Mittwoch, 17. Juni 2026

Aber bitte mit Sahne! Die Online-Omi brüht auf, Renate Bergmann, gelesen von Carmen-Maja Antoni, Der Audio Verlag, 5 CDs 6 h 1 min.

 

Aber bitte mit Sahne! Die Online-Omi brüht auf, Renate Bergmann, gelesen von Carmen-Maja Antoni, Der Audio Verlag, 5 CDs 6 h 1 min.

 

Auch mit über 80 Jahren hat das Leben für Ex-Eisenbahnerin Renate Bergmann noch so einige Überraschungen parat. Jetzt da sie einen Zweitwohnsitz vor den Toren von Berlin in Spreeweide bei ihrem Neffen hat und in den Gemeinderat gewählt wurde, ist noch mehr los! Im Gemeinderat wollen sie einen ja für dumm verkaufen, aber nicht mit einer Renate Bergmann und so räumt diese erst einmal mit dem örtlichen Schmuh auf! Außerdem platzt die Kuchenboutique ihrer Wählergemeinschaft Rebekka aus allen Nähten, währen der alte „Dorfkrug“ ihres Onkels vor sich hingammelt. Man müsste also nur den Herren im Gemeinderat die Idee in den Kopf setzen, diesen zu erwerben und in ein Gemeindezentrum umzuwidmen, so dass Rebekka, die Tochter von Bürgermeister Brummer, dort den Gastraum und die Terrasse für ein neues, größeres Kaffee mit Bäckerei mieten könnte und alle Vereine ebenfalls Räume erhalten, inkl. Feuerwehr, Karnevalsverein...

Dafür müssen Renate und ihre Freundinnen Ilse und Gertrud natürlich Marktforschung in den besten Cafés in Spandau betreiben, frau muss ja wissen, was gerade gut läuft, es soll sich ja für Rebekka lohnen! Und plötzlich entwickelt das Projekt seine ganz eigene Dynamik!

 

So ein erneuter Ausflug auf eine Baustelle und die Welt der Gastronomie und Vereine ist für Renate Bergmann aber auch ein ganz besonderer Leckerbissen! Das hört man Carmen-Maja Antoni auch richtig an, dass sie ihren Spaß hatte, auch bei all den Erinnerungen, an vergangene Café-Zeiten: „Draußen nur Kännchen!“. Man hört den Schalk in ihrer Stimme, wie sie mit Rebekka die Grauen Eminenzen im Rat belauscht und sie anschließend nach ihrer Pfeife tanzen lassen, sie in dem Glauben lassen, dass es ihre ganz eigenen Ideen wären, die sie hier im Rat durchboxen! Ihrer Stimme hört man an, dass sie gelebt hat. Ihre Reife verdankt Renates Stimme sicherlich auch so manchem Korn, den sie stets ihn ihrer Tasche bei sich trägt, für die Nerven. Dabei klingt sie lebenslustig und vergnügt und ist meilenweit von einer Schwarzseherin oder einem Klageweib entfernt. Auch wenn mal die Hüfte zwickt, macht sie doch das Beste draus und schwebt auch gerne mal übers Parkett!

 

Die Ausflüge in die Welt der Lokalpolitik fand ich ebenso amüsant, wie die in der Cafés gestern und heute! Immer wieder mussten wir grinsen, schmunzeln oder lachen, bei Renates treffenden Beobachtungen! Und natürlich fährt Renate wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dabei geht es aber nicht nur um Kritik an der Bahn, sondern auch Kritik an dem mangelnden Benehmen einiger seiner Fahrgäste, bisweilen den ganz besonders aufgedonnerten. Denn Renate lässt sich nicht so leicht vom äußeren Schein blenden... Deswegen steht die treue Seele auch loyal zu ihren Freunden und Bekannten und von denen treffen wir auch so einige aus bisherigen Titeln wieder, auch wenn Tochter Kirsten dieses Mal nur erwähnt wird. Man muss aber nicht alle 21 Vorgänger kennen, um sich zu amüsieren, ein späterer Einstieg ist durchaus möglich und erwünscht, haben wir auch gemacht!

 

Dies ist der 22. Band der legendären, fiktiven 82 jährigen Spandauer fröhlichen vierfach Witwe, die nie älter wird, ebenso wie ihre Freundinnen und Freunde, auch wenn das Jungvolk sich fröhlich vermehrt und deren Nachwuchs altert. Hinter Renate Bergmann steckt eigentlich Torsten Rohde Jahrgang 74 dessen Twitter Account @RenateBergmann zum Überraschungerfolg wurde, seit vielen Jahren, nun aber nicht nur auf Twitter, sondern auch in Büchern, Hörbüchern, Instagram....

 

Ein vergnüglicher Mehr-Generationen-Spaß mit vielen amüsanten Erinnerungen und einem herrlichen Lehrstück, wie man am Besten seinen Willen durchsetzt!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Der Audio Verlag für mein Rezensionsexemplar!

 

Hier könnt Ihr reinhören:

https://der-audio-verlag.de/hoerbuecher/aber-bitte-mit-sahne-die-online-omi-brueht-auf-bergmann-renate-978-3-7424-3707-5/

 

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Tödliches Déjà-Vu, René Anour, gelesen von Stefan Kaminiski, Der Audio Verlag, Download, 9 h 27 min. ungekürzt

 

Tödliches Déjà-Vu, René Anour, gelesen von Stefan Kaminiski, Der Audio Verlag, Download, 9 h 27 min. ungekürzt

 

Dies ist der 3. Fall des ebenso liebenswerten, wie exzentrischen Commissaire Louis Campanard und seinen Obscurs, seine Spezialtruppe aus Pierre Olivier und Linda Delancourt, die eigentlich aus dem Polizeidienst ausgemustert waren, denen Campanard jedoch in seinem Team für besonders geheime Fälle jedoch eine 2. Chance gibt.

 

Die Präfektin hat Campanard gebeten sich einmal der aufsässig-exzentrischen Bio-Imkerin Monique Gaillard anzunehmen, die mit ihren Protestaktionen der Bürgermeisterin auf den Keks geht. Da der Kommissar sich auch schon über den Bienenschwund sorgt, nimmt er seine zwei Lieblingskollegen und besucht sie auf ihrem Hof. Er ist beeindruckt von ihrem liebevollen und harmonischen Umgang mit den nützlichen Insekten und hört sich ihre vermeintlich wirren Verschwörungstheorien über eine Insektenschutzfabrik Pro Plant in der Nähe an. Auch wenn ihre Vorwürfe zu seinen Beobachtungen passen, scheinen die Laborergebnisse das Gegenteil zu beweisen.

 

Als Monique Gaillard kurz darauf tot aufgefunden wird, totgestochen von ihren eigenen Bienen, wird Louis richtig misstrauisch und nimmt zum Missfallen von Pierre die Ermittlungen auf. Dazu soll sich dieser als der Neffe und Erbe der Imkerin ausgeben und auf deren Hof ziehen und die Augen offen halten und Linda als Gärtnerin bei ProPlant anheuern. Für die aus Paris stammende Linda ebenfalls abwegig. Doch beide müssen feststellen, dass Campanards Wahl durchaus etwas für sich hat.

 

Es ist nicht nur die Exzentrik die mir an dieser Reihe so gut gefällt, sondern auch der wirklich provenzalische Flair, die wirklich gute Aussprache von Stefan Kaminski (der nicht ständig bei der Aussprache einen Ticken daneben liegt) und die wirkliche Korrektheit der beschriebenen Gegebenheiten und der Humor. Gut, alles weiß ich auch nicht, aber dass es mehr Bürgermeister namens Jean in Frankreich gibt, als Bürgermeisterinnen, halte ich tatsächlich für wahrscheinlich. Solche Kleinigkeiten machen mir beim Zuhören wirklich richtig Freude!

 

Sehr gut hat mir auch gefallen, wie Linda bei ihrer recht spröden Vermieterin einen Crash-Kurs in Lavendel-Kunde macht, Pierre wider Willen das Landleben zu lieben lernt und Louis, der sich echt anstrengt, auf einem formellen Anlass, nicht negativ aufzufallen, sich in mehr als eine Nessel setzt...  Für solche Anlässe ist er einfach nicht geschaffen!

 

Wir lernen dieses Mal auch mehr über Pierres Geister der Vergangenheit und wie er Teil der Obscures wurde. Es beginnt mit einem Rückblick, damals vor drei Jahren, als Olivier (bzw. Pierre) ganz unten war und Louis ihn fand und ihm wieder eine Perspektive gab. Bei ihm irritiert mich immer, dass er mal Pierre, mal Olivier heißt, da beides eigentlich Vornamen sind, wenn auch nicht in seinem Fall, das sollte man beim Hören im Hinterkopf behalten, damit man nicht meint, es wären verschiedene Personen.

 

Den Fall des unerklärlichen Bienensterbens und die Forschung nach insektenfreundlichem Pflanzenschutz finde ich echt interessant. Man lernt nicht nur einiges über Bienen und Lavendel sondern auch über giftige Schlangen.....

 

Stefan Kaminski ist ein Meister seines Faches, der einfach im Ohr hat, wie er seine Stimme einsetzt. Als Louis Campanard klingt er ein wenig alt und schrullig, aber stets charmant, als Monique Gaillard  nicht minder exzentrisch, aber dafür rebellischer. Er schlüpft nicht nur stimmlich völlig überzeugend in sämtliche Rollen und macht es somit zu einem Hörgenuss, er spricht auch wohltuend korrekt Französisch.

 

Am Ende kommt alles wieder ganz anders, aber alles wird gelöst und alle Obscurs kommen heil oder besser nach Hause. Es ist schlüssig, stimmig und clever, mit viel Persönlichkeit und Provence-Flair. Das tut besonders bei dem aktuellen April-Wetter im Juni so richtig gut!

 

Ein intelligenter Krimi, wie schon der Vorgänger, denn Band 1 kenne ich noch immer nicht, ich denke daher, dass man immer noch gut in die Reihe einsteigen kann.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Der Audio Verlag für mein durchgesuchtetes Hörexemplar!

 

https://der-audio-verlag.de/hoerbuecher/toedliches-deja-vu-ein-fall-fuer-commissaire-campanard-anour-rene-978-3-7424-4037-2/

 

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