingt einer Halle, die Begeisterung für die Musik reicht für ein unvergessliches Erlebnis. Die Tiere des Waldes zeigen ihre Begeisterung ganz offen und ehrlich und überraschen das Eichhörnchen und den Igel mit... Das wollen wir ja nun nicht verraten. Der Umgang der zwei Freunde miteinander ist sehr herzlich, auch wenn man den Igel mit seinen Stacheln wohl kaum knuddeln kann, aber das ist ja rein äußerlich, von innen kommt ganz viel Anschmiegsamkeit! So gibt es zu den positiven Botschaften auch immer etwas zum Schmunzeln, bzw. für die Zielgruppe ab 4 Jahren, sogar zum Lachen. Ganz klar und schon für die Kleinen verständlich ist: man braucht keine Angst zu haben, auch wenn mal was schief läuft, man ist unter Freunden und wird nicht ausgelacht. Wenn mal was nicht so klappt, einfach noch mal von vorne versuchen, ist nicht schlimm – jeder macht mal Fehler. Die Freude zählt! Welche wunderschöne Botschaft, die Mut macht und Lampenfieber nehmen kann!

 

Die Illustrationen von Jessica Marquardt sind sehr liebevoll und freundlich. Durchweg farbig unterstützen sie die Geschichte an den richtigen Stellen und so manches Kind wird nun neugierig auf eine Mandoline sein. Das ist ja immerhin ein Instrument, dass nicht ganz alltäglich ist!

 

Marie-Luise Dingler ist Vollblutmusikerin und tritt mit ihrem Bruder Christoph als Violinduo „The Twiolins“ auf. Durch den Corona-Lockdown, der die Kulturbranche besonders hart trifft, fand sie die Zeit diese liebevolle Geschichte niederzuschreiben, die ihr schon lange im Kopf herumspukte...

 

Ein wunderschönes Bilderbuch für kommende Vollblutmusiker, egal ob als Laien oder Profis, die Liebe zur Musik zählt und verbindet.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich für unser Rezensionsexemplar bei seinen Schöpferinnen und der Agentur Buchcontact.

 

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Sonntag, 29. November 2020

Eine Leiche zur Bescherung, Agatha Christie, gelesen u.a. von Oliver Kalkofe, der Hörverlag, 3 CDs 3 Std. 43 Min.

Eine Leiche zur Bescherung, Agatha Christie, gelesen u.a. von Oliver Kalkofe, der Hörverlag, 3 CDs 3 Std. 43 Min.

 

Dieses Hörbuch enthält die Weihnachtserinnerung der Autorin aus ihrer Kindheit „Weihnachten in Abney Hall“ sowie die Kurzkrimis „Die Pfarrerstochter“ mit Tuppence und Tommy, „Hercule Poirot und der Plumpudding“, „Eine Weihnachtstragödie“ mit Miss Marple und „Die Ankunft des Mr. Quinn“ eine weihnachtliche Verbrechensnachstellung, ohne einen ihrer bekanntesten Charaktere, aber mit unverhofftem Ausgang. Weihnachten, das Fest der Liebe und der Geburt Christie und Krimis scheinen sich ja eigentlich gegenseitig auszuschließen, doch sind die Settings dieser Geschichten in der gehobenen englischen Bürgerschicht längst vergangener Tage so weihnachtlich festlich, dass der eine oder andere Mord da kaum ins Gewicht fällt. Auch lassen einige Handlungsausgänge auf deutlich bessere Zeiten hoffen und so manches Unglück kann durch genaue Beobachtung und schnelles Kombinieren verhindert werden.

 

Die kurze Weihnachtserinnerung aus Kindertagen der Autorin kommt gänzlich ohne Missetaten aus und ist einfach eine festliche Einstimmung und ein interessanter Einblick in das Leben der englischen Oberschicht. Ursula Illert vermag es die Stimmung, die Feierlichkeit und die Vorfreude so wie die immer wiederkehrenden Glücksmomente der Kindertage auferstehen zu lassen. Diese Episode ist kurz und nostalgisch.

 

 Der Weihnachtsauftrag von Tuppence und Tommy ist zwar auch recht kurz, aber dennoch ganz schön kniffelig. Zu Beginn neckt Tuppence Tommy mit einer Prophezeiung, die sich letztendlich bewahrheiten wird. Der Fall, den die zwei kurz vor Weihnachten übernehmen sollen, dreht sich um die rätselhafte Erbschaft einer verstorbenen, vermögenden Großtante, deren Vermögen nach ihrem Ableben, jedoch nicht auffindbar ist. Dafür scheint es in ihrem Haus inzwischen zu spuken und dennoch gibt es erstaunlich eifrige Kaufinteressenten hierfür. Das Lebensglück der Erbin und nicht weniger, hängt an der Lösung dieses Rätsels! Stephan Benson hat mir mit diesem Wiederhören mit Tuppence und Tommy wirklich eine große Freude bereitet, auch wenn ich mir eine weibliche Stimme gewünscht hätte, da Tuppence und die Erbin als Hauptpersonen weiblich sind. Dennoch spricht Stephan Benson diesen Fall mit dem nötigen Feingefühl für die weiblichen Befindlichkeiten und Nöte. So kann man sich am Ende herrlich mit ihm freuen.

 

Hercule Poirot und der Plumpudding nimmt einen ganzen Tonträger für sich ein und ist schon zu Beginn recht merkwürdig. Der Meisterdetektiv freut sich auf ein ruhiges Fest, als er unbedingt dazu überredet werden soll, dem Fall eines gestohlenen Rubins nachzugehen, da er von erheblicher staatlicher Brisanz sei. Wie denn das? Das leuchtet Poirot auch nicht wirklich ein, doch er wird mit einem Fest nach guter alter Tradition in einem feudalen Herrenhaus geködert, dem er nicht widerstehen kann. Die Gäste sind zahlreich und nicht alle so traditionsbewusst wie er, doch erfreut er sich an den Traditionen, den kulinarischen Köstlichkeiten und der Lebenslust und Vorfreude der jüngeren Gäste. Wie die Autorin schon eingangs anmerkt, würde mein Magen solche Mengen an Köstlichkeiten wohl nicht verkraften, doch Poirot ist in seinem Element und lässt auch seinen wachen Geist nicht von seinem Magen ablenken, so dass diplomatische Verwicklungen im letzten Moment verhindert werden können. André Jung liest diesen leicht gekürzten Fall mit der passenden Mischung aus Bonvivant, Nachdenklichkeit und stiller Amüsiertheit. Ich habe diese CD rundum genossen!

 

In „Eine Weihnachtstragödie“ kann Miss Marple mal wieder zeigen, dass zarte, ältere Damen, die scheinbar ganz in ihre schickliche Handarbeit vertieft sind, nicht unterschätzt werden sollten und so erzählt sie von einer furchtbaren Tragödie, die sie zwar hat kommen sehen, aber nicht hatte verhindern können. Einzig die vermeintlich unmögliche Aufklärung des fürchterlichen Mordes ist ihr zu verdanken, denn sie kennt sich ja bestens mit kleinen weiblichen Schrullen aus und weiß sie zu deuten. Diese Geschichte gelesen von Beate Himmelstoß befindet sich bereits auf einer früheren Weihnachtskrimiklassiker Zusammenstellung des Verlages, was mir dank der prägnanten Erzählweise der Interpretin und dem Charme der Ermittlerin gleich auffiel.

 

„Die Ankunft des Mr. Quinn“ verhindert, anders als bei der guten Jane Marple, allerdings durchaus eine weihnachtliche Tragödie in einem edlen Herrenhaus, mitten im tiefverschneiten Winter. Vor 10 Jahren ereignete sich in diesem Haus ein Selbstmord, der nie wirklich nachvollzogen werden konnte. Einige der damals im Hause anwesenden Freunde, sind auch heute noch dort und noch immer ebenso ratlos wie damals, da der Hausherr kurz vor seinem Ableben so guter Dinge gewesen zu sein schien. Was hat ihn nur zu seinem Stimmungsumschwung veranlasst und zur Verzweiflungstat getrieben? Bisweilen benötigt es etwas Abstand und neugierige, unparteiische Beobachter, um einem Geheimnis auf die Spur zu gelangen! Oliver Kalkofe lässt den Hörer mitten in diesem Schneegestöber nicht kalt. Es vermag es die Atmosphäre der Fassungs- und Ratlosigkeit aufzubauen, während er treffend die Beobachtungen des neugierig, kauzigen Landedelmannes Mr. Sattersway schildert. Auch wenn das Thema nun nicht wirklich weihnachtlich zu sein scheint, vermag er es dennoch eine erneute Tragödie zu verhindern, was durchaus ein Anlass zu feiern ist!

 

Zu dieser kurzweiligen Krimisammlung gehört auch ein Booklet, das nicht nur eine Kurzbiografie der Autorin und Infos zu den Sprechern erhält, sondern auch ein kurzes Personenverzeichnis zu jeder einzelnen Geschichte, was ich gerade bei den Adelsnamen und ihren Beziehungen untereinander sehr hilfreich fand.

 

Eine winterlich-festliche Zusammenstellung kleiner nostalgischer Krimischmankerln und eines kurzen Einblicks in die Kindheit der Autorin, die mir entspannte vorweihnachtliche Stunden bescherte. Atmosphärisch sehr geeignet für Backstunden oder Adventsbasteleien.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Der Hörverlag und dem Bloggerportal für mein Rezensionsexemplar.

 

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