Der Verrat der Schwäne, A. B. Poranek, gelesen von Rebecca Veil, 12 h 24 min, Der Audio Verlag digital
Odile und ihr Bruder Damien wuchsen nach dem frühen Pesttod der Mutter und dem Verschwinden ihres nutzlosen Vaters als Waisen auf der Straße auf, bis Theaterdirektor Regnault in Odile ihre schlummernden magischen Kräfte erkannte. Er nahm sie und Damien in seine Truppe auf, da die 5 jährige Odile nicht von Damien zu trennen war. Doch die zwei wichtigsten Männer in ihrem Leben, sind einander nicht grün, weshalb Damien, der Regnaults Mittel nicht billigte einen Posten als Leibgarde von Prinz Aimé annahm. Regnault bereitet Odile jahrelang darauf vor, mittels eines Gestaltzaubers in die Rolle von Aimés Braut zu schlüpfen, der lieblichen Marie d'Odette. Vor fünf Jahren verbrachten Odile und Marie die beste Zeit ihres Lebens zusammen, bis Marie Odile verriet und diese ihr nie verzieht. Marie in einem Schwan zu verwandeln und an ihrerstatt den Prinz zu heiraten, um die magische Krone bei der Zeremonie zu stehlen und die Magie zurück zuholen, ist daher ein Auftrag ganz nach ihrem Geschmack. Es kommt jedoch ganz anders, da der hartherzige König brutal ermordet und Damien als Mörder hingerichtet werden soll. Nur mit Hilfe von Aimée und Marie kann Odile das Königreich und die Magie retten, aber nicht so wie von Regnault geplant...
Rebecca Veil interpretiert die Geschichte vielschichtig und facettenreich, wobei ihre Klangfarbe nicht stets mädchenhaft hold, sondern auch gerne mal ein wenig eckig und kantiger wird. Es gibt ja nicht nur die schöne (verzauberte Prinzessin) sondern auch die trickreiche, listige Magierin und Tänzerin, die auf die Rückkehr der Magie hofft. Auch wenn Prinzessin Marie wunderschön und nach außen nahezu perfekt ist, brodelt es in ihr ebenso wie im Inneren des Prinzen Aimé, der ebenso wenig auf Prinzessinnen steht, wie diese auf Prinzen. Hier werden die gängigen Märchenbilder auf den Kopf gestellt. Prinz Aimé ist nicht kühn und mutig, er wird stets als verweichlicht und verschwenderisch dargestellt, obwohl es in ihm doch ganz anders aussieht... Rebecca Veil greift auch stimmlich diese Kontraste auf und lässt die Geschichte lebendig klingen.
Neben der Heirat nach den Wünschen der Eltern, Bällen und Festmahlen und der Verzauberung in einen Schwan, gibt es noch jede Menge weitere klassische Märchenelemente, wie Verrat, Betrug, eine Stiefmutter als Königin, Herzklopfen und endlich genug zu essen, denn dass Volk hungert und wie schon Marie-Antoinette empfahl, isst man bei Hof das edelste Gebäck... Das hat mir gut gefallen, ebenso wie die sowohl pompösen, wie auch schaurigen Schauplätze. Ich konnte allerdings die Liebesbeziehungen nicht so ganz nachfühlen, weil erst sehr spät angesprochen wird, wie Marie Odile damals eigentlich verraten haben soll... Der große Showdown ist auf jeden Fall nicht nur magisch, sondern auch spannend und wendungsreich.
Die Autorin A.B.Poranek wuchs in Polen auf, lebt aber mittlerweile in Versailles, was man auch hört, da erstaunlich viele französische Begriffe vorkommen, was ich ja gerne mag, ich aber ungewöhnlich fand. Ob dies die Verständlichkeit beeinträchtigt vermag ich nicht zu beurteilen.
Moderne Märchen Romantasy mit vertauschten Rollen ab 14 Jahren.
Hier könnt Ihr reinhören:
https://der-audio-verlag.de/hoerbuecher/verrat-der-schwaene-poranek-a-b-978-3-7424-3690-0/
Ich bedanke mich ganz herzlich beim Der Audio Verlag für mein Rezensionsexemplar.
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