Mittwoch, 11. März 2026

Reise mit Bär, GUSTI, Fischer Sauerländer

 

Reise mit Bär, GUSTI, Fischer Sauerländer

 

Erst einmal geht es um eine #Flugreise mit einem Bären, statt eines Kindes. So ein Bär fliegt ja nicht alle Tage, auch nicht mit Familie. Der Flughafen ist groß und es gibt viel zu entdecken und zu bestaunen und auszuprobieren (auch wenn es leider oft genug verboten ist! Warum nur?). Natürlich läuft nicht alles so, wie sich die Familie wünscht, denn Bär hat seinen ganz eigenen Kopf und seine eigenen Bedürfnisse und eine nicht so geduldige Blase. Wenn #Bär mal muss, wissen es ziemlich schnell alle um ihn herum... dennoch ist diese Reise aufregend und lädt zum Träumen ein!

 

Ich war neugierig, weil ich Bilderbücher von #GUSTI liebe und es in der Verlagsankündigung um eine Reise mit einem #DownSyndrom Kind geht. Das kommt allerdings erst im Nachwort heraus, das wirklich sehr empathisch und liebevoll ist. Aber auch hier wird das Down Syndrom nicht erwähnt, sondern nur fröhliche Fotos von einem älteren Kind mit Trisomie 21 gezeigt, das Quatsch macht und Spaß hat. GUSTI ermahnt uns, offen durchs Leben zu gehen und flexibel zu sein, gerade, wenn man sich von jemandem mit seinem ganz eigenen Kopf, eigenen Bedürfnissen und Rhythmus begleitet wird. Man sollte sich einfach darauf einlassen und die Freude und den Moment genießen. Es ist nicht immer alles Bier-ernst.

 

Zuerst war ich verblüfft, weil ich ja mit einer Geschichte über ein Kind mit Trisomie 21 gerechnet hatte, aber ganz schnell merkt man, dass Bär einfach nur Kind ist und einfach aus seinem kindlichen Verständnis und seinen Bedürfnissen heraus handelt. Das kann Erwachsenen schon mal unangenehm oder peinlich sein, sollte es aber nicht. Es sind halt Bären bzw. Kinder und die mit Down Syndrom bleiben länger, oder auch für immer Kind. Wer diesen Bären auf seiner Reise begleitet, wird aber immer wieder an Punkte kommen, wo man denkt, ja, warum eigentlich nicht, warum wird uns dieser Gaudi aberzogen? Es sind so die Kleinigkeiten, die wirkliche unverstellte Freude vermitteln, die das Herz erwärmen. Dabei gefällt mir sehr gut, dass GUSTI einen unübersehbaren Bären als sein Bild für ein Kind wählt, das anders ist. Man überlegt aber auch, ob nicht alle anders sind?

 

Ich musste immer wieder schmunzeln, da der Bär auf Reisen, immer wieder typische Kinderdinge tut und sagt und man sofort die Eltern-Reaktion im Kopf hat. Von der Fahrt auf den Gepäckbändern über das klassische „Ich muss mal!“, „Ich habe Hunger!“, „Sind wir bald da?“ macht dieser Bär alles was wir so von Reisen mit Kinder kennen. Dank der Illustrationen des Autors wird es aber irgendwie charmant kindlich, statt kindisch, nervig. Man beginnt über sich selbst zu schmunzeln und sich vorzunehmen, das nächste Mal doch besser gelassener zu sein.

 

Die Schrift ist angenehm groß und fett, bis auf die in den Sprechblasen zwischendurch. Diese machen die Geschichte besonders lebendig. Sprachlich ist die Geschichte gut verständlich, eventuell kennt ein Kind von 4 die Begriffe noch nicht, aber anhand der Bilder wird dann schnell alles klar!

 

GUSTI reduziert seine Illustrationen auf das Notwendigste, weit entfernt von Wimmelbüchern, dafür aber auf den Ausdruck konzentriert, in dem seine Stärke liegt. Sein Bärenblick sagt einfach alles! Dabei lässt er uns natürlich auch an den Träumen des Bären teilnehmen, denn so eine Reise ist ja auch anstrengend, aufregend und langweilig zugleich, so dass Bären irgendwann natürlich einschlafen und von echten Abenteuern träumen. Bär oder Kind, das ist eigentlich das Gleiche, oder?

 

Eine Liebeserklärung an Kinder und wie sie die Welt sehen, ob mit oder ohne Handicap. Sie können das Leben aus vollen Zügen genießen und erleben und wenn wir es zulassen und flexibel sind, wir dann auch! Ein Plädoyer für mehr Gelassenheit für uns Große! Für Kleine ab 4 und Große, die das Kind in sich noch nicht vergessen haben.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Fischer/Sauerländer Verlag für mein Rezensionsexemplar!

 

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