Mittwoch, 2. September 2026

Werbung/Rezensionsexemplar; „Du bist immer bei mir“, Laura Romanazzi, Kate Herbert, Knesebeck Verlag

 

Werbung/Rezensionsexemplar; „Du bist immer bei mir“, Laura Romanazzi, Kate Herbert, Knesebeck Verlag

 

Die schillernde Libelle hat immer wunderbar mit den Ottern gespielt. Sie war einfach immer da und hat mit ihren Farben alles noch viel schöner und lebendiger gemacht. Doch eines Tages ist sie plötzlich nicht mehr da. Der kleine Otter kann das nicht begreifen und ist total traurig, egal was die Großen sagen. Sie soll immer bei ihm sein? Aber wie? Doch langsam begreift er und seine Tage werden wieder heller und fröhlicher, denn ja sie ist immer und überall bei ihm, in seinem Herzen.

 

Was für ein wundervolles und liebevolles Buch, das auch schon kleinen Kindern begreiflich macht, was doch nicht zu begreifen ist! Niemand kann uns für immer nehmen, was einen festen Platz in unserem Herzen hat und darin für immer weiterlebt!

 

Nach der schönen Freundschaft bleibt ein Gefühl der Leere und des Unverständnisses beim kleinen Otter zurück, als die Libelle plötzlich nicht mehr da ist. Wo mag sie wohl nur sein? Er hört den Großen zu, aber er fühlt und versteht nicht, was sie ihm sagen wollen. Erst die Zeit und das was er sieht und beobachtet lässt ihn die Bedeutung des Verlusts begreifen und verarbeiten. Eine scheinbar tonnenschwere Last fällt von seinem Herzen und wunderbare Erinnerungen bleiben.

 

Wunderbar bildhaft und doch mit einfachen Worten und kurzen prägnanten Sätzen erzählt Laura Ramanazzi eine Geschichte über Trauerbewältigung, Verlust und Erinnerung, die aber nicht von Traurigkeit erdrückt wird. Die Schrift ist schön groß und klar und der Textanteil meist übersichtlich. Das können auch sehr gut Großeltern oder ältere Geschwister, die Leseanfänger sind Kindern ab 3 Jahren vorlesen. Das Buch richtet sich auch ganz bewusst an wirklich kleine Kinder.

 

Die Illustrationen von Kate Herbert sind ebenso klar und übersichtlich. In gedeckten Farben sehen wir auf flächigen Illustrationen, die sich auf das Wesentliche beschränken, die Geschichte, wie sie uns erzählt wird. Die Gefühle des kleinen Otters werden auf seinem Gesicht widergespiegelt und wir sehen, was er sieht, ohne von überbordenden Details abgelenkt zu werden. Auf die Gefühle kommt es an, in uns drin und nicht die Details um uns herum. Die zurückhaltenden Farben passen sehr gut zum Thema, das ja schon ein trauriges ist, auch wenn es Mut macht.

 

Ein unglaublich einfühlsames Bilderbuch, zu einem schwierigen Thema, das ich schon ab 3 Jahren nur empfehlen kann.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Knesebeck Verlag für diesen Kinderbuchschatz!

 

#DuBistImmerBeiMir #LauraRomanazzi #KateHerbert #KnesebeckVerlag #Trauer #Verlust #Bilderbuch #FürKinderErklärt #Bilderbuchliebe

Werbung/Reziexemplar: „Die Touristin, Diese Insel ist ein Traum. Und Dein tödliches Verhängnis“ Jess Ryder von Britta Steffenhagen,11 h 13U min. ungekürtz Der Audio Verlag

 

Werbung/Reziexemplar: „Die Touristin, Diese Insel ist ein Traum. Und Dein tödliches Verhängnis“ Jess Ryder von Britta Steffenhagen,11 h 13U min. ungekürtz Der Audio Verlag

 

Juno und ihr Mann Luke sind seit einigen Jahren verheiratet und seit 2 Jahren versuchen sie unbedingt Eltern zu werden. Juno fühlt sich wie in einem Hamsterrad und das englische Wetter drückt ihr aufs Gemüt. Heimlich flüchtet sie sich nach Griechenland auf die Insel Inios, auf die Suche nach ihrem unbekannten Vater. Sie ist fest überzeugt, dass wenn sie ihren Vater kennt, sie selbst wieder ins Lot kommt. Ihr Hippie-Mutter hat ihr nie etwas über ihn erzählt und erst als ihre Großmutter starb, bei der sie aufwuchs hat sie Briefe ihrer Mutter gefunden, die ihr seinen Namen verrieten: Nico! Die Insel ist wunderschön, aber inzwischen deutlich teurer als 1985. Also nimmt sie einen Job als Hochzeitsplanerin im Ressort ihrer Großfamilie an, ohne sich erkennen zu geben. Doch über Nico wird nur geschwiegen und die Familie mit ihren ehrgeizigen Plänen ist einigen auf der Insel ein Dorn im Auge. Ihre Vorgängerin ist spurlos verschwunden und immer wieder erhält sie Warnungen sowohl vor der Insel, als auch vor ihrer Suche oder ihrer Familie. Trotz der immer stärker werdenen Gefühls der Bedrohung, kann sie jetzt nicht aufgeben....

 

Wer bin ich und wo komme ich her? Für die meisten von uns, gehören unsere Eltern einfach zu unserem Leben, aber was macht es mit uns, wenn dem nicht so ist? Da kann Juno genauso dickköpfig sein, wie ihre Hippie-Mutter, die sie mit 11 Jahren zu den Großeltern gab und jede Auskunft mit ominösen Ausflüchten verweigert. Je länger wir Juno auf ihrer Suche begleiten, desto besser konnte ich ihre sehr distanziert-ablehnende Haltung gegenüber ihrer Mutter verstehen. Eigentlich ist Juno total sympathisch und sehr flexibel und freundet sich auch wirklich schnell mit der einzigen anderen englischen Mitarbeiterin, der deutlich jüngeren Milly, einer Partymaus an. Die Insel scheint ein Paradies zu sein, allerdings voller dunkler Vorahnungen, die Juno echt zermürben. Warum machen alle immer aus allem so ein Geheimnis?

 

Nach und nach erfahren wir mehr. Denn Jess Ryder erzählt die Geschichte aus 2 Perspektiven und 2 Zeitebenen: einmal jetzt aus Junos Sicht und aus Estelles Sicht 1984, als Estelle noch ganz anders war.... Diese Wechsel werden ganz klar durch die Kapitelnamen und Ansagen der jeweiligen Perspektive angekündigt, so dass man da nicht durcheinander kommt. Britta Steffenhagen lässt aber auch jedes Mal ihre Stimme charakteristisch switchen. Als Estelle ist sie rauher, quirliger und kantiger, als Juno sympathisch, normal, lebendig, aber nicht überdreht. Durch diese Perspektiven will man mit Juno immer dringender wissen, was damals 1984/85 passiert ist, dass Estelles Leben so aus der Bahn warf. Man wird gefangen von der Sonne, der Hitze, den Stechmücken und der Urlaubsatmosphäre, hinter der aber noch viel mehr lauert... ist es ein reines Familiengeheimnis, oder steckt noch mehr dahinter? Juno scheint auf der Stelle zu treten.... und dennoch verdichtet sich die Atmosphäre....

 

Der Kontrast zwischen den Touristen/zugezogenen Mitarbeitern, den Einheimischen und dem Clan von Nicos Familie passt zu Sonne und Schatten auf der Insel. Hier im Mittelmeer herrschen noch ganz andere Gesetze, als in England. Kann es wirklich sein, dass Frauen so wenig zu sagen haben? Die Familienstrukturen kommen Juno sehr archaisch vor und so viel scheint sich seit ihrer Geburt auch nicht geändert zu haben.

 

Britta Steffenhagen bringt mit ihrer Stimme sowohl Sonne und Meer, als auch ein Gefühl des Unbehangens und der Spannung in die Geschichte. Es ist mehr ein Thriller, der sich im Kopf abspielt, dadurch, dass Juno sich stets beobachtet fühlt... Keine Action, eher leises Grauen, bis sich am Ende alles gewaltsam entlädt und Juno nicht weiß, ob sie diese Insel jemals lebens verlassen wird. Das wird nicht nur hoch brisant, Jess Ryder hat auch Erbarmen mit uns und löst alle offenen Fragen auf.... Im Epilog werden dann alle noch verbliebenen Fragen geklärt. Ich finde, es lässt sich im Sommer super hören!

 

Hier könnt Ihr reinhören:

https://der-audio-verlag.de/hoerbuecher/die-touristin-diese-insel-ist-ein-traum-und-dein-toedliches-verhaengnis-ryder-jess-978-3-7424-4010-5/

 

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