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Samstag, 15. August 2026

Werbung/Rezensionsexemplar: „Mein Freund Leo Löwenherz“ David Litchfield, Midas Verlag


Werbung/Rezensionsexemplar: „Mein Freund Leo Löwenherz“ David Litchfield, Midas Verlag

 

Patrick ist ein ruhiges, zurück haltendes Kind, mit viel Fantasie, das aber oft eingeschüchtert oder ängstlich ist. Er beobachtet daher lieber, als in einer Gruppe mittendrin zu sein. Einsam fühlt er sich nicht, wieso auch, eher hat ja Leo Löwenherz, seinen imagninären großen Löwenfreund, der ihm stets zuhört und versteht und immer bei ihm ist, wie sein Schatten. Gemeinsam erleben sie unglaublich viel und alles geht gut, das gibt Patrick Mut und Kraft, so sehr, dass er sich tatsächlich eines Tages traut, bei den Ball spielen der anderen mitzuspielen. Anschließend klettern sie auf Bäume und und und Immer öfter kommt Patrick ganz alleine klar, ohne ihn, doch er vergißt ihn und die Kraft, die er ihm gegeben hat nie, selbst dann nicht, als er selbst ein Opa ist. 

 

Mit „Bär am Klavier“ gelang David Litchfield einen Weltbeststeller, den ich allerdings nicht kenne. Sehr gut gefiel mir aber der Vorgänger „Der Dinosaurier von nebenan“ der Kinder auch schon sehr früh Offenheit, Toleranz und das Überdenken des eigenen Handelns nahe legt, daher war ich sehr neugierig auf sein neues Werk. Ich wurde nicht enttäuscht. Es geht um ein ganz anderes Thema, das aber nicht weniger wichtig ist. Jedes Kind ist anders und hat einen anderen Charakter. Die einen brauchen mehr Zeit als andere, um sich zu öffnen und mal etwas zu wagen. Aber es lohnt sich auf sie zu warten, damit sie die Zeit bekommen, die sie brauchen, und sei es mit Hilfe von Leo Löwenherz. Dieses Buch macht Mut und zeigt auch, das imaginäre Freunde im Kindesalter ganz normal sind und kein Grund zur Sorge. Es ist ein kindlicher Mechanismus um mit der Welt und ihren Anforderungen klar zu kommen, ein sehr freundlicher und fürsorglicher Mechanismus mit einem großen Herzen, einem Löwenherzen!

 

Mir gefällt sehr gut, wie liebe- und verständnisvoll David Litchfield mit diesem sensiblen Thema umgeht. So fühlen sich Eltern und Kinder verstanden und gut aufgehoben und vielleicht verstehen so einige Eltern auch ihre Kindern besser, wenn sie ihnen dieses Buch vorlesen. Sollte das eigene Kind selbst alles andere als schüchtern sein, so kann es doch Verständnis dafür wecken, dass nicht alle Jungs Draufgänger sind, sondern jeder Mensch anders und gut so wie er oder sie ist.

 

Die Illustrationen des Autors sind sehr freundlich und warmherzig und fühlen sich selbst in Schneeszenen nie kalt und abschreckend an, da Patrick ein zufriedenes Kind ist, denn man lässt ihn so sein, wie er ist. Das ist eine ganz wichtige Botschaft, denn niemand kann einfach so aus seiner Haut, wozu auch? Sie runden diese herzerwärmende Geschichte die Mut macht wunderbar ab!

 

Ein wunderschönes, sensibles Bilderbuch ab 4 Jahren.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Midas Verlag und der Agentur Medialike für mein Rezensionsexemplar.

 

#MeinFreundLeoLöwenherz #DavidLitchfield #Bilderbuch #MidasVerlag #ImagninäreFreund #Schüchternheit #Sensibilität #Kinderbuch

Mittwoch, 29. Juli 2026

Werbung/Rezensionsexemplar: „Kommissar Pfote ermittelt (2) Der voll gemeine Halsband-Klau,“ Katja Reider, Dirk Hennig, Loewe Wow!

 

Werbung/Rezensionsexemplar: „Kommissar Pfote ermittelt (2) Der voll gemeine Halsband-Klau,“ Katja Reider, Dirk Hennig, Loewe Wow!

 

Die Detektei mit Wau sind: die Polizeihunde Pepper, die unwerfende Lulu und Besserwisser Haras und als Chef, der die Fäden im Hintergrund zieht Polizeihund a.D. Charlie, der wegen einer Dienstverletzung nicht mehr so gut zu Pfote ist, aber immer wieder neue Fälle an Land zieht und der die Einsätze koordiniert. Dieses Mal hat die Tierärztin Frau Dr. Grün Charlie einen ungewöhnlichen Auftrag vermittelt: Edel-Hündin Apoll trägt stets ein äußert wertvolles, Juwelen geschmücktes Halsband, wie es in ihrem langen Stammbaum Tradition ist. Doch irgendein Schurke scheint es darauf abgesehen zu haben und hat bereits einen gescheiterten Endführungsversuch hinter sich. Pepper und seine Kollegen sollen nun als Apolls Bodyguards weitere Gefahren von Frauchens Liebling fernhalten. Tatsächlich schmeckt es den tierischen Ermittlern in der riesigen Villa nicht nur ausgezeichnet, sie werden auch schon ganz bald gefordert!

 

Dies ist der 2. Fall der Detektei mit Wau, der im Wow!Format erscheint, also für Lesemuffel mit ganz großformatigen, vollfarbigen Illustrationen von Dirk Hennig, kurzen knackigen Text-Elementen, vielen interaktiven Fragen im Comic-Style um zu testen, ob die jungen Leser mitgedacht haben und witzigen Steckbriefen von allen beteiligten Hundencharakteren. Die Menschen muss man so kennen lernen, wer interessiert sich auch schon für die? Optimal zum Einsteigen und dank der Steckbriefe ohne Vorkenntnisse lesbar. Aber: wer sich hier in diese Detektei mit Herz, Schnauze und Pfote verliebt, kann nicht nur noch Band 1 lesen, sondern ist danach vielleicht so wild auf neue witzige Fälle dieser ganz besonderen Truppe, dass die jungen Lesenden sich sogar auch an die 10 Hundekrimis mit mehr Text aus dem Loewe Programm für junge Leser wagt! Die Programme sind nämlich auf einander abgestimmt und es sind keine doppelten Abenteuer, was ich als Konzept echt super finde. Sollten die junge Lesefreunde sich leider denoch nicht dazu aufraffen können auch mehr Text zu lesen, so bin ich zuversichtlich, dass noch weitere Fälle im Wow!-Format folgen werden!

 

Dieser Fall ist optimal für Hunde- und Detektivfans ab 7 Jahren. Interessant und aufrgend, ganz sicher aber richtig witzig und absolut nicht blutrünstig! Die Hunde haben alle ihren ganz eigenen Charakter und Peppers Schmachten nach Lulu ist auch noch absolut kindgerecht mit einer gelungenen Mischung aus süß und lustig! Denn Lulu ist nicht nur besonders attraktiv mit ihren kessen, spitzen Ohren, sie hat auch eine rasche Auffassungsgabe und ist eine gute Beobachterin und ihre Schnüffelnase erst! Hach, seufz!

 

Klar, zu meiner Grundschulzeit, wäre ein Wort wie „Halsband-Klau“ absolut tabu gewesen, klauen ging gar nicht, das hieß dann stehlen und das korrekte Substantiv dazu wäre Diebstahl, aber die Zeiten ändern sich und somit auch das Vokabular von Polizeihunden nach Dienstschluss!

 

Besonders witzig finde ich immer die kleinen Comic-Tiere, die Dirk Hennig an den unteren Rand setzt und die mich mit ihren Kommentaren an Waldorf und Stattler aus der Puppet-Show erinnern, die zwei alten Herren, die stets zu allem, ihren nicht immer wohlmeinenden Senf dazu geben. Leseanfänger werden sie nicht kennen, aber ihr tierisches Pendant dazu lieben! Im Park der Villa sind es meist zwei Pfaue (natürlich, man gönnt sich ja sonst nichts!) und in der Villa oder deren Keller (oh ja, die gründlichen Polizeihunde stecken überall ihre Schnauze hinein!) zwei kleine Mäuschen. Doch sie kommentieren nicht nur, sie sprechen die jungen Lesenden auch an und testen ihre Schnüffler-Talente (und somit indirekt ihr Leseverständnis).

 

Ich finde diesen Band nicht nur super gemacht sowohl dank der locker-wuffigen Erzählweise der Autorin und der tierisch-anschaulichen Illustrationen von Dirk Hennig, ich finde auch den Kriminalfall, den die Schnüffel-Schnauzen lösen wirklich gelungen und natürlich wird er aufgeklärt! Eine Superferienlektüre die Spaß macht, optimal nach der 1. Klasse!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Agentur Prointernet Bookmark, Loewe Wow! Und der Autorin Katja Reider für mein Rezensionsexemplar!

 

#KommissarPfoteErmittelt #DerVollGemeineHalsbandKlau #KatjaReider #DirkHennig #LoeweWow #ComicRoman #Lesemuffeltipp #Kinderkrimi #Hundekrimi #Kinderbuch #Kinderbuchblogger

Donnerstag, 23. Juli 2026

Werbung/Rezensionsexemplar „Drei Wasserschweine tauchen ab“ Matthäus Bär, Illus. Anika Voigt, dtv Verlag

 

Werbung/Rezensionsexemplar „Drei Wasserschweine tauchen ab“ Matthäus Bär, Illus. Anika Voigt, dtv Verlag

 

Dies ist der 3. Teil der beliebten Wasserschweinreihe, der sich aber auch zum Einsteigen eignet:

 

Eines morgens erwacht Emmy im Capybara-Gehege im Zoo, weil sie an etwas Nasses stößt! Die verzweifelte Faultiermutter Frida sucht verzweifelt ihren verschollenen Nachwuchs Francis und der Ruhm der findigen Wasserschweinbande ist ihr zu Ohren gekommen. Die drei Freunde sind ihre letzte Hoffnung, auch wenn es bei ihrem Sprechtempo echt dauert, bis Emmy das herausgefunden hat! Die Lust auf ein neues Abenteuer erwacht sofort und so machen sie sich auf zu den Faultieren, um ihre Ermittlungen aufzunehmen. Es stellt sich schnell heraus, dass nicht nur Francis fehlt, sondern auch ein Baum aus dem Gehege. Ob Francis noch daran hing, als er weggebracht wurde und wenn ja, wohin? Dieses Abenteuer erfordert ihren ganzen Mut als erfahrene Finder, denn erstmals verlassen die drei neugierigen Freunde nicht nur ihr stets unverschlossenes Gehege, sondern gleich den ganzen Zoo! Da draußen vor dessen Toren, auf einer Insel im Fluss, da gibt es wahnsinnig viel zu entdecken, aber auch ganz andere Gefahren und vor allem keine Fütterungszeiten! Ob sie dieser Aufgabe gewachsen sind?

 

Diese drei sind nicht nur ein unschlagbares Team, sie haben das Herz auch am rechten Fleck! Dies Mission ist nämlich echt heikel, weil sie als Zootiere so gar nicht auf die Welt jenseits der Zoo-Mauern vorbereitet sind. Da gibt es aber auch wirklich komische Dinge aus Capybara-Sicht und mit der halten sie nicht hinterm Berg! Das ist für die jungen Leser/Zuhörer sehr witzig! Denn nicht immer durchblicken die fellnasigen Ermittler auf Anhieb was sie da sehen/hören/riechen.

 

Hier hat sich der Autor wieder echt was einfallen lassen. Capybaras mit ihren runden pelzigen Bäuchen sind ja nicht so die geborenen Helden, aber hier wachsen sie in ihre neuen, irrwitzigen Abenteuern über sich hinaus. Dabei finden sie nicht nur neue Freunde, sie schaffen es auch Missverständnisse auszuräumen und so Wildtiere, die stets schlecht aufeinander zu sprechen waren, zu Freunden zu machen. Ganz nebenbei lernen wir dann auch noch etwas über den natürlichen Lebensraum von Bibern (die hat man ja eher nicht zu Hause) oder Schwänen. Aber natürlich geht es vor allem um Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Entdeckertum und vor allem ganz viel Spaß!

 

Matthäus Bär kann sich hervorragend in das kindliche Denkuniversum versetzen. Die Geschichte hat einzelne Kapitel, die sich gut zum abendlichen Vorlesen und dabei Kuscheln eignen. Begriffe, die Kindern ab 5 Jahren  noch nicht geläufig sind, kennen auch Capybaras noch nicht, daher erklären sie sie sich gegenseitig, was sehr witzig ist. Durch den Humor werden auch ängstliche Kinder gut durch die richtig spannenden Szenen getragen und durch das Kuscheln beim Vorlesen, ist es auch richtig schön. Dabei wird aber auch das längere Zuhören am Stück trainiert, was gerade im Vorschulalter sehr wichtig, als Vorbereitung auf die Schule ist.

 

Die farbigen Illustrationen von Anika Voigt sind absolut hinreißend, gleichzeitig aber auch immer wieder witzig, wie die Faultiere ihre Krallen in die Luft recken, oder einfach so abhängen! Das ist eine ganz schöne Herausforderung für die Capybaras, die sie aber ebenso bravourös meistern, wie Anika Voigt es gelingt, all diesen Tieren in ihren neuen Umgebungen mit Farbe Leben ein zu hauchen. Dabei sehen die Freunde stets freundlich aus, auch wenn die Geschichte für mich bisher die Spannendste ist und bisweilen sogar ein bisschen gruselig! Die Illustrationen sind richtig zahlreich, so daß es sich zum Vorlesen bestens eignet und gehen oft auch  zusammenhängend über eine Doppelseite. Bisweilen wird über die Illustrationen gedruckt, mal in weiß, mal in schwarz, je nach Hintergrund. Das macht die Illustrationen zum Teil der Geschichte.

 

Ein tierisch witziges Sommerabenteuer zum Vorlesen oder Selberlesen ab 5/7 Jahren!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim dtv Verlag für mein Rezensionsexemplar!

 

#DreiWasserschweineTauchenAb #MatthäusBär #AnikaVoigt #DtvVerlag #Capybara #Faultiere #Tierabenteuer #Kinderbuch #ZumVorlesen #TierischeFreunde #TierErmittler #Zusammenhalt #Hilfsbereitschaft #Freundschaft #KindVerloren #InstaBook #LeseLiebe

Mittwoch, 15. Juli 2026

Werbung/Rezension: „Hilma af Klint, Ein Pop-Up-Buch“ Susie Hodge, Teresa Bellon, Fischer Sauerländer

 

Werbung/Rezension: „Hilma af Klint, Ein Pop-Up-Buch“ Susie Hodge, Teresa Bellon, Fischer Sauerländer

 

Diese Pop-Up-Buch-Reihe Reihe für Kinder ab 5 Jahre, die Kinder auf richtig plastische Art und Weise Kunst nahe bringen soll, finde ich ja total klasse! Bei diesem habe ich allerdings gestutzt, da ich die Künstlerin überhaupt nicht kannte. Na sowas! Wie konnte das nur sein?

 

Na ja, der Zeitstrahl am Ende des Buches und die Texte legen es nahe: Hilma af Klint war ihrer Zeit so weit voraus, dass sie sich dessen bewusst war, dass ihre Zeitgenossen ihre Werke nicht verstehen würden, nicht nur weil sie recht abstrakt sind und nicht naturgetreut, auch die Thematik wird viele überfordert haben.

 

Zwischen den Zeilen habe ich herausgelesen, als hätten nicht wenige ihrer Mitmenschen sie für verrückt gehalten. Auch kann man erahnen, dass sie, die sie kein klassisches Rollenbild lebte und sich stets unter Frauen aufhielt, Männer nicht reizvoll fand. Bei Frauen wurde des damals ja noch geduldet, wenn man es nicht zu offen zur Schau stellte, aber zum Star wurde man so nicht. Sie gab ihre Bilder daher ihrem Neffen zur Aufbewahrung, der sie erst veröffentlichen sollte, wenn die Gesellschaft reif dafür sei... das war erst nach ihrem Tod durch einen Autounfall im Jahre 1944 der Fall und auch damals waren die Menschen noch nicht so weit, um die spirituelle Kunst, dieser Frau, die aus dem gängigen Denkschema fiel zu schätzen. 1970 wurde die Welt erstmals auf sie wirklich aufmerksam, aber noch setzte sie sich nicht durch. Erst eine Ausstellung 2013 in Schweden ließ die Kunstwelt aufmerken und erst eine Ausstellung im Guggenheim Museum 2018 in New York brachte den Durchbruch. Wahrscheinlich war selbst ihr Neffe damals schon verstorben.

 

Da ich noch nie in New York war und deutlich vor 2013 in Schweden ist es also kein Wunder, dass sie mir bislang kein Begriff war.

 

Die Texte sind wirklich für Kinder verständlich und lassen Erwachsene erahnen, welch ungewöhnlicher Mensch sie für ihre Zeit (1862 – 1944) war. Sie liebte die Natur und das Spirituelle, jenseits der offiziellen Kirche. Dadurch dürfte ihre Popularität ganz schön gelitten haben.

 

Die Pop-Up-Elemente sind nicht nur wirklich ausgeklügelt, sondern teilweise richtig spektakulär! In das Solomon R. Guggenheim Museum, dass beim Aufklappen seine typische Fassadenwölbung zeigt, war ich sofort schockverliebt, aber auch ihre Kofferausstellungen sind sensationell wiedergeben, in dem man einen kleinen Koffer aufklappen und die Bilder herausnehmen und betrachten kann, ohne dass etwas verloren gehen kann.

 

Die Illustrationen sind aus Kosten- und Urheberrechtsgründen vereinfachte Darstellungen und keine Kopien, aber sie vermitteln einen sehr guten Eindruck von den Werken dieser wiederentdeckten Künstlerin. Sie verdeutlichen auch das besondere an ihnen.

 

Also eigentlich finde ich dieses Buch total super. Aber da die Künstlerin keine ist, die jeder kennt, sind die Texte wirklich inhaltlich und etwas umfangreicher, ohne Kinder zu überfordern. Es ist aber dennoch ein Bilderbuch und bei Bilderbüchern erwarte ich eine gewisse Schriftgröße. Bis auf die Überschriften mit ihren fettgedruckten Zusammenfassungen konnte ich das Buch tatsächlich nur auf der Terrasse bei Sonnenschein lesen, sprich: die Schrift ist viel zu klein. Das werden Leseanfänger nicht lesen können und auch Vorlesende ab einsetzender Alterssichtigkeit haben keine Chance (ich habe es selbst mit Gleitsichtlinsen nicht lesen können, ohne volles Sonnenlicht). Meine Jüngste als Teenagerin würde sich nun schlapp lachen, für Teenager ist das echt kein Problem, aber die lesen selten vor.... junge Eltern mit Adleraugen haben da wohl auch eher kein Problem.

 

Ich habe es daher erst im Sommer auf der Terrasse gelesen und bestaunt! Ich habe wirklich viel gelernt und die wirklich komplexen Pop-Up-Elemente, die die Kunstwerke ganz toll ergänzen haben mich wirklich aus den nicht getragenen Socken (ist ja Sommer) gehauen! Ganz große Buchmacherkunst!

 

Ein echter Hingucker, der neugierig auf Kunst macht und zum Entdecken einlädt! Aufgrund ihrer freundlichen Farben und Motive ist sie auch wirklich gut für diese Reihe geeignet.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bem Fischer Sauerländer Verlag für dieses wunderschöne Bilderbuch über eine mir unbekannte Künstlerin!

 

#HilmaAfKlint #ArtPops #FischerSauerländer #SusieHodge #TeresaBellon #KunstFürKinder #Bilderbuchliebe #Kinderbuch #Kunst #KünstlerEntdecken

Samstag, 11. Juli 2026

Unbezahlte Werbung/Rezension: „Henri Matisse – Art Pops“ Susie Hodge, Teresa Bellon, Fischer Sauerländer

 

Unbezahlte Werbung/Rezension: „Henri Matisse – Art Pops“ Susie Hodge, Teresa Bellon, Fischer Sauerländer

 

Aus der Art Pops Pop-up-Bilderbuchreihe die bei Kindern die Neugier auf Kunst wecken soll, ist nu auch ein wunderschöner Band über den vielseitigen Henri Matisse erschienen.

 

Dabei werden nicht zu seine Entwicklungen und Epochen in Wort und Bild vorgestellt, sondern diese auch besonders plastisch durch die Pop up-Elemente. Ich finde sie sehr schön und die Neugierde weckend, aber nicht so gut inhaltlich und optisch in das Buch integriert, wie bei Hilma af Klint. Ich hätte es schön gefunden, eine seiner Skulpturen aufklappen zu können, statt seiner zwei- dimensionalen Gemälde. Dabei kritisiere ich keineswegs die Auswahl des Künstlers, eher die der Werke zum Ausklappen, der mehr als nur Gemälde geschaffen hat. Er selbst hielt ein Kirchenfenster für sein Meisterwerk.

 

Henri Matisse ist einerseits sehr geeignet als Beispiel für Kinder, weil seine Epochen so unterschiedlich waren und hier auch gezeigt wird, wieviel seiner Stilveränderungen eben auf Krankheiten zurückzuführen sind. Ja, einige Künstler kamen zur Kunst, als sie ans Bett gefesselt waren, aber bei Matisse waren es verschiedene Krankheiten in verschiedenen Altersabschnitten. Zum Teil hat ihm die Kunst Mut und Kraft geschenkt und als die Kunst aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken war, aber sein Körper nicht mehr mitmachte, wurde aus dem einst jungen Wilden ein sitzender Scherenkünstler. Das finde ich für Kinder richtig ermutigend, da er sich anscheinend nicht unterkriegen ließ, obwohl er sicherlich oft verzweifelt war.

 

Die Texte richten sich an Kinder ab 5 Jahren und so wird nur erwähnt, dass er jung heiratet und seine Frau, seine Tochter aus einer früheren Beziehung adoptierte (und sie wohl auch zu lieben schien), genauer woher dieses Kind kam wird nicht erläutert, auch nicht im Zeitstrahl, der am Ende des Buches das ganze Leben dieses noch immer populären Künstlers im Überblick darstellt. Vielleicht macht da ja noch andere Eltern neugierig, so dass auch sie weiter nachforschen...für sich, nicht die Kinder ;)

 

Henri Matisse ist aufgrund seiner strahlend leuchtenden Farben und seiner oft sehr klaren Strukturen für Kinder besonders interessant. Auch so Lebensabschnitte, wie seine Monate auf Tahiti sind gerade für seine damalige Zeit sensationell und auch heute nicht alltäglich. Ein spannender Mann, mit wirklich oft zugänglichen Werken, die sicherlich so manchem Kind einen Museumsbesuch schmackhaft machen kann.

 

Durch die Pop-up-Klappen gibt es ganz viel zu entdecken und staunen und das Umblättern wird zum Abenteuer, denn nicht nur Henri Matisse war ein Künstler mit der Schere, sondern auch Teresa Bellon.

 

Susie Hodge fasst hier ein ganzes Künstlerleben und Matisse ist keiner von denen, die früh starben, klar und gut verständlich für Kinder zusammen. Mit einer großen klaren thematischen Überschrift pro Doppelseite und einem kurzen Text über die jeweilige Epoche. Zu den abgebildeten Werken, die nicht originalgetreu sind, gibt es immer einen kleinen Erklärtext, über das, was zu sehen ist und was es so besonders macht. Allerdings ist dieser Text immer sehr klein und ich kann ihn nur bei hellem Sonnenschein ohne Weiteres lesen, also nichts für Leseanfänger und Großeltern.

 

Insgesamt ein sehr schönes Buch, um Kinder neugierig auf Kunst zu machen, auch wenn ich mir hier eine Ausklappskulptur und eine größer oder wenigstens fettere Schrift gewünscht hätte.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Fischer Sauerländer für dieses wunderschöne, farbenfrohe Pop-Up-“Kunstwerk“!

 

#HenriMatisse #ArtPops #PopUpBuch #Bilderbuch #SusieHodge #TeresaBellon #FischerSauerländer #KunstFürKinder #Bilderbuchliebe #AusLiebeZurKunst

Montag, 6. Juli 2026

Kiki & Ich, Leo Timmers, Übersetzung Eva Schweikart, Aracari Verlag

 

Kiki & Ich, Leo Timmers, Übersetzung Eva Schweikart, Aracari Verlag

 

Die kleine Kiki bekommt eines Tages von ihrem Vater ein Pferd. Sie freut sich wie verrückt über ihre Stute und fortan sind sie unzertrennlich. Mit ihr ist alles besser und schöner, nie ist sie allein. Alles teilen sie und sie fühlt sich sicher, bei der besten Zuhörerin. Sie zwei das Dreamteam, jahrelang, bis Kiki in die Pubertät kommt und nun fühlt sih die Stute einsam....

 

Mich hat der Titel ja echt in die Irre geführt, nahm ich doch an, dass Kiki das Pferd sei, aber Pustekuchen. Diese Geschichte wird aus der Sicht des Tieres erzählt. Es ist eine Geschichte über Freundschaft und Verbundenheit und über das Erwachsenwerden mit all seinen Veränderungen. Es geht um Großwerden und Loslassen das Veränderung gar nicht schlecht sein muss, sondern einfach anders schön sein kann. Wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben und einfach auch als Person zu wachsen. So kann Kiki ihren Fokus erweitern und ihr Herz teilen, ohne es ihrem Pferd entziehen zu müssen. Die Pubertät ist ja nicht zwangsläufig das Ende von allem, sondern oft auch ein Anfang.

 

Leo Timmers erzählt die Geschichte sehr einfühlsam und auch schelmisch, denn mich hat er mit dem Titel genarrt! Dabei schildert er diese besondere Freundschaft zwischen Mädchen und Tier so sympathisch, dass ich ganz enttäuscht war von Kikis scheinbarem Verrat. Doch man sollte sich nicht von schlechten Erfahrungen in die Irre leiten lassen, sondern vertrauen.... Freundschaft baut auf Vertrauen und hat Vertrauen verdient.

 

Dies ist nicht unbedingt ein Bilderbuch für kleine Kinder, da diese noch nicht wirklich über die Pubertät und ihre Auswirkungen nachdenken, Wenn sie davon träumen, eines Tages mal groß zu sein, geht es weniger um Loslassen und Freiräume, sondern vermeintliche Freiheiten. Es ist aber sehr aufmunternd und tröstlich, für all jene deren Freunde in der Zeit des Erwachsenwerdens schon mal straucheln, oder für Eltern, die schmerzlich merken, dass ihre Kinder flügge werden. Für sie ist dieses traumhaft illustrierte Buch ein echter Trost. Allerdings war meine 10 Jährige Nachbarin, ein Pferdemädchen auch ganz hingerissen von diesem Buch und hat ihrer Mutter schon vorgeschwärmt, wie schön dieses Buch doch sei, also offensichtlich nicht nur ein Buch für Erwachsene, sondern mit einer Botschaft, die alle Herzen erwärmen kann!

 

Die Illustrationen sagen hier oft mehr als Worte, weshalb diese auch auf einigen Doppelseiten ganz fehlen. Dafür versinken wir in herrlichen Landschaften und dem Gefühl von Freiheit und Freundschaft. Dabei spielt der Illustrator und Autor auch mit Licht und Farben, um Gefühle auszudrücken.

 

Eine ganz zauberhaft einfühlsame Geschichte über das Großwerden, das Ablösen und die Erweiterung seines Horizonts.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Aracari Verlag für dieses Kunstwerk von Rezensionsexemplar!

 

#Kiki&Ich #LeoTimmers #AracariVerlag #Pferdemädchen #Bilderbuch #Bilderbuchliebe #MehrAlsWorte #Loslösen #Freundschaft #Erwachsenwerden #Sehnsucht

Werbung/Rezensionsexemplar: „Hast Du Angst vor mir? - ein denkwürdiger Sommer“ Gabriele Keiser, Rhein Mosel Verlag

 

Werbung/Rezensionsexemplar: „Hast Du Angst vor mir? - ein denkwürdiger Sommer“ Gabriele Keiser, Rhein Mosel Verlag

 

Unmittelbar nicht dem 2 Weltkrieg fehlen auch in der Westpfalz  Männer nicht nur in der Landwirtschaft. Gerade junge Männer sind rar, mussten doch die meisten in den Krieg ziehen. So geht es auch der 19 jährigen Linde Liebold, die mit ihrer herrischen Mutter einen kleinen Hof in einem westpfälzischen Dorf bewirtschaftet. Ihr Vater ist noch immer vermisst und sie haben seit Jahren kein Lebenszeichen mehr von ihm erhalten. Da taucht plötzlich ein junger Kerl im Dorf auf und heuert auf dem Nachbarhof an. Linde ist sofort von ihm und seiner Aufmerksamkeit angetan. Erzählt ihr von Frankreich und wo er schon überall herum gekommen ist. Ihrer Mutter gefällt das gar nicht, denn was weiß man schon über ihn und seine Familie?

 

Zeitgleich geht der jahrelang suspendierte Kommissar jüdischer Herkunft, Bernstein im Kommissariat Kaiserslautern einer Reihe von Gewaltverbrechen an jungen Frauen und Mädchen nach. Steckt wirklich der gefürchtete Autobahnwürger hinter dieser außergewöhnlichen Serie an Morden und Vergewaltigungen?
Der Roman, der von wahren Begebenheiten inspiriert ist, schildert eindrücklich das Landleben kurz nach dem Krieg, als man gewillt war, mit allen Mitteln auf den Trümmern einer schrecklichen Vergangenheit eine blühende Zukunft zu gestalten.

 

Oh je, war das Leben auf dem Land früher hart, aber auch einsam. Das kann man sich heute hier gar nicht mehr vorstellen, ein Leben ohne Wasch- und Spülmaschine, den Herd anfeuern zu müssen und dann noch die schwere Landarbeit ohne helfende Hände von Männern. Ein Schicksal, dass wohl alle vom Krieg gebeutelten Länder teilen, auch heute noch. Besonders schlimm empfinde ich aber Lindes tiefe Einsamkeit. Da sie ständig auf dem Hof arbeitet und auch keine Ausbildung anfangen darf, hat sie keine Zeit sich mit Freundinnen zu treffen oder mal neue Menschen kennen zu lernen. Dabei macht ihr die Eintönigkeit ebenso zu schaffen, wie die schroffe, unnachgiebige Art ihrer Mutter. Kein Wunder, dass der neue Knecht von nebenan, ihr fast wie eine Lichtgestalt vorkommt, auch wenn er nicht nur sehr musikalisch ist, sondern bisweilen auch ein wenig sonderbar. Ich habe echt mit Linde gelitten, aber auch mit ihrer Tante Resi, die wegen ihrer lebensbejahende und für die Tratschweiber zu lockeren Art, im Dorf ziemlich geächtet wird (aber doch nicht ganz, denn immerhin ist sie ja eine von ihnen und man weiß ja, wo sie herkommt). Wir lernen eigentlich das halbe Dorf mit seinen Eigenheiten, Geheimnissen und Vorurteilen kennen und ja Vorurteile können gnadenlos und zerstörerisch sein...

 

In Kaiserslautern geht es schon deutlich moderner zu, zumindest nach Außen hin, auch wenn in den Köpfen leider noch vielen beim Alten geblieben ist, was Kommissar Bernstein immer wieder feststellen muss. Mit dem Ende des Krieges und der Entnazifizierung sind leider nicht alle von den Nazis indoktrinierten Gedanken aus dem Gedächtnis der Bevölkerung verschwunden. Neben seinen recht modernen Ermittlungsmethoden und seiner offenen Förderung von Frauen in der Kripo, dürfen wir aber auch an seinen Erinnerungen teilhaben, die uns erkennen lassen, dass es mehr gibt, als nur schwarz-und-weiß, gut und böse.... Beide Erzählstränge werden miteinander verflochten, treffen aber erst ganz am Ende aufeinander....

 

Dieser Krimi orientiert sich an einem wahren Kriminalfall, der sich tatsächlich in der Nähe des mütterlichen Heimatdorfes der Autorin zugetragen hat. Ich finde den Zeitgeist von damals sehr gut eingefangen, auch wenn ich damals nicht gelebt habe.... Sehr gut finde ich die Blicke in die Gedanken und Gefühle der jeweiligen Protagonisten beschrieben. Mir hätte allerdings bislang etwas mehr Tempo schon gut gefallen, aber es wird ja auch als Roman und nicht als Kriminalroman deklariert. Es geht halt mehr um das Seelenleben und den Zeitgeist Anfang der 50er in der Westpfalz. 

 

Ein wirklich interessantes Zeitportrait, das ich gerne zitiere, wenn mein Mann meint, man könne Wäsche nicht falsch aufhängen ;)

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Rhein Mosel Verlag für mein Rezensionsexemplar!

 

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