Freitag, 23. August 2019

Schrebergarten Kochbuch – Genuss aus dem Laubengarten, Christiane Leesker & Vanessa Jansen, Südwest Verlag



Schrebergarten Kochbuch – Genuss aus dem Laubengarten, Christiane Leesker & Vanessa Jansen, Südwest Verlag

Klappentext: Dieses liebevoll gestaltete und wunderschön fotografierte Buch schenkt vielfältige Einblicke in städtische Kleingarten-Oasen und erzählt die ganz persönlichen Geschichten ihrer Bewohner. Eine neue Generation der Laubengärtner lädt Sie zu einer kulinarischen Reise durch ihre international gefärbten Küchen ein. Werfen Sie einen Blick über den Zaun – und den Tellerrand – und genießen Sie Rhabarkuchen mit Baiser, Birnen-Chutney, Russischen Borschtsch oder Quittenmuffins! Und da die Ernte oft zu üppig ausfällt, um sofort verzehrt zu werden, haben die Autorinnen zusammen mit den über 70 saisonalen Rezepten auch zahlreiche Tipps zum Einkochen und Konservieren gesammelt.

Hinsichtlich der Erwartungshaltung an dieses Buch ist der Klappentext sehr wichtig. Es ist kein reines Kochbuch, sondern eben auch ein Wellness- und Wohlfühlbuch, daß sich durch wunderschöne stimmungsvolle Gartenfotos auszeichnet. Die Rezepte sind gut verständlich und leicht nachzukochen, aber nicht immer unbedingt sehr originell und einzigartig, wie z.B. Mirabellenpfannkuchen. Diese waren natürlich einfach, kamen bei den Kindern auch gut an, aber der Teig ist recht flüssig und erinnert schon mehr an Crèpes-Teig, als fluffige Pfannkuchen. Interessant fand ich das italienisch Brotsalatrezept. Das scheint gerade sehr angesagt zu sein, ein Trend der aber völlig an mir vorbei gegangen ist. Sehr praktisch um altes Brot zu verarbeiten, aber etwas aufwendig. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt es ein wenig zu vereinfachen. Die Tomatencrostinis waren auch sehr lecker, wobei ich die Empfehlung, sie auf dem Toaster zu rösten der praktisch fand, viel praktischer als meine bisherige Variante in der Pfanne. Sie waren auch sehr schnell verputzt. Sehnsüchtig habe ich auf besseres Wetter gewartet, da kalte Suppen wie das span. Gazpacho bei Regen weniger gut ankommen, aber die nächste Hitzewelle steht bevor und die Zutaten liegen fast alle bereit (die Tomaten haben sich etwas dezimiert). Es wird nicht Hausmannskost serviert, sondern Gartenrezepte aus den schönsten Gärten Europas mit ihren Küchenkniffen.

Was mir auch fehlte war ein Verzeichnis sortiert nach den Hauptgartenzutaten. Ich wollte ja gerne Zutaten aus dem Garten verwenden und hatte somit jede Menge Brombeeren zur Verarbeitung. Ich fand kein Verzeichnis, in welchem ich so etwas fand und blätterte daher das ganze Buch durch. Jede Menge Himbeeren, Erdbeeren Johannisbeeren, aber keine Brombeeren. Gut, man kann die Beerensorte auch austauchen, denn ob ich nun Erdbeermarmelade oder Brombeeremarmelade koche, das Prinzip ist das Gleiche. Das Rezeptregister ist entsprechend des Buchaufbaus nach Jahreszeiten geordnet und innerhalb der Jahreszeiten alphabetisch. Wer z.B. Brombeerrezepte  sucht, kann dann also unter B bei Sommer oder Herbst schauen und findet nichts. Es ist unnötig durch das ganze Buch zu blättern. Anschließend gibt es noch ein Rezeptregister nach der Art des Rezeptes und hier findet man dann auch die Einmach- und Einlegerezepte mit Seitenzahlen, die auf dem Einband als „Mit Tipps & Anleitungen zum Einkochen & Haltbarmachen“ beworben werden. Diese sind nicht an einer Stelle gebündelt, sondern über das ganze Buch verteilt. So gibt es z.B. ein Rezept für eingelegte Zucchini im Herbstteil. Unter dem Rezept, wie auch unter den übrigen, stehen dann die Tipps in einem mittelgrünen Schreibschriftdrucktypus. Diese Schrift ist ausgesprochen hübsch, aber nicht gut lesbar, sowohl vom Schrifttypus als auch von der Farbe her. Im Halbdunkel ist sie kaum lesbar, so daß ich nachmittags extra das Licht einschalten musste, obwohl es ansonsten nicht nötig war.


Das Buch ist ausgesprochen ansprechend und ästhetisch, aber nicht sehr praktisch. Es ist ein wunderschönes Geschenkbuch, aber als Kochbuch enthält es mir zu wenige Rezepte im Verhältnis zum Preis. Das ist aber auch etwas eine Typfrage. Die Fotos zu den Rezepten sind sehr ansprechend, aber die übrigen Stimmungsbilder auf 2 Doppelseiten hätte ich lieber gegen mehr Rezepte eingetauscht. Einige Schrebergartenseiten, enthalten in den Texten neben den Bildern allerdings einige gute Tipps versteckt, z.B. wie man durch eine ausgestopfte braune Papiertüte nestbauwillig Wespen auf Distanz hält. Ein Tipp für den ich früher wahrscheinlich getötet hätte, bei der geringen Anzahl von Wespen dieses Jahr, bin ich allerdings eher geneigt sie noch zusätzlich zu füttern, als sie zu verjagen (was ja viel besser ist, als sie zu töten, selbst auf biologische Weise). Um wirklich alle für einen persönlich wichtigen Tipps zu erwischen, muß man es wirklich von vorne bis hinten lesen, da diese immer wieder in das Buch eingearbeitet und nicht an einer markierten Stelle im Buch gebündelt oder besonders markiert sind. Es ist eben mehr ein Wohlfühlkochbuch, als eines der alten Schule, ganz strukturiert und übersichtlich. Hier bringt das Lesen den Genuss und gleichzeitig wird das Schrebergarten-Image entstaubt und aus der Spießerecke befreit als Wohlfühloase präsentiert. 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Südwest Verlag für dieses wunderschöne Rezensionsexemplar.

Donnerstag, 22. August 2019

Ich bin dann mal Prinzessin (3) Wie küsst man einen Prinzen?, Meg Cabot, dtv junior



Ich bin dann mal Prinzessin (3) Wie küsst man einen Prinzen?, Meg Cabot, dtv junior

Ihre königliche Hoheit Olivia Grace Clarisse Mignonette Harrison Renaldo weiß nun seit rund 6 Monaten, daß sie von königlichem Geblüt ist und wohnt bei ihrer Familie im Palast von Genovien. Langsam gewöhnt sie sich ein, aber noch ist alles ziemlich neu. Ihre Halbschwester Mia und ihr Mann Michael (ja die aus dem Disney-Hit „Plötzlich Prinzessin“) erwarten nun jederzeit Zwillinge und im Fürstentum wütet „La Grippe“ eine üble Erkältungswelle. Obwohl Olivia und Prinz Khalil während der Sommerferien so viel Zeit mit einander verbracht haben und Pool-Tischtennis spielten und Leguane beobachteten, kommt er nun gar nicht mehr vorbei und verhält sich auch sonst ganz anders. Oliva kann es sich nicht erklären, sie waren doch so gute Freunde! Ihre New Yorker Freundin Nishi wittert amouröse Verwirrungen, aber sie ist ja auch voll jungsverrückt, das kann man nicht ernst nehmen. Viel ernster nimmt sie das Problem, daß alle sie überreden wollen mit zu den Winterspielen der königlichen Schulen in Stockerdörfl, dem Heimatort von Prinz Gunther zu fahren. Aber sie kann doch gar nicht Skifahren! Was soll sie da? Sie will doch auch auf keinen Fall die Geburt der königlichen Babys verpassen, aber wegen „La Grippe“ fehlt es an Teilnehmern und Begleitpersonen. Erstmals in der Geschichte dieser Winterspiele von blauem Geblüt, droht die Teilnahme der Royal Genovian Academy auszufallen. Quelle horreur!

Diese Reihe ist ein Spin off von  Mega Cabots Erfolgsreihe „Plötzlich Prinzessin“, so daß man nebenbei auch erfährt, wie es Prinzessin Mia so ergeht und auch Grandmére bleibt den Fans erhalten. Über sie können meine Tochter und ich uns immer besonders amüsieren! Wer nun Angst hat, die ganzen familiären Verbindungen durcheinander zu bringen, der sorgt sich umsonst. Im Einband befindet sich ein von der Autorin gezeichneter Stammbaum, für dessen Richtigkeit Meg Cabot mit ihrem guten Namen steht. Einzig Lady Luisa, die gemeine und intrigante entfernte Cousine und Klassenkameradin von Olivia ist nicht verzeichnet, aber bei einer so großen Familie, ist nur Platz für ihre wichtigsten Mitglieder. Außerdem stellt Luisa dank ihrer Gemeinheiten jederzeit sicher, daß sie unvergesslich bleibt. Ihre Intrigen sind der wunderbare Kontrapunkt zur herzensguten und lieben Olivia, die sie natürlich furchtbar langweilig und eine Spaßbremse findet. Das kann diese nicht auf sich sitzen lassen, wodurch sie immer wieder in ganz schön peinliche Situationen gerät. Wie gut, daß auch sie Tagebuch führt, denn einige Gedanken sind so vertaulich, daß sie sie nicht einmal Nishi anvertrauen kann, nur ihrem Tagebuch. Aber auf so einer Fahrt ist Tagebuchschreiben manchmal ein wenig ungünstig, was immer wieder zu weiteren heiteren Komplikationen führt. Ein wahres Wechselbad der Gefühle für die bald 13-jährige Olivia. Sie schwankt zwischen Freude, Peinlichkeit, Wut, Mitleid, Entschlossenheit, Hilfsbereitschaft.... ganz schön viel, was sie sich da vorgenommen hat und Luisa und Grandmère machen es ihr auch nicht immer leichter.

Meine Tochter (12) war sofort wieder in Olivias königlicher Welt drin und erzählte mir alles über Olivias Hund und den verzogenen von Grandmère und die Wetten der Buchmacher.... klar, sie hat ja auch die Hörbücher der ersten zwei Bände ein paar mal mehr gehört als ich. Aber auch ich habe sofort wieder hineingefunden und bin dann durch die Seiten geflogen. Viel zu gut habe ich mich amüsiert, um nicht sofort wieder weiter zu lesen! Sehr locker flockig geschrieben, zwischendurch sind ein paar Handynachrichten an Nishi eingeflochten, auch wenn sie dieses Mal bei all dem Trubel nicht allzu viel Zeit hat, ihr alles zu berichten. Außerdem hat die Autorin immer wieder kleine Zeichnungen eingefügt, die Dargestellten wunderbar treffend charakterisieren.


Ja, es geht diesmal tatsächlich um die erste Liebe, aber ganz zart, so daß ich den Originaltitel „Royal Crush“ in etwa königliche Schwärmerei passender findet. Angst vor Knutschszenen ist unbegründet, die Zielgruppe sind immerhin Mädchen von 10 – 12 Jahren, also jünger als bei „Plötzlich Prinzessin“. Meine Töchter gehören beide zur Zielgruppe und finden die Reihe sehr witzig. Auch dieser Band hat uns nicht enttäuscht und wir sind schon sehr neugierig, wie es weitergeht und freuen uns auf weitere Fiesheiten von Lady Luisa, die der Serie die richtige Würze verleiht. Tatsächlich werden auch Probleme und Themen angesprochen, die sich jeder zu Herzen nehmen sollte: Empathie, Mitgefühl und ein achtsamer Umgang miteinander.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei dtv junior für dieses Sehnsuchtsexemplar und können es nur wärmstens empfehlen für ein wenig Kribbeln im Bauch und ganz viel Spaß!