Sonntag, 16. Februar 2020

Die Nachtflüsterer (3) – Die Verschwörung, Ali Sparkes, gelesen von Oliver Rohrbeck, der Hörverlag, 4 CDs 4 h 57 Min. gekürzt



Die Nachtflüsterer (3) – Die Verschwörung, Ali Sparkes, gelesen von Oliver Rohrbeck, der Hörverlag, 4 CDs 4 h 57 Min. gekürzt

Dies ist der finale Band der Reihe um Tierflüsterer und Aliens, in dem das Geheimnis um den geheimnisvollen und beängstigenden Spin gelüftet wird und die Welt ein für alle Mal gerettet wird.

Ein kosmischer Strahl geht quer durch die Schlafzimmer von Matt, Tima und Elena, jede Nacht um die gleiche Zeit. Seither erwachen sie jede Nacht, zur Zeit des Strahls und sie können nicht mehr schlafen. Aber nicht nur dass, sie haben seither auch besondere Fähigkeiten: sie verstehen jede menschliche Sprache, ohne darüber nachzudenken und verständigen sich mit Tieren; sie können diese nur in Gedanken herbeirufen. Bei Tima (11) sind es vor allem Insekten und Spinnentiere, bei Elena (14) Wildtiere und bei Matt (14) die Vögel. Jeder der drei hat ein Tier, das stets in ihrer Nähe ist. Bei Elena eine Füchsin, bei Matt die Krähe Gluck und bei Tima ist es Spinne Spencer. Als sie, die Neue der Privatschule, ausnahmsweise auf einer Party bei der ungekrönten Schulkönigin eingeladen ist, kommt heimlich auch Spencer mit. Sein Auftauchen führt zu einem Tumult und macht es Tima, die gerade den Schützling des Hauses, eine Waise mit roten Haaren kennenlernt, nicht leichter. Matts Schultyrann Liam hat ebenfalls rote Haare und bricht in der Turnhalle zusammen. Anschließend landet er zeitgleich mit Spin im Krankenhaus. Während Spin, den alle für eine Vampir halten das Blut getauscht bekommt, verstirbt Liam an einem Herzinfarkt und auch die Waise von der Party ist wohl in diesem Krankenhaus verstorben. Heimlich belauscht Spin nachts ein Telefonat seines Arztes und ihm wird schnell klar, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen vor sich geht. Auf Liams Beerdigung versucht die Füchsin Elena auf Ungereimtheiten hinzuweisen, aber bis die Nachtflüsterer verstehen worum es geht, stecken sie tief in einem Plan, der das Ende dieses Planeten bedeuten könnte. Ob sie das verhindern können und ob Spin ihnen helfen wird?

In dieser Reihe treffen Tierflüsterer auf Ausserirdische, eine recht ungewöhnliche Kombination, aber für die Logik der Geschichte unentbehrlich. Das war mir bisher soweit klar, unklar war mir Spins Rolle und was eigentlich genau mit ihm los ist. Ein Vampir in der Geschichte, war mir dann doch ein wenig zu viel des Guten. Tatsächlich ist Spin ein ganz normaler Junge, der lediglich mit seinem Image spielt, daß er sich aufgrund einer ausgesprochen seltenen und schmerzhaften Krankheit zugelegt hat, als seinen persönlich Ausweg mit den dazugehörenden Problemen umzugehen. Die Informationen zu dieser Krankheit EPP sind sehr geschickt in die Geschichte eingewoben, wer aber gerne mehr über sie wissen möchte, findet dazu mehr im beiliegenden Booklet, ebenso über Sam, den Jungen der Ali Sparkes zu der Figur des Spin inspiriert hat. Diesmal erstreckt sich das Abenteuer über die Dauer von fast einem Jahr, die die Freunde brauchen, um die Welt diesmal endgültig zu retten, wobei sich der Kreis der Geschichte schließt. In diesem Jahr lernen die Nachtflüsterer sich besser kennen und in ihre neuen Fähigkeiten zu vertrauen, so sehr, dass die Anfeindungen andererer ihnen nicht mehr so viel ausmachen. Allerdings liegt hier der Schwerpunkt nicht auf der Persönlichkeitsentwicklung der 4 Kids, sondern auf der Spannung und dem unterschwelligen Grusel. Man grübelt gerne mit, wie denn diese merkwürdigen Phänomene zusammen hängen könnten. Das Tempo steigert sich immer weiter, bis zum Showdown. Doch endet die Geschichte dann nicht abrupt, sondern fügt noch alle losen Enden zusammen. Insgesamt fand ich es wieder stimmiger und schlüssiger, als den zweiten Teil, so dass es für mich eine runde Sache ist.

Oliver Rohrbeck (die Stimme von Justus Jonas, von den ???, Synchronsprecher von Ben Stiller, Chris Rock und verantwortlich für unzählige Hörbücher) ist ein Meister seines Faches und mit seiner prägnanten Stimme immer sofort zu erkennen. Er ist stark im Ausdruck und vermag es Spannung und Emotionen alleine mit seiner Stimme hervorzurufen, ohne die Lautstärke zu variieren, sondern lediglich ihren Ausdruck. Dadurch kann man ihm sehr gut folgen und immer gut verstehen, während die Spannung innerlich wächst und man der Aufklärung entgegenfiebert. Sowohl für die Nachtflüsterer, Spin oder die Tiere findet er immer das passende Timbre. Da macht das Zuhören einfach Spaß!

Ab 10 Jahren.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Hörverlag für das langerwartete Hörexemplar des Abschlussbandes.

Samstag, 15. Februar 2020

Marisa Meermädchen: Das große Ponyglück, Anja Wagner, Naeko Ishida, Loewe Verlag



Marisa Meermädchen: Das große Ponyglück, Anja Wagner, Naeko Ishida, Loewe Verlag

In der Meermädchenschule gibt es eine große Herausforderung für die jungen Meermädchen. Sie sollen in Teamarbeit die schönsten Seepferdchen malen, die sie in ihrer Heimat beobachten können. Das beste Team wird in die Gruppe der Fortgeschrittenen versetzt und gewinnt traumhaftschöne Haarspangen. Coralie ist ganz aufgeregt, aber Marisa ist mit ihren Gedanken mal wieder ganz woanders: an Land bei Pony Luna und ihrer neuen Freundin Ella. Coralie ist ganz enttäuscht, als Marisa ihr absagt, aber diese war schon fest mit Ella verabredet, um ihr bei den Vorbereitungen für das Schulturnier zu helfen. Die Zeit drängt, denn das Turnier ist bereits in zwei Wochen und wenn Ella dabei wieder vom Pony fallen sollte, wollen ihre Eltern sie in ein anderes Internat schicken, weit weg von Marisa! Wie gut, dass Marisa die Sorgen und Nöte der Ponys versteht und somit Ella helfen kann mit ihrem Pony ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Wird sie beiden Freundinnen gerecht werden können oder eine von beiden enttäuschen?

Marisa hat im ersten Band eine magische Kette entdeckt, die es ihr erlaubt, an Land den Fischschwanz gegen zwei Beine zu tauschen und sowohl im Wasser, als auch an Land nicht weiter aufzufallen.
Marisa Meermädchen zielt als Reihe bewusst auf junge Leserinnen ab, die es bunt und glitzerig mögen und sich vielleicht auch nicht zwischen Ponys und Meerjungfrauen entscheiden können. Kein Wunder, es ist aber auch eine schwierige Entscheidung, auch Marisa liebt sowohl Nero, ihren besten Delfinfreund, als auch Pony Azora, wie auch ihre Freundinnen Ella und Coralie. Muss man sich denn immer gleich entscheiden, oder ist das Herz nicht auch groß genug für mehrere? Eifersucht und beste Freundinnen ist ein wichtiges Thema für die Altersgruppe von 7/8 Jahren. Oft fühlen sich diese Mädels auch etwas zerrissen zwischen den alten Freundinnen aus der Kindergartenzeit und der Schule. Aber Marisa zeigt, dass Freundschaft durchaus mehr wird, wenn man sie teilt. Man muss nur bereit sein, seinen Freunden zu zuhören und zu vertrauen. Das fällt nicht immer ganz leicht und so hat Marisa nicht nur mit den Problemen der Ponys zu kämpfen, die sich ihr anvertrauen, sondern auch mit den Eifersüchteleien ihrer Freundinnen. Sehr schön fanden wir, dass nicht nur die Probleme der Mädchen für uns vertraut erschienen, auch die Nöte der Ponys sind denen der Kinder nicht fremd und haben somit ein hohes Identifikationspotenzial.
 
Sprachlich ist es an die Entwicklung der Zielgruppe ab 8 Jahren angepasst, eignet sich aber auch für jüngere Kinder gut zum Vorlesen. Einige nicht ganz so geläufige Begriffe wie Gallionsfigur kommen zwar vor, dieses sind dann aber auf den farbigen Illustrationen gut zu erkennen, so dass sich deren Bedeutung erschließt und der Wortschatz wächst. Die Bilder von Naeko Ishida sind nicht nur farbig, sondern mit ihren sonnig-leuchtenden Farben sie liebevoll und einfach echte Hingucker. Der Stil des Covers mit seinen zarten Glitzerelementen wird beibehalten. Wen dieses anspricht, wird von den zahlreichen, auch großflächigen Illustrationen, die den Text in angenehm motivierende Textabschnitte gliedern, ebenso angetan sein. Zur weiteren grafischen Auflockerung sind immer mal wieder einig Wörter farblich hervorgehoben und machen somit beim Lesen einfach gute Laune, weil es eine optische Leichtigkeit vermittelt und das Lesen so auch optisch mehr Spaß macht. Man greift einfach lieber zum Buch, wenn es außen und innen ansprechend ist.
Wir hatten ja nach Band etwas Sorge, dass Marisa so begeistert von den neuen Möglichkeiten an Land ist, dass sie ihre alten Freunde vergisst, das hätten wir kein gutes Vorbild für junge Leser gefunden. Doch Marisa hat ihren Weg gefunden und bringt hoffentlich junge Leserinnen zum Nachdenken, ob man nicht doch auch zwei oder drei beste Freunde haben kann?
Ein schönes Buch für junge Leserinnen oder eben zum Vorlesen, weil es so zauberhaft illustriert ist und gut verständlich.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Anja Wagner für unser Rezensionsexemplar!