Dienstag, 27. Januar 2026

Kindesunterhalt für Dummies, Michelle Kluge, Tobias Böing, Wiley Verlag

 

Kindesunterhalt  für Dummies, Michelle Kluge, Tobias Böing, Wiley Verlag

 

In Deutschland ist man gerne gründlich und gerecht und das soll sich dann bitte auch in den gesetzlichen Noremn widerspiegeln, die komplexe Zusammenhänge regeln. Das wird dann oft ziemlich kompliziert und scheinbar undurchsichtig – einfach zum Haare raufen, besonders, wenn es um Themen geht, die viele betreffen und existentiell sind, wie Kindesunterhalt. Eigentlich wollte ich nie Familienrecht machen, sondern Arbeitsrecht, aber in Zeiten des Lockdowns, hat hier das Arbeitsgericht monatelang geschlossen, und es passierte nix, auch wenn die Leute keinen Lohn erhielten. In Familiensachen sah es anders aus, so bin ich ins Familienrecht reingerutscht und man sollte ja wissen, was man tut.

 

Einfach ist der Kindesunterhalt, wenn beide nix haben, dann regeln alles die Ämter. Theoretisch wird dann oft mit fiktivem Einkommen gearbeitet, mit Einkommen, dass das unterhaltspflicht

ige Elternteil zu erwirtschaften verpflichtet ist. Das wird aber leider nicht immer gemacht. Kompliziertes wird es, wenn beide was haben, aber nicht unbedingt genug, oder sehr unterschiedlich viel. Wie wird dann umverteilt. Worauf muss ich achten? Also erst einmal ist relevant, wo das unterhaltsberechtigte Kind lebt. Vorwiegend bei einem Elternteil oder bei beiden gleichermaßen?  Wie berechne ich das Einkommen, das für den Kindesunterhalt heran zu ziehen ist? Das Einkommen wechselt ja bei vielen Menschen und ist nicht immer gleich hoch? Sind alle Einkünfte gleichermaßen heranzuziehen? Kann ich das Einkommen auch durch besondere Ausgaben senken? Muss mir ein besonderer Vorteil als Einkommen angerechnet werden?  Ganz besonders schwierig wird es, wenn Selbstständige beteiligt sind.

 

Das alles zu verstehen ist nicht leicht und die Gesetze lesen sich leider recht sperrig. Daher gehen sich die beiden Autoren große Mühe diesen Themenkreis zu strukturieren, um den Überblick zu behalten und dann unter den jeweiligen Unterpunkten dies wirklich verständlich zu erklären Denn die große Kunst besteht ja immer darin, komplizierte Sachverhalte dennoch einfach und nachvollziehbar zu erklären. Beide kennen sich in dem Gebiet bestens aus, denn Michelle Kluge ist bei einem Jugendamt für die Berechnung des Kindesunterhaltes verantwortlich und macht den ganzen Tag nichts anderes als Kindesunterhalt zu berechnen bzw. die notwendigen Angaben aus den Eltern heraus zu kitzeln. Tobias Böing ist Fachanwalt für Familienrecht und auch wenn er Kindesunterhalt nicht titulieren kann, wie dies Jugendämter tun, kann er doch im Sinne der Mandanten, aufpassen, dass das jeweilige Jugendamt auch alle relevanten Daten hat. Viele Eltern wissen ja gar nicht, worauf es ankommt, und was hinzugerechnet und was abgezogen werden muss. Das Jugendamt kann ja nur mit den Zahlen arbeiten, die es geliefert bekommt, die Anwälte können dafür sorgen, dass die Sachbearbeiter die im Sinne der Mandanten für sie günstigen Angaben erhalten.

 

Man merkt, dass die beiden Autoren vom Fach sind und sie geübt darin sind, diese wirre Welt der Zahlen und Einkünfte die auf z.T. Völlig unrealistische elterliche Vorstellungen und Hoffnungen trifft zu entwirren und den jeweiligen Elternteilen es nachvollziehbar zu erklären. Sie haben offensichtlich einen Weg gefunden, das zu vermitteln, sondern die Elternteile bereit sind, es zu verstehen.

 

Die Struktur und das klare Inhaltsverzeichnis gefallen mir sehr gut. Das Schlagwortregister deutlich weniger, da dort z.B. Aufwandsentschädigungen fehlen. Gerade die Schlagworte die fehlen stellen oft die kompliziertesten Fälle dar, aber keine, die unbedingt selten sind. Aufwandsentschädigungen haben z.B. Ehrenamtliche Trainer oder auch Feuerwehrleute... Auch andere Schlagworte, die Laien vielleicht nicht sofort in den Sinn kommen, habe ich im Verzeichnis vermisst, die Erklärungen fand ich aber sehr anschaulich, gerade auch durch die Beispielsrechnungen. Die finde ich sehr hilfreich und verständlich, aber ich habe auch keine Dyskalkulie. Ein bisschen Bereitschaft sich in die Rechnungen reinzudenken sollte man haben.

Für Laien ist es auf jeden Fall sehr hilfreich, dass hier wirklich die gängigsten Fälle erklärt werden, aber auch dass ein Ausblick auf geplante Änderungen im Unterhaltsrecht gegeben wird, damit man weiß worauf man künftig achten muss, wie beim asymmetrischen Wechselmodell, das dem ehemaligen Justizminister Buschmann sehr am Herzen lag... Das ist deshalb wichtig, da es ja immer darauf ankommt, zu wissen, welche Daten und Zahlen ich dem Jugendamt oder den Anwälten gegeben muss. Kennen diese die richtigen Zahlen nicht, kann das Ergebnis niemals stimmen und entgegen landläufiger Meinung beschäftigen diese keine Detektive, um an die richtigen Fakten zu gelangen.

 

Dieses Buch ist daher hilfreich und verständlich.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Agentur Stefanie Schäfer PR und dem Wiley Verlag.

 

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Sonntag, 25. Januar 2026

Das Grab von Truesdale Manor, Kathrine Webb, gelesen von Peter Lontzek, Der Audio Verlag, 14 h 19 Min, ungekürzt, digital only

 

Das Grab von Truesdale Manor, Kathrine Webb, gelesen von Peter Lontzek, Der Audio Verlag, 14 h 19 Min, ungekürzt, digital only

 

1999 ist die 24 jährige Nazma Kirmani Praktikantin bei archäologischen Grabungen auf dem Gelände von Trusloe Hall in der entfernteren Umgebung von Stonehenge. Die Archäologen hoffen eine Grabstätte aus der Bronzezeit zu entdecken und werden bei ihrer Arbeit von einem Kamerateam begleitet. Doch zum Ende der Grabungen verschwindet Nazma spurlos, was nicht im Geringsten ihrem Charakter zu entsprechen schein. Als sie sich ca. 1 Woche später auf einer Polizeitstation in London auftaucht und sich ausweist, werden die Ermittlungen eingestellt.

 

2020 wird von an einem Fluss in der Nähe von Trusloe Hall spielenden Kindern eine Tasche gefunden, die sich als „Fluchttasche“ der seit über 20 Jahren verschwunden Nazma Kirmani entpuppt. DI Mathew Lockyer und DC Gemma Broad sollen sich dieses Cold Case annehmen. Sie sind entsetzt, wie wenig Mühe sich die Ermittler damals gaben, um diese junge Frau pakistanischer Herkunft zu finden. Je länger Lockyer und Broad Zeugen befragen und altes Material sichten, desto überzeugter werden sie, dass Nazma einem Verbrechen zum Opfer fiel und es eine andere junge Frau war, die sich mit ihren Papieren bei der Polizei vorstellte. Nach 20 Jahren werden einige Zeugen gesprächig, während andere komplett mauern.

 

Dies ist der persönlichste Fall für Matt Lockyer und Gemma Broad, denn Matt stellt immer wieder beunruhigendere Parallelen zu dem Leben seiner Kollegin fest, während er auch über seine eigene persönliche Situation und seine kommende Vaterschaft nachdenkt. Das Thema der Selbstbestimmung der Frau über ihren eigenen Körper, Gewalt gegen Frauen und institutionalisierte Diskriminierung werden hier enttabuisiert. Auch wenn die Geschichte aus der Sicht von Matt Lockyer erzählt wird, spürt man hier doch die weibliche Handschrift der Autorin, der Frauenrechte in ihren Kriminalfällen wichtig sind. Diese flicht sie geschickt in die Handlung ein, so dass diese, ebenso wie die privaten Schicksale ihrer Ermittler ergänzen, ohne sie in den Hintergrund zu drängen. Mit ihrem drängeden Stil spürt man ihre bisweilige Frustration, wenn sie von einer scheinbaren Sackgasse in die nächste stolpern, während der nächste Lockdown naht.

 

Ich finde es sehr gut, dass man hier die furchtbare Zeit der Lockdowns, die bei einigen zu Vereinsamung führte wieder mit erlebt. Da wird einem wieder richtig bewusst, wie gut wir es jetzt haben, aber auch zu welchen scheinbaren Absurditäten diese Zeit einige Menschen verleitete.

 

Peter Lontzek trifft genau den Ton des „einsamen Wolfs“ Lockyer, der nun wider Erwarten Vater wird und versucht sich seiner widersprüchlichen Gefühle und Wünsche klar zu werden. Das lenkt ihn bisweilen ganz schön von seinen Ermittlungen ab. Auch die unterschiedliche Herkunft der möglichen Verdächtigen und Beteiligten vermag er stimmlich sehr gut herauszuarbeiten, während die Autorin mit vorgefassten Erwartungen spielt. Abwechslungsreich und lebendig setzt er seine Stimme ein, um Spannung aufzubauen oder einen die Frustration der Ermittler spüren zu lassen. Er macht das sehr lebendig und menschlich. Da dies der 3. Fall dieses Teams ist, wissen wir aber, dass DI Lockyer ein Herz für potentielle Verdächtige aus schwierigen Verhältnissen hat. Es hilft zwar die ersten zwei Bände zu kennen und es ist schön, dass man merkt, wie sich die Geschichte weiterentwickelt und lieb gewonnene Charaktere wieder auftauchen, aber unbedingt erforderlich ist es meines Erachtens nicht unbedingt.

 

Ein rätselhafter Fall voller Wendungen und zahlreicher Zitate, die mich zum Nachdenken brachten und nicht nur zum Miträtseln. Ein intelligenter Krimi, gut gelesen, den ich nur empfehlen kann.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Der Audio Verlag für mein Hörexemplar!

Hier könnt Ihr reinhören:

https://www.der-audio-verlag.de/hoerbuecher/das-grab-von-trueslow-hall-lockyer-broad-ermitteln-webb-katherine-978-3-7424-3596-5/

 

#DasGrabVonTrueslowHall #KatherineWebb #LockyerUndBroadErmitteln #Hörbuchliebe #DerAudioVerlag #PeterLontzek #Krimifan #Crimetime #Britcrime #Wiltshire #Archäologie #InstaAudio


Montag, 19. Januar 2026

Academy of Lies (2) Autopsie einer Intrige, Nina Scheweling, gelesen von Henriette Schreurs, Julian Mehne, Argon Verlag, Digital

 

Academy of Lies (2) Autopsie einer Intrige, Nina Scheweling, gelesen von Henriette Schreurs, Julian Mehne, Argon Verlag, Digital

 

Quinn (19) wacht auf, in von Blut verschmierter Kleidung, einem Filmriss und keinen sichtbaren Verletzungen an ihrem eigenen Körper. Was hat das zu bedeuten? Hat sie jemanden umgebracht?

Hektisch entsorgt sie die verdächtigen Spuren und stürmt zum 1. Mal seit dem Tod ihres Bruders in die Vorlesung. Sie ist irgendwie benommen. Hatte sie zuvor noch Zweifel an Flos Selbstmord, wächst in ihr die Gewissheit, dass es lediglich inszeniert wurde, um Spuren zu vertuschen. Auch Leonas, den der Zirkel auf Florin angesetzt hatte, teilt ihre Einschätzung. Gemeinsam wollen sie den Machenschaften auf den Grund gehen, die Leonas für den Selbstmord seiner Mutter und Quinn für den Tod ihres Bruders Flo und ihrer Tutorin Jana verantwortlich machen. Doch ihre Nachforschungen bleiben nicht unbemerkt. Der Zirkel schickt Quinn Botschaften und fordert sie unmissverständlich auf beizutreten. Die unterschwellige Drohung entgeht ihr nicht, auch nicht zu ihrer eigenen Verwirrung, dass sie einerseits Leonas in alles einweihen will, andererseits sie ihn vor dem Zirkel und dessen Gefahren schützen will. Immerhin ist Leonas ein normaler Sterblicher und nicht dem Tode geweiht wie sie. Mit Erschrecken stellt sie fest, dass er ihr immer mehr zu bedeuten beginnt.

 

Hier trifft wieder #MedizinThriller auf #DarkAcademia und #SlowBurnRomance

 

Eigentlich bin ich ja kein Fan des Dark Academia Genres, aber mit gefällt, die Kombi mit dem wirklich informativen Medizin Thriller, den ich meiner Tochter im Bio Abi noch ans Herz legen werde, weil ich den medizinischen Teil echt interessant und spannend finde, in Kombi mit dem Thriller sowieso. Dass ich den Dark Academia Teil mag, liegt daran, dass sich innerhalb dieser privaten medizinischen Hochschule einen finsteren Geheimzirkel gibt, der völlig skrupellos ist und auch vor Mord nicht zurück schreckt. Die Protagonistin ist zwar alles andere als menschenfreundlich, aufgrund ihres Schicksals, dass sie seit über 10 Jahren mit einem Spenderherzen lebt, dessen Lebensdauer sich nun auch dem Ende zu neigt, aber irgendwie muss man auch diesen Muffelkopf lieben. Das hat auch Leonas erkannt, doch er ist behutsam und versucht Quinn immer wieder nicht nur vor dem Zirkel, sondern auch vor sich selbst zu schützen.

 

Die Sachabschnitte zur Funktion des menschlichen Körpers, insbesondere des Imunsystems, der Organe, aber auch dem Erinnerungsvermögen liest Julian Mehne, sachlich, emotionslos, aber so gut betont, dass es leicht fällt ihm zu folgen. Dabei hat man stets das Gefühl in einem Lehrbuch zu lesen, bzw. in Quinns geheimen Notizen. Alle übrigen Teile der Geschichte liest Henriette Schreurs mit ihrer bisweilen etwas rauhen, kratzigen Stimme, die sehr gut zu der schroffen Protagonistin passt, die zwar sehr clever, aber alles andere als süß ist. Dabei klingt sie nicht immer abweisend, das variiert, so wie Quinn auch nicht immer weiß was sie will und mal die Menschen um sich herum vor den Kopf stößt, mal verzweifelt ihre Zuneigung sucht. Sehr packend geht sie auch die Teile an, in denen es um Überlegungen der Medizinethik geht. Rechtfertigt der Zweck wirklich jegliches Mittel? Was hätte es eigentlich für Konsequenzen, wenn es ein Heilmittel gegen alle Leiden und Krankheiten gäbe und man quasi von den Toten zurück geholt werden könnte? Nina Scheweling packt hier ein ebenso heißes wie faszinierendes Thema an, das sie geschickt in eine Mischung aus Medizinthriller, zarter Romanze und einem düsteren Geheimkult verpackt. Sie erklärt dabei die Zusammenhänge gut verständlich, überlässt die Schlüsse aber den Lesenden/Zuhörenden.

 

Leider ist dies das Ende dieser ungewöhnlichen Diologie, die mit einer hoffnungsvollen Note, aber keinem zwingenden Happy End endet. Das würde der Geschichte auch nicht gerecht und so sehr ich Happy Ends liebe, ein besseres Ende als dieses, wäre unglaubwürdig und albern. So ist es genau richtig.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Argon Verlag für mein Hörexemplar, das wieder ein Hörhighlight war!

 

Hier könnt Ihr reinhören, aber Ihr solltet unbedingt mit Teil 1 beginnen!

https://www.argon-verlag.de/hoerbuch/nina-scheweling-academy-of-lies-band-2-autopsie-einer-intrige-9783732478194

 

#AcademyOfLies #AutopsieEinerIntrige #NinaScheweling #HenrietteSchreurs #JulianMehne #Hörbuchliebe #MedizinThriller #DarkAcademia #SlowBurn #GeheimZirkel #Verschwörung

Sonntag, 18. Januar 2026

Neustart Ernährung, Meine Rezepte für mehr Energie, Jule Klein, DK Verlag

 

Neustart Ernährung, Meine Rezepte für mehr Energie, Jule Klein, DK Verlag

 

Ausgewogene, antientzündliche Ernährung für weniger Schmerzen und mehr Energie. 60 Rezepte für eine gelungene Ernährungsumstellung.

 

Deshalb beginnt das Buch auf den ersten 50 Seiten mit Ernährungswissen, ehe der Rezeptteil kommt. Aber auch zwischen den Rezepten gibt es immer wieder Ernährungswissen, das zum jeweilen Rezeptteil passt, wie z.B. Blutzucker-Balance im Alltag oder Enerige-Booster und Energie-Fresser im Alltag vor den Snacks. Für Frauen ist sicherlich auch die Zyklusbasierte Ernährung sehr interessant. Das Ernährungswissen ist fundiert und gut verständlich erklärt. Dabei gefällt mir der lockere Schreibstil sehr gut, der nicht trocken Fakten aufzählt, sondern auch immer wieder auf eigene Erfahrungen zurück greift.

 

Der Rezeptteil ist gegliedert in:

 

-Frühstück

-Mittagessen

-Snacks

-Abendessen

 

wobei bei vielen Rezepten auch noch Tipps der Autorin eingestreut sind.

 

Also, dank meiner Tochter ernähre ich uns ziemlich antientzündlich (sie komplett), da sie sagt, dass sie hierdurch deutlich weniger Schmerzen habe. Ich persönlich fühle mich jetzt nicht energiegeladener, was allerdings an meinem Alter liegen dürfte, das mit dem Schlafen auf dem Kriegsfuß steht, aber ich habe ein wirklich erstaunlich gutes Immunssystem, worüber auch die zwei Ärztinnen in der Familie staunen (die nicht antientzündlich leben und z.T. Während des Testens dieses Buches im Krankenhaus waren, wo ich als einzige zu Besuch kommen durfte, weil ich ja keinerlei Symptome hatte und Grippe und Corona-Test negativ waren).

 

Was mir sehr gut gefällt, ist dass Jule Klein mit ganz vielen natürlichen Lebensmitteln arbeitet und nicht mit hochverarbeiteten Ersatzprodukten. Da bin ich ja eher skeptisch. Auch wenn die Linsen-Kartoffel-Lasagne, die mir auf Anhieb zusagte, bei mir leider nicht so gelungen ist, was vielleicht an der verwendeten Kartoffelsorte lag, finde ich die Rezepte insgesamt sehr lecker und gut umsetzbar. Dabei sind sie auch ausgewogen und achten darauf, dass die überwiegend veganen Rezepte genügend Protein und Eisen enthalten. Die würzige Erbensuppe (bei uns ohne Seidentofu, dafür mit Hafersahne) kam sogar bei meinem Vater sehr gut an. Durch die besonderen exotischen Gewürze schmeckte sie wirklich ganz besonders  und weit entfernt vom Doseneinerlei, den sich mein Vater sonst zubereitet hätte.

 

Die Schoko-Dattel-Brownies kamen bei meinen Töchtern besonders gut an. Die Konsistenz ist zwar sehr gooey, was daran liegen könnte, dass ich statt Mandel- Hafermilch genommen habe und dann noch Kakao-Nips für noch mehr Schoko-Crunch reingehäckselt habe, aber das finden sie prima Sehr intensiv im Geschmack und schön saftig, dabei ganz einfach und schnell gemacht. Um den Blutzuckerlevel nicht in die Höhe schnellen zu lassen und somit das Energielevel zu halten, verzichtet sie auf Industriezucker. So bietet Jule Kleine auch für Zwischendurch Snack-Rezepte für Naschereien, die langanhaltend mehr Energie liefern, statt nur kurzfristig. Gerne hätte ich noch mehr gebacken, aber dazu hätte ich mehr Bananen benötigt, die verpuffen bei uns immer....

 

Dabei lassen sich die Rezepte auch sehr gut variieren. Die Dattel-Kokos-Bällchen habe ich nur zum Teil in Kokosraspeln gewälzt, da diese nicht bei allen Familienmitgliedern gleichermaßen gut ankommen. Ein prima Snack auch während der Abi-Klausuren, der das Hirn pushed und nicht belastet.

 

Eben aus den gleichen Gründen wie die Autorin verzichtet meine Tochter auf Industriezucker, Weizenmehl und lebt vegan. Das ist bisweilen eine Herausforderung, weil ich deswegen auch Brot backe und ich trotz allem Lust auf Süßes habe. Hier habe ich aber einige wirklich gute und in angemessener Zeit zubereitete Rezepte gefunden, die allen schmeckten.

 

Die Rezepte sind allgemein auf 2 Personen ausgerichtet, so dass ich sie im Zweifel verdoppelt hat.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim DK Verlag und der Autorin für die leckere Erweiterung unseres Repertoires.

 

#Veganuary #NeustartErnährung #JuleKlein #MehrEnergie #AntiEntzündlich #NatürlichVegan

Neustart Ernährung, Meine Rezepte für mehr Energie, Jule Klein, DK Verlag

Donnerstag, 15. Januar 2026

Geissbock Charly findet Platz für alle, Duftbuch mit 12 duftenden Bildern, Roger Rhyner, Patrick Mettler, Baeschlin Verlag

 

Geissbock Charly findet Platz für alle, Duftbuch mit 12 duftenden Bildern, Roger Rhyner, Patrick Mettler, Baeschlin Verlag

 

Geissbock Charly und sein bester Freund der immer gut gelaunte Maulwurf Max wohnen glücklich und zufrieden auf einem fruchtbaren Bauernhof mit Bachlauf am Wald. Alles wächst und gedeiht und duftet. Eines Tages steht eine Hasenfamilie ganz verzweifelt mit Sack und Pack vor ihrem Zaun und bitten darum, auch auf diesem schönen Hof wohnen zu dürfen. Ihr Heim musste einer Autobahn weichen. Natürlich nehmen Max und Charly sie auf, ebenso wie die Wildschweinrotte, die als nächstes anklopft, weil ihr Wald abgeholzt wurde. Alle heißen sie herzlich willkommen und es kommen immer mehr verzweifelte Tiere, deren Heimat für menschliche Projekte weichen musste. Doch so langsam kommt auch der fruchtbare Hof bei so vielen Bewohnern an seine Grenzen. Charly schmiedet einen ausgeklügelten Plan, bei dem alle mithelfen, damit ihr Paradies auch dauerhaft eines bleibt.

 

Ein sehr schönes Kinderbuch zum Thema, jeden willkommen heißen, aber die Nachhaltigkeit nicht vergessen und natürlich, alle müssen mit anpacken! Hier sehen Kinder ganz deutlich, wie sehr die Menschen in ihrer Bauwut den Lebensraum der Tiere zerstören und gefährden. Von alleine wird nicht alles wieder gut, man muss sich da schon was einfallen lassen, aber wenn dann alle mitanpacken, lassen sich auch diese Probleme auch lösen.

 

Ich denke aber auch, dass Kinder es auch schon schaffen, hier eine Parallele zu Flüchtlingen herzustellen, die ebenfalls aus ihrer Heimat vertrieben wurden, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Auch für sie ist Platz, wenn sich alle Mühe geben und ein harmonisches Miteinander wünschen. Dann wird das Leben auf Charlys Bauernhof noch bunter und fröhlicher. Dabei gefällt mir besonders der einsame Braunbär, der von seiner Sippe verstoßen wird, weil er nur Pflanzen und kein Fleisch fressen will.... Die Gründe warum man seine Heimat verlässt sind vielfältig und vielschichtig und über manche wird man staunen, weil es gar nicht so problematisch erscheint, dort aber schon...

 

Die Texte von Roger Rhyner sind gut verständlich und haben eine schöne Länge aber besonders für mich erfreulich: auch eine schöne Schriftgröße! Ich freue mich ja immer, wenn Bilderbücher den Platz auf den Seiten auch für größere Schrift nutzen! Das ist wirklich sehr gut lesbar, auch für Leseanfänger und Menschen, deren Kernkompetenz nicht das Sehen ist ;)

 

Die Illustrationen von Patrick Mettler sind herrlich farbig und ausdrucksstark. Anfangs sind sie sehr fröhlich, aber die aufkommende Verknappung der Ressourchen sieht man auch der Ernsthaftigkeit der Illustrationen an und spürt man nicht nur im Text. Dazu kommt natürlich der Duft, der anfangs nach Früchten und Blüten riecht, im Ernstfall jedoch unangenehmen Brandgeruch verströmt. Wonach es riecht, steht auch noch mal extra auf der gegenüberliegenden Seite unten abgedruckt. Dabei ist der Duft stets auf den Inhalt auf den jeweiligen Seiten abgestimmt. Als der kleine Hase fiebert, duftet es nach Lindenblüten. Das finde ich eine sehr schöne Idee. Man kann den Duft durch drüberreiben mit dem Finger intensivieren. Am besten für jeden Geruch einen anderen Finger... das lässt sich mehrfach wiederholen und es lässt sich an mehren Stellen der Seiten rubbeln. Wirklich super um mit Kindern mit allen Sinnen zu „lesen“. Mein kleiner Neffe  (4,5 Jahre) war schwer beeindruckt, von dem Geruch, den die Seiten verströmen.

 

Ein duftes Bilderbuch ab 4 Jahren.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Baeschlin Verlag für dieses dufte Rezensionsexemplar!

 

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Montag, 12. Januar 2026

Keltische Winternächte, Loireag Na Mara, Illustriert von Liga Klavina-Raiska, Wunderhaus Verlag

 

Keltische Winternächte, Loireag Na Mara, Illustriert von Liga Klavina-Raiska, Wunderhaus Verlag

 

Im Winter, wenn die Tage kurz und die Nächte lang und dunkel sind, ist die beste Zeit für Märchen, insbesondere mysthische Märchen.....

Dieser Band enthält 10 Wintergeschichten aus Schottland, Irland, Wales und Cornwall, jeweils ganz unterschiedlich und doch verbindet sie der Hang zum Unerklärlichen, zum Mystischen:

 

      Der Dunkle Bursche und die Silberflöte (ein mystisches Märchen aus Schottland)

      Donal im Feenland (ein witziges aus Schottland)

      Das Lied des Winters (ein Feenmärchen aus Schottland)

      Der Katzenkönig (ein Katzenmärchen aus Schottland)

      Der Schnee und die Krähe (ein abenteuerliches Märchen aus Irland)

      Das Quellwasser (ein lehrhaftes Märchen aus Irland)

      Die Frau in Weiss (Ein Geistermärchen aus Wales)

      Tom Bawcock und das wütende Meer (ein episches Märchen aus Cornwall)

      Das Feenlied (Ein Liebesmärchen aus Schottland)

      Ich selbst (ein schelmisches Märchen aus Schottland)

 

Wie man sieht sind die Märchen ganz unterschiedlich, aber auch ganz anders als die der Gebrüder Grimm. Weniger Adelshöfe und dafür mehr „normales Volk“ dass auf mystische Gestalten treffen die ihr Leben dauerhaft auf die eine oder andere Weise verändern und das mitten im Winter. Sprachlich werden sie schnörkellos und doch irgendwie atmosphärisch erzählt. Mit verständlichen Worten, die sowohl die Kälte des Winters, als auch die Außergewöhnlichkeit der erzählten Begegnungen widerspiegeln. Begriffe, die hier und heute nicht mehr so gebräuchlich sind, werden kleingedruckt in den Fußnoten erläutert. Kleingedruckt ist relativ. Da die Schrift wunderbar, komfortabel groß ist, so dass sie von jedem Alter gut gelesen werden kann, braucht man auch für die Fußnoten keine Lupe, was ich als sehr angenehm empfinde.

 

Die Auswahl gefällt mir sehr gut. Als Kind hatte ich ein Märchenbuch mit Märchen aus Irland und dennoch war mir keines, der hier erzählten bereits bekannt. Da ich dieses Märchenbuch allerdings geliebt habe, auch wenn es nicht illustriert war, war ich auf dieses hier besonders gespannt und wurde nicht enttäuscht.

 

Die Illustrationen von Liga Klavina-Raiska sind mehr Kunstwerke, als schmückendes Beiwerk. Sie sind ebenso mystisch angehaucht, die die Geschichten selbst, die sich nicht unbedingt an Kinder richten, sondern zeitlos schön sind. Nicht jede Seite ist illustriert, dafür sind die Illustrationen sehr großflächig und meist über eine Seite, z.T. Sogar eine Doppelseite. Die übrigen Seiten werden von einem keltisch anmutenden Schmuckband eingerahmt.

 

Für Liebhabende unbekannterer und mystischer Märchen ein echter Schatz, der gerade im Winter ganz wundervoll passt. Über den Inhalt mag ich nicht viel verraten, um den Zauber nicht vorweg zu nehmen.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Wunderhaus Verlag für mein märchenhaftes Rezensionsexemplar!

 

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