Montag, 10. Juni 2019

Heute reise ich um die Welt, Christiane Wittenburg, Bille Weidenbach (llustrator) Reihe Weltenfänger, Duden Verlag



Heute reise ich um die Welt, Christiane Wittenburg, Bille Weidenbach (llustrator) Reihe Weltenfänger, Duden Verlag

Ein Entdeckerbuch rund um die Welt zum Entdecken, Gestalten und Selbermachen für Kinder ab 6 Jahren.

Die neue Weltenfänger-Reihe des Duden Verlages richtet sich an Kinder, die ihre Welt und ihre Stärken entdecken und Talente zu entfalten. Daher bieten Anregung und Raum für eigene Kreativität und das natürlich fröhlich bunt! In 10 Stationen geht es rund um den Globus, mit Spielen, Rätseln, Basteln, Knobeln, Malen.... für ganz verschiedene Interessen und mehr als eine Schulklasse. Da es sich an Grundschüler richtet, sind die Texte kurz und knapp, einige Wörter sind aber natürlich schwierig, wie Ägypten oder Dot Painting, oder die japanische Winkekatze Maneki-Neko. Das bringt das Thema nun mal so mit sich, daher ist es gut, die Kinder zu animieren einfach Fragen zu stellen, wenn ein Wort zu schwierig ist. 
 
 
Besonders gut haben meiner Jüngsten das Katzen-Origami und das Blini-Rezept gefallen! Klar gehört Origami zu Japan und so wird nicht nur Schritt für Schritt die Falt-Anleitung kindgerecht erklärt, es gibt noch kleine Infos über die Bedeutung von Katzen für Japaner. Auch bei den russischen Blinis gibt es mehr als nur ein Rezept, es gibt auch noch eine mehrschrittige bebilderte Anleitung. Da es sich um Hefe-Pfannkuchen handelt, kann man nicht sofort loslegen, sondern benötigt zwischendurch schon noch etwas Geduld, bis der Teig gegangen ist. Dabei ist Geduld ja nicht die größte Stärke von Kindern. Aber die Wartezeit lässt sich gut mit anderen Angeboten des Heftes überbrücken. So kann man im Stile der Aborigines (gesprochen „Aboritschinis“) eine Schildkröte mit Punkten ausmalen, für das Nix-Vergessen-Spiel schon mal die Teile ausschneiden, die man dann auch an den australischen Strand legen kann.... Immer wieder werden die Kinder, zum Malen, schneiden, schreiben aufgefordert. Dabei müssen die Texte nicht lang sein, im ersten Schuljahr geht ja noch nicht so viel, aber alles was man ausschneidet findet nachher seinen Platz in der wunderbaren Krimskrams-Tasche am Ende des Heftes oder Gedanken im Reisetagebuch, vorne im Heft. Dort kann man einkreisen, ankreuzen, malen, kleben, schreiben, ganz nach Lust und Laune und Fähigkeiten. Die vorgestellten Länder und Kontinente machen dabei neugierig und laden ein weitere Fragen zu stellen. Es gibt schon mal einen ersten Blick über den eigenen Tellerrand und zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Dabei bekommen Kinder durch die Übersichtskarten einen ersten Eindruck von Entfernungen und der Lage der Länder.

Die Gestaltung ist sehr ansprechend, so daß sich meine Tochter auch mit fast 10 Jahren noch darauf gestürzt hat. Sie kann aber auch alles eigenständig lesen und braucht keine Hilfe. Aber das Buch wächst halt mit den Kindern mit. So gibt es Aktivitäten, die sich mehr an 6 Jährige richten und solche, die auch noch für ältere Kinder spannend sind, oder die sie gemeinsam mit ihren Eltern probieren können. Es ist eine bunte Mischung, in der für jeden was dabei ist, aber natürlich nicht alle Seiten für jeden gleich spannend ist. Da es altersgemischt ist, werden die meisten Kinder nicht alles super spannend finden. Ich persönlich würde es für ab den Ferien nach der 1. Klasse empfehlen, weil die meisten Kinder erst dann halbwegs lesen können.

Toll für die Ferienzeit, um sich auf den Urlaub vorzubereiten, sich an schöne Momente zu erinnern, sich die Zeit auf der Reise mit Rätseln und Malen zu verkürzen, oder einfach nur zu schmökern.

Sehr bunt, sehr fröhlich, macht es Lust auf die Welt, andere Länder und Abenteuer.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Duden Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Samstag, 8. Juni 2019

Mörder mögen keine Matjes, Küstenkrimi, Krischan Koch, DAV 5 CDs 5 h 59 min ungekürzte Autorenlesung



Mörder mögen keine Matjes, Küstenkrimi, Krischan Koch, DAV 5 CDs 5 h 59 min ungekürzte Autorenlesung

Dies ist der 7. Fall der Reihe um Dorfpolizist Thies Detlefsen und Kommissarin Nicole Stappenbek: Es ist Herbst in Fredenbüll, es stürmt und die Stammbesetzung der Hidden Kist inklusive Schäferhündin Susi, plant eine Tour nach Hamburg, um Imbissfreund Piet Paulsen zu besuchen. Der hat gerade eine Knietransplantation hinter sich und vermisst schon seine Truppe und Antjes Leckereien. Währenddessen entdeckt eine der Töchter von POM Thies Detlefsen einen angespülten Container. Inhalt: Elektroschrott, eine Leiche und ein exotisches Äffchen. Laut Frachtpapieren sollte das alles nach Ghana und zwar von Hamburg aus. So zieht es nun ganz Fredenbüll in die große Stadt, was an sich schon ein Abenteuer ist. Dennoch können die Freunde aus der Hidden Kist es nicht lassen ihre Nase in Thies Ermittlungen zu stecken, dessen Ermittlerqualitäten nicht jeder in der Elbmetropole zu schätzen weiß. Immerhin trifft er ja auf Kollegin Nicole, die es der Liebe wegen mit ihrem kleinen Sohn in die Hansestadt zog. Der hippe Schreiner Andrew, mit seinem Urbanstyle ist Thies ein Dorn im Auge, der ist doch irgendwie verdächtig, so einer mit so'nem komischen Dutt!

Wieder weisen die Ermittlungen in Richtung einer Import-Export-Firma und einer alteingesessenen Reederei. Während der großkarierte Kaufmann ein schmieriger Typ ist, ist Reeder und Konsul Steenberg nordisch by nature. Dass die Geschäfte miteinander machen ist eigentlich nicht vorstellbar. Auch sonst scheint Thies in der Villa Steenberg eine ihm völlig fremde Welt zu betreten. Naja, immerhin ist die Frau des Konsuls wohl auch Chinesin, vielleicht ist das ja auch ein Grund, für die Affenfamilie, die durchs Haus turnt, ganz anders als Frau Steenberg.

Da der Tote im Container auf einer heißen Spur war, schaltet sich mit Privatermittler Phil Kotke ein neuer Typ in die Observation ein. Der ketterauchende Kotke scheint direkt aus einem Philipp-Marlow-Film entsprungen, mit seiner Retro-Art und coolen Sprüchen. Thies ist beeindruckt, Nicole genervt, aber was ihren Freund Andrew anbelangt, sind die zwei ja auch nicht einer Meinung.

Ganz klar ist dies ein humoriger Küstenkrimi, indem die verschrobenen Charaktere und ihre Eigenheiten im Vordergrund stehen, aber auch an chinesischen Weisheiten und abgehalfterten Ermittlersprüchen fehlt es nicht. So ist mir der Einstieg als Neuling nicht ganz leicht gefallen, da ich  erst mal die Imbissstammgäste und übrigen Fredenbüller kennen und schätzen lernen musste. Es sind ja schon einige, denn der Imbiss ist gut besucht, außer dem Watt ist in Fredenbüll ja auch nicht ganz so viel los – von den ständigen Leichen mal abgesehen. Dennoch ist man dort mehr als nur pikiert, dass jeder Hamburger reagiert, als hätte er von ihrer Heimat noch nie gehört! Ein running-gag, genau wie einige andere. Es steht die Dorfgemeinschaft und das Lokalkolorit im Vordergrund. Die Ermittlungen scheinen ins Stocken zu geraten. Wenn man jedoch nur genug Fredenbüller über die Großstadt verteilt, können die erfahrenen Beobachter allerdings eine Menge interessanter Details beisteuern und die Großstadt wird doch wieder zum Dorf. Das sorgt bislang allerdings für weitere Verwirrungen. Denn worum geht es hier überhaupt? Unerlaubte Müllexporte? Drogen? Erpressung? Die Möglichkeiten scheinen unendlich und so tappt der mittüftelnde Krimihörer mit der Dorfgemeinschaft um die Wette im Dunkeln, denn worum es wirklich geht, ist erst am Ende wirklich klar. Dafür können die Dörfler dann aber wieder heim in ihr unbekanntes Fredenbüll fahren und der Hörer erfährt noch mal extra was denn aus den einzelnen Charakteren, sofern sie das große Finale denn überlebt haben, im Anschluss so geworden ist. Das gefällt mir sehr gut, denn auch das Schicksal der tierischen Protagonisten wird nicht vergessen.

Hier wird ganz kräftig mit den Stadt-Land-Klischees gespielt und kräftig ausgeteilt. Dabei ist eine Wertungsfrage, wer gewinnt. Für mich als Landei, eindeutig die verschrobene Dorfgemeinschaft. Mein Lieblingsklischee, waren die urbanen  Achtsamkeitsübungen und -seminare, wie meditatives Kartoffelschälen. Ja, wirklich, sehr zu empfehlen, auch gerne mit Hörbuch.

Es liest der Chef selbst! Nachdem die Vorgängerbände von Bjarne Mädel und Hinnerk Schönemann gelesen wurden. Was ich davon halten sollte, war mir nicht sofort klar, ich musste mich einhören, genau wie bei seinen kauzigen Protagonisten. Je länger ich Krischan Koch zuhörte, desto besser gefiel er mir. Seine Stimme klingt zeitlos, einfach ohne hörbares Alter. Er snackt nordisch, chinesisch und die Fahrgeschäfte auf dem Dom scheinen ihm einen Kindheitstraum zu erfüllen. Man hört richtig, wie viel Spaß er daran hat, all den marktschreierisch, stereotypen Nonsense von sich zu geben, der für jede Kirmes typisch ist. Seine Stimme ist etwas non-deskript. Nicht sehr prägnant, aber auch nicht unangenehm, sie drängt sich nicht auf und sorgt dadurch beim Zuhören für Freiraum fürs Kopfkino. Er spricht gut verständlich (klar, es spielt ja im Norden ;)) und übertreibt nicht, was ich als extrem angenehm empfinde, dennoch arbeitet er seine Geisteskinder heraus, so dass es auch für Neueinsteiger wie mich, leichter ist, die vielen Personen geistig zu sortieren. Sehr hilfreich ist es daher auch, dass es eine ungekürzte Lesung ist und so auf kein Detail verzichtet wird.

Als Extra-Schmankerl gibt es 3 Matjes-Rezepte, die den Imbissfreunden den Kurztrip kulinarisch versüßen. Ich mag keine Matjes (aber auch sonst keine Heringe oder Fische auf meinem Teller), so kann ich mich beruhigt zurück lehnen, denn ich bin sicher kein Mörder.

Es empfiehlt sich sicherlich für einen gesteigerten Hörgenuss die Reihe chronologisch zu hören. Für alle die nun Lust auf mehr haben: die ersten Bände gibt es inzwischen als günstige MP3s.

Ein humoriger Küstenkrimi, mit jeder Menge verschrobener Friesen, aber es müssen ja auch nicht immer kauzige Bayern oder mordende Eifelaner sein. Deutschland ist schön und seine Morde einzigartig, nur noch übertroffen von seinen Ermittlern.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim DAV für die kurzweilig-humorige Unterhaltung.