Dienstag, 4. Juli 2017

Mein Blumengarten – wie er mir gefällt, Mascha Schacht, Ulmer Verlag



Mein Blumengarten – wie er mir gefällt, Mascha Schacht, Ulmer Verlag
Dieses Buch fällt bereits durch sein Cover ins Auge. Eine rotblühende Helenium (Sonnenbraut) geschickt fotografisch angeschnitten und wunderschön satiniert in Szene gesetzt. Seit ich dieses Buch in den Händen halte, fällt mir auf, daß sie auch direkt vor meinem Bürofenster blüht. Nun warte ich nur darauf, ob ich eine Möglichkeit finde, sie für mich zu vermehren…
Denn dieses Buch inspiriert ungemein. Es ist zwar klar strukturiert und stellt erst einmal verschiedenen Arten von Blumengärten vor z.B. den Stadtgarten oder den Schattengarten, aber diese lassen sich auch wunderbar kombinieren. Ein wenig Schatten findet sich wohl in dem Garten…. Dabei sind die Fotografien so anregend, daß man am liebsten alle Gärten hätte, weshalb das Buch die berechtigte Frage aufwirft „Was wünsche ich mir von meinem Garten?“.
Neben der klar vorgegebenen Struktur, die am Ende logischer Weise bei einem Gartenzeitplan, gefolgt von Pflanzenschutz und einem Service-Bereich endet, gibt es in den jeweiligen Bereichen immer passende Querverweise zu thematisch verwandten Themen oder Vertiefungen auf anderen Seiten des Buches. Zudem gibt es immer kleine Info-Kästchen mit Warnungen oder Tipps, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Das hat mich beim Lesen sehr dazu verführt von der vorgegebenen Struktur erst einmal abzuweichen und kreuz-und-quer zu lesen. Es war einfach zu verlockend.
Das war ein weiteres Problem, ich saß mittags mit dem Buch auf der Terrasse und las und mußte immer wieder Buddelpausen einlegen, weil mir das Buch gerade tolle Tipps gab, wie ich die Blütenpracht steigern könnte, oder weil ich darauf hingewiesen wurde, daß nun gerade der beste Zeitpunkt für die Düngegabe sei. Verlockung pur!
Bislang habe ich um Gartenbücher meist einen großen Bogen gemacht, sie nehmen mir ja die Zeit Krimis oder Romane zu lesen. Intuitiv hat mein Garten bislang ja auch überlebt. Naja, ich habe mir schon etwas bei meiner Mutter oder Freundinnen abgeschaut, Ratschläge angenommen oder nach gesundem Menschenverstand gehandelt. Dennoch ist es schon schön, wenn man z.B. im Abschnitt zu den Rosen die Bestätigung liest, daß man sie durchaus richtig behandelt und der Rückschnitt auf gut Glück tatsächlich richtig war.
Dennoch habe ich viele neue Anregungen und hilfreiche Tipps erhalten. So habe ich heute beim Lesen erst einmal Blumenkübel gerückt, weil ich sie völlig ohne Plan auf die Terrasse gestellt habe, der einzige Anhaltspunkt war der Zeitpunkt des Bepflanzens oder des vom Blumenfenster in den Gartenumsiedelns. An Sonnen- bzw. Schattenvorlieben habe ich gar nicht gedacht, sie blühten ja. Ich bin gespannt, ob sie nun noch schöner blühen werden. Durch die weiteren Hinweise zu Schnitttechniken, Schnittzeiten und die Sortierung der einzelnen Schnittgruppen, werde ich wohl demnächst in einem blühenden Paradies meine Mittagspause verbringen.
Zum Glück sind Blumen ja bis zu einem gewissen Rahmen tolerant, worauf dieses Buch auch ganz verständlich hinweist. Sollte sich ein Standort als ungeeignet erweisen, könnte es sowohl an den Licht- als auch an den Bodenverhältnissen liegen. Daher werden auch Tipps gegeben, wie man die Bodenqualität bestimmen und eventuell verändern kann. Die einfachste Maßnahme ist jedoch die Art der Bepflanzung an die örtlichen Begebenheiten anzupassen. Auch hierfür gibt es zahlreiche wirklich ansprechende Pflanzvorschläge für jeden Bodenqualität und Sonneneinstrahlung.
Beim Thema Pflanzenschutz, hätte ich persönlich gerne noch ein paar mehr Bilder von Schädlingen gehabt, einige waren mir gänzlich unbekannt und werden seither konsequent aus dem Garten gejagt.
Mit den Tipps zur Gründüngung gerade durch das Pflanzen von Lupinen und Akeleien, werde ich letztere nicht mehr ganz so oft ausbuddeln, dafür habe ich nun Samensäckchen gefertigt, um auch meinen Freundinnen diese Samen schenken zu können, damit sie den hiesigen Bimsboden aufwerten können. Das systematische Ernten und Beschriften der Samensäckchen hat so viel Spaß gemacht, daß sich meine Jüngste sofort anschloss und mitmachte, um ihre Freundinnen ebenfalls beschenken zu können.
Ein wirklich wunderschönes, inspiratives und hilfreiches Buch, in dem auch Gartenprofis sicherlich einiges zu Entdecken finden. Ein rundum gelungenes Konzept, daß nicht zuletzt durch seine bisweilen poetische Sprache besticht. Ich werde es ganz sicher nicht mehr hergeben und noch oft zur Hand nehmen.
Eine ganz klare Empfehlung mit 5 von 5 Sternen.

Entdeckungsreise durch die Bibel, Dave Strehler, Francke Verlag



Entdeckungsreise durch die Bibel, Dave Strehler, Francke Verlag
Die Bibel mit dem Alten und Neuen Testament sollte eigentlich inhaltlich bekannt sein und doch kennen sie immer weniger Kinder. Heutzutage steht bei uns in Rheinland-Pfalz auch keine Bibel mehr auf der Schulbuchliste. Erst ab der 5. Klasse und dann ist es die Standard-Bibel. Aber können Unterstufenschüler sie schon so richtig verstehen und etwas mit ihr anfangen?
Dieses Buch versteht sich als Arbeitshilfe. Sie hilft Kindern einen leichteren Zugang zur Bibel und ihre doch recht eigene Sprache zu finden. Sie erklärt und schafft Querverweise. Es wird kurz in kindlich verständlicher Sprache der Inhalt vom Alten zum Neuen Testament zusammengefasst und immer wieder aufgefordert die entsprechenden Stellen in der Bibel nachzulesen. Hierbei wird besonders auch ein Augenmerk darauf gelegt, daß einige Stellen im Neuen Testament, bereits im Alten Testament angekündigt werden. Das heißt, daß sich die Prophezeiungen des Alten Testamentes mit Christi Geburt, Leben, Wirken, Tod und Auferstehung erfüllten.
Dabei wird die sehr bildliche Sprache der Bibel beibehalten und ich war mal wieder erstaunt, wie martialisch das Alte Testament eigentlich ist. Wie oft dort Kriege mit Gottes Willen und Unterstützung gerechtfertigt werden. Meine Tochter fand das jetzt nicht sonderlich verwunderlich. Sie fand es richtig klasse, daß es einen wirklich guten Überblick über die Zusammenhänge in der Bibel gibt. Durch Stammbäume werden für sie einzelne, ihr bekannte Geschichte mit einander verknüpft.
Meine Tochter findet dieses Buch ganz große klasse und sie hat auch schon ihrer nunmehr ehemaligen Religionslehrerin davon vorgeschwärmt, die es sich nun auch in den Sommerferien anschauen will. Sie findet es sehr gut verständlich. Die Tabellen in denen z.B. Gottes Gebote aufgelistet werden, Landkarten in denen man die Verteilung der 12 Stämme auf das Land erkennen lassen, machen die Geschichten für Kinder und Erwachsene viel greifbarer und erhöhen den Bezug.
Die vorgenommenen Interpretationen sind mir bisweilen zu wörtlich, aber meine Tochter scheint es so deutlich besser begreifen zu können, als wenn ich es ihr abstrakter erklären würde. Daher habe ich auch kritische Anmerkungen z.B. zur Schöpfungsgeschichte mit Eva die aus einer Rippe Adams geformt wurde, mir verkniffen.
Ich habe immer wieder gemerkt, daß das Alte Testament zwar sehr viel dramatischer und abenteuerlicher ist, mir das Neue Testament aber deutlich mehr liegt, auch wenn einige Gleichnisse für mich ebenso schwer zugänglich sind, wie für seine Jünger (an dem Gleichnis vom verlorenen Sohn knabbere ich immer wieder von Neuem). Für Unterstufenschüler scheint es aber genau richtig zu sein und eine gute Motivation auch mal in die „richtige“ Erwachsenen Bibel einen Blick zu werfen und sich nicht gleich von den vielen dünnen Seiten und der kleinen Schrift abschrecken zu lassen.
Aber auch wenn natürlich die Geschichten von Jona und dem Wal, oder dem sich vor Mose teilenden Meer echte Sensationen sind, steht das Neue Testament dem ja eigentlich in nichts nach. Das Pfingstwunder ist nicht minder spektakulär, doch die dahinter stehende Botschaft fällt mir deutlich leichter mit meiner Tochter zu besprechen. Das Liebesgebot des Neuen Testamentes liegt mir einfach mehr, als die kriegerischen Verwicklungen des Alten Testamentes. Aber, während ich es vorlas hatte ich das Gefühl, daß ich die Konflikte im Nahen Osten, ihre Wurzeln und jeweiligen Rechtfertigungen deutlich besser nachvollziehen kann. Insofern war es für mich schon sehr interessant und aufschlussreich noch mal einen Überblick über das Alte Testament in gekürzter Form zu erhalten. Dabei wird in dieser Entdeckungsreise auch ein anderer Schwerpunkt gesetzt, als in den üblichen Kinderbibeln.
Es war eine Lektüre und Bibelarbeit, die mich oft nachdenklich gemacht hat, während meine Tochter das Gefühl hatte, daß ihr ganze Kronleuchter aufgingen, weil für sie Zusammenhänge und Verknüpfungen geschaffen wurden, die ihr bislang noch keiner so aufgezeigt hatte. Auch für mich waren gerade die Stammbäume und die Karten, die ihre Verteilung über das Land aufzeigten wirklich interessant.
Ein für mich wirklich bemerkenswert anderer Anknüpfungs- und Schwerpunkt für eine Bibelarbeit mit Kindern.
Ein wirklich beachtliches Werk für die Bibelarbeit mit Kindern, daß mir bisweilen die Bibel ein wenig zu wörtlich nimmt, aber dennoch wirklich empfehlenswert ist. Daher gebe ich ihm gerne 4 von 5 Sternen und meine Tochter 5 von 5 Sternen.
Ich bedanke mich ganz herzlich beim Francke Verlag für diesen wertvollen Beitrag zum Bibelstudium mit Kindern.