Montag, 21. Juli 2025

Tödliches Gebet, Der 2. Fall für Commissaire Campanard, René Anour, gelesen von Stefan Kaminski, Der Audio Verlag, Download 9 h 34 min.

Tödliches Gebet, Der 2. Fall für Commissaire Campanard, René Anour, gelesen von Stefan Kaminski, Der Audio Verlag, Download 9 h 34 min.


Nach dem letzten aufreibenden Fall in Milieu der Parfümkreation konnte Polizeipsychologin Linda de la Cour, die es völlig ausgebrannt von Paris in die Provence verschlagen hatte, wird es nun etwas zu ruhig für sie. Um sie bei Laune zu halten spielt ihr gut aussehender Kollege Pierre Olivier von den Projets Obscurs mit ihr das traditionelle Pétanque, da Linda in dem aktuellen Fall rund um einen wieder aufgetauchten Großdealer, nicht involviert ist. Pierre hat wie auch Linda traumatische Erlebnisse hinter sich und dennoch hat Commissaire Campanard Vertrauen in sie beide und ihre Fähigkeiten. Auch ihre Freunde Manu und Mathieu versuchen sie bei Laune zu halten und zeigen ihr kleine Entspannungsclips aus einem Kloster, als einem Bruder Blut unter den Augenlidern hervorquillt und er dunkle Prophezeiungen ausstößt. Der Teufel würde sich hinter den Klostermauern aufhalten. Es ist gruselig und Linda gefriert das Blut in den Adern. Doch dann verschwindet eben dieser Mönch und die Polizeipräfektin überträgt Projet Obscur den geheimen Auftrag, das Verschwinden aufzuklären.

Die drei Ermittler mieten sich in einer kleinen Pension in der Nähe der Abtei Notre Dame de Sénanque ein und Campanard nimmt Kontakt zu seinem alten Freund Frère Bernard auf. Gerade als dieser auf dem Weg zu ihm ist, um mit ihm beängstigende Beobachtungen zu teilen, erleidet er einen tödlichen Unfall. Ausgerechnet der Genießer Campanard beschließt daher under cover im Kloster zu ermitteln. Kleine leichte Aufgabe für ihn, der das Leben mit allen Sinnen ebenso genießt, wie guten Schlaf. Er meint durch die Gespräche mit seinem Freund dem verstorbenen Frère Bernard auf das, was das Klosterleben bedeutet vorbereitet zu sein, doch er irrt.


Ehrlich, Campanard als Ermittler hätte wissen müssen, dass er zur Vorbereitung zumindest mal eine katholische Messe hätte besuchen müssen, um nicht wie ein Paradiesvogel aufzufallen. Aber ansonsten finde ich die der Klosterkulisse entsprechende, zurückhaltende und ruhige Erzählweise, wie auch Stefan Kaminiskis unglaublich wandelbare Stimme einen Hörgenuss. Auch wenn ich schon oft Interpretationen von Stefan Kaminski gehört habe, konnte ich kaum glauben, dass er dieses Buch spricht, so tief und lebenserfahren klingt er als Commissaire Louis Campanard.


Das Leben hinter dunklen, alten Klostermauern in all seiner Einfachheit wirkt erfreulich erfrischend bei den provencalisch heißen Temperaturen draußen. Den meisten Zuhörenden dürften die Abläufe in einem Kloster ebenso fremd sein wie Campanard, der sich seine Unwissenheit allerdings nicht anmerken lassen darf. Ich bin sicher, dass die meisten von ihnen anschließend die ein oder andere im Kloster ausgeschlossene Leichtigkeit des Lebens genießen werden und froh sind, nicht diesen strengen Regeln unterworfen zu sein wie z.B. länger als bis 4.30 h zu schlafen. Aber gerade dieses Fremde, Althergebrachte verleiht diesem Provence-Krimi einen düsteren Charme. Steckt unter den Soutanen ein Mörder? Die Abtei mit ihren Lavendelfeldern liegt auf einer Insel und da die Mönche ein einfaches Leben in Abgeschiedenheit führen, hat Campanard dort auch fast nirgendwo Handy-Empfang. Das macht die Abstimmung mit dem Rest seines Teams natürlich ganz schön kompliziert und riskant.


Ich finde es auch sehr interessant, was Autor René Anour alles für die Brüder einfallen lässt, um ihre Gemeinschaft vor dem Ruin zu retten. Denn der Unterhalt so alter Gebäude ist teuer.... Sicherlich hat er sich da an realen Vorbildern orientiert (unsere Abtei vor Ort geht zwar andere, aber nicht ganz so unähnliche Wege in Maria Laach). Die Mischung aus modern, brutalen Verbrechen und einem Leben in einer Gemeinschaft, die aus der Zeit gefallen zu sein scheint, ist ebenso reizvoll wie geheimnisvoll und spannend, mit interessanten Charakteren mit Ecken und Kanten. Übrigens kenne ich Teil 1 nicht und habe dennoch gut hineingefunden.


Ich bedanke mich ganz herzlich beim Der Audio Verlag für meinen spannenden Rezi-Download!


Hier könnt Ihr reinhören:

https://www.der-audio-verlag.de/hoerbuecher/toedliches-gebet-ein-fall-fuer-commissaire-campanard-anour-rene-978-3-7424-3429-6/


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Freitag, 18. Juli 2025

Angst vor gar nichts! Maude de Bel, Quentin Gréban, Baeschlin Verlag

Angst vor gar nichts! Maude de Bel, Quentin Gréban, Baeschlin Verlag


Cléo ist ein waschechtes Schreckgespenst und liebt es andere zu Erschrecken und sie zum Gruseln zu bringen. Kein Wunder, dass ihm Angst völlig fremd ist, ganz anders als seiner menschlichen Freundin Juliette, die die Einzige ist, die ihn sehen kann. Aber außer vor ihm, hat sie vor ziemlich vielen Dingen Angst und wünschte sich, sie wäre mutiger. Dennoch will sie Cléo helfen und ihm seine erste Gänsehaut bescheren. Das kann ja gar nicht so schwierig sein, immerhin verstecken sich unter ihrem Bett ja doch so einige Monster und im Keller erst....!


Sich vor nichts und niemanden zu fürchten klingt für Kinder absolut traumhaft! Aber klar doch, so ein Gespenst ist ja auch unsterblich, was sollte dem schon groß passieren?! Ist doch logisch, dass so ein Geist sich nicht gruseln kann! Was für Kinder und auch die meisten Erwachsenen so verführerisch klingt, ist für das Schreckgespenst Cléo ein großes Ärgernis. Ist.

Hier werden wunderbar alle gängigen Kinderängste aufgegriffen, bis auf solche wie Trennung oder Verlassen sein... Sehr bildlich nimmt Juliette uns mit zu ihren Ängsten und wir blicken mit Beiden unter ihr Bett oder begleiten sie in den Keller. Was Cléo schwer enttäuscht, weil es ihm keine Gänsehaut bereitet, sot erleichtert es Juliette und die jungen Bilderbuchbetrachtenden festzustellen dass da absolut nichts schlimmer lauert, na ja, zumindest nicht schlimmer als eine Keller-Spinne! Aber auch die trollt sich ganz schnell. Juliettes Ängste werden ganz spielerisch von Cléo entkräftet und das wird auch die Kinderbuchliebhaber beim Einschlafen sehr erleichtern. Schließlich ist es ja nur die eigene Fantasie, die die Schatten hinter den Vorhängen zu etwas Schrecklichem aufbauschen.


Die Illustrationen von Quentin Gréban sind einfach zauberhaft. Sehr warm und freundlich und absolut zum Mitfühlen. Die warmen Farben sind sehr beruhigen und machen nicht nur Cléo keine Angst. Auch wenn Juliette ein Mädchen ist, ist sie eigentlich optisch alles andere als ein Prinzessinnentyp. Mit ihrer Jeans-Latzhose und barfuß. Ein Mädchen von dem man annehmen könnte auf Bäume zu klettern und Abenteuer zu erleben und dennoch gibt es auch Situationen in denen ihr mulmig wird. Sie wirkt in ihrer Offenheit und Hilfsbereitschaft sehr sympathisch und überhaupt nicht wie eine Schisserin. Dennoch gibt es einiges, wovor sie sich fürchtet und ihrem Freund Cléo gegenüber gibt sie es auch offen und ehrlich zu, wie man es unter guten Freunden macht. Dennoch kann ich mir gut vorstellen, dass das nur ganz wenige wissen und nun auch Du. Sie ist somit ein Kind mit dem sich ganz viele identifizieren können, auch Jungen. Maude de Bel lässt sie eben gerade nicht wie ein Klischee-Mädchen wirken, aber eben sehr empathisch. Auch ihre dunklen Locken und grünen Augen sind ungewöhnlich. Dabei ist die Kombination aus Text und Bild zwar kein Brüller, aber doch auf sensible Weise humorvoll, ohne sich über die kindlichen Ängste lustig zu machen. Es ist mehr so ein belustigtes Schmunzeln, weil man sich in ihr und ihren persönlichen Schreckgespenstern wiederfindet.


Melanie Gerber hat die französischsprachige Vorlage sehr empathisch und einfühlsam übersetzt und dabei in absolut kindgerechte Sprache.


Natürlich bekommt am Ende auch Cléo Angst, wovor will ich aber nicht verraten... ihr könnt sie aber sicherlich verstehen.


Ich bedanke mich ganz herzlich beim Baeschlin Verlag für dieses zauberhafte Rezensionsexemplar.


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