Sonntag, 4. Februar 2018

A Christmas Carol in Prose, Being a Ghost Story of Christmas, Charles Dickens, Read by Gordon Griffin GoyaLit



A Christmas Carol in Prose, Being a Ghost Story of Christmas, Charles Dickens, Read by Gordon Griffin GoyaLit
Durch die Großbritannien-Challenge auf Lovely Books stand dieses Jahr ein Werk von Charles Dickens bei mir auf dem Plan und ich habe mich fürs Hören entschieden, nachdem mir die englischen Hörrunden mit den Randomhouse Produktionen so einen Spaß gemacht haben:
Ebenezer Scrooge ist ein alter zynischer Geizkragen, der es selbst an Weihnachten bedauert, seinen Angestellten frei geben zu müssen. Er kann Weihnachten nicht leiden und lehnt sogar die wohlwollende Weihnachtseinladung seines Neffen barsch ab. Bettler verscheucht er beleidigend, für Bittsteller jeder Art hat er nichts übrig. Doch in dieser Weihnacht erhält er Besuch von den Geistern der Weihnacht, der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftiger. Diese führen ihm vor Augen, wie seine Weihnachtsfeste waren, es aktuell ist und wie es künftig wird, sollte er sich nicht ändern. Ebenso werden ihm die Feste bei seinem geduldigen Neffen und der Familie Cratchit, die trotz großer Armut und schwerer Sorgen ein liebevolles und glückliches Fest feiern.
Die Weihnachtsgeschichte von Dickens ist ein Klassiker, der auch in der Weihnachtszeit in verschiedenen Produktionen im Fernsehen ausgestrahlt wird u.a. von den Muppets oder mit Patrick Stewart. Es ist also eine Geschichte, die den meisten bekannt ist, oder mit der sie sich in kurzer Zeit schnell vertraut machen können, was es deutlich erleichtert, der inzwischen nicht mehr ganz modernen, aber dennoch wunderschönen Sprache zu folgen. Ebenezer Scrooge ist auch heute noch im Englischen das Sinnbild für absoluten Geiz, aber auch für die Möglichkeit eines Menschen sie zu verändern und seinen Charakter und sein Leben aus eigenen Stücken zum Besseren zu ändern, durch die Kraft der Liebe zu seinen Mitmenschen. Das geht jederzeit nicht nur zum Fest der Liebe und so kann man diesen Klassiker auch sehr gut außerhalb der Weihnachtszeit hören, denn die Geschichte ist wunderschön. Die Kraft der Liebe ist es die uns glücklich macht und kein Geld der Welt. Geschäftskontakte ersetzen keine Familie und keine Freunde.
Da sowohl victorianische Literatur, als auch Hörverständnisübungen zum Lehrplan sämtlicher Oberstufen Englisch-Kurse gehören dürfte, empfand ich das Hörbuch als super Vorbereitung furs Abitur. Das liegt zwar hinter mir, ich wollte einfach mal Dickens hören und die Weihnachtsgeschichte ist für Dickens Verhältnisse ja sehr kurz. Dieses Hörbuch richtet sich ganz bewußt an alle die Englisch lernen wollen und schon ein fortgeschrittenes Niveau haben. Für diese gibt es eine Vokabelliste zum Downloaden im Internet. Dafür bin ich zwar normalerweise zu faul, ich mag es lieber, wenn die Vokabeln mitgeliefert werden, aber als ich es dann dennoch tat, stellte ich fest, daß diese Liste die Track für die Track die heute ungebräuchlichsten oder nicht zwangsläufig bekannten Vokabeln auflistet auch Erklärungen enthält, wie ich sie von meinen Schullektüren her kenne. Z.B.
“Track 04
….want: Mangel, Entbehrung
Union workhouses:
1834 wurde den einzelnen Gemeinden die Armenfürsorge entzogen. Größere Verwaltungseinheiten schlossen sich zusammen und errichteten Armenhäuser
Treadmill: Tretmühle
Poor Law:
1834 wurde ein neues Armengesetz verabschiedet, das Bedürftigen jegliche staatliche Unterstützung mit Ausnahme der Einweisung in Armenhäuser versagte“

Das ist dann selbst bei den Begriffen hilfreich und informativ, die man bereits kennt, aber vielleicht nicht ihre genaue Bedeutung zur Zeit Dickens, das hat mir sehr gut gefallen. Damit man auch schön im Englischen drin bleibt, sind selbst die Informationen zu Autor und Sprecher auf Englisch verfasst, aber gut verständlich. Ansonsten beschränkt sich die Ausstattung auf eine umfangreiche Trackliste mit den Anfangsworten des Tracks.

Native Speaker Gordon Griffin ist schon etwas älter, was stimmlich sehr gut zu Scrooge und den Geistern der Weihnacht passt, Doch auch Tiny Tim und Scrooge Neffen weiß er zu meistern. Es ist unüberhörbar, daß er als Schauspieler große Hörbucherfahrung hat (über 700 Audiobooks hat er eingesprochen) und einige Preise für seine Produktionen gewonnen unter anderem für Dickens „A Tale of Two Cities“. Er spricht klarstes Oxbridge Englisch, sehr gut verständlich und schaffte es auch die Gefühle zu transportieren, durch Ironie und Wärme.
Charles John Huffam Dickens wurde 1812 in der Nähe von Portsmouth geboren und arbeitete kurz als Parlamentsreporter, ehe er Anfang zwanzig anfing Romane zu schreiben. Bereits sein Erstlingswerk „The Pickwick Papers“ wurde erfolgreich. Sein Werk ist unter anderem für seine gesellschaftskritische Schilderung der Armut und der Ungleichheit in der Viktorianischen Gesellschaft bekannt. Er starb 1870.

Knapp 3 Stunden feinster englischer Hörgenuß auf einer MP3 mit 50 Tracks, die in kurzen Abständen gesetzt sind, so daß man schnell auf die Vokabelliste schauen kann.

Ein wirklich gutes Konzept die Reihe „The sound of the language“, die vor allem Klassiker der englischen Literatur vertont, die es verdienen nicht vergessen zu werden.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag Jumbo Neue Medien, zu deren Erwachsenenprogramm dieses Hörbuch gehört, für die Erweiterung meines Horizonts und die Auffrischung meiner Englischkenntnisse.

Samstag, 3. Februar 2018

Drachenalarm in meinem Rucksack, Tom Nicoll, gelesen von Jona Mues, audiolino



Drachenalarm in meinem Rucksack, Tom Nicoll, gelesen von Jona Mues, audiolino
Dies ist das zweite Abenteuer des Mini-Drachen Ping, der aus Versehen mit einer Sojasprossenlieferung des Asia-Schnellimbisses bei Eric auf dem Teller landet. Ping findet es ziemlich öde zu Hause zu bleiben, während Eric mit seinen Freunden Ming und Finn in die Schule geht. Also bettelt er so lange rum, bis er mit in die Schule darf, im Rucksack. Leider ist ihm das auch zu langweilig und er öffnet den Reißverschluß. Heraus kommt ein riesiges Chaos und eine Strafarbeit für Eric und Ping, der im Rucksack verharren soll, bis dieser von dem hinterhältigen Nervnasen-Nachbarsjungen Toby heimlich gegen dessen Rucksack ohne Ping getauscht wird. Jetzt müssen Eric und seine Freunde alles daran setzen, um zu verhindern, daß Toby den geheimen Mini-Drachen seiner ganzen Schule präsentiert. Wie sollen sie das nur anstellen, wo doch Erics Lehrerin stinksauer ist, weil er die Strafarbeit nicht vorlegen kann, die natürlich im vertauschten Rucksack steckt!
79 Minuten Spaß und Spannung ab 8 Jahren.
Ping macht zwar nur Unsinn und hat nur Flausen im Kopf, aber man muss ihn dennoch gern haben, ganz anders als Toby, diesen Besserwisser und Zankhansel. Wobei, Lehrerin Frau Riese sich auch hervorragend als Bösewicht eignet. Eine Lehrerin wie keiner sie gerne haben möchte und die wirklich Angst einflößend ist. Umso mutiger bei solch einer Lehrerin abzuhauen, um einen Freund in Not zu retten. Dabei müssen Eric und seine Freunde feststellen, daß all ihre Vorurteile gegenüber Tobys Elite-Schule einzig und alleine ihrer Abneigung gegen Toby selbst entspringen bzw. auf den Lügengeschichten gründen, die dieser zu erzählen pflegt. Vor Ort in der Schule machen die Kinder nämlich ganz erstaunliche Entdeckungen und damit meine ich nicht, daß Pings Orientierungssinn bei Weitem
Dabei gefällt mir sehr gut, daß Eric immer mit dem armen reichen Nachbarsjungen spielen soll, dessen Eltern nie Zeit für ihn haben. Das kommt sicher vielen Kindern bekannt vor, mit Kindern spielen zu sollen, die man nicht mag, statt mit seinen Freunden.
Jona Mues ist einer meiner Lieblingssprecher, weil er eine wirklich sehr angenehme Stimme hat und noch dazu sich sein Gesicht mir beim Zuhören nicht in mein Hirn drängt, so daß dort Raum für grüne Drachen und pfiffige Kinder bleibt. Das ist wirklich eine Kunst, immerhin ist er hier in Koblenz Mitglied des Theaterensembles. Dabei gelingt es ihm immer noch den einzelnen Rollen ihre eigenen Stimmen zu geben, allen voran der fiesen Lehrerin Frau Riese.  Das Hörbuch lief bei meiner Tochter hoch und runter, ohne daß uns seine Stimme oder die Szenenmusik nervte.
Autor Tom Nicoll hat schon zu Schulzeiten versucht möglichst viel Unsinn in seine Schulaufsätze zu packen und lebt nun mit seiner Frau, Tochter und Katze mit Identitätskrise in der Nähe von Edinburgh.
Franziska (8): Ich finde das Hörbuch sehr schön, es ist lustig, aber auch spannend. Ping ist sehr witzig, macht aber auch nie, was man ihm sagt und richtet damit nur Chaos an. Den Sprecher mag ich, er hat eine schöne Stimme.
Diese witzige und spannende Geschichte über ungleiche Freunde verdient 5 von 5 Sternen.
Weiter geht die Reihe übrigens mit Drachenalarm in meinem Klo.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei audiolino für das Rezensionsexemplar zur Fortsetzung unserer Drachenalarmreihe!