Samstag, 18. April 2026

 

Der andere Arthur, Liz Moore, gelesen von Uve Teschner & Timmo Nisner, Der Audio Verlag, 10 h 27 Min. ungekürzt Der Audio Verlag, Download

 

Arthur Opp war schon als Kind pummelig und wurde daher von seinem berühmten Vater einem Stararchitekten ebenso abgelehnt, wie seine übergewichtige, aber liebevolle Mutter, die viel zu früh, wahrscheinlich an einem gebrochenen Herzen starb. Seither hat Arthur das Gefühl, von allen die ihm etwas bedeuten über kurz oder lang verlassen zu werden. Einst war er Literaturprofessor, doch seit 18 Jahren auch dies nicht mehr, doch ist er bestens versorgt. Mit einer ehemaligen Studentin, die sich nicht mehr als ein Semester am College leisten konnte, begann er einen jahrelangen Briefwechsel. Mit ihr Charlene Turner, deren Einsamkeit für ihn so greifbar war, wie seine eigene, fühlte er sich verbunden, wie mit niemand anderem. Seit 9/11, als niemand bei ihm anrief, um sich zu erkundigen, wie es ihm ging und er ebenfalls niemanden anrufen wollte, um sich zu erkundigen, verlässt er das Haus nicht mehr. Wozu? Niemand da draußen wartet auf ihn und er kann sich alles liefern lassen. Seither wird er immer dicker.... Doch eines Tages kommt Bewegung in seinen Trott. Charlene ruft plötzlich an, nachdem sie über ein Jahr nicht geschrieben hat und kündigt einen weiteren Brief an. Sie bittet ihn, ihrem Sohn bei seinen College-Bewerbungen zu helfen und er lädt sie ein. Doch so kann er sie nicht ins Haus lassen und mit Yolanda engagiert er eine junge, quirlige Haushaltshilfe, die sein Haus und ihn in Schwung bringt während er auf Charlene und ihren Sohn wartet.

 

Uve Teschner und Timmo Nisner interpretieren diese zwei Arthurs, die kaum unterschiedlicher sein könnten, die jedoch ihre tiefe Einsamkeit und die Liebe zu Charlene Turner Keller verbindet ganz wunderbar. So gut, dass es einem beim Hören ein wenig aufs Gemüt schlägt, denn die Geschichte ist sehr sensibel und feinfühlig, aber nicht gerade ein Stimmungsaufheller. Da hat der Klappentext etwas falsche Erwartungen geweckt, denn Spoiler, anders als der Klappentext vermuten lässt, begegnen sich die beiden bis zum Schluss nicht. Was letztendlich aus ihnen wird und ob sie ihre Einsamkeit erfolgreich überwinden statt nur neue Perspektiven zu erhalten, das muss man für sich selbst entscheiden, dass lässt die Autorin bewusst offen. Das mag poetisch sein, lässt einen jedoch auch etwas ratlos zurück. Mir fehlte hier so der Optimismuskick zum Schluß. Der Roman wird aus der Perspektive von Arthur Opp (Uve Teschner, der viel älter und müder klingt als sonst) und dem jugendlich, orientierungslosen Kel (Timmo Nisner) erzählt, die uns an dem jeweiligen, tief vergrabenen Schmerz und der Einsamkeit der Protagonisten teilhaben lässt.

 

Liz Keller versteht es auf jeden Fall Geschichten zu erzählen, über ganz eigene Charaktere, die im Gedächtnis bleiben. Kel ist an jeder Schule, an die er kommt erst mal ein Star. Er ist zwar kein überragender Schüler, aber ein großer, athletischer Kerl, der in fast jedem Sport glänzt und in Baseball außergewöhnlich ist. So außergewöhnlich, dass sich sogar die Scouts von Profi Vereinen und mehreren College-Mannschaften für ihn interessieren. So könnte er doch noch den größten Traum seiner Mutter erfüllen und auf's College gehen! Doch alles in ihm sträubt sich. So sehr er das eigene Heim meidet, da er niemanden mit nehmen kann, in ein Haus in der seine Mutter stets betrunken auf dem Sofa liegt und noch dazu zu viel isst... so sehr fühlt er sich auch für sie verantwortlich, denn sie hatten auch gute Zeiten. Jedes College würde ihn zu weit von ihr fortbringen und sie würde vor die Hunde gehen, wenn er nicht auf sie aufpassen würde. Je schlechter der Zustand seiner Mutter wird, desto mehr schottet er sich innerlich von der Außenwelt ab. Er zeigt seinen Kumpels und auch den Mädels mit denen er rummacht nur seine Fassade, ganz besonders auf der neuen Edelschule.... nur Lindsey ist da anders und sie wüsste gerne mehr von ihm... Ich wüsste so gerne, ob er es noch schafft, sein Leben in den Griff zu bekommen...

 

Eine Geschichte über Einsamkeit, Perspektiven und die Bedeutung sich anderen gegenüber zu öffnen.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Der Audio Verlag für mein Rezensionsexemplar.

 

https://der-audio-verlag.de/hoerbuecher/der-andere-arthur-moore-liz-978-3-7424-3689-4/

 

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Back mit mir! Kekse, Jamie Oliver, Illustrationen Adrian Johnson, DK Verlag

 

Back mit mir! Kekse, Jamie Oliver, Illustrationen Adrian Johnson, DK Verlag

 

Alle Kinder lieben Kekse und Nudeln mit Tomatensauce. Jamie Oliver legt aber Wert darauf, dass gerade Kinder auch an gute Nahrungsmittel herangeführt werden und nicht nur Junk-Food. Die beste Möglichkeit Kinder für gutes Essen zu begeistern ist, sie in den Entstehungsprozess mit einzubinden, sowohl beim gemeinsamen Kochen, als auch beim gemeinsamen Backen.

 

Daher hat Jamie Oliver nun ein erstes #Backbuch für Haferkekse und ein erstes #Kochbuch für Spaghetti mit Tomatensauce entwickelt, die es Kindern ermöglichen mitzuhelfen und stolz ihr eigenes Essen zu genießen. Dabei wird eben auch auf gesunde Ernährung geachtet.

 

Da die ganz Kleinen noch nicht lesen können, ist der Text sehr reduziert und wird von den erklärenden Illustrationen von Adrian Johanson bildreich erklärt. Es werden hierbei altersgerechte Küchenutensilien verwerden, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Dennoch müssen die Eltern natürlich beim Kochen und Backen gut auf ihre Kinder aufpassen, besonders, damit sie sich nicht verbrennen.

 

Am Ende des Buches finden wir dann das Kinder leichte Rezepte mit allen Zutaten und einfachem Text zum Aufklappen.

 

Bei den Keksen gefällt mir sehr gut, dass sie nur mit der natürlichen Süße von Früchten (Banane und Apfel) auskommen und kein Industriezucker beigefügt ist. Ansonsten sind Eif, Butter, Mehl, Backpulver, eine Prise Zimt und Haferflocken dabei. Einfach lecker, ergibt es 24 Kekse, die auf das Backblech mit Löffeln verteilt wird. Zum Ausstechen fehlt den Kleinsten auch die Geduld und die Motorik. Dafür haben sie viel Freude daran die einzelnen Klappen des Rezepts zur Seite, oben oder unten zu klappen, um sich überraschen zu lassen, wie es weitergeht (für die Erwachsenen, die mithelfen, ist das natürlich weniger überraschend, sofern sie schon mal gebacken haben). Die Banane mit der Gabel zu zerquetschen schaffen auch schon Kindergartenkinder, das Reiben eines Apfels könnte eher schon mal Tränen geben, da wird sicherlich Hilfe erforderlich sein.

 

Insgesamt finde ich es sehr anschaulich und eine süße Idee, die Kinder auch zeigt, dass man Kekse nicht nur kaufen kann!

 

Die Nudeln mit Tomatensauce finde ich nicht ganz so gut, weil die Mengenangaben mir persönlich zu unkonkret sind, auch wenn Kindergartenkinder sich unter Maßeinheiten nichts vorstellen können. Eine handvoll Tomaten überfordert mich hingegen etwas an Angabe. Was für Tomaten? Es gibt sie in allen möglichen Größen und Formen, so daß eine Handvoll mir wenig hilft. Käse zum Reiben ist da schon eher eine Geschmacksfrage und hängt von der Liebe des jeweiligen Kindes zu Käse auf den Nudeln ab. Auch fehlt mir die Angabe, dass man Salz ins Nudelwasser gibt, bei der Angabe Nudeln kochen. Ich hätte mir auch Möhren in der Sauce für mehr Vitamine gewünscht, aber einige Kinder mögen es dann nicht, da das Gemüse nicht versteckt ist, sondern für sie beim Mitkochen offensichtlich.

 

Richtig super finde ich, dass man Kindern unbedingt erklären muss, dass es wichtig ist, die Hände zu waschen ehe man loslegt und ganz besonders, wenn man rohe Eier, Fisch oder Fleisch angefasst hat. Ich bin ja kein Fan von Kochhandschuhen, da fehlt mir das Gefühl und die muss ich ja auch waschen, wenn ich zwischendurch Eier, Fisch oder Fleisch nutze und in Kindergrößen gibt es sie ohnehin nicht.

 

Die Bücher sind sehr liebevoll gemacht und es sind extra gesunde Rezepte gewählt, die dennoch alle Kinder lieben! Es lädt auch dazu ein, die Rezepte im Zweifel zu variieren und sich selbst etwas zu trauen, das gefällt mir sehr. Ich hoffe, es bringt mehr Eltern oder Großeltern dazu, auch mal mit ihren kleinen Kindern zu kochen, damit diese frühl lernen, dass Kochen und Backen Spaß machen und besser schmecken, als Fertiggerichte! Daher enden die Büchlein auch mit einer kleinen persönlichen Note von Jamie Oliver in der er auch seinen Eltern dankt, dass sie ihn schon früh in der Küche haben helfen lassen und er so die verschiedensten Lebensmittel kennen lernen durfte.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim DK Verlag für diese wunderbaren kleinen Rezepte für Kindergartenkinder!

 

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