Dienstag, 31. Oktober 2017

Pippa Pepperkorn gruselt sich (nicht), Charlotte Habersack, gelesen von Birte Kretschmer, audiolino



Pippa Pepperkorn gruselt sich (nicht), Charlotte Habersack, gelesen von Birte Kretschmer, audiolino
Pippa Pepperkorn, das Mädchen mit den Affenschaukelzöpfen und der kleinen weißen Ratte ist zurück!
Die Kinder in Pippa’s Klasse schnitzen Kürbisse für Halloween. Dabei sprechen sie darüber, was sie so alles gruselig finden. Pippa findet es ungerecht, daß sich alle so herrlich gruseln, nur sie findet kaum etwas gruselig. Bis auf die Erzählung von der Lehrerin Frau Tabbak über die Beerdigung ihres verstorbenen Vaters. Doch diese beruhigt sie und meint, das wäre gar nicht schlimm, denn für sie wäre er noch da. Für Pippa ein ganz klarer Fall: Ihr Vater ist ein Zombie! Wie gruselig! Aber nein, er lebt nur in ihrem Herzen und ihrer Erinnerung weiter. Pippa will sich nun auch endlich gruseln und setzt alles daran, daß auch sie endlich dieses Gefühl diese Mischung  aus Spaß und Angst erleben darf. Es geschehen im Anschluß die tollsten Geschichten und Erlebnisse u.a. mit Olivias tollwütigem Hugo, der Schaum vor dem Mund hat oder Glasaugen-Rudi und einer Japanischen Reisegruppe, oder einem heimtückischen Schokoladendieb.
Pippa und ihre 5 besten Freunde Olivia, Luzie, Gloria, Emil, Anton erleben immer wieder witzige Abenteuer, weil sie in alltäglichen Situationen meistens haarsträubende Ideen hat. Es ist aber auch wirklich nicht einfach Pippa das Gruseln beizubringen.
Meine achtjährige Tochter mußte immer wieder so heftig lachen, daß sie unmöglich einschlafen konnte, sondern mir unbedingt erzählen mußte, was denn bei Pippa so lustiges passiert ist. Zum Teil ist es echter Kinderhumor, den Charlotte Habersack hervorragend trifft! Es werden Dinge verwechselt oder einfach falsch verstanden. Es gibt aber auch echte Slapstick-Situationen und Kinderstreiche. Es ist nie boshaft, dafür aber irre komisch und mit herrlicher Kinderlogik. Die vielen kleinen Episoden, die auf einander aufbauen und auf frühere Vorkommnisse in der Geschichte zurückkommen, sind wirklich toll aufgebaut. Mir gefällt es besonders, daß auch kleine Informationen wichtig sind. So wird erklärt, daß nicht alles was man nicht versteht und sich nicht erklären kann, übersinnlich ist, wie z.B. der Drucker, der ferngesteuert durch das Handy des Bruders Kopien ausspucken kann. Dieser Drucker kommt noch ein weiteres Mal, in einem völlig anderen Zusammenhang vor.
Am Ende lernt Pippa endlich das Gruseln. Ganz anders als sie es sich vorgestellt hat und definitiv nicht so, wie ihre Freunde sich das vorgestellt hatten.
Birte Kretschmer hat eine sehr angenehme junge und fröhliche Stimme. Die ausgebildete Schauspielerin und Mitglied des Ohnesorg-Theater-Ensembles moduliert gekonnt und lebhaft. Ihre Stimme ist für uns einfach Pippa Pepperkorn, da wir sie ansonsten aus keinem anderen Hörbuch kennen, auch wenn sie öfters in norddeutschen Hörfunkproduktionen mitspielt.
Charlotte Habersack ist eine wirklich lustige Geschichte gelungen, die nicht nur zu Halloween wirklich hörenswert ist. Auch wenn es um Grusel geht, ist es doch vor allem das Lachen, daß meine Tochter wach hielt. Selbst die Zombie-Begegnung auf dem Friedhof ist bei allem Stöhnen und Ächzen vor allem humorvoll ist.
Für Kinder die gerne Geschichten aus dem Kinderalltag hören. Diese sind nur sehr viel lustiger und schräger als die meisten anderen, denn Pippa hat wirklich immer unglaubliche Ideen. Auch für Pippa-Neulinge ist diese Folge super geeignet. Anders als meine Tochter kannte ich Pippa Pepperkorn noch nicht, konnte aber gleich folgen und ihre Begeisterung sofort verstehen.
Für Kinder ab 6 Jahren, die gerne Lachen und sich gruseln! Echter Alltagsgrusel, ganz ohne fantastische Monster, aber dafür umso mehr Spaß! Halloween kann kommen, von uns bekommt es 5 von 5 Sternen!
Wir bedanken uns ganz herzlich bei audiolino für diesen lustigen Gruselspaß!

Sonntag, 29. Oktober 2017

Das wilde Uff… jagt einen Schatz, Michael Petrowitz, Ravensburger



Das wilde Uff… jagt einen Schatz, Michael Petrowitz, Ravensburger
Das wilde Uff ist ein blaues, wuscheliges Urzeit-Wesen mit besonderen Fähigkeiten, daß es sich im Zimmer von Lio Peppel, wie in einer Höhle gemütlich eingerichtet hat. Damit er nicht zu einem Forschungsobjekt degradiert wird, versteckt Familie Peppel ihren bisweilen sehr anstrengenden (da alles fressenden) Mitbewohner vor den Augen Dritter. Daher kommt es ungelegen, als Ulrike Peppel, die anstrengende ältere Schwester von Vater Mathias sich für einen mehrtägigen Besuch bei Ihnen ankündigt. Natürlich kommt sie früher als erwartet und Lio muß sein Zimmer räumen und bei seiner älteren Schwester Amelie einziehen. Doch wohin mit dem Uff? Tante Ulrike darf es auf keinen Fall zu Gesicht bekommen? Zum Glück verfügt das Mehrfamilienhaus ihres Vermieters Herrn Winz noch über einen aufregenden Dachboden, auf den dieser ja nicht gehen kann, da er nach einem Uff-bedingten Unfall noch immer an Krücken geht. Sehr zum Leidwesen von Vater Peppel, der seither von Herrn Winz ständig telefonisch für Hilfsarbeiten herbei zitiert wird. Währenddessen versucht Professor Snaida, der noch den Verlust des Uffs betrauert seinen wahren Platz in dieser Welt zu finden, die ihn scheinbar nicht haben will. Da sinnt er halt auf Rache!
Dies ist nun schon der dritte Band vom wilden Uff und der 4. Erscheint im März 2018! Was macht also den Erfolg aus?
Diese Abenteuer lassen sich unglaublich gut vorlesen! Da ich viel vorlese, fällt mir so etwas immer sofort auf. Das liegt zum einen daran, daß die einzelnen Charaktere gut gekennzeichnet sind, so daß man gerade das Uff toll mit einer besonderen Stimme sprechen kann, aber auch daran, daß ich die Sprache sehr harmonisch finde. Wenn man einen Satz beginnt, endet er auch entsprechend, ich erlebe keine grammatikalischen Überraschungen, die schon mal beim Vorlesen zum Verknoten der Zunge führen. Es liest sich fast von selbst. Dies mag neben der Spannung und dem Spaß ein Grund zu sein, warum meine Töchter auch freiwillig an besonders spannenden Stellen, an denen ich pausierte selbst weiterlasen. Neben der gefälligen Sprache, kommt einem auch das Druckbild sehr entgegen. Das Buch könnte man mit kleinerem Zeilenabstand und kleinerer Schrift sicherlich auch locker auf 150 Seiten drucken, aber gerade der große Zeilenabstand erleichtert Kindern, die nicht gerne lesen, die Überwindung des inneren Leseschweinehundes. Weil ich dieses Phänomen bei meinen Töchtern so faszinierend finde, vergleiche ich derzeit oft Bücher einer Altersklasse vom Schriftbild her, um heraus zu finden, warum sie einige Bücher bereitwillig selber weiter lesen und andere nur gebannt mit den Ohren verfolgen. Die zahlreichen, ungewöhnlichen schwarzweiß Illustrationen von Benedikt Beck erhöhen noch weiter den Spaßfaktor. Besonders die kleine freche Fledermaus Tabea hat es mir zeichnerisch angetan.
Professor Snaida kommt diesmal mehr so als Randfigur vor, weshalb ein Einstieg mit diesem dritten Band unproblematisch gelingen sollte. Dafür mimt Tante Ulrike bereits zu Beginn einen herrlich neuen Bösewicht, als sie erst einmal alle Ernährungsgewohnheiten der Familie auf den Kopf stellt und ihnen stattdessen Powerkleie vorsetzt. Ach, von ihrer Unfähigkeit sich Lios Namen zu merken oder an irgendetwas mal ein gutes Haar zu lassen ganz zu schweigen. Das Beste ist aber neben ihrer sofortigen Akzeptanz als Unsympath: sie verbirgt ein dunkles Geheimnis! Geheimnisse sind gut, denn sie garantieren Spannung! Dabei ist besonders schön, daß die Geschichte nicht immer die Erwartungen erfüllt, sondern positiv zu überraschen vermag. Genau dieser Punkt hat übrigens meiner achtjährigen Tochter besonders gut gefallen.
Wir sind schon sehr gespannt auf Band 4 „Das wilde Uff braucht einen Freund“ im März 2018, den wir unbedingt lesen wollen.
Begeisterte 5 von 5 Sternen.