Samstag, 14. November 2020

Brombeerfuchs – Das Geheimnis von Weltende, Kathrin Tordasi, gelesen von Christian Rudolf, Jumbo Verlag, 5 CDs 7 Stunden 8 Min.

Brombeerfuchs – Das Geheimnis von Weltende, Kathrin Tordasi, gelesen von Christian Rudolf, Jumbo Verlag, 5 CDs 7 Stunden 8 Min.

 

Portia verbringt ihre Ferien erstmals dort, wo sie auch ihre Mutter verbrachte. Bei den Tanten Rose und Bramble in Conwy, Wales. Ihr Anwesen ist traumhaft, verwunschen, umgeben von einer Brombeerhecke und die Tanten sind alt aber cool und herzlich. Sie wundert sich nur über den Fuchs, dem sie immer wieder begegnet. Im Örtchen lernt sie im Buchladen den gleichaltrigen Ben kennen, mit dem sie ein Picknick machen soll. Doch Ben taucht nicht auf, er hat einen Fahrradunfall, während er einen verletzten Vogel versorgen will. Also nehmen ihn Rose und Bramble, die den Unfall beobachtet haben mit nach Hause. Portia ist allerdings nirgends zu finden. Denn sie hat einen versteckten Schlüssel im Arbeitszimmer gefunden und der Fuchs führt sie schnurstracks zu einer geheimen Tür in der Brombeerhecke. Der Schlüssel passt und Portia betritt eine fremde Welt, ohne die Tür hinter sich zu schließen. Eine Tür, die niemals hätte geöffnet werden dürfen und deren Bedeutung Rose nur allzu schmerzlich bewusst ist. Mit Ben, dem Vogel und dem Fuchs, folgt sie Portia in die Zwischenwelt, um zu verhindern, dass der Graue König erwacht und sie alle in den Nebel des Vergessens hüllt. Dieser darf niemals in die Menschenwelt oder in die Anderswelt gelangen, zum Schutz der Seelen und Erinnerungen. Doch Portia hat die Tür geöffnet und sie zu verschließen und das Unheil wieder zu begraben wird gefährlich und aufregend!

 

Die Gestaltung des Covers sprang meiner Jüngsten (11) sofort ins Auge und ihr war klar, dass sie diese Geschichte unbedingt kennenlernen will!

 

Die Geschichte ist sehr rasant und gleichzeitig komplex, da ist es von Vorteil gut zuzuhören. Denn vieles ist nicht das, was es zu sein scheint. Außerdem ist es sehr spannend, aufregend und bisweilen gruselig, so dass sich diese Geschichte nur bedingt als Gute-Nacht-Hörbuch eignet. Die Welt oder vielleicht besser Welten, in die Portia und Ben eintauchen, sind sehr vielschichtig und bis ins Detail ersonnen. Gerade bei einem Hörbuch entgeht einem schnell ein wichtiges Detail, sofern man nebenher hört, aber da finde ich es von großem Vorteil, dass es einzelne Tonträger sind, die man dann einfach mit Vergnügen noch einmal hört. Beim Lesen entgehen einem nicht so schnell entscheidende Details.

Interessant finde ich, dass es hier nicht nur Gut und Böse gibt, sondern gerade auch Facetten dazwischen und jede Menge Zweifel, die gerade Spannung aufkommen lassen. Neben der Anderswelt gibt es auch die Totenwelt und die bietet wirklich sanfte und interessante Möglichkeiten über die Endlichkeit und den Tod nachzudenken. Keine Sorge, es geschieht schon in einem angemessenen Rahmen, aber es geht um Akzeptanz und Loslassen und nicht Hokuspokus. Es werden Kindern auch wenn es sich um ein Fantasyabenteuer handelt, keine unsinnigen Hoffnungen gemacht. Es gefällt mir gut, dass hier die Kinder nicht nur zum Mitfiebern und Mitdenken, sondern eben auch zum Nachdenken aufgefordert werden.

 

Nicht ganz glücklich war ich bei dieser Aufnahme mit Christian Rudolf. Gut, eine weibliche Stimme wäre mir passender erschienen, da für mich Portia die Hauptperson ist und ich daher eine weibliche Stimme angemessen gefunden hätte, aber das ist es eigentlich nicht. Ich empfinde seine Performance als qualitativ unausgewogen. Da ich nicht ungerecht sein möchte, habe ich mir alle Tonträger mehrfach angehört und tatsächlich, empfinde ich seine Ausdrucksweise zu Beginn als sehr schwach. Seine Stimme ist sehr angenehm und freundlich, sie schmeichelt sich geradezu ein, aber sie differenziert sehr wenig zwischen den einzelnen Charakteren. Das bin ich von seiner Interpretation von Scary Harry nicht gewohnt und das hat mich zu Beginn sehr aus dem Konzept gebracht. Sobald sich die geheime Tür in die Zwischenwelt öffnet, scheint auch der Interpret sich für mehr Facettenreichtum zu öffnen. Gerade die magischen Wesen und Gestaltwandler arbeitet er liebevoll und individuell heraus. Die Weichheit seiner Stimme empfinde ich im Hinblick auf die Altersempfehlung ab 10 Jahren bei den gruseligen und kämpferischen Szenen als großes Plus, da es so zwar spannend, für Kinder aber weniger belastend ist, weil die Stimme signalisiert, dass alles gut werden wird.

 

Meine Jüngste  (11)findet es super, dass sie diese Geschichte als richtig in sich abgeschlossen empfindet. Cliffhanger mag sie nämlich gar nicht. Hier merkt sie richtig, dass die Geschichte beendet ist und so kann sie sich auch innerlich von ihr verabschieden. Das ist ihr sehr wichtig.

 

Vielen lieben Dank an den Jumbo Verlag für unser Hörexemplar!

 

Hier findet Ihr eine Hörprobe:

http://www.jumboverlag.de/data/media/me2657.mp3

 

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Freitag, 13. November 2020

Das Vermächtnis des Erfinders – Timmi Tobbsons zweites Rätselabenteuer: ein-lüfte-das-Geheimnis-Rätselabenteuer, J.I.Wagner, Illus. J.G. Ratti, Ullmann Medien

Das Vermächtnis des Erfinders – Timmi Tobbsons zweites Rätselabenteuer: ein-lüfte-das-Geheimnis-Rätselabenteuer, J.I.Wagner, Illus. J.G. Ratti, Ullmann Medien

 

Timmi Tobbson und seine Freunde Lilli und Marvin haben gerade ein spannendes Abenteuer hinter sich, in welchen sie die unliebsame Bekanntschaft der Wächter der dunklen Macht gemacht haben.

Zur Erholung liest Timmi gerade sein neuestes Abenteuerbuch, als Lilli aufgeregt mit der Zeitung in sein Zimmer stürmt: der weltberühmte Erfinder James Eckles hat eine Anzeige mit dem Aufruf zu einer Schatzsuche gestartet, um ein geheimes Elixir zu finden. Seither ist er verschwunden! Die Freunde ahnen sofort, dass auch die Wächter der dunklen Macht hinter diesem Geheimnis her sein werden und machen sich gemeinsam mit ihrem Freund Marvin auf den Weg zum Museum, in welchem offensichtlich die Suche startet! Noch während sie sich umschauen, wird der Alarm ausgelöst. Da Marvin alles gezeichnet hat, was er sah, ist ihnen ziemlich schnell klar, wer dahinter steckt. Sie nehmen sofort die Verfolgung auf und folgen den Spuren, die sie entdecken. Mit Walkie-Talkies, Lupe, Spiegel, Taschenlampe und Co. gehen sie allen Hinweisen nach.

 

Dies ist das zweite Timmi Tobbson Rätselabenteuer und für uns das erste! Unbedingt erforderlich: eine gute Lupe und gutes Licht! Hilfreich: ein Spiegel! Wenn man den ersten Band nicht kennt, macht das nichts, allerdings wird für unseren Geschmack auch nicht so viel über diesen verraten, dass es keinen Sinn mehr macht, anschließend mit diesem zu beginnen. Die Lesereihenfolge ist somit unerheblich.

 

Bereits beim Betrachten des Klappentextes fiel uns eine kleine weiße Schrift auf und tatsächlich, mit einem Spiegel und von oben nach unten gelesen, wurde ihre Botschaft klar! Das fand meine Tochter (11) schon mal richtig cool gemacht! Letztes Jahr habe ich ihr einen Escape-Room-Adventskalender geschenkt, den sie anfangs auch total cool fand, dessen Rätsel wir dann aber irgendwann so abgedreht fanden, dass uns die Lust verging. Hier war das anders. Der Schwierigkeitsgrad ist mittels einer Lupenanzahl gekennzeichnet und dem Hinweis, dass diese Wahrnehmung aber auch individuell variieren kann. Sollte man die Hinweise trotz Lupe auf den Suchbildern nicht entdecken können, gibt es hinten im Buch kleine Hilfen, die in Spiegelschrift verfasst sind. Meistens hat meine Tochter die gesuchten Merkmale gefunden, wobei man teilweise auch zurückblättern muss, um das aktuelle Bild mit vorherigen zu vergleichen. Die Lösung findet sich dann sofort im Anschluss, zu Beginn des nächsten Kapitels. Sollte man es also mal nicht geschafft haben, macht es nichts, denn die geheimnisvolle Suche ist damit noch nicht zu Ende. Hat der junge Leser richtig gelegen, dann ist das natürlich ein super Erfolgserlebnis, dass Lust macht gleich weiter zu lesen.

 

Die Geschichte ist witzig und frech geschrieben und schön spannend und kniffelig. Charakterliche Tiefe ist nicht zu erwarten, aber darum geht es ja auch gar nicht! Empfohlen wird dieses Abenteuer Kindern von 9 – 11 Jahren, was wir absolut passend finden. Dafür finde ich die Schrift wirklich sehr klein, aber den Zeilenabstand sehr angenehm. Immerhin haben die Leser ja immer eine Lupe parat für dieses Abenteuer, sollten sie Probleme mit der Schriftgröße haben.

 

Meine Tochter war vom Cover nicht ganz so angetan, aber das Buch fand sie super. Sie konnte sich mit der Lupe richtig in die Aufgaben verbeißen. Als es am Ende richtig schwierig wurde, hatte sie aber auch keine Hemmungen, die Hilfestellungen in Anspruch zu nehmen, um alle Hinweise aufzufinden. Die Illustrationen sind recht dunkel, da sich viel in Schattenbereichen versteckt, daher ist es wichtig, diese während der Suche gut auszuleuchten, damit die Schatten ihre Geheimnisse leichter preis geben. Sie sind absolut altersgerecht und sowohl für Jungen, als auch Mädchen gleichermaßen ansprechend.

 

Für junge Detektive richtig aufregend und spannend, aber nicht frustrierend! Damit kann man auch Lesemuffel locken, die aber schon richtig gut lesen können müssen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ullmann Medien und der Agentur Literaturtest für rätselhafte Stunden!

 

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